lesbian & gay liberation front
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LGLF - Lesbian & Gay Liberation Front e.V.

Wir stellen uns vor:

LGLF - 1972 unter dem Namen gay liberation front (glf) gegründet, ist die heutige lesbian and gay liberation front e.V. (lglf) der am längsten bestehende gemeinnützige Verein zur Emanzipation von Schwulen und Lesben in der Bundesrepublik Deutschland. In jahrelanger Kleinarbeit ist es gelungen, auf lokaler Ebene ein Forum zu schaffen, das nicht nur Schwulen und Lesben Platz bietet, sondern eine Begegnung beider ermöglicht. Daraus ist eine dauerhafte und für beide Seiten nützliche Zusammenarbeit erwachsen, in der auch kontroverse Themen angepackt werden können, ohne die gemeinsame Basis zu gefährden. Über zwölf Jahre unterhielt die lglf ein jeden Abend geöffnetes Zentrum, bis sie 1985 zusammen mit 20 anderen Gruppen das SCHULZ bezog. Unter dem gemeinsamen Dach leisten wir eine breit gefächerte, primär gesellschaftspolitische Arbeit, die von unseren ca. 130 MitgliederInnen in zahlreichen Gruppen getragen wird. Die lglf und ihre Arbeitsgruppen unterstützen Initiativen, Aktionen und Gruppen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Ziel unserer Arbeit ist letztendlich die Öffentlichkeit: lesbisch, schwul, bi und hetero. Obwohl vor einiger Zeit seitens der Stadt Köln die finanzielle Förderung eingestellt wurde, ist es uns gelungen, diese wichtige Interessenvertretung zu erhalten. Vor dem Hintergrund der scheinbar guten gesellschaftlichen Situation mag der Eindruck entstehen, daß politische Bewegung überflüssig ist. Wir hingegen finden es wichtig, den in Jahrzehnten erkämpften Raum zu erhalten, um auch in der Zukunft allen Formen reaktionären Gedankenguts entgegentreten zu können. Leute, die sich für die lglf interessieren, sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und/oder mitzuarbeiten. In jeder Gruppe könnt Ihr AnsprechpartnerInnen finden, die Euch mehr über uns erzählen können.

Unsere Gruppen im einzelnen:

LGLF-Bibliothek

*Die Bibliothek ist 1985 aus den Beständen der Büchereien von glf und Anderer Fakultät der Kölner Universität entstanden. Der Bestand umfaßt jetzt ca. 1.500 Bücher und Zeitschriften. Er bietet den BenutzerInnen ein umfassendes Literaturangebot zur weiblichen und männlichen Homosexualität. Sowohl RomanleserInnen als auch ForscherInnen sollen Bücher finden, die sie suchen: schwule und lesbische Belletristik, Bücher homosexueller AutorInnen, Sach- und Fachbücher zum Thema Homosexualität und Aids. Bücher zur Sexualität generell, zum Frauen- bzw. Männerbild und zur Feminismusthematik lassen sich ebenso finden, wie zu Sadomasochismus, Pädophilie, Transsexualität oder Transvestitismus. Die MitarbeiterInnen arbeiten ehrenamtlich. Die Bibliothek ist montags und mittwochs von 20 bis 22 Uhr geöffnet. Die Benutzung ist kostenlos; die Aufnahmegebühr beträgt einmalig 10,- DM.

Gewerkschaftsgruppe

*Der Arbeitsplatz ist der Ort, an dem die lesbische und schwule Emanzipation am wenigsten fortgeschritten ist. Die Furcht vor beruflicher Isolierung oder gar Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund der homosexuellen Orientierung drängt noch immer die meisten zum "Versteckspielen". Die gegenseitige Unterstützung, um am Arbeitsplatz selbstbewußt auftreten zu können oder in konkreten beruflichen Diskriminierungsfällen Hilfe zu leisten, ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Ein anderer liegt in der Veränderung inner- und außergewerkschaftlicher Einstellungen zu lesbischen und schwulen KollegInnen. Dies bedeutet die Durchführung von Veranstaltungen zum Thema Diskriminierung, von der Aufnahme von Antidiskriminierungsbestimmungen in Gesetze bis zur Initiative zur Errichtung eines Gedenksteins für die lesbischen und schwulen Opfer des Nationalsozialismus in Köln und vieles andere mehr. Ein großer Erfolg war bisher auch die Einrichtung eines Arbeitskreises Homosexualität bei der ÖTV Köln, der uns neue Aspekte unserer Arbeit ermöglicht.

Lila Runde

*Die lila Runde ist ein offener Lesbengesprächskreis. Gegründet wurde diese Gruppe im Oktober '93 als lesbische Alternative zur Rosa Runde. Wir haben uns zusammengefunden, um der Situation von Lesben in der Gesellschaft und im Patriarchat besser gerecht werden zu können als in einer gemischten Gruppe. Die Lila Runde hat weniger einen konkreten politischen Hintergrund, als vielmehr einen gesellschaftspolitischen. Uns interessieren auch die individuellen Probleme jeder einzelnen Lesbe. Innerhalb des Gesprächskreises setzen wir uns mit aktuellen Themen auseinander; darunter die Zunahme des Rechtsradikalismus, Aids und Frauenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft. Das Konzept beinhaltet: ein regelmäßiges Meeting um zu klönen, neue Lesben kennenzulernen, Probleme zu besprechen, Infos zu verbreiten, Verabredungen zu treffen und Aktionen zu planen. Unsere Runde ist Anlaufstelle für Lesben, die während und nach ihrem "coming out" Anschluß in der Szene bzw. in der lesbischen Subkultur von Köln finden wollen.

Rosa Runde

*Die Rosa Runde ist ein offener Gesprächskreis für Schwule, Lesben und FreundInnen, der schon seit vielen Jahren besteht. Diskutiert wird über alle möglichen Themen des Lebens, wobei der Schwerpunkt auf für Schwule und Lesben relevante Themen liegt. Zu diesen Schwerpunktthemen können ReferentInnen eingeladen werden, um den GesprächsteilnehmerInnen gezieltere Nachfrage und Information zu ermöglichen.

LGLF-Fun-Party

*Diese allmonatlich stattfindende Disco erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit einerseits bei den zahlreichen Gästen, andererseits bei der Vereinskasse, trägt sie doch neben den Mitgliedsbeiträgen zur Finanzierung der nicht unwesentlichen Vereinsausgaben bei.

ILGA-Gruppe

*Das Kürzel ILGA steht für International Lesbian and Gay Association, die lesbisch-schwule Weltorganisation mit über 400 Mitgliedsgruppen (die lglf ist eine von ihnen) in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Seit ihrer Gründung im Jahre 1978 kämpft die ILGA weltweit gegen Diskriminierung und Verfolgung und für Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen. Internationale Kampagnen halfen dabei, das Verbot von Homosexualität etwa in Rußland, Neuseeland und Irland zu beseitigen und das öffentliche Interesse auf Unterdrückung in den Ländern zu richten, in denen schwul-lesbisches Leben (noch) lebensgefährlich ist, wie etwa im Iran. Internationale Solidarität half beim Aufbau einer Lesben- und Schwulenbewegung etwa in Südafrika und Lateinamerika, in Südostasien und Osteuropa. Internationale Lobbyarbeit verhalf 1992 Schwulen und Lesben zu einer Adoption durch Amnesty International und der ILGA 1993 nach jahrelangen Bemühungen zu einem BeobachterInnenstatus bei den Vereinten Nationen. Die ILGA-Gruppe der lglf betreute bis 1992 das Aktionssekretariat, in dem alle weltweiten Aktionen koordiniert werden. Auch heute noch mischen wir aktiv mit, etwa in der Lobbyarbeit bei Institutionen wie OSZE, EU und Europarat und bei der Unterstützung von internationalen Protesten.

Kulturgruppe

*Seit 1981 ist es eine Tradition der lglf, jährlich die LESBISCHWULEN KULTURTAGE (ehemals Sappho-Rosa Kulturtage) zu veranstalten, die während zweier Wochen ein Erleben schwuler und lesbischer Kultur in ihrer gesamten Breite und Vielfältigkeit ermöglicht. Inzwischen nehmen auch die Medien mit zögerlichem Interesse die eine oder andere Tuntenposse in ihre Programme und Zeitungen auf. Den Weg dorthin finden jedoch nur bereits erfolgreiche Stars und Sternchen. Hat zum Beispiel Georgette Dees Aufstieg von der unbekannten Diseuse zur umjubelten Diva nicht auch einiges mit lesbischwuler Kulturarbeit zu tun? Während die LESBISCHWULEN KULTURTAGE das kulturelle Profil Kölns bereichern, sorgen Einzelveranstaltungen dafür, daß sich lesbischwules Leben nicht in Kneipen und Discos erschöpft.

Termine

LGLF
Kartäuserwall 18
D-50678 Köln
Fon 0221/93188016


MacMan©

Location: www.macman.org/lglf
Updated: Feb. 21, 1996 © MacMan-online
Created Dec. 22, 1995.
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