Fittkau-Garthe lernte bei
dem Kult, der Männer zu Sklaven machen will Santa Cruz -
Ihre Jünger tragen schneeweiße Gewänder und
verehren Sekten-Chefin Heide Fittkau-Garthe (56) wie eine Gottheit.
Überall in ihrer Villa auf Teneriffa hängen Fotos von
ihr, sie selbst nennt sich die "Quelle".
Die Sekte der Star-Psychologin: Keine Abspaltung der
Sonnentempler, wie es zuerst hieß, sondern eine Abspaltung
des "Brahma Kumaris"-Kultes, den es auch in Berlin
gibt.
Jahrelang war Fittkau-Garthe ein leitendes Mitglied in der
Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Sexualität
zu zerstören. Alle Führer der Sekte sind Frauen, Männer
nur Sklaven. Sex ist verboten - der Grund, warum sich der Ehemann
von Fittkau-Garthe vor zwölf Jahren von ihr trennte.
1993 gründete Fittkau-Garthe ihren eigenen Kult
- das "Holistische Zentrum Isis". In Hamburg lebte
sie mit zwei Dienern in ihrer Wohnung, die ihr unterwürfig
Taschen und Tüten trugen. Ihre Kurse in Mitarbeiterführung
nutzte sie, um die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen - mit
allen Psychotricks. Top-Manager und Wissenschaftler schlossen
sich der Sekte an. Sie zahlten bis zu 625 Mark pro Sitzung.
Auf Teneriffa baute Fittkau-Garthe ihre Villa zum Zentrum ihres
Kultes aus. Mitglieder des Kultes leben in einfachen Zelten auf
dem Gelände ihrer Führerin, nehmen dort an Seminaren
teil. Dann der Selbstmord-Aufruf der Psychologin - das Gift,
mit dem die 31 Frauen, Männer und Kinder sterben sollten,
lag schon bereit. Ein Düsseldorfer Kaufmann (47) verhinderte
das Drama in letzter Minute. Er hatte die Polizei alarmiert,
nachdem sich seine Schwester (31), ein Sektenmitglied, "für
immer" von ihm verabschiedet hatte.
Die meisten "Isis"-Jünger sind noch auf der Ferieninsel.
Doch nur ein Mitglied, Wolfgang Tamm (57), äußerte
sich - will aber nichts von einem geplanten Massenselbstmord
der Sekte wissen. "Das waren nur Freunde und Bekannte, die
über das Wochenende hier waren."
Die Berliner Psychologin selbst, der acht Jahre Gefängnis
wegen Anstiftung zum Selbstmord drohen, wird heute dem Haftrichter
vorgeführt.
Foto: pandis, RTL Explosiv
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