BBC World Service Home PageBBC AUF DEUTSCHBBC German

Americas Europe & FSU
Africa & Middle East South Asia South East Asia
Africa & Mid East
Americas
Europe & FSU
South Asia
Asia-Pacific

World Service

World News


HOME
LETZTE SENDUNG
HISTORISCHES



The World Today
Wake up to the news you want from Europe to inform your day

.Breaking News from Europe and FSU

Business
In-depth business news and analysis as Europe's trading day ends..

Europe Today
News from Europe about Europe. We include the User's Guide to sorting the red tape of living in a different country in Europe

Newshour
News and comment from around the world.
.

BBC AUF ENGLISCH

../AFRICA/Audio%20AvailableThe New Europe
We address the most significant issues facing the continent over the coming years (listen also in Czech, Greek and German).

../AFRICA/Audio%20AvailableEuropewide Debate
Dangerous Holidays? Have we only got ourselves to blame? Is there beauty in bullfighting? Some of the discussions in our weekly interactive debate on the issues affecting Europe and it's community.

../AFRICA/Audio%20AvailableLetters from Europe
Ankara, Madrid, Warsaw - a slice of life from European cities through the eyes of the BBC's correspondents.
For a complete look at what's on World Service radio in the Europe and Eurasia Regions we have comprehensive schedules and frequency information.
On Air Magazine
The World Service monthly listings magazine which gives an insight into all our programming in English.
../AFRICA/Audio%20AvailableLearning English
An interactive site for learners and teachers with exercises, quizzes and audio galore to help students improve their English (in Serbian, Spanish, Ukrainian and Portuguese).

 


Epilog
Studio S7, Bush House, London, 26 März 1999, 20.31 MEZ

Epilog
von Guntram Kremer

Als sich vor fast zehn Jahren die Berliner Mauer öffnete, kündigten sich, zunächst nur von Insidern registriert, bald auch tiefgreifende Umwälzungen in den Medien an.

Der Wettkampf rivalisierender politischer und ökonomischer Systeme war plötzlich beendet; der Westen hatte diesen Kampf gewonnen – auch den publizistischen. Für Kreml-Beobacher und Exegeten der SED-Presse waren schwere Zeiten angebrochen. Den internationalen Rundfunk - bisher so wertvoll weil grenzüberschreitend - traf es ebenfalls unvorbereitet: Plötzlich herrschte Rechtfertigungsdruck. Neue Inhalte, neue Übermittlungsverfahren, neue Strategien mussten her. Eine Entwicklung , die letztlich auch dem deutschen Programm der BBC zum Verhängnis wurde.

Wie´s nun weitergeht im internationaln Rundfunk??? -- darüber wurde und wird heftig diskutiert, und auch wir wollen am heutigen Abend noch einmal lebhaft in diese Debatte eingreifen, ehe wir uns dann endgültig von Ihnen verabschieden müssen.

Zuvor möchte ich persönlich aber diesen Augenblick zu einem, zugegeben, etwas wehmütigen Epilog, nutzen, der vor allem Ihnen allen, unseren Hörerinnen und Hörern, gewidmet sein soll. Die grosse Zahl Ihrer Anrufe hier in London und Berlin, Ihre Briefe, Faxe und E-mails haben uns alle nicht nur sehr gefreut sondern auch in dem bestätigt und bestärkt, was wir als unsere Aufgabe betrachtet haben. Denn praktisch ausnahmslos äusserten Sie Ihr Bedauern und oft auch machten Sie Ihrer Verärgerung Luft über die Entscheidung der BBC, nicht mehr auf deutsch zu senden. Uns - der Redaktion - zeigt dies, das unsere Sendungen bis zum Schluss, und allen Etatkürzungen der letzten Jahre zum Trotz, zumeist wohl den richtigen Ton getroffen haben.

Dennoch sei das Deutsche Programm schliesslich doch nur noch "ein freundliches Angebot für Freaks" gewesen , sagte kürzlich ein Kommentator, und meinte wohl: ein Anachronismus.

Aber, widersprach sogleich ein anderer: "Wenn es den Deutschen Dienst der BBC nicht gäbe, müsste man ihn erfinden".

"Erfunden" worden war er 1938, angesichts der heraufziehenden grössten Katastrophe dieses Jahrhunderts. Mittlerweile aber herrscht zumindest in der M i t t e Europas seit über einem halben Jahrhundert Frieden. Die europäische Staatengemeinschaft rückt immer näher zusammen ---- also, kein Bedarf mehr für den Dialog in der Sprach der Nachbarn?

-- Im übrigen werde ja wohl niemand behaupten können, heutzutage sei "News" noch irgendwo in Westeuropa Mangelware.

Stimmt. Heute geht es vielmehr darum, wie diese geradezu ausufernde Flut der Meldungen zu interpretierenen ist, wie die Informationen einzuordnen sind? Und dabei wollten wir ein wenig helfen. Deshalb haben wir uns um einen weiten Horizont, um eine zuverlässige, ausgewogene und reichhaltige Alternative im grossen Medienangebot bemüht. Zugleich wollten wir Hintergründe ausleuchten und gelegentlich skeptische Fragen stellen, - so wollten wir uns verstanden wissen.--- Sind wir diesem Anspruch hin und wieder gerecht geworden? Die Antwort darauf müssen Sie, die Hörer geben.

Wir jedenfalls hätten Sie gerne auch weiterhin begleitet. Nun aber, da die Würfel unwiderruflich gefallen sind, bleibt mir nur, Ihnen , im Namen aller Mitarbeiter in London und Berlin, ein letztes mal für´s Zuhören zu danken. - Nach 60 Jahren endet heute dieses legendäre Kapitel britisch-deutscher Rundfunkgeschichte.

Aus London, Good-bye.

G.K.

Der Deutsche Dienst der BBC wurde am 26 März 1999 geschlossen.

 





german.service@bbc.co.uk
© BBC
BBC World Service, Strand, London WC2B 4PH, UK
Tel +44 (0)171 240 3456