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Unabhängigkeits-
erklärung des Cyberspace von J. P. Barlow, zu finden u.a. auf:
http://www.heise.de/
tp/deutsch/inhalt/te
/1028/2.html

Communication Decency Act:
http://www.epic.org/
free_speach/cda/

Online Magna Charta:
http://www.lipsia.de/
charta/d/chartad.htm

Wired:
http://www.wired.com

Nettime-Homepage:
http://www.desk.nl/
~nettime/zkp/frame2.htm

Critical Art Ensemble: Utopische Versprechen
http://www.dds.nl/
~n5m/content/cai.htm

Pit Schultz / Geert Lovink: Aufruf zur Netzkritik
http://www.desk.nl/
~nettime/zkp/netzkrit.txt

Zwischen Mythenproduktion und Netzkritik: Zur Internet-Debatte

von Georg Kö und Anton Tantner
Dezember 1997

Durch die rasant ansteigende Verbreitung und Nutzung "neuer" Medien sind keine "revolutionären" Veränderungen angesagt, sondern werden bereits vor sich gehende Prozesse verstärkt. LeserInnen von Laurence Sternes Tristram Shandy, Andreas Okopenkos Lexikon-Roman oder Milorad Pavics Chasarischem Wörterbuch wußten schon lange vor dem angeblich unendlichen Hypertext des World Wide Web, daß die Grenzen eines Buchs nie sauber und streng geschnitten sind und jeder Text immer schon in einem System der Verweise verfangen ist.
Die Krise des Sozialstaats, der Institutionen der Disziplinargesellschaft wie Schule, Gefängnis, Universität und Krankenhaus konnte bereits in den 70er Jahren konstatiert werden. Wer die Anfang der 80er Jahre erschienene "Cyberpunk"-Literatur von William Gibson und Bruce Sterling und die zum Ende desselben Jahrzehnts ausgestrahlte Fernseh-Serie Max Headroom kennt, wundert sich eher darüber, was alles technisch noch nicht möglich ist, als über das, was bereits umgesetzt wurde.

Mythenschau

Annähernd zweitausend Jahre Erlösungsreligion sind nicht spurlos an den Menschen vorübergegangen. Noch immer glauben sie, eine Lösung ihrer Probleme in einem virtuellen Raum zu finden, der scheinbar außerhalb des Kontextes der "realen" Probleme steht. Von der Prophezeiung Daniels bis zu Augustinus, vom Buchdruck bis zum Internet wurden Alternativwelten mit imaginären Grenzen und Hierarchien konstruiert. Als Propaganda für diese virtuellen Welten, am Rande des Highways in die "schöne neue Welt" fungierten bestimmte Mythen - Wegweiser mit Werbecharakter. Zeichnet sich einer dieser Highways als Sackgasse ab, werden die Wegweiser umgestellt und ein "neuer" Cyberspace geschaffen. Die gemeinsamen Nenner sind die Rolle des Fluchtpunktes, der paradiesische Charakter und ein vehementer "Allgemeingültigkeitsanspruch", die diese Cyberwelten einnehmen bzw. haben. Jörg Lau geht in seinem Artikel für das Zeit Feuilleton sogar so weit, im Zusammenhang mit dem Internet von einer "[...] aktualisierten Eschatologie, mit einer neuen Verkündigung des ewigen Reiches [...]" (LAU in DIE ZEIT 1997: 57) zu schreiben. Tatsächlich scheint es wesentlich, die Cyberwelt als ein "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" zu konstruieren, einen neu zu kolonisierenden Raum, einen Markt, der noch zu segmentieren und erobern ist. Es stellt sich nur die Frage, mit welchen Hoffnungen diese Überhöhungen "realer" Strukturen verknüpft sind und waren. Was "bewegt(e)" die Menschen, an der "electronic frontier" zu stehen, um möglichst schnell das Steuerrad ihres "Navigators" zu übernehmen?

Der Investiturstreit

Der Kontext, in dem diese Hoffnungen stehen, sind eben jene spezifischen Mythen, die die Menschen an den "Ort" des Cyberspace führen. So verheißen manche Propheten den paradisischen Zustand von Freiheit und Gleichheit aller Menschen im Internet. Die aktuelle Diskussion verdeutlicht den Konnex zwischen Cyberspace und der Hoffnung auf die Erfüllung sozialer Utopien. Soll der "Cyberspace" unabhängig von allen "weltlichen" Instanzen sein, oder braucht es Kontrollinstrumentarien, um die "Cyberbürger" zu schützen? Ein Proponent dieser Auseinandersetzung ist John Perry Barlow, der am 8. Februar 1996 seine "Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace" "online" veröffentlichte. Diese war als Reaktion auf den "Communication Decency Act" gedacht, einem Verbot der amerikanischen Regierung, diverse "obszöne" Worte im Internet zu publizieren. In diesem Text wird die Vorstellung einer materielosen Geistwelt präsentiert, "die alle betreten können ohne Bevorzugung oder Vorurteil bezüglich Rasse, Wohlstand, militärischer Macht und Herkunft." Diese Vorzüge könne der Cyberspace erlangen, da er nicht an die Bedingungen der materiellen Welt geknüpft wäre, was dem Einsatz von physischer Gewalt seine Grundlage entziehen würde. Das einzige Gesetz soll die "Goldene Regel" - die nicht näher erklärt wird - sein. Diese etwas dürftigen Überlegungen werden den "müden Giganten aus Fleisch und Stahl", den Regierungen der industriellen Welt, die ihren eigenen Gründungsmythos - die Träume von Jefferson, Washington, Mill, etc. - verraten hätten, entgegengehalten. Barlow konstruiert den Mythos eines Cyberystems, in dem Freiheit und egalitärer Umgang restlos verwirklicht werden könnten. In Opposition dazu stünden die kolonialen Mächte, die an den Grenzen des Cyberspace Wachposten aufstellen, um "den Virus der Freiheit abzuwehren". Seine sehr esoterische Form, den Gegensatz zwischen Anarchie im Netz und Hierarchie im Staat zu präsentieren, zeigt ihre Schwächen schon am letzten Zitat. Die Anspielung auf den Virus, jenes kleine subversive Programm, das in einer normierten Programiersprache geschrieben wurde, also der Regelmäßigkeit der Automaten folgt, auf denen es läuft, verdeutlicht idealtypisch den Punkt, an dem die Vorstellung Barlows von einer "anarchischen" Cybergesellschaft brüchig und hinterfragbar wird. Die Utopie einer Gesellschaftsform, mit der der Gründungsmythos der USA seine "totale" Verwirklichung finden würde, kann sich nicht im leeren Raum befinden. Der Nexus, der die barlowsche Esoterik wieder "auf den Boden" bringt, ist das Verständnis der Ökonomie, die die Grundlagen für sein Gesellschaftsmodell produziert. Als Grundlagen sollen hier nicht ökonomische Theorien bezeichnet werden, sondern standardisierte Maschinen, die Produkte industrieller Massenfertigung, Ergebnisse langer Prozesse industrieller Forschung und Ausbeutung der Forschungsergebnisse sind. Der Computervirus ist ein Symbol des Widerstands gegen diese Hierarchie, was erklärt, warum vom "Virus der Freiheit" die Rede ist. Nur steht dieser Widerstand eben nicht außerhalb der Produktionsbedingungen der "neuen alten Welt". So wie ein Streik die jeweilige Disziplinierung von ArbeiterInnenmassen erfordert, und damit als systemimmanente Erscheinung deutbar ist, funktioniert der Cyberspace nicht ohne System. Dieses verändert sich zwar durch den Virus, die nunmehr adäquate Widerstandsform, verliert aber seine Funktion nicht. Die Betriebssysteme, die die Nutzung der Maschinen erlauben, sind streng hierarchisierte Codekomplexe. Sie beantworten jeglichen Versuch, dieses hierarchische Codesystem zu durchbrechen, mit einem Absturz, auf den meist ein Neustart - die Restauration des Systems - folgen muß, um weiter mit der Maschine arbeiten zu können. Der Cyberspace ist nichts anderes als ein Verbund dieser hierarchisch organisierten Systeme, Produkt der "Giganten aus Fleisch und Stahl", dessen Teile noch dazu mit einem hierarchischen Netzprotokoll "kommunizieren". Er ist ein Abbild der Hackordnungen des kapitalistischen Systems, in dem er entstanden ist. Anarchie im Cyberspace - ein Bruch mit dem von der Industrie installierten System - ist nichts anderes als ein Crash, seine Funktionsuntüchtigkeit.

Der Mythos von der staatlichen Regulierung

Eine andere Position zur Frage der Regulierung des Cyberspace zeigt sich in der "Online Magna Charta", die am 4. Januar 1997 auf der Wartburg in Eisenach (sic!) unterzeichnet wurde. Auch hier wird auf den Mythos der Freiheit eingegangen. Allerdings eher aus einer rechtspositivistischen Perspektive, die im Konjunktiv die Annahme eines "Informationszeitalters", in dem "die Grenzen durchlässiger, die Nationalstaaten weltoffener und die Computernetze grenzenlos werden" vorstellt und die "Vision vom freien und mündigen Weltbürger" in diesem Zeitalter kommen sieht. Die wesentlichen Forderungen sind "The right of virtual home" - jede Person soll eine Mailbox bekommen - und "Free speech in the Networks" - Pressefreiheit im Internet. Und, "da keine Freiheit grenzenlos sein kann, sollte [...] die Achtung und der Schutz der Menschenwürde, der allgemeinen Menschenrechte sowie der Freiheit der anderen User in Computernetzen zunächst wie bisher in freiwilliger kollektiver Selbstkontrolle [...] und notfalls durch abgestufte, rechtsstaatliche Sanktionen unabhängiger internationaler Instanzen durchgesetzt werden [...]". Die "Heilserwartung" wird also auf infrastrukturelle Maßnahmen reduziert. Es stellt sich nur die Frage, was solch ein Cyberspace z.B. einem/einer AfroamerikanerIn nutzt, wenn er/sie zwar im Cyberspace "egalitär" kommunizieren kann, aber erst recht wieder von der weißen Polizei aus weißen Wohnbezirken in schwarze Ghettos deportiert wird.
Die zwei oben angeführten Positionen repräsentieren rivalisierende Freiheitsmythen der Moderne, die esoterisch-utopistische und die wirtschaftsliberale, die ihren Weg auch in den neuen Cyberspace gefunden haben. Beide müssen scheitern, denn weder wird Infrastruktur, durch die "Menschen weltweit jederzeit frei und ungehindert miteinander kommunizieren können", durch den Wettbewerb der kommerziellen Unternehmen hergestellt - abgesehen davon, daß diese Märkte durch Monopole beherrscht sind - noch wird dies zur Produktion freier und mündiger BürgerInnen beitragen.
Letztlich ist dieser Investiturstreit zwischen der esoterischen Hoffnung auf Freiheit, die im "fleischlosen Glauben" gründet und der rechtspositivistischen Hoffnung, die Freiheit als Produkt des Widerspruches Markt und Menschenrechte sieht, nur eine Farce, denn der Cyberspace, ob als System der Typographie oder als Internet war und ist selbst eines der größten Kontrollinstrumentarien die existieren. Gerade die Mythen rund um den Cyberspace verdeutlichen diese Funktion. Michael Giesecke beschreibt das typographische System auch als "allerletztes Geschenk Gottes" und zeigt, wie die Typographie und ihre Rezeption im ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhundert als künstlicher Raum, in dem Vollkommenheit und Seligkeit möglich wären, konstruiert wird. (GIESECKE 1991: 159 ff.) Jenseits der Position der Typographie im symbolischen Universum ermöglichte die typographische Reproduktion von Texten in der Frühen Neuzeit einen einfachen und zugleich wirksamen Mechanismus des Zugriffs auf das Handeln der Menschen. Sehr schnell nutzte die Kirche das neue Medium, um standardisierte Ausgaben ihrer Meßliturgien zu erzeugen. (GIESECKE 1991: 135 ff.) Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Gläubigen wurden mit Religion aus der "Konserve" versorgt, wobei die Kirche die "Konservenfabrik" kontrollierte. Von den Vorstellungen des "Zentralorgans" abweichendes Verhalten war schnell erkannt und durch einen unanfechtbaren Beweis - "schwarz auf weiß" - auch anklagbar. (GOODY 1981: 26) Auch der Staat bedient(e) sich dieser Disziplinierungsmaschine, anfangs zur Binnenkolonisation, später um die imperialistischen Ansprüche in Außereuropa durchzusetzen. Ein treffendes Beispiel hierfür beschreibt Jack Goody: Die britischen Kolonialbeamten in Nigeria zeichneten die Genealogien der Tiv auf, um bei etwaigen Rechtsstreitigkeiten, die über diese Genealogien ausgefochten wurden, eine für alle Gerichtsbezirke einheitliche Rechtsgrundlage in ihrer Hand, der Hand der Herren, zu haben. (GOODY 1981: 52) Heute ist es wichtiger, die Beweise in 0 und 1 zu haben. Wer sich in den "Cyberspace" begiebt, wird gnadenlos registriert. Die Hoffnung auf eine Gesellschaft der Freiheit und Gleichheit verwirklicht sich in der Freiheit, die sich diejenigen, denen das Medium gehört, herausnehmen.

Viel Neues oder Viel Gleiches

Ein wichtiger Mythos rund um den Cyberspace ist der der Beschleunigung des Fortschrittes. Seine Basis ist die Annahme, daß der technologische Fortschritt in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit produziert werden würde. Das Fundament für diese Annahme ist die statistische Verbreitung von PCs und die zunehmende Häufung von Informationen im Internet, also rein quantitative Phänomene. Diese werden allerdings durch qualitative Analysen im Zusammenhang mit dem Cyberspace überhöht und der dadurch erzeugte "Hyperfortschritt" bekommt durch die Angst, die er vor allem bei älteren ArbeitnehmerInnen und bei Auszubildenden verursacht, einen neuen Stellenwert in der Diskussion um das Netz. Dieser Mythos ist nicht der Versuch, eine neue Situation in bekannte Metaphern zu fassen, sondern tatsächlich in beträchtlichem Ausmaß Wegweiser mit Werbecharakter. Hermann Lübbe z.B. hat bei einem Vortrag im Wiener Rathaus (Wiener Vorträge, 23. April 1997) die Beschleunigungsthese dazu benutzt, um der Beschneidung der Schulausbildung auf ein Minimum und der Vorstellung vom lebenslangen Lernen eine ideologische Grundlage zu geben. Das positive Oberflächenbild dieses Beschleunigungsmythos zeigt, wie die neuen Technologien den Menschen bei der Bewältigung ihres Alltages helfen und entlasten und ihnen gleichzeitig die Möglichkeiten "sozialer Interaktion" auf hohem Niveau bieten. Die Problematik äußert sich in zweierlei Hinsicht:
Einerseits kann es den Marketingabteilungen der großen Konzerne nur recht sein, wenn die Menschen Angst haben, nicht mehr "mithalten" zu können. Diese Angst fördert die Motivation sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen und damit auch die Kaufbereitschaft in Bezug auf neue Versionen von Software oder die neueste Prozessorgeneration. Genau jene Marketingabteilungen sind es auch, die kräftig an diesem Mythos "mitbasteln". Innovationen durch die firmeninterne Forschung spiegeln sich nicht 1:1 im Angebot der jeweiligen Firma. Sie werden in viele kleine Einzelinnovationen zerlegt, die als jeweils gesondertes Produkt verkauft werden können. Ein Beispiel liefert die Computerchipproduktion. Die Verfahren sind so komplex, daß nicht einmal die TechnikerInnen noch wirklichen Durchblick haben. Oft wird ein Chip mit einer bestimmten Taktrate produziert und spätere Tests ergeben, daß alle Chips der Produktion unterschiedliche Taktraten innerhalb gewisser Spektren haben. Die Chips werden dann nach Taktraten sortiert und zu jeweils unterschiedlichen Preisen verkauft. Ein mangelhafter Pentium 100 wird dadurch für die KonsumentInnen zur Innovation des Pentium 60, 75, 90 etc. umdefiniert. Forschung erfolgt nicht mehr zielgerichtet; es zählt das "trial and error"-Prinzip. Im Labor werden Fertigungsverfahren getestet. Gelingt ein Versuch, wird die Laboraufzeichnung des Tests auf die Fertigungsstraßen übertragen und "abgespielt". (KUHLMANN in: C´T 1997: 90-94)
Ein weiterer Teil dieses Beschleunigungsmythos hat seine Begründung in einer Verzerrung der Wahrnehmung der massenhaften Publikation im WWW. Diese Masse wird als untragbar und in kurzer Zeit als enorm angewachsen betrachtet. Diese Perspektive hat aber einen Fehler: Sie ist unkritisch gegenüber den "Massen" von Texten, bescheinigt jedem der Texte eine "Originalität", die er nicht haben kann. Massenproduktion bedeutet nicht, daß viel Neues entsteht, sondern fürs erste einmal nur, daß viel Gleiches produziert wird. Auch dieses Phänomen ist schon in der Frühen Neuzeit im Zusammenhang mit dem Buchdruck evident. (GIESECKE 1991: 146 ff.) Die "Simultanität der Rezeption und Nutzung, also eine Aktivität der Leser und Käufer der Bücher, wird als beschleunigendes Moment wahrgenommen und dem >Truckwerk< zugeschrieben". (GIESECKE 1991: 158) Angst vor "ExKOMMUNIKATION" aus der Informationsgesellschaft scheint aus diesem Grund also nicht angebracht zu sein, da genau diese Angst ein konstitutiver Faktor des Mythos ist.

Die vollkommene Enzyklopädie

Die Begeisterung für das neue Medium hatte schon in der typographischen Kultur der frühen Neuzeit ihr Pendant, "in genau jene[r] »Argumentation«, die damals erforderlich war, um aus einigen zusammengefügten Werkzeugen »Unaussprechliches« werden zu lassen." (GIESECKE 1991: 156) Damals wurde in der Typographie ein Quell Göttlicher Weisheit gesehen, die erst durch dieses Medium zugänglich gemacht worden wäre. Das System der Typographie erscheint als Wissensspeicher, der für alle, die zumindest lesen konnten zugänglich war. (GIESECKE 1991: 157 bzw. 159 ff.) Es existierte also die Hoffnung, das Wissen der Zeit ordnen und speichern zu können um damit "Seligkeit", also den Status der Vollkommenheit zu erreichen.
Ähnliches läßt sich im Zusammenhang mit dem Internet verfolgen. Nicht nur, daß eifrigst daran gearbeitet wird, die herkömmlichen Wissensspeicher, die Bibliotheken in digitaler Form zugänglich zu machen, sondern auch die Organisation des Cyberspace ist diesen Überlegungen nicht entkommen.
Das Internet kann als sich ständig aktualisierende und modifizierende Enzyklopädie betrachtet werden, deren Beiträge und Verknüpfungen nicht mehr durch die Materialität und Linearität des Buches begrenzt sind, sondern durch den Hypertext, die Möglichkeit, jeglichen Kontext via Link in jedem Text zur Verfügung zu stellen, erweitert. Es geht also darum, ein "Netzwerk möglicher Erklärungen" (BOLTER in MÜNKER/ROESLER 1997: 41) um die Argumente zu schaffen. Das Problem des Widerspruches in der Linearität der Buchkultur scheint damit beseitigt. Die richtige Ordnung der Texte ist allerdings das Problem. Es scheint, als ob im ausgehenden 20. Jahrhundert die Lösung vieler Probleme - nicht aller - nicht in neuer Forschung gesehen wird, da nichts "Bahnbrechendes" mehr erwartet wird, sondern in der richtigen und möglichst vollständigen Anordnung der bisherigen Wissenseinheiten. Folglich ist die Organisation dieser großen Enzyklopädie auch ein so oft und heftig diskutiertes Thema, zumal ihr Umfang tatsächlich enorm ist. Gerade deshalb dürfte das Thema auch so umstritten sein. Schon in der scriptoralen Kultur des Mittelalters und später mit der Druckerei stellten sich ähnliche Fragen - spätestens dann, wenn der Verwaltungsaufwand für die Organisation der Texte begann, die Möglichkeiten der Bürokratien der Mächtigen zu überschreiten. (GIESECKE 1991: 129, 130 bzw. 125, 175) Meist wurde jedoch ein taugliches Instrumentarium gefunden. Es war und ist nur immer die Frage, wie schwierig es ist, an einen Text zu kommen.
Der zunehmende Wunsch nach Ordnung führt nun nicht nur zu Disputen um diese, sondern auch um den Zugang zu den geordneten Systemen. In der Frühen Neuzeit wurden Bücher in den "staatlichen" Bibliotheken, wie z.B. in der Bibliothek Philipps II. im Escorial, sogar verkehrt herum aufgestellt, damit Leute ohne die Signatur (zufällig auch Zahlen wie z.B.: 4.12.2.4 =Raum.Regal.Reihe.Buch) nichts finden konnten. Im Internet erfolgt eine zunehmende Kommerzialisierung dieses Bereiches. Zugang zu Suchmaschinen aller Art wird wohl in Zukunft für die meisten Leute teuer werden. Ein weiteres Problem der Bibliotheksorganisation ist die Frage, welche Texte aufgenommen werden: Alle Texte derer, die letztlich die ökonomischen Mittel zur Organisation haben, oder nur diejenigen, die in harmloser Sprache verfaßt sind? Eine Seite kann zwar in die große Enzyklopädie aufgenommen werden, muß aber nicht zwingend auch einen Eintrag im Inhaltsverzeichnis bekommen. Abgelehnt wurde und wird noch nichts. Nun aber versucht der Staat einzugreifen. Noch tut er dies plump, mit einer Einstellung ähnlich der des von Eco zitierten wilkinschen Sklaven (ECO 1992: 11 ff.), der in der Materialität eines Briefes die Magie vermutet: Maschinen werden beschlagnamt, die von Menschen zur Verbreitung von Pornographie genutzt worden waren. So wie der Computer zum "Mann des Jahres" 1982 (TIME MAGAZINE: 3. 1. 1983) gewählt wurde, kommt er nun auf die Anklagebank.

Kalifornische Ideologie

Die beschriebenen Mythen reproduzieren die Gründungsmythen der sogenannten "Moderne"; die mancherorts proklamierte "zweite Moderne" scheint um keinen Deut reflexiver als die erste.
Bei den sozialen Trägern dieser Heilsversprechungen handelt es sich um – zumeist männliche – Programmierer, Journalisten, Polit-Aktivisten und Unternehmer. Die Denkweise dieser "virtuellen Klasse" wurde mit dem Begriff der "kalifornischen Ideologie" auf den Punkt gebracht (BARBROOK/CAMERON in: NETTIME 1997). Damit ist jene auf den ersten Blick seltsam anmutende Mischung aus pseudo-anarchistischer Hippieweltanschauung mit ökomischen Liberalismus und einem Glauben an technologischen Determinismus gemeint, die seit den 60er Jahren in den sich überlagernden Milieus von militärisch-industriellem Komplex, Gegenkultur und universitärer Forschung Gestalt annahm. Verdichten läßt sich die "kalifor-ni-sche Ideologie" in Person des an der Entstehung des Internets beteiligten Programmierers Severo Ornstein, der die Meetings im Pentagon mit einem Anti-Vietnam-Anstecker am Jackett besuchte (Telepolis Nr. 2/1997: 182).
Charakteristisch für diese Weltanschaung sind Blindheit gegenüber Rassismus, Sexismus und real existierenden Ausgrenzungen, autoritärer Haß auf sozialstaatliche Maßnahmen und Technik-Analpha-betIn-nen, Glaube an das freie selbstbestimmte (Klein-)Unternehmer-Subjekt sowie ein bewußter Opti-mis-mus. Beispielhaft für letzteren steht die Zeitschrift "Wired" – einem am ehesten mit der in den 50er und 60er Jahren beliebten Zeitschrift "Hobby" vergleichbaren Medium –, deren Titelgeschichte im Juli 1997 "The long Boom" verkündete; am Cover stand darüber hinaus zu lesen: "We’re facing 25 years of prosperity, freedom and a better environment for the whole world. You got a problem with that?"

Zur Funktion der Mythen

Die sozialen Auswirkungen der neuen Medien abzuschätzen, fällt schwer; wahrscheinlich ist die Frage nach den Konsequenzen auch falsch gestellt, ist doch das Internet weniger als Technologie, denn als sozialer Raum zu beschreiben, in dem die Regeln der "Außenwelt" zu einem großen Teil ihre Gültigkeit beibehalten (POSTER in MÜNKER/ROESLER 1997: 162). Um so einfacher ist es, die Funktion der von den "alten Medien" verbreiteten Mythen um die neuen Technologien zu erkennen:
Diese liegt zunächst einmal darin, die Investitionsbereitschaft der Regierungen und Konzerne zu fördern: "Vernetzen" bezeichnet nicht nur eine seit den Saint-Simonisten gern verwendete Metapher politischer Bewegungen (MATTELART 1995) sondern bedeutet auch die Bereitstellung hoher Summen für Infrastrukturmaßnahmen in Zeiten restriktiver Budgetpolitik. So wurden die in den nächsten zehn Jahren zu bestreitenden Kosten für die Erneuerung der osteuropäischen Computernetze auf 120 Milliarden Dollar geschätzt; die Europäische Union plant im Telekommunikationsbereich Ausgaben von jährlich 25 Milliarden Dollar (SASSEN in MÜNKER/ROESLER 1997: 222).
Die massive Berichterstattung ist weiters als Gratis-Werbung für die Computer- und Telekommunikationsindustrie zu betrachten und soll neue Absatzmärkte vor allem im Bereich der privaten Haushalte erschließen. Die Nachricht über eine soeben erfolgte Erhöhung der Versionsnummer eines Programms kommt nicht nur einer Aufforderung zur Verwendung neuer Software gleich, sondern reproduziert und erweitert auch die Kluft zwischen Computer-Literalisierten und -AnalphabetInnen; der schon vorhandene Druck zum lebenslänglichen Lernen wird verstärkt. Gefördert wird auch die Zurichtung der Menschen zu Eingabeapparaten, die zu Kreativität und Originalität gezwungen sind (ROST 1996). Die "Teleworker" werden als freie Subjekte angerufen und ihnen soll vermittelt werden, daß sie sich mit ihrer Büro- oder Heimarbeit am Puls der Zeit befänden.
Die wissenschaftliche Legitimation zu diesen Entwicklungen liefert eine Medientheorie, die es gelernt hat, sich der Mechanismen der Kulturindustrie zu bedienen; parallel zur Abfolge der Hard- und Software-Generationen wechseln die Theorieangebote, wird mal die Omnipotenz des "virtuellen Körpers", mal die weiterbestehende Bedeutung des "FleshFactor" betont. Diese Angebote treffen auf eine bereitwillige Erwartungshaltung, die durch Sehnsucht nach umfassenden Welterklärungen und Handlungsanleitungen gekennzeichnet ist.
Kein Text über das Internet, auch dieser nicht, kann sich diesem Dilemma entziehen; es bedarf großen Aufwands, diese Erwartungen zu enttäuschen. So blinkt BetrachterInnen der Online-Version von Netzkritik, einem Projekt, das sich einer kritischen Bestandsaufnahme des Internet-Hype verschrieben hat, folgende Warnung entgegen: "warning: these page {sic!} may not contain the truth".

Den "Windungen einer Schlange" (Deleuze) auf der Spur

In den 80er Jahren war der von der UNESCO initiierte Versuch der Herstellung einer "Neuen Internationalen Informationsordnung", d.h. eines "freien, gegenseitigen und ausgewogenen Flusses genauer, vollständiger und objektiver Information" am Widerstand der USA gescheitert. (STEINWEG 1984: 25) In den 90er Jahren befürchten dieselben Behörden, die einst unter Berufung auf die Werte der freien Marktwirtschaft die Hinterfragung der herrschenden Informationsordnung ablehnten, das durch das Internet hervorgerufene "Chaos", bedauern dessen "Unübersichtlichkeit" und sorgen sich vor Exzessen der Demokratie. Doch ganz im Gegensatz zu diesen Befürchtungen, auch im Unterschied zu den Hoffnungen jener, die das "Ende der Kontrolle" verkünden und begrüßen, ermöglichen die neuen Technologien eine viel umfassendere Kontrolle: Jede Bewegung im Netz, jeder Mausklick auf den nächsten Link wird in "Log-Files" registriert; die Adresse des Computers, von dem aus eine Seite im WWW abgerufen wird, ist nachvollziehbar. Eine Vielzahl von ausgeklügelten Technologien sorgt dafür, daß die verschickten Datenpakete nicht unkontrolliert bleiben: Genauso wie Telefongespräche auf "auffällige" Begriffe gescannt werden können, können nicht verschlüsselte E-Mails auf in eine Wort-Datenbank eingegebene Begriffe abgefragt werden. "Cookies" speichern auf der Festplatte die Interessen des Web-Surfers und selbst "Geschichte" spielt eine wesentliche Rolle, werden doch in eigenen History-Dateien (globhist.htm, netscape.hst) die Adressen der zuletzt angesteuerten Web-Sites gespeichert. (LEUTHARDT 1996; BACKSLASH u. a. 1996)
Die Entstehung des Internets vollzog sich nicht graswurzelartig hinter dem Rücken der Behörden; gerade staatliche Stellen waren Vorreiter der "Vernetzung". Dies zeigt sich unter anderem an der Fülle von "Informationssystemen", deren Kürzel für die andere, seltener behandelte Seite des Einsatzes neuer Technologien stehen (LEUTHARDT 1996): Mit "SIS", dem in immer mehr EU-Staaten eingeführten Schengen-Informationssystem wird die Einreise nach vorher festgesetzten Kriterien reguliert; das Kürzel "ZIS" steht nicht nur für das an der Universität Innsbruck betreute Zeitgeschichte-Informationssystem, sondern auch für das in Planung begriffene "Zollinformationssystem" der Europäischen Union, das nicht nur der Regulierung des Warenverkehrs, sondern auch der verdeckten Personenkontrolle dienen soll. Mit "AFIS", dem Automatisierten Fingerabdruck-Informationssystem dürften sich die Träume des britischen Kolonialbeamten William James Herschel realisieren, der seit 1863 Fingerabdrücke eingesetzt hatte, um für ihn schwer unterscheidbare Bengalesen zu identifizieren (GINZBURG 1988: 113 f.). Die ersten Betroffenen dieses Informationssystems sind Flüchtlinge und MigrantInnen, deren Fingerabdrücke in Zehner-Paketen eingespeichert werden, um einem angeblichen Mißbrauch des Asylrechts und von Sozialleistungen Abhilfe zu leisten.
Ziel dieser Maßnahmen ist die Verfeinerung des "Datenkörpers" (CRITICAL ART ENSEMBLE 1996: 69), der nicht nur von staatlichen Einrichtungen gebildet wird, sondern auch von Büros für Markt- und Meinungsforschung, in denen schon bisher die KonsumentInnen "als statistisches Material auf der Landkarte (...) in Einkommensgruppen, in rote, grüne, und blaue Felder, aufgeteilt" wurden (HORKHEIMER/ADORNO 1944 in HORKHEIMER 1987: 147). Diese erstellten Persönlichkeits- und KonsumentInnenprofile bleiben den Betroffenen zumeist verborgen und gleichen damit den Arkana des frühneuzeitlichen Staats.
Von Seiten staatlicher Behörden wird immer wieder zu den traditionellen Mitteln polizeilicher Repression gegriffen, um gegen unerwünschte Netz-Inhalte vorzugehen: 1994 beschlagnahmte die italienische Polizei Teile des Fidonets; im März 1997 führte eine Beschlagnahmungsaktion beim Wiener Provider ViPnet zum Streik der österreichischen Internet-Anbieter; im April desselben Jahrs sperrte der deutsche Forschungs Netzwerk e.V. auf Betreiben der Generalbundesanwaltschaft für elf Tage den Zugang zum niederländischen Server www.xs4all.nl, da dort die in der BRD verbotene Autonomen-Zeitschrift "radikal" zu lesen war. Doch darf dies nicht den Blick auf den Umstand verstellen, daß in Zukunft bei weitem wirkungsvollere, weil dezentral funktionierende Instrumente eingesetzt werden, um das WWW zu regulieren: "PICS", "Platform for Internet Content Selection", heißt das von AT&T; und MIT entwickelte System der Selbst-Ettikettierung von Web-Seiten, das bereits mit dem Internet Explorer 3.0 verfügbar ist. Web-Seiten werden dabei von den ErstellerInnen selbst nach einem beliebig ausbaubaren Schema klassifiziert (derzeitige 4 Kategorien: Violence, Sex, Nudity, Language); wer nicht dazu bereit ist, macht sich verdächtig und wird nicht in Suchmaschinen angeführt (GRÖNDAHL 1997).
Die Kosten für technische Geräte und Telefongebühren, die für die Erlernung der Fertigkeiten nötige Zeit und die in der Verfügung über Paßwörter materialisierten unterschiedlichen Zugangsbedingungen schaffen Segmentierungen zwischen "information rich" und "information poor", teilen ein in Berechtigte und Unberechtigte. Daß in der Bekämpfung solcher Ungleichheiten dem Staat eine besondere Rolle zufallen könnte, darf bezweifelt werden. In den Kontrollgesellschaften stehen Staat und Unternehmen nicht einander gegenüber; vielmehr soll der Staat nach denselben Prinzipien wie ein Unternehmen funktionieren.
Doch genauso, wie in den Disziplinargesellschaften die Einschließungsmilieus zu Orten des Widerstands werden konnten, verunmöglichen die neuen Technologien keineswegs Widerstand. So konnten die mexikanischen ZapatistInnen im Februar 1995 durch die schnelle Alarmierung der Weltöffentlichkeit via Internet die schlimmsten Auswirkungen einer Offensive der mexikanischen Armee verhindern. Dieses Beispiel zeigt, daß alle Beteiligten, und das heißt auch die Staatsapparate, von der Transparenz, die durch die weltweite Vernetzung hergestellt wird, betroffen sein können (J. WEHLING: "Netzkriege" und AktivistInnen-Power im Internet. In: NETTIME 1997: 161 f.; für die Analyse aus Sicht der Pentagon-nahen RAND-Corporation siehe RONFELDT/MARTÍNEZ 1997).
Wer nicht den Mythen verfallen will und die Alternativen des Luddismus und der Ignoranz ablehnt, wird sich auch weiterhin um Aufklärung und Kritik bemühen müssen. Diese liegen im entschiedenen Willen, "nicht dermaßen, nicht von denen da, nicht um diesen Preis regiert zu werden" (FOUCAULT 1992: 52); als Echo auf diese Aussage kann die erste Regel der von Geert Lovink und Pit Schultz vertretenen "Netzkritik" gelesen werden: "Du mußt dich nicht dermaßen anschließen lassen."

Verwendete Literatur:

D. ADAMS: Dirk Gently´s holistische Detektei. (Berlin 1996)

BACKSLASH u. a. (Hrsg.): Der kleine Abhörratgeber. Computernetze, Telefone, Kameras, Richtmikrofone. Berlin (2.A.) 1996.

J. P. BARLOW: Die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace.
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/1028/2.html

Communication Decency Act
http://www.epic.org/free_speech/cda/

CRITICAL ART ENSEMBLE (CAE): Utopische Versprechen. In: Die Beute. Politik und Verbrechen. Nr.1/1996, 66-73.
http://www.dds.nl/~n5m/content/cae.htm

G. DELEUZE: Postskriptum über die Kontrollgesellschaften. In: Ders.: Unterhandlungen. 1972-1990. Frankfurt/Main 1993, 254–262.

U. ECO: Die Grenzen der Interpretation. (München/Wien 1992)

M. FOUCAULT: Was ist Kritik? Berlin 1992.

M. FUGLÉWICZ: Das Internet Lesebuch. Hintergründe Trends Perspektiven. (Wien 1996)

M. GIESECKE: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Eine historische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Frankfurt/Main 1991

C. GINZBURG: Spurensicherungen. Über verborgene Geschichte, Kunst und soziales Gedächtnis. München 1988.

J. GOODY (Hrsg.): Literalität in traditionalen Gesellschaften. Frankfurt/Main 1981

B. GRÖNDAHL: Alles unter Selbstkontrolle. In: Die Zeit. Nr. 35/97 (22.8.1997), 62.

M. HORKHEIMER: Gesammelte Schriften Band 5: "Dialektik der Aufklärung" und Schriften 1940-1950. Frankfurt/Main 1987.

U. KUHLMANN: Backfabriken. Die Kunst der Chipherstellung. In: c´t Magazin für Computertechnik. Nr. 12, 27.10.-9.11.1997, 90-94

J. LAU: Mystik der neuen Medien. In: Die Zeit, 31. 10. 1997, 45/97, S. 57

B. LEUTHARDT: Leben online. Von der Chipkarte bis zum Europol-Netz: Der Mensch unter ständigem Verdacht. Reinbek 1996.

A. MATTELART: Nouvelles utopies, grandes inquiètudes. Une éternelle promesse: les paradis de la communication. In: Le Monde Diplomatique, Novembre 1995, 4-5.
http://www.monde-diplomatique.fr/md/1995/11/MATTELART/1955.html

S. MÜNKER/A. ROESLER (Hrsg.): Mythos Internet. Frankfurt/Main 1997.

NETTIME (Hrsg.): Netzkritik. Materialien zur Internet-Debatte. Berlin 1997.

Online Magna Charta
http://www.net6.de/special/histd.html

D. RONFELDT/MARTÍNEZ, Armando: A comment on the Zapatista "Netwar". In: J.ARQUILLA/D. RONFELDT (Hrsg.): In Athena’s Camp: Preparing for Conflict in the Information Age. Santa Monica 1997: 369–391.
http://www.rand.org/publications/MR/MR880
darin: http://www.rand.org/publications/MR/MR880/MR880.ch16.pdf

M. ROST: Moderne Kommunikationstechnologien - eine Revolution? In: Politische Berichte, 25/1996, 12.12.1996.
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