Marianne Rozsondai

Die Bibliotheca Corviniana und die Corvineneinbände - Neue Erkenntnisse zu ihrer Beurteilung

Die Bibliotheca Corviniana zu Buda (Ofen) ist als die berühmte Bibliothek des Königs Matthias Corvinus (1458-1490) nicht nur den Bibliothekaren bekannt. Auch einem breiteren Publikum mag der Ausdruck vertraut klingen. Die Corvinen zählen zu den wertvollsten, sorglich gehüteten Schätzen einer Bibliothek. Sie sind daher beliebte Exponate in Bibliotheken und Ausstellungen, ihre prachtvoll illuminierten Seiten oder reich dekorierten und vergoldeten Ledereinbände werden oft auf Farbtafeln in repräsentativen Büchern wiedergegeben. Der Umfang der Fachliteratur über die Bibliotheca Corviniana und die Corvinen ist kaum zu ermessen.

Kann man auf diesem Gebiet noch etwas Neues sagen oder noch Neues erwarten? Werden noch Entdeckungen und neue Ansichten kommen? Trotz vieler Arbeiten sind viele Fragen offen geblieben, sogar wesentliche Probleme noch nicht gelöst, grundlegende Begriffe noch nicht geklärt.

Wie soll der Begriff der Corvine definiert werden? Eine Corvine ist ein Codex oder ein gedrucktes Buch aus der Bibliothek von Matthias Corvinus. Die rasche Entwicklung und die Blütezeit der Bibliotheca Corviniana fällt in die letzten zehn Jahre seiner Regierung, nämlich in die achtziger Jahre des 15. Jahrhunderts, und in die Zeit des Bibliothekars Taddeo Ugoleto. Zu dieser Zeit wurden auch die goldgeprägten Ledereinbände verfertigt. Die Entscheidung, ob es sich um eine Corvine handelt oder nicht, ist nicht immer einfach. Als Merkmale werden angesehen: das königliche Wappen (als Exlibris und in frühere Handschriften eingemalt); Possessorenvermerke und andere Eintragungen, Verbesserungen von einer bekannten Hand (z. B. von Johannes Vitéz und Janus Pannonius); Dedikationen; und schließlich der Einband. Heute sind mehr als zweihundert authentische Corvinen registriert (1). Einige Zweifelsfälle werden hier näher betrachtet.

Die Geschichte der königlichen Bibliothek setzt sich unter den Nachfolgern von Matthias in den Jahrzehnten des Verfalls und der Zerstreuung fort. Der Rest wurde 1526 und nach 1541 von den Türken verschleppt. Im breiteren Sinne werden die nicht zahlreichen Erwerbungen der Bibliothek unter den Königen Wladislaw II. (1490-1516) und Ludwig II. (1516-1526) auch Corvinen genannt, weil die Bibliothek zu dieser Zeit noch die "Bibliotheca Corviniana" war. (Hier möchte ich bemerken, daß diese Benennung erst auf das ausgehende 19. Jahrhundert zurückgeht.) Begriffe und Benennungen wurden von den verschiedenen Autoren nicht einheitlich benutzt.

Im folgenden werden einige Fragen der Corvinen und vor allem ihrer Einbände besprochen. Es werden die vier Typen der goldgeprägten Corvineneinbände und die Einbände der Wladislaw-Periode charakterisiert. Es wird demonstriert, wie die Prüfung der Einbände zur Lösung einzelner Probleme beitragen kann, wie manchmal nur der Einband das entscheidende Argument liefert. Die Einbandforschung als ein kleines, spezielles Gebiet vermehrt unsere Kenntnisse über das Buch und die Bibliothek, über den Leser und den Leserkreis. Die Bücher hat nämlich meistens der erste Besitzer, d. h. der Leser am Ort seiner Benutzung einbinden lassen. Die Einbandgeschichte ist ein Teil der Buch- und Bibliotheksgeschichte wie auch der Kunstgeschichte und der Kulturgeschichte.

Charakterisierung der Corvineneinbände

Die Corvinen waren in Leder, Samt oder Seide gebunden. Die Ledereinbände sind mit Gold- und Blinddruck verziert, die Samt- und Seideneinbände mit vergoldeten Silber- und Emailschließen versehen. Die Schnitte der Ledereinbände waren vergoldet und punziert, jene der Textileinbände weisen mehfarbige Pflanzenornamente und Flechtwerkmotive auf.

Ungefähr die Hälfte der erhalten gebliebenen Corvinen ist später neu gebunden worden, die andere Hälfte trägt noch den Originaleinband, der aber nicht unbedingt ein Corvineneinband ist.

Der türkische Staat hat im Jahre 1877 fünfunddreißig Codices zurückgegeben, die heute in der Universitätsbibliothek Budapest aufbewahrt werden. Ein Drittel davon sind Corvinen, die in Istambul anläßlich der Rückgabe in grüne und rote türkische Ledereinbände gebunden wurden (Cod. Lat. 1 bis 13, Cod. Lat. 31). Da die Schnitte dieser Handschriften mit jenen der Samteinbände übereinstimmen, können wir schließen, daß erstere ursprünglich auch in Samt gebunden waren. Julius Végh malte von den schönen farbigen Schnitten einiger Corvinen Aquarelle, die erhalten sind (2). - Anläßlich der feierlichen Eröffnung des Suez-Kanals im Jahre 1869, an der auch Kaiser Franz Joseph I. teilnahm, schenkte Sultan Abdul Aziz dem Kaiser vier Corvinen. Diese befinden sich heute in der Széchényi Nationalbibliothek in Budapest und haben noch ihre ursprünglichen Samteinbände oder Reste davon (Cod. Lat. 121, 234, 241, 281).

Für gewöhnlich werden die vergoldeten Corvineneinbände in vier Hauptgruppen gegliedert: Einbände mit betontem Mittelstück, mit rapportierendem Muster, Kreisbogeneinbände und Architektureinbände.

1. Zum ersten Typ gehören die Corvinen mit betonter Mittelverzierung, die unterschiedliche geometrische Formen mit orientalischer Prägung aufweist. Die Eckverzierungen des Mittelfeldes harmonieren immer mit dem Mittelstück. Die Verzierung der Einbände ist außerordentlich abwechslungsreich, sodaß sich unter ihnen keine Form zwei Mal findet. Hier sei ein interessanter Befund erwähnt. Die verschiedenen Formen des Mittelstücks lassen sich von einem Grundmotiv ableiten (3). Das Grundmotiv selbst ist auch als ein Mittelstück angewendet (vgl. Abb. 5 unten). Die weiteren Mittelverzierungen sind als negative Formen mittels Konturen von umgrenzenden virtuellen Grundmotiven gebildet.

Einbände des ersten Typs werden auch als Flechtwerkeinbände bezeichnet (4). Das rechteckige Mittelfeld ist jedoch bei allen vier Typen - bis auf einige Einbände - von einem Rahmen umgeben, der mit Flechtwerk gefüllt und oben und unten breiter ist.

2. Auf Einbänden des zweiten Typs ist das Mittelfeld mit einem Muster gefüllt (rapportierendes oder Wiederholungs- oder Repetitionsmuster), wie beim Ptolemaeus-Kommentar von Haly Aberudian (Wien, ÖNB, Cod. 2271) und bei der Augustinus-Handschrift in Stuttgart (5). Auf dem Einband des Ptolemaeus-Kommentars ist in fünf Vierpässen das königliche Wappen von Matthias Corvinus dargestellt. - Dieser Einband wurde als schlagender Beweis angesehen (6), daß die prachtvollen Corvineneinbände nicht in Italien, sondern in Ofen verfertigt wurden. Die Handschrift wurde nämlich einst für König Wenzel IV. von Böhmen († 1419) geschrieben und illuminiert und soll von König Matthias in Böhmen erworben, dann in Ofen neu gebunden worden sein, ohne einen Umweg über Italien gemacht zu haben. Einbandbeschläge, die bei Ausgrabungen auf der königlichen Burg in Ofen gefunden wurden, weisen tatsächlich auf Umbindearbeiten hin (7).

3. Den dritten Typ kennzeichnet am besten der Kreisbogeneinband der Erlangener Bibel (UB Erlangen-Nürnberg, Ms. 6). Auf diesem Einband fehlt eben der zweite, mit Flechtwerk gefüllte Rahmen. Der Rahmen ist dagegen - ähnlich wie auf den Einbänden der Wladislaw-Zeit - geteilt.

4. Den vierten Typ repräsentiert der architektonische Einband der Theophylaktos-Handschrift in Wien (ÖNB, Cod. 656).

Auf den Corvineneinbänden sind folgende Ornamentmotive zu finden: verschiedene Blumen, Rosetten, Tulpenornamente, besonders die Kelchblumen, Blättchen, das sogenannte Peltablatt, Palmetten, italienische, antikische Vase, Sphinx, Flechtwerkmotive aus gekerbten Stempeln, Kreisplättchen, Krone, Ungarnwappen und das Familienwappen von Matthias Corvinus sowie architektonische Elemente (Eierstab, Zahnschnitt, Astragalos). Es wurden auch farbige, meistens blaue und rote Bemalungen angewendet. Auf den Corvinen ist das geometrische Flechtwerk immer in Blinddruck ausgeführt, während die Pflanzenornamente vergoldet sind. Die Kreisplättchen sind entweder vergoldet oder blau, eventuell auch rot gefärbt. Vorder- und Hinterdeckel stimmen miteinander überein, die Abweichung besteht bloß darin, daß meistens auf dem Hinterdeckel oben der Name des Verfassers oder der kurze Titel des Werkes zu lesen ist. Die Einbände der griechischen Corvinen-Handschriften wurden auf alla greca-Art verfertigt, und die Inschriften sind bei diesen auf dem Vorderdeckel unten eingepreßt (z. B. die Constantinos Porphyrogenetos-Handschrift in der UB Leipzig, Rep. I. Nr. 17 und die Chrysostomus-Handschrift in der ÖNB, Suppl. gr. 4). Bei der Restaurierung beider Bände wurden leider die originalen "griechischen" Kapitale erneuert.

Dekorierte Ledereinbände wurden auch unter König Wladislaw II. für die königliche Bibliothek verfertigt.

Übergang zur Wladislaw-Periode

Nun werden verschiedene Einbände aus der Zeit der Könige Matthias und Wladislaw II. verglichen, ihre Kompositionen und ihr Stil charakterisiert, sowie Probleme der Datierung und des Meisters illustriert.

Einen schönen Kreisbogeneinband besonderer Art hat die Damascenus-Handschrift der Széchényi Nationalbibliothek zu Budapest (Cod. Lat. 345): die sich überschneidenden Kreisbögen, der große Kreis und die vier kleinen Kreise sind mit der Technik des durchbrochenen Leders kombiniert (bei den äußeren Schnitten der Kreisbögen). - Der Hieronymus-Codex der ÖNB (Cod. 644) mit dem Wappen des Kardinals Johannes Vitéz, Erzbischofs von Gran in Ungarn, und mit Emendationen von seiner Hand, wurde erst später für Wladislaw II. gebunden, aber, wie die Stempel beweisen, nicht vom Corvinenmeister. Diese Stempel sind nur Nachahmungen seiner Stempel und sind bei Kurt Holter unter der Bezeichnung "Schüler des Corvinenmeisters" aufgeführt (8). Unter dem Corvinenmeister versteht man in der Fachliteratur jenen Meister, der für Matthias die vergoldeten Ledereinbände der Corvinen geschaffen hat. Wenn man vom "Corvineneinband" - ohne nähere Bestimmung - spricht, meint man gewöhnlich diese vergoldeten Einbände.

Den architektonischen Einband der Theophylaktos-Corvine (Paulus-Kommentar, ÖNB, Cod. 656) haben wir schon erwähnt. In der Mitte des großen Renaissance-Portikus steht ein leeres geviertes Wappen. König Matthias war also schon tot - er starb am 6. April 1490 -, als die Dekoration des Einbandes vollendet wurde. Dadurch ist der Einband ziemlich genau datierbar, ebenso wie jener der Horatius-Kommentare von Porphyrio in der Biblioteca Trivulziana in Mailand (Cod. 818), ein Einband mit betontem Mittelstück, der auch einen leeren Schild in der Mitte aufweist.

Die Ornamentmotive auf der Theophylaktos-Handschrift: der Eierstab usw., ebenso wie der Renaissance-Portikus, sind der Baukunst entlehnt. Ähnliche Bauornamente sind auf zwei Corvinen der Széchényi Nationalbibliothek zu sehen. Beide haben Einbände mit betontem Mittelstück. Auf dem Cicero-Kommentar (Victorinus: Commentarium in Ciceronis librum, Cod. Lat. 370) bildet der Eierstab den gekurvten Rahmen der rautenförmigen Mittelverzierung, während auf dem Quintilianus-Codex (De institutione, Cod. Lat. 414) Astragalos und zweierlei Zahnschnitte die Mittelverzierung einfassen. Gewöhnlich werden jedoch für die Umrahmung Doppelkreisplättchen, Rosetten und Tulpen benutzt. Daher sollen diese drei Einbände mit betontem Mittelornament und der architektonische Einband der Theophylaktos-Corvine ähnlich datiert werden. - Das überstempelte Wappen in der Mitte des Einbandes des Quintilianus-Codex ist auch bemerkenswert. Das Wappen auf dem ersten Blatt der Handschrift wurde gleichfalls ausgekratzt, und in den Schild mit Tinte "Quin / tilia / nus" geschrieben. Der Codex gehörte einst dem Wiener Humanisten Iohann Alexander Brassicanus. In der Aeneas Gazaeus-Handschrift der ÖNB (Cod. 259) stehen im ausgekratzten Schild auf dem ersten Blatt sogar die Anfangsbuchstaben seines Namens: I A B.

Ein Wiegendruck in der Stadtbibliothek zu Västerås (9) in Schweden hat einen architektonischen Corvineneinband (Abb. 1), der bei Anthony Hobson in seinem Werk über Einbände der Zeit des Humanismus abgebildet ist (10). Das Buch ist jedoch unter den authentischen Corvinen nicht registriert. Der große Renaissance-Portikus und die vergoldeten Ornamente wurden noch vom Corvinenmeister ausgeführt, die Verzierung des Einbandes wurde aber nicht mehr von ihm vollendet. Die Inkunabel wurde in Rom 1470 gedruckt, ihr Einband erst etwa zwanzig Jahre später verfertigt. Möglicherweise hat es damit zu tun, daß sich König Matthias und die bibliophilen Humanisten für gedruckte Bücher nicht so interessierten wie für bibliophile Handschriften als Unikate.

Corvineneinbände aus der Zeit König Wladislaws II. (1490-1516)

Ein Architektureinband zu einer der am schönsten illuminierten Corvinen-Handschriften soll noch betrachtet werden. Der Philostratos-Codex der Széchényi Nationalbibliothek (Cod. Lat. 417) wurde noch für König Matthias kopiert und reich illuminiert. Der Einband ist jedoch eindeutig die Arbeit des sogenannten Wladislaw-Meisters. Das polnische Wappen auf dem Vorderdeckel deutet auf Wladislaws Herkunft, das ungarische Wappen auf dem Hinterdeckel auf seine Regierung in Ungarn. Die neuen Stempel sind: die lyraförmige Ranke, die Palmetten- und Akanthus-Reihe, das neue Flechtwerk aus rechteckigen Elementen. Der Astragalos kommt auch hier vor. - Dieselben Stempel sind auf dem Halbledereinband einer Inkunabel (Inc. 904 = GW 7708) der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften angewendet. Der Wladislaw-Meister arbeitete offensichtlich nicht nur für den königlichen Hof.

Der Corvinenmeister dürfte nach dem Tode des Matthias Corvinus längstens nur noch einige Monate gearbeitet haben. Der Einband der Inkunabel in Västerås wurde von ihm nicht fertiggestellt. Das mag seine letzte Arbeit in Ofen gewesen sein. Seine Stempel erscheinen auf keinen weiteren Einbänden mehr. Meines Erachtens war er ein Italiener und kehrte - wie auch die Mehrzahl seiner Landsleute - kurz nach dem Tode von König Matthias in seine Heimat zurück und nahm seinen Stempelsatz mit. Keine weiteren Spuren und keine Angaben zu seinem Leben sind bekannt. Auf die vermutete Herkunft des Corvinenmeisters komme ich noch zurück.

Einbände von zwei Codices aus der Bibliotheca Corviniana, die sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München befinden, sind in Abb. 2 gezeigt. Die eine Handschrift (Cod. Lat. 341) enthält Werke zweier italienischen Dichter und Humanisten aus dem 15. Jahrhundert. Die Handschrift und ihr vergoldeter Einband wurden für Matthias Corvinus verfertigt. Die andere (Cod. Lat. 175) umfaßt je ein Werk von Beda Venerabilis und Seneca, beide über die Natur. Die Illumination wurde schon unter Wladislaw II. beendet, es wurde sein Wappen eingemalt. Sowohl der Aufbau der Einbanddekoration als auch die Stempel sind jenen auf dem ersten Einband sehr ähnlich. Die abweichenden Stempel, z. B. die antikische Vase, die Tulpe im Rahmen, das Flechtwerk, von den Wappen nicht zu sprechen, zeigen jedoch, daß der zweite Codex nicht vom Corvinenmeister gebunden wurde.

Die meisten der Einbände, die für die königliche Bibliothek unter Wladislaw II. gemacht wurden, unterscheiden sich nicht nur in den angewendeten Stempeln, sondern auch in ihrer Komposition von jenen aus der Zeit des Matthias Corvinus. Auch der Einband des schon erwähnten Philostratos-Codex gehört zur Wladislaw-Periode. Seine Ornamente - ähnliche oder die gleichen Stempel: die Palmetten- und Akanthus-Reihe oder das Flechtwerk aus rechteckigen Elementen - erscheinen auf zwei weiteren Einbänden in Wien und auf einem Einband in Uppsala (11); dieser trägt das polnische Wappen auf dem Vorderdeckel und das ungarische Wappen und den böhmischen Löwen auf dem Hinterdeckel.

Ein "datierter" Corvineneinband

Die Corvineneinbände tragen keine Datierung oder Jahreszahl. Es wird allgemein angenommen, daß der Großteil der vergoldeten Ledereinbände in den letzten Jahren der Regierung von Matthias, also von ca. 1485 bis 1490 verfertigt wurde, als die königliche Bibliothek stark angereichert wurde.

Ein einziger Einband, und zwar zur Lucretius-Handschrift der ÖNB (Cod. 170), wurde auf dem Vorderdeckel oben datiert: links: 14 und rechts vom Mittelstück: 81 (Abb. 3). So hat man die Ziffern gedeutet. Es war zwar umstritten, ob es 81 oder 51 sein sollte, da aber 1451 mit dem Lebenslauf von Matthias nicht übereinstimmte, wurde 1481 angenommen. Ich möchte widersprechen und folgende Beobachtungen anführen: 1. Die Zahl ist tatsächlich 1451, nicht 1481. - 2. Das königliche Wappen im Zentrum des Mittelstückes wurde, wie schon andere Autoren (12) bemerkten, auf dem Vorder- und Hinterdeckel getilgt und überstempelt. Spuren der Krone sind noch sichtbar. - 3. Das Wappen auf Fol. 1 der Handschrift wurde verwischt. - 4. Die Stempel auf dem Einband hat man bisher nicht geprüft. Die Stempel, die zur Zusammensetzung der Ziffern gebraucht wurden, und die anstelle des Wappens angebrachten Blütenstempel können mit den Stempeln eines bekannten Meisters identifiziert werden.

Der Einband der Predigten von Pelbartus de Themeswar in der Széchényi Nationalbibliothek (13) weist die Zahl 1511 auf. Die Fünf ist hier die selbe wie auf dem Einband der Lucretius-Handschrift. - Auf den Vorderdeckel eines Druckes von 1510, heute im Kapitel zu Prag (14), ist ebenfalls 1511 in der gleichen Ausführung aufgeprägt (Abb. 4). Beide Einbände und die genannten Blütenstempel stammen aus der Werkstatt des Meisters GA oder GE (oder GR?), der am Anfang des 16. Jahrhunderts in Ofen tätig war. Sein Monogramm ist auf dem letzteren Einband zu sehen.

Diese Tatsachen lassen eine falsche Datierung vermuten. Es muß angenommen werden, daß die Jahreszahl, ebenso wie die Blüten im Zentrum, nachträglich eingestempelt wurde und daß sowohl die Zurückdatierung als auch die Beseitigung der Wappen eine Aneignung verschleiern sollten. Der Lucretius-Codex wurde um 1515 von Brassicanus erworben, dann ging er in den Besitz des Wiener Bischofs Johann Fabri über. Der Wiener Professor und Humanist Brassicanus entlehnte oder entführte mehrere Handschriften aus der Bibliotheca Corviniana. Später befand sich der Codex in der Bibliothek Erzherzog Ferdinands II. auf Schloß Ambras bei Innsbruck und dann gelangte die Handschrift 1665 in die kaiserliche Bibliothek.

Herkunft des Corvinenmeisters

Über den Meister oder die Meister der Corvineneinbände wissen wir bis auf ihren Stil nichts. Die einheitliche Konzeption der vergoldeten Ledereinbände läßt die Annahme zu, daß sie alle einem einzigen Meister zuzuschreiben sind, der mit Gehilfen arbeitete. Keine Dokumente wie Verträge, Briefe, Rechnungen sind bisher bekannt, die ihn erwähnt hätten. Er selbst spricht aus kargen Wörtern mancher Beschriftungen seiner Einbände.

Oben auf dem Hinterdeckel einer Handschrift von Wilhelmus de Conchis (Madrid, Biblioteca Nacional, Res. 28) ist zu lesen: "PHILOSOFIA", wo das zweite f mit F und nicht mit PH geschrieben ist. Diese schreibweise griechischer Wörter war und ist im Spanischen und im Italienischen üblich. Die Handschrift gehörte einst König Wenzel IV. von Böhmen und enthält Eintragungen von Johannes Vitéz aus den 1460er Jahren. Der Codex wurde wahrscheinlich für König Matthias umgebunden. - Ein Corvineneinband in der Biblioteca Apostolica Vaticana (15) (Cod. Ottob. Lat. 80) ist folgendermaßen beschriftet (Abb. 5): "CYPRIANUS: DE ABITU [!] VIRGINUM", anstatt 'habitu', d.h., "Über der Jungfrauen Tracht". Das H fällt im Itatienischen wie z. B. im Wort abito = Tracht (auch Gewohnheit, Gehaben) aus. - Der Titel auf dem Hinterdeckel der Handschrift von Marcellinus comes Illyrici (Wien, ÖNB, Cod. 138) ist auch ohne H geschrieben: "CRONICA MARCELLINI" anstatt 'Chronica' bzw. 'Chronicon'. - Eine Handschrift von Xenophon, übersetzt von Franciscus Philelphus (Francesco Filelfo) (Budapest, Széchényi Nationalbibliothek, Cod. Lat. 422), ist auf dem Einband wie folgt bezeichnet (Abb. 6): "PHILELFUS: I(N) SCENOFO(N)TE ". Das X fehlt in der italienischen Sprache als Laut und Buchstabe, weshalb Xenophon Scenofonte (heute 'Senofonte') heißt. (Im Grande Dizionario enciclopedico [Torino 1962] steht zu lesen: "X: Lettera non appartenente alla lingua italiana ...")

Die Muttersprache des Meisters muß also Italienisch gewesen sein.

Lucas Coronensis

Der Name des Meisters der Corvineneinbände ist uns nicht überliefert. Eine These über den Meister soll hier jedoch besprochen werden.

In einem griechischen Codex der Bibliothèque Nationale de France in Paris (Suppl. gr. 607) befand sich die lateinische Eintragung, die leider bei einer Restaurierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts verschwand, in griechischer Schrift: "Lucas Coronensis illigator librorum Budensis ann ..5." (Lucas Coronensis Buchbinder zu Buda = Ofen; von der Jahresangabe war nur die Fünf an der dritten Stelle zu lesen). Coronensis bezieht sich auf Kronstadt in Siebenbürgen. Der Codex enthält verschiedene Handschriften vom 10. bis ins 16. Jahrhundert, meistens Beschreibungen von Belagerungen und Kriegstechniken der Griechen, darunter Werke der Taktiker.

Der einzige für einen Buchbinder bekannt gewordene Name des Lucas Coronensis wurde mit den Corvineneinbänden in Verbindung gebracht, zuerst von Hermann Schöne (1898) und James Weale (1898). Diese Annahme führte in der Folge zu zahlreichen Deutungen, die von deutschen, englischen, und ungarischen Forschern weitgehend akzeptiert, dann wieder bestritten wurden und in Handbücher wie den Thieme-Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler (1929), Lexikon des gesamten Buchwesens (erste Auflage, 1935) und Hellmuth Helwig: Handbuch der Einbandkunde (1954, Bd. II) Eingang fanden.

Ilse Schunke lehnt in ihrem Aufsatz im Gutenberg-Jahrbuch 1944-49 (Vom Stil der Corvineneinbände) die Hypothese aus stilistischem Grund ab: "Zwar ist ein Kronstädter Lucas Coronensis in jener Zeit [zur Zeit von Matthias Corvinus] als Buchbinder in Budapest [!] tätig gewesen. Aber die Vermutung, daß dieser mit dem corvinischen Hofbuchbinder identisch sei, verbietet sich aus sachlichen Erwägungen. Der Corvinenbuchbinder ist kein Siebenbürgener Sachse gewesen. Zu eng war die Kunst des deutschen Siedlungslandes noch immer mit dem Mutterland verknüpft, als daß nicht stilistische Züge ... eine Verwandschaft hätten aufklingen lassen, die der Corvinenbuchbinder nicht besaß." - Jolán Balogh argumentierte 1966, daß der Pariser Codex nicht für Matthias gebunden worden sein könne, weil der König schon 1490 starb und ein Teil des Codex erst aus dem 16. Jahrhundert stamme; dieser sei auch keine Corvine gewesen. Sie fügte hinzu, daß eine Beziehung des Pariser Codex zu Ungarn nicht beweisbar wäre.

Ein Blick auf den Einband der Pariser Handschrift genügt (Abb. 7), um feststellen zu können, daß es sich um einen ungarischen Renaissance-Einband aus Ofen vom Anfang des 16. Jahrhunderts handelt, der mit der Entstehungszeit der spätesten Handschrift im Codex übereinstimmt. In den letzten Jahren konnte ich insgesamt neun Einbände (einschließlich jenen in Paris) vom selben Meister, also von Lucas Coronensis, in verschiedenen Bibliotheken identifizieren (16). Die in den Einbänden befindlichen Drucke ermöglichen eine genauere Datierung auf die Jahre 1510/1520 (Abb. 8). Diese Einbände sind typische ungarische Renaissance-Einbände des frühen 16. Jahrhunderts und keine Corvineneinbände. Auch einige der ungarischen Sprachdenkmäler haben Einbände im gleichen Stil und sie dürften wohl in Ungarn eingebunden worden sein.

Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß Lucas Coronensis für die Könige Matthias, Wladislaw II. oder Ludwig II. arbeitete. Seine Einbände unterscheiden sich von jenen der königlichen Werkstatt seiner Zeit. Schunke hat deutschen Einbandstil am Pariser Einband vorausgesetzt. Dieser hat jedoch nichts mit deutschen Renaissance-Einbänden gemeinsam.

Was den Meister der Corvineneinbände betrifft, setzt Schunke fort: "Er hat auch nicht bei einem Siebenbürgener Meister gelernt ... Seine Heimat lag südlicher, im rumänischen Gebiet. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß der Corvinenbuchbinder aus den jenseitigen Karpaten kam und wie Matthias Corvinus selbst ein Walache, Transsilvanus, gewesen ist." Diese Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage. Wir können hier auf stilistische Fragen nicht näher eingehen, sondern nur hinweisen, daß der Corvinenmeister mit ziemlicher Sicherheit italienischer Herkunft war.

Corvinen, aber keine Corvineneinbände

Wir haben schon erwähnt, daß die zeitgenössischen Originaleinbände der Corvinen nicht alle Corvineneinbände sind.

Der Einband der Livius-Corvine in Cambridge (Trinity College Library, O. 4. 4) ist z. B. kein Corvineneinband. Es ist ein blindgedruckter deutscher gotischer Einband. Die gotischen Stempel gehören zu einer Buchbinderei in Tübingen, deren Tätigkeit Ernst Kyriß zwischen 1485-1515 ansetzt (17). Unter den Stempeln auf der Livius-Corvine stimmen fünf mit jenen von Kyriß, Tafel 249 überein: die Taube [1] und der Adler [2] im ersten Rahmen, das Feuerrad [3] im zweiten und das Vierblatt [5] und die Raute [4] im Mittelfeld. Die Livius-Handschrift wurde also in dieser Tübingener Werkstatt gebunden. Die Handschrift muß jedoch eine authentische Corvine sein, wie das Wappen des Typs A1 von König Matthias auf dem ersten Blatt beweist. Zu beiden Seiten seines Wappens steht je ein Wappen, die scheinbar nachträglich eingemalt wurden. Das eine davon ist verwischt, das andere ist das Wappen von Bubenhofen (18). Nach einem der Possessorenvermerke hat Johann Caspar Bubenhofen, Hauptmann der Reichsritterschaft am Neckar unter Herzog Eberhard II., die Handschrift Herrn 'Hieronymus Lampartus Greyphenstein' 1496 geschenkt. Sein Vater, Georg Lamparter von Greiffenstein, war 1487 und 1493 Rektor der Universität zu Tübingen und 1496 württembergischer Kanzler (19) unter Herzog Eberhard II. (Die Handschrift gelangte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Besitz des englischen Bibliophilen Thomas Gale und später durch Roger Gale in das Trinity College in Cambridge.) - Ich nehme an, daß diese Handschrift nach dem Tode von Matthias noch ungebunden aus der königlichen Bibliothek nach Tübingen gebracht und dort erst eingebunden, also nicht umgebunden wurde. Wappen, Vermerk, Einband klingen völlig zusammen. Es verwundert, daß das Wappen bisher unbestimmt blieb und der Einband als italienischer Renaissance-Einband beschrieben wurde.

Die Regiomontanus-"Corvine" in der Herzog August Bibliothek zu Wolfenbüttel (20) hat auch einen deutschen gotischen Einband, und zwar aus einer Nürnberger Werkstatt (21). Regiomontanus (Johannes Müller von Königsberg, 1436-1476) verfaßte sein astronomisches Werk Tabulae directionum in Gran, Ungarn, wo er sich 1467 aufhielt, und widmete es Erzbischof Johannes Vitéz. Auf Grund der Dedikation und des ungarischen Wappens auf dem ersten Blatt hält man den Codex für eine Corvine. Die Illuminierung der Handschrift ist von verschiedenen Autoren einheitlich dem süddeutschen Gebiet zugeschrieben worden. Das Wappen unterscheidet sich jedoch wesentlich in Form und Technik von jenen in den prachtvollen Corvinen, und ich kann mir vorstellen, daß es in derselben süddeutschen Werkstatt eingemalt wurde. Ferner ist die Widmung als Bestandteil des Werkes auch in anderen Handschriften der Tabulae directionum und noch in den Inkunabelausgaben wiedergegeben. Beispiele dafür sind die Handschriften in der Biblioteca Apostolica Vaticana, in der Bibliothek der Jagellonischen Universität zu Krakau und auch Wiegendrucke, z. B. die Ausgabe Augsburg 1490 (Hain 13801). Da der frühestens mit 1477 zu datierende Einband aus Nürnberg stammt und das Wappen und die Widmung kein sicheres Argument liefern, ist ein Aufenthalt der Wolfenbütteler Handschrift in Ungarn anzuzweifeln.

Einen anderen der erwähnten Regiomontanus-Codices (Krakau, Bibliothek der Jagellonischen Universität, Rkps. 597, Abb. 9) hat laut einer Eintragung Martin Bylica von Olkusz oder Ilkusch der Universität zu Krakau zusammen mit astronomischen Instrumenten und anderen Büchern vermacht (22), darunter ein Werk Peuerbachs, des Lehrers von Regiomontanus. Die Peuerbach-Handschrift (Rkps. 599) ist mit dem Wappen von Johannes Vitéz versehen und enthält auch die autographe Eintragung von Bylica. Der polnische Astronom Martin Bylica (1433?-1493) war ein Freund und Mitarbeiter von Regiomontanus, seit den 1470er Jahren Hofastronom von König Matthias und später von Wladislaw II. und starb in Ofen im Jahre 1493.

Bei der Betrachtung der Einbände der zwei in Krakau aufbewahrten Handschriften von Regiomontanus bzw. Peuerbach fällt ihre Ähnlichkeit auf. In der Széchényi Nationalbibliothek in Budapest befindet sich eine Regiomontanus-Handschrift (Canones LXIII in tabulam, Cod. Lat. 412, Abb. 10), deren Einband den gleichen Entwurf und die gleichen Stempel aufweist. Die Kreuzform aus freien gotischen Blättern im Mittelfeld ist sehr charakteristisch. Diese drei und noch weitere Einbände wurden von demselben Meister in Ofen ausgeführt und sind ungarische blindgedruckte Frührenaissance-Einbände aus den 1470er Jahren. Die Handschrift in Budapest ist König Matthias dediziert. Sein Wappen ist ursprünglich und der Illuminierung eingefügt. Die Einbände zeigen deutlich, welche Bücher einst in Ofen waren; die zwei aus dem Besitz des Martin Bylica waren sicherlich bis zu seinem Tode im Jahre 1493 dort.

Ein ausführliches Studium verwandter Handschriften, der genaue Vergleich von Text, Schrift, Illuminierung, Wappen, Eintragungen, der Einbände, besonders die Untersuchung der Regiomontanus-Handschrift in der Biblioteca Apostolica Vaticana stehen noch aus.

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Folgende Probleme der Corvinen und ihrer Einbände wurden dargestellt:

Ich habe versucht, den gegenwärtigen Stand des Wissens über die Corvineneinbände zu skizzieren und über eigene Forschungsergebnisse zu berichten, von denen sich manche noch in der Entwicklung befinden.

Von den Aufgaben der Forschung sollen nur die Übersicht und der Vergleich der Corvineneinbände sowie die Zusammenstellung einer vollständigen Stempeltabelle erwähnt werden. Corvinen und Corvineneinbände müssen im Zusammenhang des ganzen Buches betrachtet werden und das erfordert auch eine Zusammenarbeit der Fachleute verschiedener Gebiete.

Wir müssen uns über den Wert, über das kulturelle und materielle Wesen der alten Bücher und Codices im klaren sein, um sie richtig zu behandeln und zu bewahren. Die angeführten Beispiele sollten zeigen, wie wichtig Einzelheiten sein können. Das kleinste Zeichen in einem Buch oder Codex und am Einband verrät etwas von seiner Vergangenheit. Dazu gehört auch die Technik des Einbandes. Bibliothekar und Restaurator müssen bei der Restaurierung eng zusammenarbeiten. Umgekehrt darf nicht vergessen werden, daß sich in der ehemaligen Bibliotheca Corviniana auch ältere Handschriften befanden, die schöne oder bescheidene mittelalterliche Einbände hatten, die ihrerseits entfernt und durch die prächtigen Renaissance-Einbände des Corvinenmeisters ersetzt wurden.

Die Corvinen sind Schätze, wo immer sie auch aufbewahrt sind. Zum Begriff "Schatz" vermerkt Professor Wahrigs Deutsches Wörterbuch, Bertelsmann-Mosaik: "Schatz, der, 1. [Rechtswesen] eine Sache, die so lange verborgen war, daß der Eigentümer nicht mehr festzustellen ist." Da der Katalog der Charakteristika einer Corvine zu revidieren und ergänzen ist, kann es sein, daß die eine oder andere Corvine als solche noch erkannt werden wird. Freilich wird immer das Dilemma bleiben, daß es zur Überprüfung kein Verzeichnis der Bücher der königlichen Bibliothek von Buda vor 1526 gibt.

Die größte Anzahl von Corvinen ist in Österreich und Ungarn aufbewahrt. Da wir in der Vergangenheit vieles gemeinsam hatten, hoffe ich, daß wir auch in der Zukunft und besonders auf dem Gebiet der Buchkunde erfolgreich zusammenarbeiten werden (23).

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Anmerkungen

1 CSAPODI, Csaba - CSAPODINÉ-GÁRDONYI, Klára: Bibliotheca Corviniana. 4. verm. u. umgearb. [ungarische] Aufl. Budapest, Helikon Kiadó 1990. - Bibliotheca Corviniana 1490-1990. International Corvina Exhibition on the 500th Anniversary of the Death of King Matthias. 6 April-6 October 1990. [Ausstellungskatalog.] Budapest, National Széchényi Library 1990. - Besprechung der Ausstellung: ROZSONDAI, Marianne: Bibliotheca Corviniana 1490-1990. Internationale Corvinenausstellung in der Széchényi Nationalbibliothek in Budapest. In: Mitteilungen der VÖB. Wien 43 (1990), 4, S. 121-128. - Im Ausstellungskatalog und in der 4. neu bearbeiteten, ungarischen Auflage der Bibliotheca Corviniana sind 216 erhalten gebliebene Corvinen registriert. Davon wurden 131 Corvinen in Budapest 1990 ausgestellt.
2 Budapest, Széchényi Nationalbibliothek, Handschriftenabteilung, Fol. Hung. 2411.
3 SZ. KOROKNAY, Éva: A magyar reneszánsz kötések keleti kapcsolatai / Orientalische Beziehungen der ungarischen Renaissance-Einbände. In: Mûvészettörténeti Értesítõ. Budapest 1968, 1-2, S. 3-4. - Siehe auch: ROZSONDAI, Marianne - ROZSONDAI, Béla: Symmetry Aspects of Bookbindings. In: Symmetry 2: Unifying Human Understanding. Ed. by I. HARGITTAI. Oxford, Pergamon Press 1989, S. 837-885, Abb. 21. Reprinted in: Computers and Mathematics with Applications. Special Issue: Symmetry 2. Oxford 17 (1989), 4-6, S. 837-885, Abb. 21.
4 MAZAL, Otto: Die Einbände für die Könige Matthias I. Corvinus und Wladislaw II. von Ungarn in der Österreichischen Nationalbibliothek. In: Gutenberg-Jahrbuch. Mainz 1964, S. 354-369. - MAZAL, Otto: Königliche Bücherliebe. Die Bibliothek des Matthias Corvinus. Graz, Akad. 1990, S. 69-74. - MAZAL, Otto: Die Einbände der Bibliotheca Corviniana. In: GAMILLSCHEG, Ernst - MERSICH, Brigitte: Matthias Corvinus und die Bildung der Renaissance. Mit Beiträgen von O. MAZAL. Katalog einer Ausstellung der ... ÖNB 27. Mai-26. Okt. 1994. Wien 1994, S. 29-32.
5 AUGUSTINUS, Aurelius: Expositio in Psalmos David ... - Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. Lat. Theol. et Philol. Fol. 152.
6 GOTTLIEB, Theodor: K. K. Hofbibliothek. Bucheinbände. Wien, Anton Schroll [1910], Sp. 10.
7 IRÁS-MELIS, Katalin: Die Funde aus einer Buchbinderwerkstatt des 15. Jahrhunderts im königlichen Schloß zu Buda. In: Gutenberg-Jahrbuch. Mainz 1974, S. 303-310. - IRÁS-MELIS, Katalin: Bronzene Buchbeschläge aus dem 14. und 15. Jahrhundert in Ungarn. In: Gutenberg-Jahrbuch. Mainz 1980, S. 274-283.
8 HOLTER, Kurt: Verzierte Wiener Bucheinbände der Spätgotik und Frührenaissance. In: Codices manuscripti. Wien 1977, Sonderheft, G. 4.
9 AUGUSTINUS, Aurelius: De civitate Dei. Rom, Sweynheym-Pannartz 1470, GW 2876, Collijn Inc. 21. - COLLIJN, Isak: Katalog öfver Västerås Läroverksbiblioteks inkunabler. Upsala 1904.
10 HOBSON, Anthony: Humanists and Bookbinders. The Origins and Diffusion of the Humanistic Bookbinding 1459-1559. With a census. Cambridge, University Press 1989, S. 154-156, Abb. 123.
11 Wien, ÖNB, Cod. 654 und Cod. 2139; Uppsala, UB, Inc. 31: 139 = Collijn 1338. - COLLIJN, Isak: Katalog der Inkunabeln der Kgl. Universitäts-Bibliothek zu Uppsala. Uppsala-Leipzig 1907. - SALLANDER, H.: Katalog der Inkunabeln der Kgl. Universitäts-Bibliothek zu Uppsala. Neuerwerbungen seit dem Jahre 1907. Uppsala 1953.
12 CSAPODI, Csaba: The Corvinian Library. History and Stock. Budapest, Akadémiai Kiadó 1973, S. 279, Nr. 410. - Auch bei MAZAL, Otto: Die Einbände für die Könige Matthias ..., a. a. O., S. 358.
13 PELBARTUS de Themeswar: Pomerium sermonum de sanctis. Pars estivales. Hagenau, Heinrich Gran, pro Joh. Rynman 1509. - Budapest, Széchényi Nationalbibliothek, RMK III 154/4.
14 GEILER, Johannes: Navicula sive speculum fatuorum. A Jacobo Othero collecta. [Straßburg, Schürer? 1510?]. - Praha, Knihovna Metropolitní Kapituly, G 40.
15 CSAPODI, Csaba: Neuerlich bekannt gewordene authentische und angebliche Corvinen. In: Gutenberg-Jahrbuch. Mainz 1988, S. 85, Nr. 9.
16 ROZSONDAI, Marianne: Lucas Coronensis. A master of Hungarian Renaissance bindings, early 16th century, Buda. In: The Book Collector. London, im Druck.
17 KYRISS, Ernst: Verzierte gotische Einbände im alten deutschen Sprachgebiet. Bd. 1-4. Stuttgart, Max Hettler 1951-1958. Tafelbd. 2, Nr. 124, Tafel 249.
18 SEYLER, Gustav A.: Der abgestorbene Württembergische Adel. J. SIEBMACHERs Wappenbuch. Bd. VI. 2. Nürnberg, Bauer und Raspe 1911, S. 124, Tafeln 67-68.
19 SEYLER, G. A.: a. a. O., S. 177.
20 HEINEMANN, Otto: Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel. Zweite Abtheilung: Die Augusteischen Handschriften III. Wolfenbüttel 1898. Nr. 2660: Regiomontanus: Tabulae directionum, Cod. 69.9 Aug. 2o. - Heinemann hält auch die Schrift für eine deutsche; über die Provenienz der Handschrift weiß er nichts.
21 KYRISS, Ernst: a. a. O., Nr. 112, Tafel 225 "Adler, um 1477-1514".
22 Schallaburg '82. Matthias Corvinus und die Renaissance in Ungarn 1458-1541. 8. Mai-1. Nov. 1982. (Katalog des Niederösterr. Landesmuseums, Neue Folge, Nr. 118) Wien 1982. S. 338-341, Nr. 283, 284, 285, 286a.
23 Frau HR Dr. Eva IRBLICH möchte ich meinen innigsten Dank für Ratschläge und die sorgfältige Durchsicht und Verbesserung des deutschen Textes aussprechen.


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