Magazin 42


Ausgabe 1 - 24.06.2001

"Was bedeutet eigentlich Magazin42?" Diese Frage haben uns viele von Euch gestellt und darum soll dieses kurze Vorwort nun gehen.

42 ist nicht eine gewöhnliche Zahl. Jeder der "Per Anhalter durch die Galaxis" gelesen hat, wird mit dieser Zahl etwas anfangen können und allen die dieses Buch nicht gelesen haben, sollten es schleunigst tun. 42 ist nämlich die Antwort auf die Frage aller Fragen. Ein Computer hat auf einem fernen Planeten Jahrhunderte gerechnet um diese Antwort zu liefern, nur wusste leider niemand mehr die Frage, die der Computer mit 42 beantwortet hat.

Mit Magazin 42 wollen wir Euch auch Antworten liefern. Antworten auf viele Fragen rund um GNU/Linux. Wir werden Interviews führen, Software durchleuchten, Workshops machen und vieles mehr.

Wer Lust hat, sich daran zu beteiligen, ist immer herzlich willkommen. Schickt einfach eine Mail an info@magazin42.de

Und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen unserer 1. Ausgabe.

Euer
Steffen Zoernig

Sun stellt neues Webportal für Entwickler vor
Sun Microsystems hat mit SunSource.net ein neues Webportal für Entwickler vorgestellt, das wichtige Informationen zu allen Open-Source-Projekten von Sun zentralisiert und als Diskussionsplattform für den Informationsaustausch von internen Sun Entwicklern und der Open-Source-Community fungiert.
Mit SunSource.net unterstreicht Sun sein Bestreben, den Open-Source-Gedanken zu fördern. Im Mittelpunkt stehen die intensiven Open-Source-Aktivitäten von Sun, darunter fünf von Sun gesponserte Community-Projekte mit Source-Code im Umfang von insgesamt acht Millionen Zeilen und zehn weitere Community-Projekte, an denen Sun beteiligt ist.

GCC 3.0 erschienen
Das GNU Projekt und die GCC Entwickler verkündeten heute das erscheinen der Version 3.0 der GNU Compiler Collection(kurz GCC). Diese neue Version soll einen schnelleren Code für Intel und AMD 32-Bit Prozessoren. Aber nicht nur für die 32-Bit Prozessoren ist diese GCC Version geeignet, es wird jetzt auch der 64-Bit Intel Itanium unterstützt. Auch neu im GCC ist jetzt der GCJ (GNU Compiler für Java). Mit diesem kann man sowohl nativen als auch Java-Byte-Code erzeugen.

Positive Bilanz bei Red Hat
Red Hat, einer der führenden Distributoren, hat sich vom Rot verabschiedet und im ersten Quartal dieses Jahres schwarze Zahlen geschrieben.
600.000 Dollar Gewinn, so ließ Red Hat heute verkünden, hat man gemacht. Das ist eine Steigerung von 18% gegenüber dem Vorjahr. Damit erreichte Red Hat einen Umsatz von 25,6 Millionen Dollar.

Wine Programm Datenbank
Wine scheint eines der vielversprechensten Programme zu sein, Windows Programme und Spiele unter Linux zu nutzen. Doch welche Programme laufen schon unter Wine ? CodeWeavers hat dazu eine Datenbank ins Netz gestellt, wo man sich die Kompatibilitäts-Bewertungen anderer User von Win32 Programme unter Wine ansehen kann und natürlich auch selbst Programme bewerten kann.


(von Dieter Schmitz)

Unser Redakteur Dieter Schmitz (DS) hat mit Bernhard Reiter(BR), dem Vorsitzenden der FSFE Deutschland am 28.05.2001 ein Interview über die FSF-Europe geführt. Und dieses Interview könnt Ihr nun hier lesen.

DS: Was ist die FSF/E?

BR: Die Free Software Foundation Europe ist die offizielle Schwesterorganisation der Free Software Foundation, welche 1985 von Richard M. Stallman in den USA gegründet wurde. Bekannt ist die FSF durch das GNU-Projekt, welchem wir die heute bekannten GNU/Linux Systeme verdanken.
Aber zurück zur Organisation der FSFE:
Es gibt eine europäische Dachorganisation welche in Deutschland als eingetragener Verein gemeinnützig sein wird. Seine Arbeit nahm die FSFE im März diesen Jahres auf und die erste Vollversammlung fand in der ersten Maiwoche in Essen statt.
Unser Ziel ist, es in jedem Land eine Vertretung der FSFE aufzubauen. Für Frankreich und Deutschland gibt es schon entsprechende Vereine. Für weitere Länder bestehen schon Kontakte.
Zur Zeit besteht die FSFE aus einem neunköpfigem Kernteam. Georg Greve wurde zum Vorsitzenden gewählt und koordiniert die europäischen Aktionen.
Besonders wichtig für die FSFE sind die freiwilligen Helfer und assoziierten Organisation, welche sehr viel inhaltliche Arbeit leisten.

DS: Was sind eure Ziele? Was tut ihr um sie zu verwirklichen?

BR: Wir unterstützen das GNU Projekt und Freie Software. Vor allem die langfristige Perspektive ist uns wichtig. Darum klären wir über die Philosophie der Freien Software auf und bieten Politik und Wirtschaft Ansprechpartner an. Etwas konkreter werden wir Freie Software in Bildung fördern und befassen uns mit der europäischen Koordination, zum Beispiel bei Rechtsfragen bezüglich der GNU GPL. Auf fsfeurope.org entstehen Webseiten für Freie Software Informationen und es gibt schon etliche Mailinglisten und persönliche Gespräche mit Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern.

Wir werden auf Messen präsent zu sein und Vorträge halten. Zum Beispiel sind wir auf den Stuttgarter GNU/Linuxtagen mit einem Stand vertreten.

DS: Welche Gründe sollten den normalen User dazu bewegen Freie Software anstatt der bekannten ´Freeware´ zu verwenden?

BR: Mit ´Freeware´ wird meist Software bezeichnet, die für sehr wenig Geld bezogen werden kann. Bei einem Großteil dieser Software fehlt die nötige Freiheit. Auch Software die umsonst bezogen wird, kann proprietär sein. Manchmal werden so auch Benutzer angefixt um ihnen später andere Versionen zu verkaufen. Deshalb ist der Begriff problematisch und wir raten davon ab ihn zu verwenden.
Freie Software kann meist ebenfalls für sehr wenig Geld bezogen werden. Darum geht es aber nicht, denn die Bedingungen, also die Lizenz ist entscheidend.
Benutzer von Freier Software haben erhebliche Vorteile. Freie Software gibt ihnen ausdrücklich das Recht die Software unbegrenzt für jeden Zweck zu verwenden, zu lernen wie sie funktioniert, sie anzupassen und weiterzugeben. Deshalb geht Zugang zum Quelltext damit selbstverständlich einher.

Zuerst mag das abstrakt klingen, aber die Unterschiede zu proprietärer Software haben praktische Auswirkungen. Beispielsweise kann ich ein Programm und die Daten welche ich damit verarbeite so lange verwenden, wie ich möchte, auch wenn der ursprüngliche Entwickler da nicht mehr weiter macht. Bei einem proprietären Programm wäre schnell ein Ende erreicht, wenn es nicht mehr gepflegt würde. Bei Freier Software helfen sich die vielen Benutzer selbst, denn sie haben ja den Quelltext des Programms und können die benötigte Pflege somit selbst durchführen. Das will vielleicht nicht jeder persönlich machen, aber irgendein Freund oder Bekannter kann es sicher.

DS: Wo liegen bei Firmen, insbesondere Spielefirmen, die Vorteile freie Software zu entwickeln ?

BR: Alle Vorteile aufzuzählen würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Kurz gesagt: Unternehmen bekommen bessere Softwarelösungen und tun etwas Gutes für die Gemeinschaft. Beides ist für Unternehmen wichtig.
Die meisten Unternehmen machen ihren eigentlichen Gewinn gar nicht mit Lizenzen an proprietärer Software sondern mit Dienstleistung für ihre Kunden. Es geht für den Kunden um Lösungen und die können mit Freier Software meist zuverlässiger erstellt werden. Interessierte Benutzer werden viel ernster genommen und leisten deshalb mehr für die Verbesserung einer Software, davon profitieren alle Beteiligten.
Bei Unternehmen, welche Computerspiele herstellen ist die Lage noch etwas anderes. Da diese Programme der Unterhaltung dienen ist es nicht so essentiell wie bei Anwendungen, dass sie Freie Software sind. Spielefirmen haben schon erfolgreich die eigentliche "Engine" als Freie Software herausgegeben und die Geschichte des Spiels proprietär verkauft. Auf jeden Fall ist das ein spannende Frage, welche noch nicht befriedigend geklärt wurde. Die FSFE wünscht sich sehr, dass auch Spielefirmen mit Freier Software erfolgreich sind.

DS: Was ist mit Software die unter starken Patentzwang liegen (DVD -> CSS)?

BR: So weit ich weiss ist die Geschichte der DVD Entschlüsselung keine Frage von Patenten, sondern des Nutzungsrechts, bzw des Urheberrechts.
Spannender ist die Frage bei der mp3 Kodierung oder der Freetype Biliothek. Die Patente von Microsoft welche im Bereich grundlegende WWW-Technologien wie CSS oder XSL liegen kommen zur Zeit nicht zum Einsatz sind aber eine Gefahr.
Die FSFE möchte das Recht Freie Software für jeden Anwendungsbereich schreiben und verwenden zu dürfen unbedingt schützen. Deshalb sind wir generell gegen eine Erteilung von Patenten auf Software, da hiermit mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird.

DS: Momentan gibt's ja das Debakel um AOL und Gateway. AOL und Gateway haben ein Webpad herausgebracht das auf Linux aufbaut und weiterhin Software benutzt die auch der GPL unterliegen. Es wird allerdings kein Hinweis darauf gegeben und die ganze Software samt der Änderungen wird nicht im Quellcode veröffentlicht.

BR: Die Details des Falles sind mit nicht bekannt.
Erst mal muss bestätigt werden, dass eine Verletzung der GNU GPL vorliegt. Dann werden die Hersteller darauf aufmerksam gemacht. Meist reicht das, um den Schwierigkeit zu beheben.

DS: Wie wollt ihr bzw. die FSF dagegen vorgehen? Ist in dieser Richtung schon was geschehen?

BR: Vorgehen gegen eine Lizenzverletzung kann erst mal der Inhaber der Rechte des Programms. Grundsätzlich geht die FSF gegen Lizenzverletzungen vor und unterstützt dabei andere Autoren. Auf der folgenden Webseite wird beschrieben, was Mensch tun sollte, wenn er eine GPL Verletzung vermutet:

http://www.gnu.org/copyleft/gpl-violation.html

Was diesen konkreten Fall angeht, müsste ich erst mal nachfragen.

DS: Was sind deine Aufgaben bei der FSFE?

BR: Ich koordiniere die FSFE Aktivitäten in Deutschland und bin der Vorsitzende der FSFE Deutschland.
Mail an die Adresse chancellor@germany.fsfeurope.org erreicht mich und Werner Koch meinen Vertreter.

DS: Was gefällt dir an freier Software am besten?

BR: Na eben, dass es Freie Software ist. :)
Keine Freie Software zu machen oder zu verwenden kommt mir einfach falsch vor. Also freue ich mich über mein besseres Gewissen. Freie Software macht auch deshalb mehr Spass, weil Lösungen breit verwendet werden können, was bedeutet, dass die Menschheit auch Kapazitäten für andere dringendere Aufgaben bekommt. Im propritären Bereich gibt es viel mehr Doppelarbeit und Arbeit für die Schublade.

DS: Wie kann man der FSFE bzw. Freier Software generell helfen?

BR: Es gibt viele individuelle Möglichkeiten zu helfen. Am besten hilft es uns, wenn jeder so hilft, dass es ihm oder ihr selbst Spaß macht. Manche klären in ihrer näheren Umgebung über Freie Software und die Ideen dahinter auf, anderer organisieren internationale Treffen oder entwickeln ein weiteres Stück am GNU-System.
Die FSFE ist für jede Hilfe dankbar. Über unsere Mailinglisten kommt Ihr mit uns in Kontakt. Zur Zeit brauchen wir konkret Hilfe mit den deutschen Webseiten und beim Erstellen von Material für Bildungseinrichtungen.

DS: Danke für das Interview!

BR: Bitte!

(von Steffen Zoernig)

Seit gut 2 Wochen ist die neue SuSE Professional Version im Handel. Für 129 DM (bzw. 79DM für die Update Version) erhält man 7 CDs, eine DVD, 5 (bzw. 3)Handbücher und 90 (bzw. 60) Tage Installationssupport per Telefon, Fax und Email. Die CDs und die DVD kommen wie bei der vorherigen Version in einer Papphülle und leider nicht in einer Plastik Box. Wer die CDs öfters braucht sollte sie in einer Plastik Box aufbewahren, denn dort zerkratzen sie nicht so schnell.

Die neue Version besticht ehr durch kleinere Veränderungen und Bugfixes, die nach viel schlechter Kritik an der SuSE Linux 7.1 auch nötig waren. SuSE Linux 7.2 Professional installiert standardmäßig den 2.4.4 Kernel (optional kann auch 2.2.19) und die glibc 2.2.2. Dank Xfree 4.03 unterstützt KDE 2.1.2 jetzt antialiased TrueTypeFonts, so dass die Treppenbildung bei Schriften zumindest bei KDE Programmen der Vergangenheit angehören sollte. Leider liefert SuSE keine TrueType Fonts mit, jedoch können die gängigsten mit einem kleinen Skript vom Microsoft Server herunter geladen werden (siehe weiter unten 'Tipps und Tricks zu SuSE 7.2'). Weitere Updates haben unter anderem die Programme Apache (1.3.19), Samba (2.2) und Gnome (1.4) erfahren.

Natürlich hat auch das SuSE Installationsprogramm Yast2 einige neue Features zu bieten. So enthält es jetzt eine Benutzerverwaltung und unterstützt neben LPD auch das Drucker Subsysteme CUPS (Common Unix Printing System). Über die 'Online-Update' Funktion kann man nun Programme mit Fehlern oder Sicherheitslöchern durch neue ersetzten lassen. Diese Funktion setzt jedoch eine Internetverbindung voraus.

In Punkto Sicherheit gibt es jetzt neben der Personal Firewall auch AmaVIS (A Mail Virus Scanner). Dieser Virus Scanner bietet Schutz gegen Viren wie "Anna Kournikova" und arbeitet mit allen gängigen Mailservern zusammen. Auch ein Krypto File System wird jetzt geboten, so dass Daten auch sicher gespeichert werden können.

Nachdem man von der CD (oder der DVD) gebootet hat, wird standardmäßig das Installationsprogramm YAST2 gestartet. Dieses grafische Installationsprogramm ist schon seit einigen SuSE Versionen dabei und wurde in der 7.2 noch weiter verbessert. So verlangt es jetzt vom Linux Anfänger nur noch ein Minimum an Einstellungen, bietet aber auch zugleich dem erfahrenem User die Möglichkeit die Festplatte zu partitionieren, eine Auswahl zwischen Reiser FS und ext2 und natürlich der Individuellen An- und Abwahl der einzelnen Pakete.

Die automatische Hardwareerkennung hat bei uns gängige Grafikkarten, Soundkarten, Netzwerkkarten und ISDN Karten reibungslos erkannt. Jedoch wurde unser Netzwerkdrucker (Brother 1270N), trotz eines Scans des Netzwerkes nach Druckern durch Yast2, nicht erkannt. Dieser musste dann von Hand eingerichtet werden.

Wer nicht beim Start von Linux in XFree landen möchte, stellt schnell fest, dass die 1. Konsole in einem flimmerndem Bild erscheint. Beim ersten Start sieht dies zwar noch ganz schön aus, jedoch geht das Flimmern schnell auf die Augen. Wie man dieses abschalten kann, könnt Ihr weiter unten lesen.

KDE 2.1.2 ist als Standard-Desktop eingestellt und gut vorkonfiguriert. Beim ersten Start wird automatisch Kwizard gestartet. Dieses kleine Programm ermöglicht es auszuwählen, ob die Menüs unter KDE dem KDE-Standard entsprechen sollen, oder ob eine von SuSE erstellte Menüstruktur genutzt werden soll. Auch lässt sich mit diesem Programm das Standard KDE oder ein SuSE Theme wählen.

SuSE Linux Professional 7.2 macht einen sehr guten Eindruck. Alle Programme scheinen gut aufeinander abgestimmt zu sein und die vielen Installationsprobleme die wir mit der Version 7.1 gehabt haben, gehören auch der Vergangenheit an.

SuSE Linux könnt Ihr in gut sortierten Buchhandlungen, Computerläden oder im Internet bei Amazon.de bekommen.

Tipps und Tricks zu SuSE 7.2

Anti Aliased TrueTypeFonts
Zuerst müsst Ihr in Yast2 über das Online-Update das Paket xf86tools-1 installieren. Danach ruft Ihr als root das Skript "fetchmsttfonts" auf. Dieses Skript kopiert nun die wichtigsten TrueTypeFonts vom Microsoft Server und installiert sie. Danach muss noch einmal "SuSEconfig" gestartet werden. Wenn man jetzt unter KDE im Kontroll-Zentrum Erscheinungsbild -> Stil den Punkt "Anti Aliasing für Schriften und Symbole verwenden" aktiviert, sollten die Treppeneffekte bei Schriften unter KDE Programmen der Vergangenheit angehören.

Keine Grafische Konsole 1
Um dieses lästige Flimmern und das Hintergrundbild auf der 1. Textkonsole loszuwerden, müsst ihr einfach in der Datei '/etc/lilo.conf' den Eintrag 'vga = XXX' durch 'vga=normal' ersetzten. Jetzt sollte Linux wieder wie gewohnt in eine normale Text Konsole starten.

Installation mit Yast 1
Wer SuSE Linux lieber über die Konsole installieren möchte, muss im lilo Prompt beim booten einfach ‚yast1' eingeben. Danach kann man dann in der altbekannten Umgebung installieren.

(von Maurice Renck)

"Die Software Rebellen - Die Erfolgsstory von Linus Torvalds und Linux"
Kein Superteurer Hollywood-Film von Mr. Spielberg, sondern ein kleines Büchlein von Glyn Moody.

Mit 464 Seiten ist das Buch eigentlich gar nicht so klein, schon gar nicht vom Informationswert. Wer sich schon immer gefragt hat was eigentlich Larry Wall mit Linux zu tun hat und wieso Menschen rote Hüte tragen, der bekommt garantiert seine Antwort in diesem Buch.

Das Buch erläutert, locker geschrieben, Zusammenhänge und Entwicklungsstadien der letzten zehn Linuxjahre. Das Buch könnte man als eine gelungene Mischung aus Roman und Dokumentation bezeichnen. Mit vielen Zitaten, Ausschnitten aus Newsgroups und Interviews werden Meinungen der Linuxgemeinde eingefangen und Zusammenhänge verdeutlicht. Wer denkt das Programmierer brave Menschen, ohne Freunde sind, die nur vor ihrem Computer sitzen und eine Pizza im C-Syntax bestellen, der wird eines besseren belehrt.

Anfangs geht das Buch sehr detailliert auf Linus und seine Charaktereigenschaften ein, erklärt wie es eigentlich zu Linux gekommen ist und was Linux eigentlich mit Unix zu tun hat. Im Laufe des Buches macht man mit so ziemlich allen großen Linuxpersönlichkeiten Bekanntschaft. Die Zusammenhänge und Zufälle, die im Buch beschrieben sind, bewegen einem immer wieder zum Schmunzeln. Aber es werden auch immer wieder Punkte angesprochen, die heute immer noch zu heißen Diskussionen führen, wie z.B. Linux und Kommerz. So werden neben zahlreichen OpenSource-Entwicklungen auch Entscheidungen großer Firmen wie z.B. IBM, oder Oracle durchleuchtet. Das Buch zeigt das der Kommerz schon viel früher in Linux Einzug gehalten hat, als viele meinen. Auch die aktuelleren Aktiengänge, und deren Flauten, einiger Unternehmen werden durchleuchtet. Wer immer noch nicht weiß was Gnome oder KDE ist, und warum sich beide Parteien so gerne in die Haare bekommen, der wird spätestens nach dem Lesen des Buches bescheid wissen. Schließlich wirft das Buch noch einen Blick in die Zukunft von Linux.

Mein Fazit:
Wer sich für die Geschichte von Linux interessiert und die Zusammenhänge besser verstehen möchte, der sollte die knapp 60DM für das Buch ruhig ausgeben. Das Buch ist gut zu lesen und sehr informativ, langweilig wird es eigentlich an keiner Stelle. Eigentlich ist das Buch Pflicht für jeden Linuxuser, entweder als Erinnerung an alte Zeiten, oder aber um bei den alten Linuxhackern mitreden zu können.

Wer möchte kann sich unter Linux4us eine Leseprobe anschauen.

"Die Software Rebellen - Die Erfolgsstory von Linus Torvalds und Linux"
Erschienen im mi-verlag (www.mi-verlag.de)
ISBN 3-478-38730-2

Dieses Buch kann bei Amazon.de bestellt werden.

Impressum

Chefredakteur:
Steffen Zoernig

Stellv. Chefredakteur:
Maurice Renck

Redakteure:
Dieter Schmitz

Auflage: 234

Webseite:
www.magazin42.de

(von Steffen Zoernig)

Der Name Sid Meier, bekannt durch Civilisation und Colonisation, steht für Qualität im Strategie-Genre. Und dieses beweist er auch im Spiel Alpha Centauri.

Die Menschheit schickt ein Raumschiff zum Planeten Alpha Centauri um diesen zu besiedeln. Doch auf der sehr langen Reise zerstreiten sich die Menschen an Board und bilden Gruppen mit jeweils unterschiedlichen Vorstellungen und Ziele für die Kolonisierung des neuen Planeten. Als sie dann endlich in die Nähe des Planeten kommen beschließt jede Gruppe ihre eigene Kolonie zu gründen. Und hier beginnt nun das Spiel.

Ihr entscheidet Euch für eine Fraktion und müsst diese zum Sieg führen. Diesen Sieg könnt Ihr auf unterschiedlichste Weisen erreichen. So könnt ihr einen Eroberungskrieg führen, eure Mitspieler wirtschaftlich aufkaufen, politisch kontrollieren oder einfach eine höhere Evolutionsstufe erreichen.

Das Spielgeschehen erinnert dabei sehr an Civilisation, wurde aber durch viele nützliche Funktionen erweitert. Eine der bedeutensten ist dabei das sehr gut ausgeklügelte Diplomatie System, welches Euch unter anderem ermöglich Gegner zu bestechen, zu erpressen, oder mit Geschenken freundlich zu stimmen. Auch die Möglichkeit das Design von Einheiten selbst zu bestimmen gibt einem viele Taktische Möglichkeiten.

Das Spiel ist rundenbasierend. Ein Spieler macht einen Zug, danach machen die Computer oder die anderen menschlichen Mitspieler ihren Zug und dann geht es wieder von vorne los.
Alpha Centauri kann man entweder alleine spielen, wobei der Computer dann alle Gegner spielt, oder man kann mit anderen Menschen spielen. Dafür gibt es zum einen die Möglichkeit im Netzwerk per TCP/IP zu spielen, oder aber an einem PC oder per Email.
Rundenbasierende Multiplayer Spiele klingen am Anfang zwar recht langweilig, jedoch hat Alpha Centauri hier einen guten Weg gefunden, zumindest das Spielen übers Netzwerk nicht langweilig werden zu lassen. Während ein Spieler seinen Zug macht, können die anderen Spieler zwar nicht ihre Einheiten bewegen, doch können Einheiten erstellt, Städte verwaltet und vieles mehr eingestellt werden. Einheiten bewegen kann jedoch nur der Spieler, der gerade am Zug ist.

Alpha Centauri wurde von Loki nach Linux portiert. Das Spiel erhält man zusammen mit dem Add-On 'Alien Crossfire' auf einer CD. Leider hat man sich dazu entschlossen das Spiel in einer DVD Hülle auszuliefern, so dass kein Platz mehr für ein Handbuch vorhanden ist. Dieses ist aber gerade bei solchen Komplexen Spielen sehr hilfreich und so muss man sich mit dem PDF-Online Handbuch auf der CD begnügen, dass man sich aber auch ausdrucken kann.

Man merkt dem Spiel jedoch schon seit Alter an, ist es doch schon fast seit 2 Jahren für Windows zu bekommen. Damals war schon ein Kritikpunkt die mittelmäßige Grafik und die hat sich auch in der Linux Version nicht verändert. Der Sound ist jedoch im guten Bereich.

Das Spiel installiert ihr mit dem Aufruf von 'setup.sh' auf der CD. Danach erscheint auch schon das wohl vielen bekannte Loki Installationsprogramm auf dem Bildschirm. Hier kann man nun das Zielverzeichnis auswählen und sich für die Größe der Installation entscheiden. Dabei nimmt die kleinste Installation 28MB und die größte 615 MB Plattenplatz in Anspruch. Nach der Installation kann man es einfach mit 'smacpack' starten.

Alpha Centauri benötigt mindestens einen Pentium Prozessor, 32 MB Speicher, ein 4fach CD Laufwerk und 30 MB Festplattenplatz. Es läuft ab einem Kernel 2.2 und ab XFree 3.2. Es empfiehlt sich aber XFree 4.0, da bei früheren Versionen von XFree noch kein Fullscreen Modus zur Verfügung steht.

Auch wenn die Grafik nicht auf dem neusten Stand ist, und oftmals nicht gerade zu einer guten Übersicht beiträgt kann man dieses Spiel jedem empfehlen, der gerne Strategiespiele spielt und einigermaßen gute Englisch Kenntnisse hat.

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Linux ist ein eingetragenes Markenzeichen von Linus Torvalds.
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