Warum habt Ihr Euch entschieden jetzt unter dem Namen PAIN IN THE ASS Musik zu machen und nicht einfach unter Eurem alten Namen den Musikstil zu verändern ?
Olli: "P.I.T.A. ist damals spontan nach einigen Sessionsaufnahmen entstanden. Wir haben 1997 in einem kleinen Studio in Braunschweig einfach mal einige Songs aufgenommen und die ganze Geschichte dann "Pain In The Ass" genannt. Wir selbst sehen es nicht so, daß wir hier andere Musik machen, denn viele von den Songs könnten auch auf einer "Surge" Scheibe sein. Die Songs sind Teilweise härter als einige Surge Sachen, weil wir halt zu dieser Zeit darauf Lust hatten. Eigentlich steckt nur Spass am Rocken dahinter, ob es jetzt einen anderen Namen trägt oder nicht, für uns bleibt es das Gleiche. ."

Wie seid Ihr auf den nicht alltäglichen Namen PAIN IN THE ASS gekommen und welche Bedeutung hat er für Euch ?
Olli: "Die Musik die wir machen wird nach wie vor nicht von jedem geliebt oder gar verstanden. Viele sind aber trotzdem unserer Musik, durch die Präsens auf Festivals oder hin und wieder im Musik TV ausgesetzt. Sicher werden auch oft konservative Nachbarn von uns genervt, denn unsere Musik dreht man ja ganz gerne mal auf. "Pain In The Ass" ist ja Slang für "das nervt, geht mir auf den sack, macht nur ärger u.s.w." und so fanden wir diesen Namen sehr passend für dieses Projekt. Der Name ist schön Plakativ und Laut wie die Songs halt auch zum Teil. Wir stehen halt auf so was. "

Was hat Euch dazu bewegt, den Musikstil derart stark zu verändern ?

Olli: "Die Frage kann man bei uns wohl immer und bei jeder Platte stellen die wir machen, denn wir sind nie gleich und verwenden nach wie vor viele Stilmittel. Wir wollen alle Seiten von uns ausleben und das sind einfach sehr viele. Manchmal kommen neue dazu mit den man nie gerechnet hätte und genauso soll das auch sein. Ich denke das ist auch einer der Gründe weshalb wir als Band noch existent sind und ja offensichtlich einige Leute ansprechen mit dem was wir da so alles machen. Warum sollten wir uns selbst limitieren. Wir haben halt das Glück uns nicht Festzufahren und gehen gern mal andere Wege.."


Wenn Ihr Kritiken über Eure Platte begutachtet z.B. www.plattentests.de und dort sage und schreibe 2 von 10 Points ergattert - Ist euch das egal, da die Leser Euch mit 6 von 10 Punken bewertet haben oder haltet ihr Plattenkritiken eh für eine subjektive Angelegenheit ?
Olli: "Es ist skurril, denn wenn man 1 schlechte zwischen 10 guten Kritiken bekommt nimmt man sich gerade die besonders zu Herzen. Man verfolgt das also schon. Im Falle der Plattentests.de Kritik handelt es sich jedoch um etwas anderes. Hier hat uns jemand rezensiert der offensichtlich nicht nur die Platte scheiße findet, sondern darüber hinaus uns auch versucht persönlich zu beleidigen. An Unsachlichkeit kaum übertreffbar werden wir hier ja total zerrissen. Der Typ, der das geschrieben hat, ist wahrscheinlich selbst mal Musiker gewesen, bei dem es nicht so geklappt hat und jetzt geht er halt so ab. Er soll kommen und sich mir vorstellen, dann reden wir in Ruhe darüber bevor wir ihn fesseln, mit Teer und Federn übergießen und dann mit einem großen Betonklotz an den Füßen in die Oker werfen. Wir sind nach 9 Jahren kritikfähig genug und uns Interessiert, ja auch was Leute so zu unserer Musik sagen, die sich damit befasst haben, aber wir denken nicht daran, wenn wir unsere Songs schreiben oder unsere Platten aufnehmen. Das wird sich auch nie ändern. "

Wie war für Euch bzw. für Olli die Zusammenarbeit mit den Emil Bulls, um den Song "Tomorrow I'll Be Back Home" für deren Album "Angel Delivery Service" aufzunehmen ?
Olli: "Wir lernten die Jungs letztes Jahr auf dem "Taubertal" Festival kennen und waren alle einer Meinung...geile Band. Es lag auf der Hand sie später zu Fragen, ob sie mit uns Touren wollten und dann lernte man sich halt ein bisschen besser kennen. Sie fragten mich dann, ob ich Lust auf den Track hätte und ich hatte halt einfach Bock auf die Sache. Ähnlich viel Spass hat mir dann auch der Remix für ihre Single "I'm leaving you now" gemacht. Warum also nicht.."

Wie steht Ihr überhaupt zum Medium Internet - für Euch als Künstler eine neue Möglichkeit z.B. ein Feedback von Euren Fans zu bekommen oder doch nur eine große Grauzone in der Musik wie Pornobilder getauscht wird ?
Olli: "Ich finde das Internet super und verbringe viel Zeit mit Surfen. Wie die Leute in diesen Chaträumen abgehen werde ich nie verstehen können und kann mir das nicht geben. Was das Mp3 Thema angeht kann ich mich dem Gememme der Industrie nicht anschließen und denke, dass es normal ist bei den CD-Preisen, dass sich die Kids das rippen und brennen. Die Industrie muss reagieren und die Preise einfach senken, dann kaufen sich auch wieder mehr Leute CD´s. Es ist ja schon ein Unterschied, ob man eine neue Scheibe samt Artwork u.s.w. seiner Lieblingsband, in den Händen hält oder eine miesere Mp3 Version mit ausgedrucktem Cover. Ich denke, es wird immer Leute geben, die das Original zu schätzen wissen. Ansonsten steigert die ganze Geschichte doch nur unseren Bekanntheitsgrad und es kommen vielleicht mehr Leute um uns live zu sehen. Wenn man das virtuell ersetzen könnte, erst dann hätten wir ein großes Problem. Ansonsten ist das Net natürlich ein guter Weg, um Kontakt mit den Fans zu halten. Es ist auch interessant, was unsere Leute so zu den Platten ins Gästebuch schreiben, denn es geht dann halt noch mal über eine Presserezension hinaus, wenn da jemand was schreibt, der sich schon länger mit unserer Musik befasst hat. Es wäre einfach Blind sich diesem Medium zu verschließen und es nicht zu nutzen

Welches sind Eure momentanen Top-Alben oder welche Bands machen für Euch Ø die momentan beste Musik ?
Olli: "Ist natürlich bei jedem von uns anders, aber was mich angeht stehe ich nach wie vor auf sehr unterschiedliche Bands. "Radiohead" ist neben "Portishead" immer noch einer meiner Lieblingsbands, aber auch Hip Hop Sachen wie z.B. die von "The Roots" oder "Mos Def" werden gerne von mir gekauft. Was harte Sachen betrifft halte ich immer noch "Refused" für eine der geilsten Hardcore Bands die es in jüngster Zeit gab."

Ist das Such A Surge - Projekt nun komplett gestorben ?
Olli: " Im Gegenteil. "Pain In The Ass" war nur ein wichtiger Schritt um festzustellen, ob wir nach 10 Jahren noch Lust haben zusammen Musik zu machen. Die Antwort auf diese Frage, die man sich nach so einer langen Zeit halt einfach mal stellen sollte, wurde aber mit "seit ihr bescheuert...natürlich geht es weiter" beantwortet und es wird sicherlich 2002 ein neues Surgealbum geben. Wir werden erst mal einiges klar machen, darauf kann man seinen kleinen Arsch verwetten."



"sPain"
VÖ: 30.Juli 2001
www.painintheass.tv

www.suchasurge.de

An dieser Stelle bedanken wir uns noch mal bei Pain in The Ass und deren Management für dieses Interview und wünschen ihnen viel Glück mit dem neuen Album.