
Photo : Departement für Biblische Studien
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Der zwerggestaltige
Bes
Amulett,
Fayence (43,7x21,6x12,1mm).
Universität Freiburg, Departement für Biblische Studien,
M.A. 1573. um 700 v. Chr.
Bes
erscheint hier in seiner seit dem Neuen Reich verbreitetsten Form, mit
dem massigen, untersetzten Körper und den stark verkürzten
Extremitäten eines achondroplastischen Zwerges, die Beine leicht
nach aussen gekrümmt, die Hände sind auf die Oberschenkel
gelegt. Zwischen den Beinen ist der Schwanz der Tierhaut zu erkennen,
die er über den Rücken gelegt hat. Der riesige Kopf erscheint
wie eine Maske, das Gesicht zeigt eine Fratze mit herausgestreckter
Zunge, ein typisch apotropäisches Element. Auf dem Kopf trägt
er die unter Hatchepsut vermutlich von der nubischen Göttin Anukis
übernommene Federkrone.
Mit Bes wird eine ganze Gruppe
von Gottheiten bezeichnet, die unter den verschiedensten Namen auftreten
und denen allen ein fratzenhaftes Gesicht und ein zwerghafter Körper
gemeinsam sind. Unter ihnen schien der Schutzgott Bes, dessen Name erst
seit der 18. Dynastie belegt ist, der beliebteste und wichtigste gewesen
zu sein. Er wird in der Spätzeit von den Griechen übernommen
und überlebt als einziger der altägyptischen, zwerggestaltigen
Götter bis in die christliche Zeit.
Zusammen mit der Nilpferdgötting
Thoëris wacht er über Geburt und Wochenbett. Er wird bei ausbleibendem
Nachwuchs um Fruchtbarkeit angerufen. Kinder schützt er vor Schlangen
und sonstigem Getier. Seine magische Kraft sollte auch Krankheiten und
böse Geister vertreiben.
Silvia
Hirsch
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