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Über das Denken

Ich denke, also bin ich?
© 1994 by ME


Cogito ergo sum.
(Rene Descartes)

Neulich hab ich mal wieder so vor mich hin gedacht, so über Denken und so, denk ich, daß ich darüber nachgedacht hab. Und da kam mir der Gedanke, denke ich überhaupt? Es heißt ja, ich denke, also bin ich, und ich bin ja, also muß ich ja auch denken, oder wie, oder was? Ich denke, das muß so sein. Aber nun stellt sich die Frage, bin ich überhaupt? Ich denke, daß ich denke, also müßte ich ja auch sein. Ja, ich denke, daß das so ist. Denk ich doch, daß ich bin, ich denk ja schließlich, oder nicht? Also denk ich nun, oder bin ich nicht?
Das verwirrt mich jetzt doch ein bißchen, denk ich.
Logischerweise muß ich ja denken, weil ich bin ja. Und da ich bin, denke ich. Wäre ich nicht, würde ich nicht denken, das ist logisch, denk ich doch.
Ich denke nicht, also bin ich nicht. Aber ich bin ja, also denke ich auch. Logisch.
Und wie wäre das, wenn ich jetzt aufhören würde zu denken? Dann müßte ich doch auch aufhören zu sein, müßte doch logisch sein, denk ich. Daraus läßt sich folgern, daß, wenn ich aufhöre zu denken, aufhöre zu sein. Klaro. Muß so sein. Das hieße dann ja, wenn ich jetzt tot umfallen würde, könnte das daran liegen, daß ich aufgehört habe, zu denken. Und wie wäre das dann mit dem Denken nach dem Tod? Gibt es ein Denken nach dem Tod?
Logischerweise müßte die Antwort Nein sein, denk ich mir mal so, weil wenn man tot ist, ist man ja nicht mehr, oder doch, oder was? Ich denke, ganz wissenschaftlich gesehen ist man, wenn man tot ist nicht mehr, was natürlich heißen würde, man denkt nicht. Ich denke schon. Ich bin nicht, also denke ich nicht. Völlig logisch. Und was ist dann nun mit dem Leben nach dem Tod? Gibt es das? Wenn das so wäre, würde das natürlich ganz andere Perspektiven des Denkens eröffnen. Leben heißt sein, und Sein heißt denken. Tod hingegen heißt nicht sein, also auch nicht denken. Würde ich so sagen. Infolgedessen würde Leben nach dem Tod denken trotz nicht sein bedeuten, denk ich mir. Müßte so sein. Das würde natürlich alles Logische über den Haufen werfen, denn irgendwie ist das doch unlogisch, oder etwa nicht? Dann würde natürlich auch alles, was bisher über das Denken nach dem Tod gesagt wurde zutiefst erschüttert, weil, dann würde es doch das Denken nach dem Tod geben. Ich denke, das ist doch irgendwie noch verwirrender als vorher.
Ich denke, ich sollte eine kleine Denkpause einlegen - Moment! Wenn ich nun eine Denkpause einlege, müßte ich doch auch eine Seinpause einlegen, denk ich. Aber geht das denn überhaupt, eine Seinpause einlegen? Ich denke, eine Denkpause ist denken, dann kurz oder länger nicht denken, und dann wieder weiterdenken. Aber nicht denken ist doch auch nicht sein, oder nicht? Und ich denk doch, nicht sein heißt tot sein, und wenn man nicht denkt, ist man nicht, was zur Folge hat, das eine Denkpause auch eine Seinpause sein müßte, und in einer Seinpause wäre man dann ja für kurze Zeit nicht, oder wie? Aber von kurz tot sein, und dann wieder sein hab ich, denk ich zumindest, noch nie etwas gehört.
Man, ich denk, ich denk mich noch mal tot. - Tod denken? Das verwirrt mich wieder, denk ich. Ich dachte, das heißt, ich denke, also bin ich. Also müßte man, um sich tot zu denken, solange denken, bis man nichtmehr denkt. Aber ich denk, das geht doch nicht, oder doch? Wenn ich allerdings so nachdenke, vielleicht geht das doch, aber dann müßte man solange denken, bis man an Altersschwäche stirbt, weil dann wäre man ja nicht mehr, und man hat solange gedacht, bis man nicht mehr ist, man hätte sich also totgedacht. Aber würden wir uns dann nicht alle totdenken? Aber ich denke doch, es heißt, ich denke, also bin ich. Dann müßte jeder, der noch ist auch denken, oder wie? Weiter denke ich mir, daß jeder, sobald er stirbt aufhört zu denken, denk ich mir. Daraus ließe sich der Schluß ziehen, daß jeder solange denkt, wie er ist, und wenn man tot ist, ist man nicht mehr, was zur Folge hat, daß man nicht mehr denkt. Jeder denkt, bis er nicht mehr denkt beziehungsweise nicht mehr ist. Total logisch. Ich denke, wenn ich so darüber nachdenke, denken wir uns wirklich alle zu Tode. Müßte doch so sein, oder nicht? Wenn ich richtig denke, ist das richtig.
Ich denke, das ist ein neuer Punkt: Gibt es überhaupt ein Richtig- und ein Falschdenken? Ich denke, jetzt denken manche, falsch denken Leute, die zum Beispiel kriminell sind. Aber wenn man darüber nachdenkt, muß das ja nicht unbedingt so sein. Weil die Leute, die aus der Sicht anderer falsch denken, denken, daß sie richtig denken und die anderen falsch. Ich denke, das könnte man auch umdrehen: Die anderen, die denken, daß die Leute falsch denken, die kriminell sind, denken sie denken richtig, obwohl die Leute, die sie für kriminell halten, denken, daß sie falsch denken, oder so.
Also ich denke, denken ist denken, denk ich mir. Wer denkt, ist, das ist klar. Aber was, wenn es richtig und falsch denken gäbe? Würde dann wer richtig denkt auch richtig sein und wer falsch denkt falsch sein? Ich denke, das geht so nicht. Nein, nein. Dann müßte ja jeder, der falsch dachte, wenn er tot ist, nicht falsch sein, und wer richtig dachte, wenn er tot ist, nicht ganz richtig sein.
Oh, ich denke das Wort "ganz" im vorhergehenden Satz verwirrt ein wenig. Denken sie sich dieses Wort einfach weg und lesen sie den Satz noch einmal. Ich denke, dann kommt der Grundgedanke dieses Satzes besser rüber. Ich denke, wir waren bei falsch gedacht und nicht falsch sein und bei richtig gedacht und nicht richtig sein stehengeblieben, denke ich. Demnach müßten die Leute, die falsch denken, solange sie sind allerdings richtig sein und diejenigenwelchen, die richtig denken, falsch sein, weil das Gegenteil von nicht sein sein ist und das Gegenteil von falsch richtig ist und umgekehrt. Irgendwie schon wieder verwirrend, denke ich.
Trotzdem denke ich, daß das mit dem Richtig- und Falschdenken nun Jedermann klar sein sollte, oder etwa nicht, oder wie?
Wenn wir nun schon das Totdenken abgehandelt haben, denke ich, wie müßten auch mal das Gegenteil davon betrachten. Wie ist das mit neugeborenen Kinder oder auch mit noch nicht geborenen Kindern? Denken die auch schon? Theoretisch müßte dem so sein, weil die sind ja, und wer ist, denkt, denke ich doch. Aber ich denke mir mal so, wer denkt, hat ein Bewußtsein, was zur Folge haben müßte, daß er sich erinnern kann, wenn auch nicht an alles, aber doch an einiges. Müßte so sein. Ich aber denke doch, daß ich mich nicht an mein erstes Lebensjahr erinnern kann, geschweige denn die Zeit davor. Völlig unmöglich. Aber das müßte theoretisch möglich sein, weil ich war ja, also hätte ich auch denken müssen und müßte mich nun daran erinnern, oder nicht? Aber wie soll das denn gehen? Sein aber nicht denken?
Ich denke, daß wir nun an einem Punkt angelangt sind, an dem es Zeit wird eine neue, verbesserte These aufzustellen. Nachdem, was bisher alles abgehandelt worden ist, müßte die neue These folgendermaßen sein - Wie kann denn eine These sein? Denkt die auch? Ich denke nicht, daß dem so ist, denk ich nicht. Aber das nur nebenbei gedacht. Nun ersteinmal die neue, verbesserte These:
Zuerst denke ich nicht, obwohl ich bin, dann denke ich, also bin ich, dann denke ich mich zu Tode und danach werde ich vielleicht denken trotz nicht zu sein.
Das müßte die neue, verbesserte These sein.
Also irgendwie bin ich immer noch am Nachdenken, wieso eine These sein kann, wo die doch nicht denkt, oder denkt die etwa doch? Ich denke eigentlich nicht. Aber was, wenn doch? Was wäre dann mit all den anderen Gegenständen, die es so gibt? Die sind doch auch alle, denk ich mir so. Denken die denn auch? Ich denke, also bin ich. Ich bin, also denke ich. Wenn die also sind, müßten die doch auch denken, oder wie, oder was? Wenn die denken, müßten sie dann ja auch ein Bewußtsein haben. Na klar. - Aber das wäre ja eine völlig neue Weltperspektive! Das würde ja heißen, alles würde denken! Was dann wohl der Computer denkt, auf dem ich gerade herumhämmere? Oder das Blatt Papier, das mit diesem Text bedruckt wird? Oder was denken sich öffentliche Toiletten so...

Vorläufiges Ende, denke ich.

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