Isis
Lactans
Terrakotta.Universität
Freiburg, Departement für Biblische Studien.
S pätkaiserzeitlich (Ende 2./3. Jh. n. Chr.).

Photo
: Universität
Freiburg, Departement für Biblische Studien
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Isis
sitzt auf einem Thron mit hoher Rückenlehne, auf den zu beiden Seiten
der Göttin Opferkuchen (?) gelegt wurden. Sie ist in einen langen,
bis zu den nackten Füssen fallenden Chiton gekleidet. Von dem üblicherweise
über die Schulter gelegten Fransentuch ist hier lediglich der Knoten,
der sog.Isisknoten, über der rechten Brust zu erkennen.
Die
Göttin trägt eine in der Mitte gescheitelte Lockenfrisur, deren
gedrehte Lockensträhnen auf die Schulter herabfallen. Auf dem Kopf
trägt sie- kaum sichtbar - die aus einer Sonnenscheibe mit der Federkrone
zwischen den hohen Kuhhörnern bestehende und von der Göttin
Hathor übernommene Isiskrone.
Der
nackte Harpokrates (= Horus, das Kind) liegt auf ihrem Schoss mit angewinkelten
Beinen, der linke Arm fällt locker herunter. Das Kind saugt an der
linken Brust der Mutter, die das Gewand geöffnet hat und ihm mit
ihrer Rechten die Brust zum Trinken reicht.
Das seit der Spätzeit bekannte
Schema der säugenden Isis, das übrigens nicht nur der Göttermutter
vorbehalten ist, sondern sich häufig auch bei menschlichen Mutter-Kind-Gruppen
wiederfindet, wird in hellenistischer Zeit durch Veränderung des
Gewandes und der Frisur leicht modifiziert, wobei als Vorbild die Kultstatue
der Isis in Alexandria angenommen wird. Das Motiv gelangte über die
koptische Kunst in Ägypten in den Westen und nach Byzanz und lebt
in dem allseits bekannten christlichen Motiv der Maria lactans
weiter.
Die
Darstellungen der säugenden Isis waren ein beliebtes Motiv der Terrakottaproduktion
des 2. und 3. nachchristlichen Jahrhunderts. Es erscheinen auch Varianten
mit der Isis, die den Apisstier, den Sohn der Hathor, säugt. Aus
stilistischen Gründen, vor allem in der Augenbildung, ist diese Terrakotta
an das Ende der Hochproduktion dieses Typs anzusetzen. Das verwaschene
Relief der Figur zeugt von einer langen Laufzeit dieser Komposition, was
die Beliebheit dieser Terrakotten und der Isis als Göttermutter beim
Volk belegt.
Silvia Hirsch
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