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  Mundart des unteren Niederrhein

 

NEU!!! Aussprache des Kleverländischen

Möchten Sie Platt lernen? Ein erster Schritt wäre es vielleicht, sich mit der Aussprache vertraut zu machen. Hier finden Sie einige von mir zusammengefasste Regeln. Demnächst vielleicht ein kleiner Anfänger-Kurs (Kleefs för hoochdeutsh-proatas).

Links zu Seiten mit niederrheinischem und nord-limburgischem  Platt

(aktualisiert am 1.3.00)

Die bekannteste Band Americas kommt aus Nord-Limburg und singt manchmal auf Platt:
Rowwen-Heze
"Tösse sess an söwe" (Homepage der Mundartsendung von "Antenne Niederrhein") Vielleicht gibt's ja bald Platt-MP3s zum Runterladen...
Sascha Rogmann: Was ist eine Toffel?
- die sich langsam entwickelnde Mundart-Seite
  Schlachte (Geldern)
Das rheinische Platt (Beschreibung der rheinischen Sprachlandschaft von 1877)

  Schloß Moyland (68469 Byte)

 

Kleverländisch und die niederländischen Mundarten

Die Mundarten der Niederlande und (das flämischen) Belgiens lassen sich grob in fünf Gruppen einteilen:
  • friesische Mundarten (gesprochen u.a. in Noord-Holland und Friesland)
  • sächsische Mundarten (gesprochen im nord-östlichen Teil der Niederlande "gönnekant" der Ijssel)
  • holländisch-fränkische Mundarten im engeren Sinne (gesprochen in West-Flandern, Zeeland, Zuid-Holland, in Utrecht und auf der Veluwe)
  • brabantisch-fränkische Mundarten (gesprochen in Brabant, Oost-Flandern, und dem Rijk von Nijmegen)
  • Limburgisch-fränkische Mundarten (gesprochen in den beiden Limburgs und in Eupen)

Es besteht eine enge Verwandtschaft zu vielen deutschen Mundarten:

  • Die friesische Sprache ist auch in Teilen Niedersachsens und Schleswig-Hollsteins verbreitet.
  • Sächsische (=niederdeutsche) Mundarten werden in Niedersachsen (wie der Name schon sagt), in Schleswig-Hollstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg gesprochen.
  • Der Dialekt des südlichen Niederrheins wird zu den limburgisch- fränkischen Mundarten gezählt. Zu dieser Mundartgruppe gehört auch der in Düsseldorf, Mettmann, Solingen und Remscheid geprochene niederbergische Dialekt.
  • Das Kleverländische schließlich ist Teil der brabantisch-fränkischen Mundarten.

Manch alter Niederrheiner ist verwundert, wenn er zum ersten Mal nach Antwerpen oder Brüssel kommt und den dort gesprochenen Dialekt besser versteht als die holländische Hochsprache (ANB). Da sich die Verbreitung der brabantischen Dialekte über den unteren Niederrhein, Nord-Limburg, Nord-Brabant bis nach Belgien (Brabant und Ost-Flandern) zieht, ist hier aber kein Anlaß zum Erstaunen gegeben.

 

Die Mundarten des Niederrhein

Die kaum noch gesprochenen Dialekte am Niederrhein lassen sich grob in zwei sehr unterschiedliche Gruppen einteilen:
  • Das am unteren Niederrhein gesprochene "Kleverländisch" und
  • die südniederfränkischen Mundarten des mittleren und südlichen Niederrheins.

Diese beiden Mundartgebiete sind so unterschiedlich, daß zwei ausschließliche Mundartsprecher aus den beiden Regionen sich möglicherweise gar nicht verständigen könnten. Man kann daher durchaus berechtigt feststellen, daß es nicht eine sondern mindestens zwei (wenn auch verwandte) niederrheinische Mundarten gibt.

Diese Seite beschäftigt sich mit dem Kleverländischen (Cleefs), d.h. der Mundart des unteren Niederrhein, einer Region, die sich historisch betrachtet aus Teilen des ehemaligen Herzogtums Kleve, der Grafschaft Moers, des Oberquartiers des Herzogtums Geldern und drei weiteren kleinen Territorien zusammensetzt. Es wäre daher eigentlich gerechter (aber auch umständlicher) von einer "Kleverländisch - Gelderländisch - Grafschafter - Mundart" zu sprechen.

Das Kleverländische ist eine sogenannte niederfränkische Mundart. Sie ist mit der (ebenfalls niederfränkischen) niederländischen Hochsprache verwandt. Die große Distanz des Kleverländischen zum Niederländischen einerseits insbesondere aber von der Deutschen Hochsprache andererseits, rechtfertigt es auch, Kleverländisch als eigene Sprache anzusehen.

Die jahrhundertelange Zugehörigkeit der wichtigsten Länder des unteren Niederrhein zum (deutschsprachigen) Preußen, die Diskriminierung des Kleverländischen an den Schulen und die fatale Betrachtung der Mundart als Sprache der einfältigen Landbevölkerung und Habenichtse, hat inzwischen zu einem weitgehenden Verschwinden dieser Sprache geführt.

Trotz dieses Verlustes der eigenen Sprache entwickelt der Niederrhein etwa seit Anfang der 90er Jahre eine gewisse Dynamik bezüglich seines regionalen Selbstbildes. So hat sich das ehemals kleverländische Gebiet (die heutigen Kreise Kleve und Wesel sowie die Stadte Duisburg) inzwischen zumindest für seine touristische Vermarktung zu einer sogenannten "Region NiederRhein" zusammengeschlossen. Und auch am mittleren und südlichen Niederrhein, der unter dem zusätzlichen Problem leidet, teilweise (Kreis Heinsberg) zu einem anderen Regierungsbezirk zu gehören, scheint inzwischen eine ähnliche Entwicklung in Gang zu kommen.

Ob und inwieweit die alte Sprache des Niederrhein für das regionale Selbstverständnis der Region noch eine Rolle spielen muß, ob sie in den nächsten Jahren vollständig verschwindet, oder ob es gar irgendwann einmal ein Wiederaufleben der niederrheinischen Mundarten geben wird, muß heute reine Spekulation bleiben - oder wie der Niederrheiner in einem solchen Fall zu sagen pflegt:

"Et zal zech wäl wiize, zet den Aalden teggen den Griizen..."

 

Weitere Mundart-Seiten?

Nachdem die Xervis-Seiten von uns gegangen sind, sieht die Link-Liste inzwischen doch recht mager aus. Gibt es noch irgendwo Seiten mit (über) Mundart des unteren Niederrhein, die ich übersehen habe?  Schicken Sie mir die Adresse bitte als Mail, damit ich die Liste vervollständigen kann. mueskens@geocities.com.

 

 

Ihre Werbung auf dieser Seite?

Wir freuen uns über Werbeangebote von Firmen mit eindeutigem Bezug zum Niederrhein.  mueskens@geocities.com.

 

 

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