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20. Dezember 2002, 02:10, Neue Zürcher Zeitung

Kasten: PC-Geschichte als Poster

Als der PC noch jung war

Längst vergessen: der Micral-N

Vor 30 Jahren wurde in Europa der erste PC vorgestellt. Neun Jahre vor dem ersten IBM-PC, drei Jahre vor dem ersten Apple-Rechner und zwei Jahre vor dem Mits Altair, der fälschlicherweise oft als der erste PC bezeichnet wird, lieferte am 15. Januar 1973 die französische Firma R2E (Réalisation et Etudes Electroniques) einen Micral-N genannten Microcomputer fertig montiert aus.

Am 15. Januar 1973 lieferte die französische Firma R2E (Réalisation et Etudes Electroniques) den ersten Kleinrechner aus, der nicht als Bastelsatz vertrieben wurde. Der Micral-N getaufte Rechner wurde fix und fertig verschraubt ausgeliefert und war der Rechner, der den Begriff Microcomputer prägte, unter dem in Folge kleine, billige und einfach erweiterbare Kleinrechner zusammengefasst wurden.

Der modular aufgebaute Micral besass ein Bussystem, Pluribus genannt, das mit Steckkarten für den Arbeitsspeicher und den Prozessor sowie für die seriellen und parallelen Ports bestückt wurde. Als Prozessor verwendete man den mit 500 KHz getakteten Intel 8008, einen auf 8-Bit-Betrieb «aufgebohrten» Intel 4004, den keiner der etablierten Computer- und Terminal-Produzenten einsetzen wollte, weil er zu langsam war.

Spezialanfertigung für die Schule

Mit einem Team von drei Mitarbeitern schuf der Ingenieur François Gernelle rund um den 8008 eine veritable Rechnerfamilie, die nacheinander alle Prozessoren einsetzte, die preisgünstig und doch (für ihre Zeit) leistungsstark waren. Nach dem 8008 kamen 8080, Z80, 8088 in die Micral-Gehäuse. Bereits im Jahre 1974 wurden die Micral-Rechner mit einer eigenen separaten Tastatur ausgeliefert. 1975 kamen die ersten Varianten mit Festplatte auf den Markt, und 1976 folgte der erste Micral, der als Multiprozessor- System arbeitete. Als besonders erfolgreich erwies sich die Serie G, eine Anfertigung speziell für den Schulunterricht.

Die ersten Micral-N gingen im Januar an das INRA (Institut National de la Recherche Agronomique), das nicht genug Geld hatte, die damals allgemein verwendeten Minicomputer von Digital Equipment, die PDP-8, zu kaufen. Der von R2E gefertigte Micral-N kostete 8500 Francs. Als Betriebssystem kam das selbst entwickelte Sysmic zum Einsatz, ein «System-Moniteur», das nach und nach zu einer umfassenden Mischung aus Betriebssystem und Programmiersprache ausgebaut wurde, die 1978 den Namen Prologue erhielt und frühzeitig das Multitasking beherrschte. R2E baute etwa 90 000 Einheiten in der Micral-Reihe, die vor allem an Universitäten und Schulen das Fach Informatique aufblühen liessen.

Maschinenstürmer

Zu denen, die am Micral-N ihre Grundausbildung genossen, gehörte Philippe Kahn, der später in den USA die Firma Borland gründete und mit dem auf dem Micral entworfenen Turbo Pascal Erfolge feierte. Für Kahn war der Micral das leuchtende Beispiel, wie man abseits amerikanischer Standards Erfolge feiern konnte.

Diese Sicht der Dinge pflegt auch François Gernelle, der «Vater» der Micral-Rechner. In seinen Erinnerungen spricht Gernelle, der am 20. Dezember seinen 58. Geburtstag feiert, vom «luddisme américaine». Dem amerikanischen Maschinensturm fielen Gernelles Rechner zum Opfer, als der Bull-Konzern 1983 die Firma R2E übernahm und auf das Betriebssystem MS-DOS standardisierte. Mit seinen Rechnern ist Gernelle, der ein Patent für die Bustechnik und das Steckkartenprinzip hält, nie reich geworden.

Vier Jahre dauerte ein aufwendiger Prozess, den Gernelle gegen André Truong führte, den Inhaber von R2E. Jahrelang liess sich Truong als Erfinder des Microcomputers feiern, bis Gernelle seine Sicht vor Gericht durchsetzen konnte. Im Jahre 1975 bot der amerikanische Computerbauer dem Erfinder und dem Inhaber jeweils zwei Millionen Dollar für die Micral-Technik und das Betriebssystem Prologue. Truong verlangte das Doppelte für sich und brachte damit die so gut wie beschlossene Übernahme zum Scheitern.

Detlef Borchers

PC-Geschichte als Poster

set. Wann die Geburtsstunde des Personalcomputers geschlagen hat, bleibt eine Frage der Definition. Der oft als erster PC bezeichnete Rechner Mits Altair 8800 von 1975 war nur als Bastelset erhältlich. Der Apple I ist nur in 50 Stück gebaut worden; gemessen am Kriterium der breiten Verfügbarkeit kann man den Apple II von 1977 als ersten kommerziellen PC bezeichnen. Der Branchenkenner Robert Weiss, bekannt für seinen jährlichen Report des Schweizer PC-Markts, hat das 25-Jahr-Jubiläum des Apple II zum Anlass genommen, die Meilensteine der PC-Geschichte auf einem Poster von 90×138 cm zu bebildern. Gegen 1200 Ereignisse werden mit Kurztexten, 420 Abbildungen, Grafiken und Tabellen in einer Zeitachse gegliedert. Der detaillierte Rückblick greift auch Ereignisse der Kommunikationstechnologie und Unterhaltungselektronik auf. So zeigt das Poster (www.robertweiss.ch) etwa, dass 1977 auch die Firma Atari ihr erstes Video-Computer-System ankündigte, in Autoradios erstmals Sendungen auf Mittelwelle und UKW empfangen werden konnten - und Elvis Presley starb.

 

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