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Rundwanderung über Rotenberg und Uhlbach mit Fellbach als Ausgangspunkt


Route und Informationen:


Wanderweg: ca. 15 km
Wanderzeit: ca. 4,5 Stdn.

Die Wanderung kann in verschiedene kleinere Etappen aufgeteilt werden, die auch in umgekehrter Richtung gegangen werden können.

Von der Genossenschaftskelter wandern wir in Richtung Kappelberg (rot) und nach ca. 300 m an der Straßnabzweigung steil bergan bis zum Gasthaus "Wald schlößle". Vom "Waldschlößle" führt der leicht ansteigende Weg geradeaus weiter (rot, Richtung Kernenturm), an Hinweis tafeln des Natutlehrpfades vorbei, bis zur "Abgebrannten Linde". Von dort geht der Weg abwärts in Richtung Rotenberg, ein gerahmt von mächtigen Eichen und Buchen, bis zum Waldrand (rot). Auf dem Sträßchen weiter er reichen wir bei den Parkplätzen den höchsten Punkt. Kurz danach links ab: Ein Weg führt zum Aus sichtsplatz auf dem Spielplatzgelände. Auf dem Rückweg geht's vor der Straße abwärts und nach ca. 50 m links über Wiesengelände zum StubensandsteinAufschluß "Egelseer Heide".

Zurückgekehrt auf die Straße wird, immerzu abwärtsgehend, bald das Dorf erreicht. In Rotenberg, das wohl als Ansiedlung von Leibeigenen der früheren Herrscher entstand und seinen Namen von der roten Farbe des Keuperbodens hat. führt der Weg bei der Bushaltestelle links aufwärts zur Grabka pelle (rot).

Der Rückweg von der Kapelle biegt kurz nach der Eingangspforte rechts ab und verläuft nach ca. 50 m steil hinunter nach Uhlbach (rot). Bald erreichen wir den alten Ortkern mit der Kirche und dem Urbanbrunnen.

Weiter geht dann der Weg rechts am Museum vorbei (blau) durch Herrengasse und Weinberge, mit schönem Blick auf Uhlbach und die Grabkapelle, steil aufwärts zum "Tor". Dort sehen wir noch die Reste der "Sieben Linden", die dem Platz den früheren Namen gaben. Nun wandern wir weiter in Richtung Kappelberg (rot) zur backsteinSchutzhütte. vorbei an Wein und Kleingärten, bis zur Wegkreuzung am Waldrand und zum Spielplatz. Von hier aus bringt uns die Wanderung auf bekan ntem Weg zurück über die "Abgebrannte Linde" und das "Waldschlößle" zur Genossenschaftskelter.


Infos

Auf dem Weg zum "Waldschlößle" sehen wir links und rechts die Wasserbehälter, die von der Landeswasserversorgung gespeist werden. Das "zweite Bein" der Fellbacher Wasserversorg ung sind die beiden Wassertürme im Hartwald nördlich von Oeffingen, denen Bodenssewasser zufließt.

Ein großer Laubbaum verdunstet an einem Tag viel Wasser und entzieht dabei seiner Umgeb ung Wärme. Das bewirkt im Sommer die angenehme Kühle unter Bäumen. Überhaupt sind Bäume recht vielseitig: Schalldämpfung und Sauerstoffproduktion ergeben eine spürbare Ver besserung des Kleinklimas. Denkt man auch noch an die Schönheit eines Baumes, dann müßte jedes unnötige Fällen eines Baumes in Wohngebieten den Protest der Bürger hervorrufen. Beim Spielplatz stehen wir auf Stubensandstein, der auch die Spitze des 40 m tiefer liegenden "Württemberg" bildet. Der Grund für diese Höhendifferenz ist eine geologische Verwerfung, die quer durch Rotenberg verläuft. Von unserem Aussichtsplatz aus sehen wir die Schwäbische Alb, die FilderHochfläche und das Neckartal.

Bei der "Egelseer Heide" erkennen wir am Geländeabriß die Schichtungen, die ein Strom vor ca. 200 Millionen Jahren abgelagert hat.

Die Grabkapelle läßt uns verweilen: Der Blick schweift über die bereinigten Rebfluren ins Neckartal.

Der "Württemberg", der unserem Land mit den Namen gab, trug einst die Stammburg des württembergischen Herrschergeschlechts. Im 11. Jahrhundert errichtet, wurde sie mehrere Male zerstört und wieder aufgebaut. Im Jahre 1819 ließ sie König Wilhelm 1. abbrechen und an ihrer Stelle die Grabkapelle für seine Frau Katherina erbauen.

Der Älteste dieses Geschlechts war Konrad von Wirtemberg, der erstmals 1092 erwähnt wur de. Nachdem im Jahre 1268 das Herzogtum Schwaben unter den Staufern herrschaftslos ge worden war, kamen die Jahrhunderte der kleinen und kleinsten Fürstentümer sowie sonstiger weltlicher und kirchlicher Herrschaftsgebiete. Der Egoismus der Herrschenden ging meist auf Kosten der rechtslosen und geschundenen Bevölkerung. Die Nachfolgerschaft Konrads ver mehrten ihren Landbesitz mit Kauf, Tausch, Erbschaften und Eroberungen beträchtlich.

Bis zur französischen Revolution, Ende des 18. Jahrhunderts, hatte sich ein ziemlich geschlos senes Herzogtum Württemberg im Bereich des oberen und mittleren Neckars gebildet. Im Jahre 1805 überstellte Herzog Friedrich mehrere tausend württembergische Soldaten an Napoleon. Er erhielt dafür 1806 ein wesentlich vergrößertes Land und die Königskrone.

Fast 150 Jahre vergingen, bis das Bundesland BadenWürttemberg gegründet wurde. Im Dezember 1951 stimmten 70% der Badener und Württemberger für diese Lösung.

Urban ist der Schutzpatron des Weines, der Weingärtner und Küfer. Uhlbachs schönstes Fach werkRathaus aus dem Jahre 1612 und die vorbildlich renovierte Kelter sind Sehenswürdigkei ten. Ein Besuch des Museums, das in der Kelter untergebracht ist, macht mit alten Grätschaf ten des Weinbaus und Kelterei bekannt, ebenso mit Gläsern aus der Römerzeit. Dem Museum angeschlossen ist eine Weinprobierstube.


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