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Färberdistelfrüchte
Faulbaum(rinde)
Fegekraut
Fenchel
Fetthenne
Fichte
Fingerhut
Fliederblüten siehe Holunderblüten
Flohwegerichsamen siehe Spitzwegerrichkraut
Frauenmantel(kraut)
Fruchtmispel





























Latein:




Fingerhut Digitalis purpurea



Die stolze Pflanze, die in den Mittelgebirgen mit ihren Blüten ganze Berghänge in einen rotleuchtenden Schein taucht, trägt in Wales den Namen »Menyg-Ellyllon«, das ist Elfenhandschuh; denn mit der Geisterwelt soll sie in enger Beziehung stehen. Und so grüßt sie jedes überirdische Wesen, das vorübergeht, mit einem Neigen ihres Stengels. Siehst du also zur Sommerzeit an duftender Berghalde den leuchtenden Fingerhut. sich leise bewegen, erkenne den Gruß des blühenden Waldkindes an die unsichtbaren Geister des Elfenreiches.

Es nimmt nicht wunder, dass diese edle Blume seine eigene Geschichte hat. Sie findet sich mit aller Anmut aufgezeichnet in dem historischen Blumen-Gärtner des Herrn Louis Liger, 1716, den er »mit sonderbahrem verfertigte«, und lautet: »Als Juno eines Tages nicht wußte, womit sie sollte eine beliebte Zeit-Verkürzung machen, fienge sie Tapeten an zu und nahm nach Art der Näherinnen einen Fingerhuth, damit sie sich Finger mit der Nähnadel nicht möchte verletzen.

Man weiß aber nicht eigentlich, durch was vor eine lustige Begebenheit den Fingerhuth auf die Erde verschüttete; einige sagen, dass Jupiter bey Lust ihr selben genommen und weggeworffen; andere wollen behaupt Momus habe so lächerliche Begebenheiten erzehlet, daß Juno in dem starcken Lachen die Arme und Hände so starck bewegt, dass er abgefallen. mag aber sein, wie es will, der Fingerhuth lag auf der Erde.

Juno wurde über den abgefallenen Fingerhuth ganz verdrüßlich und unwillig, dass alle anwesenden Gottheiten sie verliessen. Jupiter aber versprach ihr, damit er sie einigermassen zufrieden stelle, diesen vom Himmel auf die Erde gefallenen Fingerhuth in eine Blume zu verwandeln, welches er auch zu Werck richtete und der Blume sowohl die Gestalt, als den Nahmen eines Fingerhuths gab.«

Für den Arzneischatz ist Digitalis eine der wichtigsten Pflanzen; man kann Sie sogar in manchen Fällen von Herzzuständen als Lebensretterin bezeichnen. So findet sie in der wissenschaftlichen Medizin eine starke Verwendung während die Volksmedizin sie wegen des hohen Giftgehaltes gar nicht gebraucht. Auch die Apotheken dürfen ohne ärztliche Rezepte keinerlei Digtalispräparate abgeben.

Zur Verwendung kommen die Blätter ohne Blattstiele; auch die starke Mittelrippe wird vor dem Trocknen entfernt.

Die Homöopathie bedient sich zur Herstellung ihrer Essenz ebenfalls der von der Blüte geschnittenen frischen Blätter.

Karl Stauffer hält in seiner klinischhomöopathischen Arzneimittellehre Digitalis für angezeigt bei Herzschwäche, Klappenfehlern mit Kompensationsstörungen, bei schwachem, beschleunigtem, aussetzendem Puls. Besonders hervorzuheben ist: Digitalis wirkt kumulativ, das heißt die Wirkungen werden gespeichert. »Deshalb darf sie nie zu lange fortgegeben werden, Bettruhe sollte bei Digitalis angeordnet werden, wenn es sich um Herzschwäche handelt« (Stauffer).

Die Pflanze wird meterhoch, zuweilen sogar noch höher. Die filzig behaarten, eiförmigen Blätter erscheinen in der Nähe der Blüten immer schmäler und kurzstengeliger; die obersten sind sogar sitzend. Die glockigen purpurroten Blütenkronen stehen in einer einseitswendigen Traube und besitzen zum Anlocken der Insekten Saftmale und auf der Innenseite hellumrandete dunkle Punkte.

Die Heimat des Fingerhuts ist das westliche Europa. Die Pflanze liebt besonders Gebirgsgegenden.

Färberdistelfrüchte (Fructus Carthami tinctoriae)



Die Färberdistel (Saflor, wilder Safran, Carthamus tinctorius) ist eine Heilpflanze im weiteren Sinne. Ihre gerstenkorngroßen Früchte enthalten ein in der Diätetik hochgeschätztes, weil hochungesättigtes fettes Öl.

Die bereits vor über 3500 Jahren im alten Ägypten als Farbstofflieferant angebaute Saflor-Distel wird jetzt im großen Maßstab in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Südostasien kultiviert.

Distelöl enthält von allen Speiseölen am meisten Linolsäure, die wichtigste essentielle Fettsäure, nämlich über 70%. Zum Vergleich: In Olivenöl sind hiervon nur bis zu 15%.

Distelöl wird diätetisch unter anderem empfohlen bei Leber- und Gallenbeschwerden und Diabetes. Wegen seines neutralen nur leicht nussartigen Geschmackes ist es wie jedes andere Speiseöl verwendbar.

Tagesdosis für Erwachsene: 40 Gramm (an Stelle anderer Fette).

Faulhaumrinde (Frangulae Cortex Cortex Frangulae)



Heilanzeigen: Darmträgheit, Verstopfung. Wirkung auf den Dickdarm.

Dieses Gelbholz oder Pulverholzrinde genannte Gewächs ist im Unterholz unserer lichten Wälder zu finden, in feuchten Auen und Moorböden, an Bachufern, Gebüschen, Feldrainen und im Bergland bis ca. 1000 m. Im Frühjahr wird die junge Rinde geschält und vor der Verwendung unbedingt 1 Jahr gelagert. Dann erst klein schneiden und zur Teezubereitung aufbewahren.

Zubereitung/Anwendung: 1 Teelöffel voll Schnittdroge wird in einer Tasse mit kochendem Wasser überbrüht und nach 5 Minuten abgeseiht. Durch Zusatz von etwas Fenchel werden Geschmack und Wirkung verbessert. Man trinkt täglich 1 -2 Tassen. Die milde und beschwerdefreie Wirkung tritt erst nach etwa 8 (!) Stunden ein.

Man kann auch 1/2 Teelöffel voll gepulverter Droge, in etwas Flüssigkeit aufgeschwemmt oder in einer feuchten Oblate eingehüllt, einnehmen. Die Droge ist praktisch frei von Nebenwirkungen, sofern sie mindestens 1 Jahr lang abgelagert ist oder 1 1/2 Stunden auf 100 Grad erhitzt wurde, worauf der Fachhandel zu achten hat. Frische Faulbaumrinde verursacht Brechreiz und Darmkoliken.

Inhaltsstoffe: Frangulin, Glucofrangulin, außerdem Gerbstoffe, welche die Abführwirkung leicht bremsen und so die milde Gesamtwirkung der Droge bedingen.

Herkunft: Häufig im Unterholz feuchter Wälder Europas.

Botanik: Deutscher Name: Faulbaum (vom fauligen Geruch frischer Rinde), Pulverholz (früher zur Schwarzpulverherstellung verwendet), wissenschaftlicher Name: Rhamnus frangula (= Frangula alnus), Familie: Faulbaumgewächse. Unscheinbar grünlich blühender Strauch, dessen dunkle Rinde hellgrau gepunktet ist. Die ebenfalls abführenden schwärzlichblauen Beeren erreichen knapp die Größe von Heidelbeeren.

Amerikanische Faulhaumrinde, auch als Cascara sagrada oder Sagradarinde bekannt (wissenschaftlicher Name Rhamnus purshianus), ähnelt in der Wirkung der bei uns häufiger verwendeten heimischen Faulbaumrinde. Auch Sagradarinde muss vor der Anwendung erhitzt oder genügend lang abgelagert worden sein.

¨ Anmerkung: Auch pflanzliche Abführmittel sollten nicht länger als höchstens einige Wochen ununterbrochen angewendet werden. Vielmehr sollte durch Kostumstellung (Joghurt, Obst, Leinsamenschrot1 Weizenkleie) eine Normalisierung der Darmtätigkeit angestrebt werden.

Fenchel Foeniculum vulgare



wird vor allem in der Kinderheilkunde verwendet. Der milde Tee wirkt nicht nur bei Bauchweh, sondern auch lösend bei Husten. Noch wirksamer ist ein spezieller Fenchelhonig oder der Frischpflanzensaft, den man mit Tee oder Saft mischen kann. Fenchel, genannt Knollen -, Zwiebel -, Gemüsefenchel. ist ein Doldenblütler und verwandt mit Möhren, Petersilie, Pastinak, Dill, Anis, Koriander, Sellerie, Liebstöckel, Kerbel und Bärwurz.

Inhaltsstoffe: Zucker, Stärke, Eiweiß, Vitamine (B, C, E) Karotin, Folsäure, Niacin, viele Mineralstoffe, u.a. Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Flavonoide; wenig Oxalsäure und Purine; viele ätherische Öle, sie wirken krampf - und schleimlösend, gegen Blähungen, verdauungsfördernd,, töten Bakterien (gramnegative) im Magen-Darm-Trakt; leicht bitter schmeckendes Fenchon, süßes Menthol; Anethol fördert Milchsekretion, ihm wird außerdem Hormonwirkung nachgesagt (Östrogen).–

Man reichte früher in Bouillon gekochten Fenchel als Abmagerungsmittel bei Fettleibigkeit. Fenchel galt als magenstärkend. Die Wurzel steht unter den fünf kräftigenden Wurzel an erster Stelle. Die gekochten Blätter haben angeblich die Eigenschaft, die Sehkraft zu bessern. Fenchelsamen fördert die Verdauung und sorgt für leichte Darmentleerung, wenn man den Samen kaut. Fenchel ist ein spezielles Mittel gegen Infektionen, vor allem infektiöses Fieber. Man hat ihn auch bei Magenkrämpfen empfohlen. Aus dem Samen gewinnt man ein Öl von klarer, gelber Farbe. Es ist süß, erstarrt bei Kälte, ist leichter als Wasser und riecht sehr aromatisch. Mit Zucker gemischt führt das Öl ab, hilft gegen Asthma und Leibschmerzen.

Standort: durchlässige, humose gleichmäßig feuchte Erde; sonniges geschütztes Beet. Besonders zu empfehlen ist ein Saft aus 2 Teilen Fenchel und 1 Teil Apfel, der im Mixer zerkleinert und mit etwas Zitronensaft - und Orangensaft in seinem Geschmack verbessert wurde. Inhaltsstoffe: Über 4 % ätherisches Öl mit den Hauptbestandteilen Anethol und Fenchon. Fenchonarme Kultursorten schmecken anisähnlich.

Herkunft: Heimat Mittelmeerraum, Anbau auf dem Balkan und in vielen wärmeren Ländern.

Botanik: Deutscher Name: Fenchel, wissenschaftlicher Name: Foeniculum vulgare, Familie: Doldengewächse. Große, gelbgrün blühende, typisch riechende zweijährige Staude. Blätter haarfein zerteilt.

¨ Anmerkung: Die beste Drogenqualität wird unter der Bezeichnung Kammfenchel angeboten.

Aus dem nahe verwandten knolligen Florentiner Fenchel (Finocchio) werden aromatische Salate bereitet.

Gemüsefenchel: uneingeschränkt gut zu essen.

Fliederblüten



siehe Holunderblüten

Flohwegerichsamen

siehe Spitzwegerichkraut

Frauenmantelkraut (Herba Alchemillae)



Vorkommen: Frauenmantel wächst gerne an Bö­schungen, auf feuchten Wiesen, in lichten Wäldern, an Wald- und Wegrändern und in Gebüschen.

Verwendete Pflanzenteile: Die Blätter

Ernte und Aufbereitung: Man erntet die Blätter von Mai bis August und trocknet sie an einem schattigen, luftigen Ort.

Heilwirkung: Frauenmantel soll bei Beschwerden in den Wechseljahren, bei übermäßigen Monatsblutungen und den damit verbundenen Schmerzen helfen. Gerne werden die Blätter wegen ihrer blutreinigenden und harntreibenden Wirkung Teemischungen zugegeben, die Frühjahrs- oder Herbstkuren dienen. Aufgrund der enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe trinkt man den Frauenmantel-Tee auch bei Magen- und Darmstörungen und damit evt. verbundenen Durchfällen. Die Volksmedizin sagt, dass Frauenmantel bei Hautunreinheiten junger Mädchen helfen soll. Äußerlich angewandt nutzt man den Tee bei Geschwüren und Entzündungen im Mund- Rachenraum zum Gurgeln oder Spülen und auch für Umschläge und Kompressen bei infizierten Hautwunden und Hämorrhoiden.

Zubereitung: 1 gehäufter Teelöffel der getrockneten Blätter wird mit ¼ l heißem Wasser übergossen. Den Aufguss lässt man 10-15 Minuten ziehen und seiht ab. Diesen Tee trinkt man 3-5mal täglich, gegen Blähungen jeweils ½ Stunde vor den Hauptmahlzeiten. Will man den Tee gegen Magen- Darmstörungen einsetzten, sollte er ungesüßt getrunken werden. Für die äußerliche Anwendung zum Gurgeln oder Spülen, oder für Umschläge und Kompressen gilt natürlich das gleiche.

Die Alten verwendeten den Sinnau als Wundkraut, innerlich und äußerlich gegen Epilepsie und gegen Brüche: »So ein Mensch gebrochen ist, er sey jung oder alt, der lasse zwo handvoll Sinnau in einer Maß Wasser sieden so lang, als man ein hart Ey siedet und trinke davon« (Matthiolus).

In der heutigen Volksmedizin wird das Kräutlein wieder fleißig angewendet. Besonders Kräuterpfarrer Künzle hebt es hervor. Er sagt: »Zwei Drittel aller Frauenoperationen würden bei frühzeitiger und längerer Anwendung dieses Heilkrautes gänzlich überflüssig, denn es heilt alle Unterleibsentzündungen, Fieber, Brand, Eiterung, Geschwüre und selbst Brüche.«

Jede Kindbetterin sollte 8 - 10 Tage fleißig recht viel von diesem Kraut trinken, manche Kinder hätten dann noch ihre Mutter und mancher geschlagene Witwer seine Frau, wenn sie diese Gottesgabe gekannt hätten.«

Selbstverständlich müsste man bei veralteten Leiden das Kraut auch längere Zeit gebrauchen. Er fährt fort: »Äußerlich zerquetscht und aufgelegt, heil das Frauenmäntel Wunden, Stiche, Schnitte. Kinder, die immer schwach Muskeln haben trotz guter Kost, werden stark durch fortgesetzten Gebrauch dieses Tees.«

Zur Verwendung kommt das ganze blühende Kraut.

Die Blätter sind rundlich nierenförmig und fünf- bis neunlappig. Nach ihrer völligen Entfaltung nehmen sie eine schüsselähnliche Gestalt an. Die in Trugdolden stehenden grünlich weißen Blüten sind unscheinbar, werden aber trotzdem wegen einer reichlichen Honigabsonderung von den Insekten fleißig aufgesucht.

Das Kraut liebt vor allem die Wiesen sowie kalkhaltige Böden. Es komm in den verschiedensten Gattungen vor.

Fichte (Picea excelsa)



Der auch als Schwarz- oder Rottanne bezeichnete Baum wird bei uns angepflanzt. Er ist kegelförmig und unterscheidet sich von der Tanne durch den fehlenden Schuppenhöcker und von der Kiefer durch einzelnstehende Nadeln.

Verwendet werden vorwiegend die jungen Sprossen, die im Mai an den dunkelgrünen Zweigen sitzen. Sie enthalten Terpentin, Harz, ätherisches Öl und Vitamin C. Dadurch wirken sie nicht nur blutreinigend, sondern auch beruhigend und stärkend. Sie eignen sich besonders bei nervösem Herzleiden. Fichtensprossensaft löst Schleim bei Husten und Erkrankungen der Luftwege. Fichtennadelöl benutzt man zur Inhalation bei Katarrhen der Luftwege, Entzündungen der Bronchien und Rachenhöhle wie auch bei Keuchhusten und Asthma.

Eine Abkochung wird vorher einige Stunden kalt angesetzt. Man nimmt auf 1 I Wasser 80 bis 100 g Sprossen. Später werden sie aufgekocht, müssen etwa 15 Minuten ziehen und werden gesüßt. Tagesdosis 1 Tasse.

Man kann aus frischen Sprossen (1 bis 2 kg) eine kräftige Abkochung bereiten und als Badezusatz verwenden. Dazu eignet sich auch Fichtennadelextrakt, etwa 200 g für ein Vollbad.

Fetthenne Sedum



Man nennt diese Pflanze auch Mauerpfeffer. Die Blätter wirken erweichend und erfrischend und werden als Mittel gegen Wunden, Verbrennungen und Hämorrhoiden verordnet. Eine Abart, die Weiße Fetthenne, dient zur Bereitung erweichender und lösender Umschläge. Eine andere Art, die auch Vogelbrot genannt wird, findet gegen Warzen Verwendung.

Fruchtmispel:

gut für Gesunde und Kranke, wirkt blutreinigend.