Deutsch

Labkraut
Lärche
Lauch
Lavendel
Lavendelblüten
Leberblümchen
Lebermoos
Lebkuchengewürze
Leinsamen oder Flachssamen
Lerchensporn, Gelber
Liebstöckelwurzel
Lilie (weiße)
Linde
Lindenblüten
Lobelie
Löffelkraut
Lorbeerbaum
Löwenzahnwurzel, Löwenzahnkraut
Lungenkraut





















Latein:




Lebermoos (Hepatica)



Die allgemeinen Eigenschaften dieser Pflanze entsprechen denen der Anemonen. Manche praktische Ärzte halten das Lebermoos für wirkungslos, aber das ist ein Irrtum, denn die Pflanze ist scharfschmeckend und ätzend und daher wegen ihrer adstringierenden Wirkung als Gurgelwasser bei Halskrankheiten und als Umschlag bei Leistenbrüchen, Hautentzündungen, Diabetes und Erkrankungen der Harnorgane wie der Lungen benützt worden. Vor allem aber schätzt man sie bei Leberkrankheiten. In Wasser destilliert ist Lebermoos auch als Kosmetikum verwendet worden, weil es durch seine zusammenziehende Wirkung der Haut Frische und Spannkraft verleiht. Man hat es auch gegen Sonnenbrand eingesetzt, um die Rötung zu lindern, doch ist diese Wirkung recht ungewiß.

Gelber) Lerchensporn Gorydalis lutea



Die Ähnlichkeit der Corydalisknollen mit der Osterluzei (Aristolochia clematitis) hat zu der Annahme geführt, dass die Eigenschaften beider Pflanzen übereinstimmen. Daher hat man den Lerchensporn als menstruationsfördernd, antiseptisch und als Wurmmittel betrachtet. Man hat Corydalispulver gegen Knochenfraß und faulende Geschwüre empfohlen. Angeblich hat Corydalis die gleichen Eigenschaften wie der Erdrauch (Fumaria officinalis).

Leberblümchen:



Anwendung: In warmer Milch oder Brunnenwasser gelöst bei Verschleimung, Nierenkatharre, Das Leberblümchen ist eine der ersten Frühlingsblumen . Es wächst meistens in großen Gruppen auf feuchtem Boden in Wäldern und unter Gebüschen. Seine Blätter können bis zum Herbst geerntet werden. Sie enthalten Saponine, Anthociane, Protanemonin sowie Farb- und Gerbstoffe, die in der Naturheilkunde als Tee gegen Leberleiden, Gallensteine und Koliken sowie auch bei chronischer Bronchitis eingesetzt werden. Mundspülungen heilen Rachen und Zahnfleischentzündungen. Verwendung finden nur die getrockneten Blätter. Nehmen Sie nur die getrockneten Blätter, weil das frische Kraut die Wirkstoffe in so konzentrierter Form enthalten sind, die Organschäden hervorrufen können.

Anwendung: Einen knappen Teelöffel der getrockneten Blätter auf eine Tasse kaltes Wasser. Umrühren und 8 Stunden stehen lassen. Dann abseien und nur leicht erwärmen. Morgens und abends je eine Tasse davon trinken, nicht mehr.

Lavendel



wirkt beruhigend und schlaffördernd, zur Behandlung funktioneller Kreislaufstörungen und bei Beschwerden der Wechseljahre.

Lavendelblüten. Innerlich anzuwenden bei nervösem Magen- und Darmbeschwerden und Blähungen. Bei Einschlafstörungen und Unruhezuständen. Hopfenzapfen. 1 - 2 Teelöffel voll in eine Tasse geben und mit heißem Wasser 10 Minuten ziehen lassen.

Labkraut



Vorkommen: Das Labkraut bevorzugt eher trockene Standorte. Man findet es auf trockenen Wiesen, an Feld- und Waldrändern, in Gebüschen und an Dünen und Hängen.

Verwendete Pflanzenteile: Das ganze Kraut

Ernte und Aufbereitung: Das blühende Labkraut schneidet man in den Monaten Juni bis September. Das Kraut wird zu Sträußen gefaßt und zum Trocknen luftig und schattig aufgehängt.

Heilwirkung: Das Labkraut wirkt harntreibend und wird häufig bei Wassereinlagerungen und verschiedenen Nieren- und Blasenbeschwerden oder -infektionen angewandt. Äußerlich werden bei verzögerter Wundheilung Umschläge mit Labkraut eingesetzt und bei Hautproblemen Badezusätze.

Zubereitung: Labkraut-Tee bereitet man folgendermaßen zu: 2 gehäufte Teelöffel des getrockneten Krautes werden mit ¼ l kaltem Wasser übergossen. Den Ansatz 3-4 Minuten auf kleiner Flamme aufkochen und abseihen. Diesen Tee trinkt man 2-3mal täglich, oder verwendet ihn für Wundumschläge.

Für einen Badezusatz nimmt man 50 g getrocknetes Kraut auf 1 l Wasser und bereitet es ebenso zu, wie den Tee.

Lavendelblüten (Flores Lavandulae)



werden zwar hauptsächlich wegen ihres feinen ätherischen Öles in der Parfümerie verwendet, besitzen aber auch leichte Heilwirkungen. Äußerlich bewirkt das Öl Hautreiz und fördert so die Durchblutung. Bei innerlicher Anwendung wird die Droge als galletreibend und schwach beruhigend bezeichnet. Keine der Wirkungen ist stark genug, um die alleinige Anwendung des Lavendels (Lavandula angustifolia) zu rechtfertigen. In entsprechenden Kombinationspräparaten ist er jedoch des öfteren anzutreffen und wird hier zusätzlich wegen seiner geruchsverbessernden und damit die Anwendung erleichternden Eigenschaft geschätzt. Lavendel wird in Südfrankreich und Spanien in großen Kulturen angebaut.

Vorkommen: Lavendel wird in unseren Breiten häufig in Gärten angebaut, als Wildwuchs kommt er seltener vor. Für Heilzwecke gibt es spezielle Kulturen.

Verwendete Pflanzenteile: Die Blüten

Ernte und Aufbereitung: Der Lavendel wird in den Monaten Juli bis September geerntet. Die Stengel werden zu Sträußen gebunden und luftig und schattig aufgehängt. Nach dem Trockenvorgang werden die Blüten entfernt.

Heilwirkung: Lavendel-Tee wirkt zentral beruhigend und wird bei Schlafstörungen, Migräne, streßbedingter Nervosität und bei allgemeiner nervöser Unruhe eingesetzt. Zusätzlich oder auch statt dessen empfiehlt sich ein Lavendel-Bad. Magen- und Darmstörungen mit evt. begleitenden Durchfällen können ebenfalls mit Lavendel-Tee behandelt werden. Äußerliche Anwendung findet Lavendel bei rheumatischen Beschwerden, Zerrungen, Verstauchungen und Blutergüssen.

Zubereitung: Lavendel-Tee bereitet man folgendermaßen zu: 2 gehäufte Teelöffel der getrockneten Blüten werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen. Den Aufguß 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Diesen Tee trinkt man 2-3mal täglich. Wer möchte, kann mit etwas Honig süßen, jedoch nicht bei Magen- Darmbeschwerden.

Für die äußerliche Anwendung nimmt man entweder Breiumschläge aus den frischen Blüten, oder Lavendel-Öl oder Lavendel-Spiritus aus der Apotheke.

Für einen Badezusatz nimmt man ca. 60 g getrocknete Blüten auf 1 l Wasser und kocht den Ansatz kurz auf. 15 Minuten ziehen lassen und die Blüten abseihen.

Leinsamen (Lini semen = Semen Lini)



Heilanzeigen: Reizfreies Füll- und Gleitmittel bei chronischer Verstopfung, Magenschleimhautentzündung; Magen- und Darmgeschwüre, Hämorrhoiden, Diätetikum mit hohem Gehalt an ungesättigten (essentiellen) Fettsäuren, wahrscheinlich Schutzwirkung gegen Arteriosklerose.

Zubereitung: Leinsamen sollen bei Verwendung als Abführmittel stets grob geschroten mit reichlich Flüssigkeit eingenommen oder bei Anwendung als Ganzdroge sorgfältig gekaut werden. Das Leinsamenschrot soll möglichst erst beim Kauf frisch hergestellt werden. (Jede Apotheke hat einen Leinsamenschroter).

Anfangs müssen bei Verstopfung morgens, mittags und abends 1 - 2 Eßlöffel voll Schrot genommen werden und in den ersten Tagen gegebenenfalls zusätzlich die halbe Dosis des bisher verwendeten Abführmittels. Nach mehreren Tagen sollten nur noch 2 Mal täglich 1 - 2 Eßlöffel voll Schrot nötig sein und nach einigen Wochen nur noch abends 1 - 2 Eßlöffel voll, zusammen mit Joghurt und Obst. Merke: Stuhlgang nur 3 Mal wöchentlich ist bei unserer schlackenarmen Ernährung noch als normal anzusehen. Leinsamenschrot ist zum Dauergebrauch ausdrücklich geeignet und empfohlen, was man sonst von keinem Abführmittel uneingeschränkt behaupten kann. Die milde Abführwirkung des Leinsamens auf den Darm erfolgt auf dreifache Weise: Durch den quellenden Pflanzenschleim, das Leinsamenöl und die unverdauliche Samenschale (Ballaststoff).

Bei regelmäßiger Einnahme von Leinsamen ist deren nicht geringer Nährwert zu beachten: 1 Eßlöffel voll Leinsamenschrot hat etwa 3l5 Joule (75 Kalorien). Ggf. etwas weniger Nahrung aufnehmen!

Bei Magenschleimhautentzündung sowie Magen- und Darmgeschwüren setzt man 50 g ungeschrotenen Leinsamen mit 1 Liter Wasser kalt an, kocht kurz auf, läßt unter gelegentlichem Umrühren abkühlen und rührt die handwarme Abkochung durch ein feines Sieb. Die Wirkung wird deutlich gesteigert, wenn gleich nach dem Aufkochen 3 Teelöffel voll Kamillenblüten beigemischt werden. Vor den Mahlzeiten wird 1 Tasse lauwarm getrunken.

Als Breiumschlag 30 - 50 g Leinsamenmehl mit heißem Wasser übergießen und als feuchte Kompresse verwenden.

Inhaltsstoffe: 3 - 6 % Pflanzenschleim, ca. 6 % Rohfaser (Pektin, Zellulose etc.), über 35 % hochungesättigtes Öl (v. a. Linolsäure), Eiweiß, Linamarin etc. Aus letzterem Bestandteil wird durch ein Enzym etwas Blausäure freigesetzt. Bei sachgemäßer Anwendung sind Nebenwirkungen nicht zu befürchten.

Herkunft: Bereits vor über 4000 Jahren in Ägypten und Vorderasien kultiviert, heute Anbau in vielen wärmeren und gemäßigten Ländern.

Botanik: Deutsche Namen: Lein, Flachs, wissenschaftlicher Name: Linum usitatissimum, Familie: Leingewächse. Tiefblau blühende, kniehohe Pflanze mit faserigem Stengel und schmalen Blättern. Der sogenannte ,, Kreuzungslein" ist sowohl zur Flachsgewinnung als auch zur Samenernte geeignet.

¨ Anmerkung: Unsere Ernährung ist im allgemeinen viel zu arm an unverdaulichen Ballaststoffen. Dies hat zur Folge, dass der Stuhl zu lange im Darm verweilt. Als optimal wird die tägliche Zufuhr von etwa 12 g Rohfaser angesehen. Kleinsamige Leinsorten enthalten relativ mehr Rohfaser als großsamige. Viel Rohfaser enthalten auch Weizenkleie (siehe dort) und Hülsenfrüchte.

Liebstöckelwurzel Radix Levistici



wird aus dem bei uns angebauten, wegen des Geruches der Blätter auch Maggikraut genannten Liebstöckel (Levisticum officinale) gewonnen. Die Wurzeldroge wird auf Grund ihres ätherischen Ölgehaltes in der Volksheilkunde als Magenmittel, bei Blähungen und Husten, zur Förderung der Menstruation und zur Steigerung der Harnmenge verwendet. Keine dieser Wirkungen ist sonderlich stark. Aus diesem Grund wird Liebstöckelwurzel bevorzugt in Mischung mit anderen Drogen genutzt, beispielsweise in harntreibenden Tees zusammen mit Wacholderbeeren, Hauhechelwurzel und Petersilienwurzel.

Liebstöckel ist übrigens keine ,,Liebesdroge". Der Name rührt her von der sinnentstellenden Eindeutschung des lateinischen Wortes levisticum.

Lindenblüten (Tiliae flos = Flores Tiliae)



Heilanzeigen: Zur Schwitzprozedur bei Erkältungskrankheiten. (Die Schwitzbereitschaft des Körpers ist täglich ab 15 Uhr am größten. An der Wirkung ist die Anwendungsart in Form des heißen Tees mitbeteiligt).

Zubereitung: Ein gehäufter Teelöffel geschnittener Lindenblüten wird in einer großen Tasse mit kochendem Wasser überbrüht. Man läßt bedeckt 5 Minuten ziehen und trinkt den Tee nach Ansüßen mit Honig möglichst warm und rasch. Öfter werden auch Mischungen aus gleichen Teilen Lindenblüten und Holunderblüten in der beschriebenen Weise zubereitet und verwendet. Personen mit Blutgruppe B und AB sollten den Tee meiden

Inhaltsstoffe: Wenig ätherisches Öl, Pflanzenschleim, mehrere Flavonglycoside.

Herkunft: Weite Verbreitung der beiden arzneilich genutzten Arten in den Wäldern Europas und Nordasiens. Die hauptsächlichen Lieferländer sind Österreich, Polen, Rußland, Balkanländer, Oberitalien.

Botanik: Deutsche Namen: Sommerlinde, wissenschaftlicher Name: Tilia platyphyllos und Winterlinde oder Steinlinde, wissenschaftlicher Name: Tilia cordata, Familie: Lindengewächse. Die kleinblättrige Winterlinde blüht etwas später als die mit größeren Blättern ausgestattete Sommerlinde. Bäume mit mittelhartem hellen Holz, geeignet zu Schnitzarbeiten (Riemenschneider). Die süß honigartig duftenden Blüten werden von einem gelbgrünen auffälligen sog. Hochblatt (Braktee) getragen. Die Blüten samt Hochblättern bilden die Droge. Als Verfälschung gelten die Blüten der in Parks oft anzutreffenden Silberlinde (Tilia tomentosa).

Die duftenden Blüten beider Arten werden und wurden schon immer als Heiltee gesammelt.

Zwischen dem 1. und 4. Tag nach dem Aufbrechen der Blüte ist ihr Wirkstoffgehalt am größten. Sie müssen dann rasch, aber nicht über 45 Grad getrocknet werden, um Aroma und Wirksamkeit weitgehendst zu erhalten. Aufbewahrt werden sie in luftdicht verschlossenen Behältern.

Die schweißtreibende Wirkung eines heißen Lindenblütentees, vornehmlich bei Erkältungskrankheiten, bei denen eine Schwitzkur angebracht ist, ist wohl die bekannteste Eigenschaft dieses lieblich duftenden und wohlschmeckenden Tees. Darüber hinaus stärkt er aber auch die Infektabwehr des Körpers, so dass man ihn auch vorbeugend einsetzen sollte.

Außerdem wirkt eine Teemischung von Lindenblüten und Huflattichblättern, zu gleichen Teilen gemischt, erstaunlich gut bei Bronchitis, wenn er über einen längeren Zeitraum regelmäßig getrunken wird.

Als Erkältungstee übergießt man 2 gehäufte Teelöffel mit 1/4 1 siedendem Wasser und seiht nach etwa 10 Min. ab.

Für den Haustee und zur Vorbeugung reicht ein Teelöffel auf einen Viertelliter Wasser. Er sollte dann auch nur mäßig warm getrunken werden und läßt sich durch die Beigabe von Honig noch veredeln. Auch Mischungen mit Hagebutten, getrocknete. Heidelbeeren und Kamillenblüten oder Huflattichblättern, Pfefferminze und Kamille ergeben schmackhafte und besonders wirkungsvolle Tees zur Erkältungsvorbeugung.

Dass Lindenblütentees in jüngster Zeit in den Ruf gekommen sind, das Herz zu schädigen, liegt wohl an den eventuell zu häufig damit durchgeführten Schwitzkuren bei empfindlichen Menschen. Der Tee selbst besitzt keine schädlichen Nebenwirkungen.

Neben dem Lindenblütentee wird auch Lindenholzkohle medizinisch genutzt. Sie wirkt in bestimmten Abschnitten des Dickdarmes krampflösend und wird Messerspitzenweise genommen bei Gärungs- und Gaserscheinungen in den Verdauungsorganen. Auf eitrige Wunden gestreut, nimmt sie den fauligen Geruch und fördert die Heilung.

Eine besondere Gabe des Lindenbaumes ist der nektargelbe, cremige Blütenhonig, dessen fast paradiesische Duftnote ihm einen Hauch von Ambrosia verleiht.

Der Baum, Wegbegleiter der Menschheit -- Die Linde

(Gerda Dzialas Reinhardshagen)
Die Linde, fast wie eine Liebeserklärung wirkt er, dieser Name, eine Liebeserklärung an einen dem Volk durch die Jahrhunderte nahestehenden Baum. Ein Hauch vom honigsüßen Blütenduft scheint darin mitzuschwingen und die Ruhe eines lauen Sommerabends, ,,wo wir uns finden, wohl unter Linden zur Abendzeit".

Die Sprachforscher allerdings haben einen weniger poetischen Ursprung ausgemacht; die Stammform, so glaubt man zu wissen, ist im altgermanischen ,,binda" oder ,,binde" zu suchen und deutet auf die vorzügliche Eigenschaft des zähen Rindenbastes und der jungen Frühlingszweige zum Binden und Flechten hin. Tatsächlich wird heute noch dieser Rindenbast in den Gärtnereien als Bindematerial verwendet.

Für unsere Vorfahren war die Linde ein der Göttin Frigga geweihter Baum, sie war die Beschützerin der Liebe und des häuslichen Glückes. Amulette, kunstvoll aus Rindenbast geflochten, sollten deshalb auch den Träger vor Unglück und Krankheit schützen. Die Lindenbäume vor dem Haus und darüber hinaus in den Räumen verteilte Zweige wehrten, nach dem Glauben unserer Ahnen, Hexen und anderen bösen Kräften den Eintritt, und Lindenholzasche über den Acker verteilt, diente der Steigerung seiner Fruchtbarkeit. In unzähligen Sagen spielt dieser lichte Laubbaum eine zentrale Rolle, und in Liedern wurde er immer wieder besungen. Ja, er ist schon ein besonderer Baum, der Lindenbaum. Selbst in unserer heutigen Zeit, in der man unfraglich bei Beschwerden und Krankheiten den chemischen Medikamenten den Vorzug gibt, wissen die meisten Menschen noch um die heilkräftige Wirkung eines Lindenblütentees bei aufziehender Erkältung.

Lindenbäume wurden fast immer als Einzelbäume gepflanzt, umfangreichere geschlossene Bestände gibt es bei uns nicht, nur in Osteuropa finden sich einige größere Lindenwälder. Man pflanzte sie als Alleebäume. Noch heute sind sie dafür beliebt, aber vor allem als Gedenkbäume und an geweihter Stätte. Auf dem Dorfplatz dienten sie als Versammlungsort und Richtstatt und waren der Mittelpunkt von Höfen.

Sie überschatteten Brunnen und wuchsen vor Gast- und Bürgerhäusern. Wo ließ es sich auch wohl nach einem harten Arbeitstag angenehmer ausruhen als unter einer duftenden, blühenden Linde. Auch alte Menschen und Kranke wurden zur Blüte und zur Zeit des Blattaustriebes gern darunter gesetzt, zur Stärkung und Genesung. Linden können zu mächtigen Bäumen heranwachsen. In Waldbeständen bilden sie lange gerade Stämme, als Einzelbäume haben sie dagegen meist nur einen kurzen dicken Stamm mit imposanter, breit abgewölbter Krone. Es gibt Bäume von über 30 m Höhe und einem Stammdurchmesser von 3-4 m.

Eindrucksvoll kann auch das Alter einer Linde sein. Nachweisbar gibt es Einzelexemplare unter ihnen von 700-800 Jahren; die meisten von ihnen sind allerdings trotz ihrer mächtigen Stämme jüngeren Datums.

Seit altershehr werden bei uns, wenn auch auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden, zwei Arten von Linden angepflanzt, die Winter- und die Sommerlinde.

Die Winterlinde Tilia cordata) ist fast über ganz Europa verbreitet. Sie wächst im Norden bis nach Schweden und im Osten bis zum Ural. In West- und Mitteleuropa kommt sie auch in Eichen- und Mischwäldern der Niederungen und Hügelländer vor, vereinzelt sogar in Auenwäldern und ist häufig auf Schutt- und Geröllböden zu finden. Die Winter- linde wird 25-30 m hoch und öffnet, da zu den Spätblühern gehörend, ihre Blüten erst im Juli. An der Unterseite der herzförmigen Blätter befinden sich in den Nervenwinkeln kleine rostfarbene Bärtchen.

Auch die Sommerlinde besitzt diese Haarbüschelchen, bei ihr sind sie jedoch weiBlich. Tilia platyphylla, so der lateinische Name der Sommerlinde, wird noch etwas größer als die Winter- linde und entfaltet ihre Blätter im Frühling als Erstere. Auch die Blütezeit liegt etwa 10-14 Tage früher. So können Bienen sich, wo Mischbestände vorkommen, einen ganzen Monat mit Honig versorgen. Gern wurden deshalb auch beide Baumarten zusammengepflanzt.

Die wärmebedürftigere Sommerlinde reicht im Norden aber nur bis zur Ostsee und im Osten nicht über die westliche Ukraine hinaus. Am häufigsten findet man sie im Hügelgelände und in den Vorgebirgen in Höhen von 400-700 m, vereinzelt bis 1000 m Höhe. An Standortgüte und Bodenfeuchtigkeit stellt sie größere Ansprüche als die Winterlinde.

Wir treffen aber in der Natur auch immer wieder Bastarde Tilia (intermedia) an, die Merkmale beider Elternteile aufweisen.

Die weichen, etwas unsymmetrisch, herzförmigen Blätter der Linde mit ihrem gezackten Rand entsprechen so ziemlich genau unserer Vorstellung von einer Blattform und sind wohl fast ebenso vielen Menschen bekannt, wie ihre wohlduftenden Blüten. Diese, je nach Art 2-11, brechen im Juli aus den Blattachseln hervor in kleinen hängenden Dolden mit einem pergamentartigen, länglichen Flugblatt. Damit lassen sich die bis zum September ausreifenden, filzig behaarten und etwas kantigen, einsamigen Nüßchen dann vom Wind z. T. über recht weite Strecken davontragen.

Zur Keimung gelangen sie aber nicht mehr im gleichen Jahr, sondern erst nach längerer physiologischer Reifung und Durchsickerung der äußeren Feuchtigkeit in ihrer Samenhülle.

Das weiche, helle Holz der Winterlinde besitzt einen leicht rötlichen Schimmer, hat forstwirtschaftlich nie eine größere Rolle gespielt, man nutzt es für die Bleistiftherstellung und für Reißbretter. Doch gilt es als das beste Schnitzholz, da es fein- und kurzfaserig und recht weich ist. Die früheren Heiligenbilder und die Statuen berühmter Altäre wurden aus ihnen geschnitten, und so kam es zu seiner Bezeichnung ,,Heiligenholz" (Liggum sanctum). Die duftenden Blüten beider Arten werden und wurden schon immer als Heiltee gesammelt. Zwischen dem 1. und 4. Tag nach dem Aufbrechen der Blüte ist ihr Wirkstoffgehalt am größten. Sie müssen dann rasch, aber nicht über 45 Grad getrocknet werden, um Aroma und Wirksamkeit weitgehendst zu erhalten. Aufbewahrt werden sie in luftdicht verschlossenen Behältern.

Die schweißtreibende Wirkung eines heißen Lindenblütentees, vornehmlich bei Erkältungskrankheiten, bei denen eine Schwitzkur angebracht ist, ist wohl die bekannteste Eigenschaft dieses lieblich duftenden und wohlschmeckenden Tees.

Darüber hinaus stärkt er aber auch die Infektabwehr des Körpers, so daß man ihn auch vorbeugend einsetzen sollte.

Außerdem wirkt eine Teemischung von Lindenblüten und Huflattichblättern, zu gleichen Teilen gemischt, erstaunlich gut bei Bronchitis, wenn er über einen längeren Zeitraum regelmäßig getrunken wird. Als Erkältungstee übergießt man 2 gehäufte Teelöffel mit 1/4 1 siedendem Wasser und seiht nach etwa 10 Min. ab. Für den Haustee und zur Vorbeugung reicht ein Teelöffel auf einen Viertelliter Wasser. Er sollte dann auch nur mäßig warm getrunken werden und läßt sich durch die Beigabe von Honig noch veredeln. Auch Mischungen mit Hagebutten, getrocknete. Heidelbeeren und Kamillenblüten oder Huflattichblättern, Pfefferminze und Kamille ergeben schmackhafte und besonders wirkungsvolle Tees zur Erkältungsvorbeugung. Daß Lindenblütentees in jüngster Zeit in den Ruf gekommen sind, das Herz zu schädigen, liegt wohl an den eventuell zu häufig damit durchgeführten Schwitzkuren bei empfindlichen Menschen. Der Tee selbst besitzt keine schädlichen Nebenwirkungen.

Neben dem Lindenblütentee wird auch Lindenholzkohle medizinisch genutzt. Sie wirkt in bestimmten Abschnitten des Dickdarmes krampflösend und wird Messerspitzenweise genommen bei Gärungs- und Gaserscheinungen in den Verdauungsorganen. Auf eitrige Wunden gestreut, nimmt sie den fauligen Geruch und fördert die Heilung. Eine besondere Gabe des Lindenbaumes ist der nektargelbe, cremige Blütenhonig, dessen fast paradiesische Duftnote ihm einen Hauch von Ambrosia verleiht.

Neben der Sommer- und der Winterlinde ist bei uns heute immer öfter die in Südosteuropa beheimatete Silberlinde {Tilia tomemtosa) zu finden, deren Blattunterseiten mit silbrig-filzigen Härchen bedeckt sind. Da ihre Ansprüche an Boden und Feuchtigkeit sehr gering sind und sie sich darüber hinaus auch als außerordentlich widerstandsfähig gegen Luftverunreinigung erweisen hat, wird sie zunehmend in unseren Städten gepflanzt. Ihre einige Tage nach denen der Winterlinde aufbrechenden Blüten besitzen einen noch etwas stärkeren Duft. Leider fehlt aber ihrem Nektar ein, speziell für die bestäubenden Hummeln, lebensnotwendiges zuckerumwandelndes Ferment, so daß jene bei alleiniger Lindentracht an Nahrungsmangel trotz Nektarüberflusses sterben. Die Silberlinde sollte deshalb im größeren Verbund nur mit anderen Lindenarten zusammengepflanzt werden. Ihre imposante, eiförmige Krone und ihre dichte, bis in den Herbst hinein grüne Belaubung, die sich kurz vor dem Blattabfall gelb färbt, läßt sie ansonsten zu einem reizvollen Park- und Alleebaum werden.

Die Linde.
Der im deutschen Volkslied und Brauchtum so tief verwurzelte Lindenbaum trug vor allem mit seinen Blüten schon im Mittelalter zum Arzneischatz bei. Dann schweigen über eine längere Zeit die Hinweise auf den arzneilichen Gebrauch.

Im 16. Jahrhundert beschreibt Adam Lonitzer in seinem ,, Kräuterbuch" aus dem Jahre 1573 die Anwendung des aus Lindenblüten ,, gebrannten Wassers" (Destillat) zur Linderung von allerlei Leiden. Heute zählen die Lindenblüten zu den beliebtesten natürlichen Heilmitteln bei fieberhaften Erkältungskrankheiten. Die Lindenblüten ,, Flores Tiliae" dürfen sowohl von der Winterlinde (Tilia cordata) als auch von der Sommerlinde (Tilia platyphyllos) stammen. Als Sammelzeit gelten die Monate Juni und Juli. Man pflückt die Blütenstände samt dem Hochblatt am besten an sonnigen Tagen um die Mittagszeit. Das Sammelgut wird im Schatten sorgfältig getrocknet. Geschieht dies in der Sonne oder mit künstlicher Wärme, verlieren die Blüten ihren Duft.

Die Blüten der Sommer- und der Winterlinde enthalten an Wirkstoffen:
Schleime, Gerbstoff, organische Säuren, Flavonoide und ätherische Öle (0,02 %). Das ätherische Öl wurde wegen seines feinen Duftes früher teurer gehandelt als Rosenöl. Die Schleime bewirken vor allem eine Linderung des Hustenreizes, während den flavonoiden Verbindungen die schweißtreibende Wirkung zugeschrieben wird. Hilfreich und angenehm ist daher ein Lindenblütentee bei Erkältungen, die mit Fieber einhergehen. Sehr gute Wirkung zeigt auch eine Kombination aus Linden- und Holunderblüten. Man nimmt 1 TL der Blüten pro Tasse. übergießt sie mit heißem Wasser und läßt den Aufguß ~10 Minuten zugedeckt ziehen. Sollte nach Verabreichung des Tees die Schweißbildung noch nicht eingetreten sein, wird die gleiche Teemenge wiederholt getrunken.

Neben der bewährten Anwendung bei Erkältungskrankheiten kann der Lindenblütentee auch zur Nervenberuhigung und zur Unterstützung der Harnabsonderung genutzt werden.

Als Kosmetikum - zur Beseitigung von Hautrunzeln u.ä. -kann ein wässeriger Kaltauszug von Lindenblüten Verwendung finden.

3-4 EL Blüten werden mit 1 Liter kaltem Wasser angesetzt und unter wiederholtem Umrühren einige Stunden stehengelassen. Danach wird der Auszug abgeseiht und zur Waschung der Haut verwandt. Erwähnenswert ist noch, daß die Lindenholzkohle schon im 15. Jahrhundert - vor Einführung der Tierkohle als aufsaugendes Mittel bei Durchfällen, Vergiftungen und bei Fäulniserscheinungen im Darm Anwendung fand. Martin MiIitz, Potsdam


Löwenzahnwurzel, Löwenzahnkraut (Radix Taraxaci, Radix Taraxaci cum Herba)



Heilanzeigen: Anregung der Leber zur Mehrproduktion von Gallenflüssigkeit, bei Gallensteinen, Steigerung der Harnmenge durch Nierenstimulierung, Bittermittel bei Magensäuremangel. Außerdem wird über günstige Wirkungen auf die Bauchspeicheldrüse und bei chronischem Rheumatismus berichtet.

Zubereitung: Die Tagesmenge wird bereitet durch Kaltansetzen von 3 (-4) gehäuften Teelöffeln geschnittener Wurzel mit 2 großen Tassen Wasser. Der Ansatz wird zum Kochen erhitzt und warm abgeseiht. Man trinkt von dem Absud zu den Hauptmahlzeiten 1 Tasse. In gleicher Weise wird die ähnlich wirkende Mischung aus Löwenzahnwurzel mit Kraut zubereitet und angewendet. Löwenzahn dient auch zur sogenannten Frühjahrskur. Diese muß wenigstens einen Monat lang durchgehalten werden, wobei morgens und abends eine Tasse der Drogenabkochung getrunken wird. Auch chronischer Rheumatismus kann nur bei Langzeitanwendung günstig beeinflußt werden. Preßsaft aus frischem Löwenzahn ist ebenfalls gebräuchlich (Kneipp).

lnhaltsstoffe: Bitterstoffe, die unter dem Begriff Taraxacin zusammengefaßt werden, Inulin.

Herkunft: Die Pflanze ist fast überall häufig. Die Droge stammt sowohl aus Wildsammlung als auch aus Anbau.

Botanik: Deutsche Namen: Löwenzahn, volkstümlich Seichblume, Bettpisser, wissenschaftlicher Name: Taraxacum officinale Familie: Korbblütler.

¨ Anmerkung: Kleine Kinder können sich durch die frischen Stengel Vergiftungserscheinungen zuziehen. Wer herzbedingte Wassereinlagerungen mit Löwenzahn behandeln möchte, sollte sich vorher mit dem behandelnden Arzt absprechen.

Lungenkraut (Herba Pulmonariae)



wurde früher gegen Husten und andere Lungenerkrankungen viel verwendet. Das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis enthält zwar etwas Saponin, Kieselsäure und Gerbstoff, aber von allen diesen Substanzen nicht genug, um heutigen Anforderungen an eine moderne Heilpflanze zu genügen. Die Droge ist überholt und deshalb auch nicht mehr im neuen Deutschen Arzneibuch enthalten. Nachdem im Lungenkraut ein gesundheitsschädliches Pyrrolizidin-Alkaloid nachgewiesen wurde, ist diese Pflanze sogar abzulehnen.

Lauch



Die würzigen Stangen werden als Lauch bezeichnet, ihr richtiger Name ist aber Porree. Ob als Zutat von Eintöpfen, als Teil des Suppengrüns, als Gemüsebeilage oder als herzhafter Lauchkuchen, das gesunde Gemüse mit der milden Schärfe ist vielseitig verwendbar und in vielen Ländern beliebt. Der begehrteste Teil des Porrees ist der weiße bis hellgrüne Schaft, die dunkleren Blätter eignen sich vor allem, um Suppen, Saucen oder Marinaden den richtigen würzigen Geschmack zu verleihen.

Gesundheits-Plus: Top-Gehalt an zellschützendem Betacaroten, Vitamin C und E. Dazu reich an Kalium und Kalzium.

Die Fähigkeit Hexen zu vertreiben schrieben die alten Römer dem Lauch zu. Im allgemeinen wird Lauch als Reizmittel betrachtet. Er scheint auf das Nervensystem einzuwirken. Horaz hat ihn mit den schrecklichsten Giften verglichen. In Milch gekocht hat man den Lauch für schleimlösend gehalten. Seine fieberdämpfende Wirkung dagegen ist sehr umstritten. Lauch wird in der Tierheilkunde und in der Homöopathie benutzt.

Aufbewahrung: Im Keller oder Gemüsefach des Kühlschranks bleibt Porree bis zu fünf Tage frisch. Nicht zusammen mit Blumenkohl, Äpfeln oder Zitrusfrüchten lagern.

Löffelkraut



Man nennt das Löffelkraut auch Skorbutkraut oder Scharbockskraut. Es wächst an den Meeresküsten Nordeuropas. Das ästige, starke und saftige Kraut trägt langgestielte, fast herzförmige Wurzelblätter sowie eiförmig, gezähnte Stengelblätter. Die Blüten sind straußartig und weiß. Man verwendet

zur Teezubereitung die Blätter und Blüten. Beides erntet man zur Blütezeit.

Zubereitung:

Ein Teelöffel getrocknetes Löffelkraut aus der Apotheke wird mit einer Tasse siedendem Wasser überbrüht, fünf Minuten ziehen lassen, durchseihen, mit Honig süßen. Der Tee sollte vorwiegend zum Gurgeln gegen Entzündungen im Mund, gegen ein Brennen der Zunge und gegen Entzündungen am Zahnfleisch verwendet werden. Wenn man den Tee mit Milch vermischt trinkt, dann hat er blutreinigende Kraft im Pubertätsalter.

Lärche



Die Lärche wächst als hoher Baum mit geradlinigem Stamm und dünnen Ästen in Europa. Die Blätter bilden Nadeln, stehen in Büscheln und fallen im Herbst ab. Man verwendet für den Naturtee die Rinde und die Nadeln. Beides wird von Mai bis August gesammelt.

Zubereitung:

Ein Kilo Lärchennadeln wird in fünf Liter Wasser 20 Minuten gekocht. Durchseihen und den Absud ins Badewasser gießen. Man badet 25 Minuten darin. Dieses Tee-Bad ist ideal, wenn man abends nach beruflichen Verpflichtungen gestreßt nach Hause kommt und für einen schönen Abend schnell wieder fit sein soll. Auch Nervosität wird damit bekämpft.

Lebkuchengewürze.

Den Begriff Lebkuchen finden wir erstmals in einer fränkischen Handschrift des Jahres 1409. Er wird von "Leben" , aber auch von Leib abgeleitet, vielleicht auch von dem polnischen Wort Lipa, das für Honig , der süßen, aromatischen Basis der Gewürzkuchen steht. Sie entbehrten allerdings damals noch der exotischen Gewürze. Die waren aber mit Sicherheit schon in den Nürnberger Kuchen enthalten, die Friedrich von der Pfalz im Jahre 1620 von dem Bunzlauer Apotheker Boltein (während einer Huldigungsreise ) bezogen hat, was wir aus der erhaltenen Rechnung wissen. Solche Nürnberger Kuchen hatten schon seit Ende des 14. Jahrhunderts einen guten Ruf. Schließlich war der Handelsplatz Nürnberg zugleich der Umschlagplatz für die exotischen Gewürze, der die Stadt umgebende Reichswald der Lieferant von Honig. Von hier aus ging die Herstellung des Lebkuchens in die Hände der Lebküchner oder Lebzelter über, die ihre Rezepte streng geheim halten und in der Familie weitervererben. So tut es auch manche Hausfrau. Sieben klassische Gewürze sind es, die in unterschiedlicher Zusammenstellung nötig sind, um das duftende Gebäck herzustellen. Die sieben Klassiker: kommt noch

Aromen: Künstlich hergestellte Backaromen dienen meist als Ersatz für natürliche Aromastoffe. Sie aromatisieren sehr intensiv und sollten deshalb nur tropfenweise verwendet werden. Die wichtigsten Geschmacksrichtungen sind Zitrone, Bittermandel, Rum, Vanille, Arrak und Butter. Ein Fläschchen reicht für 500 gr Teig.

Lorbeerbaum (Laurus nobilzs)



In der Antike schrieb man dem Lorbeerbaum außer ganz besonderen Eigenschaften, die ihn zum Mittel der Wahrsagekunst machten, einen Heilwert zu. Darum schmückte man die Standbilder des Äsculap damit. Heute erkennt man ihm keine Ausnahmeeigenschaften mehr zu, jedoch betrachtet man alle seine Teile als Reizmittel, die man in gewissen Fällen von Erschlaffung und allgemeiner Schwäche anwenden kann. Die Lorbeerblätter wurden speziell bei Appetitlosigkeit benützt. Man gebrauchte sie teils als Wasseraufguß, teils in Wein oder Bier gekocht. Die Früchte weisen ähnliche Eigenschaften auf, sind aber wirksamer. Darüber hinaus kann man den Blättern ein Öl entziehen und bereitet daraus eine Salbe, die man äußerlich gegen rheumatische Schmerzen gebraucht. Manchmal benutzt man sie auch zum Verbinden von Wunden und schlecht heilenden Geschwüren. Die Früchte werden zu mehreren pharmazeutischen Präparaten verwendet.

Linde (Tilia parviflora)



Lindenblüten werden nur als Tee oder wäßriges Destillat angewandt. Präparate aus Lindenblüten gelten als krampflösend und leicht schweißtreibend. Man benützt sie sehr oft bei nervösen Affektionen wie etwa Herzbeschwerden, nervösem Erbrechen und Hypochondrie. Auch bei Verdauungsstörungen ist Lindenblütentee wirksam. Obwohl man den jungen Knospen die gleichen Eigenschaften zuschreibt, werden sie nicht verwendet. Bei nervösen Störungen, vor allem bei Hysterie, hat man ausgedehnte Bäder in Lindenblütentee oft mit Erfolg benützt. Der deutsche Gelehrte Hoffmann hat einen schleimigen Stoff aus der Wurzel und aus den Blättern sehr gerühmt, speziell bei Verbrennungen, Durchfall, Magen-Darmentzündung und auch bei entzündeten Wunden. Dennoch wird dieser Stoff heute nicht verwendet. Der ölhaltige, zu Pulver zerriebene Kern der Linde galt früher als bestes Mittel gegen Nasenbluten.

Lobelie (Lobelia inflata)



Unter den zahlreichen Lobelienarten ist nur eine nordamerikanische Variation von medizinischem Interesse. In Kanada, wo sie vor allem gedeiht, bedient man sich der Wurzel bei syphilitischen Erkrankungen. In kleinen Dosen als Aufguß genossen, ruft die Wurzel Hautschweiß hervor. Stärkere Dosen führen zu Erbrechen.