Deutsch

Mädesüßblüten
Maisgriffel
Majorankraut
Malve
Mangold
Malvenblüten
Maiglöckchen
Mandeln
Mandelbaum
Mangos
Mariendistelfrüchte, Stechkörner
Maßliebchen
Mateblätter
Mate-Tee
Mäusedornwurzel
Meerrettichwurzel
Meerzwiebel
Meisterwurz
Melisse
Melissenblätter
Melone
Mistelkraut
Minze



Minzöl
Möhre
Mohnöl
Mohnsamen
Moosbeere
Mönchspfeffer
Morgentee
Muskatblüte
Muskatnuß






Latein:




Mangos



sind Steinfrüchte eines gigantischen, zehn bis dreißig Meter hoch werdenden immergrünen Baumes. An langen Stielen hängen die in Größe und Farbe sehr unterschiedlichen Früchte. Beheimatet sind sie in Ostasien und Indien. Sie sind reich an Vitamin C, Provitamin A, Folsäure und dem Mineralstoff Kalium.

Mate-Tee



Der Name Mate stammt ursprünglich aus der Inkasprache und bezeichnet ein Kürbisgefäß, aus dem ein teeähnliches Getränk genossen wurde. Dieses wird heute als Haustee angeboten. Der Tee wird aus den Blättern des Yerbabaumes, der in Uruguay und Paraguay wächst und Ähnlichkeit mit unserer Birke hat. Mate enthält eine geringe Menge Koffein und wirkt deshalb leicht anregend. Besonders bekannt wurde er aufgrund seiner appetitzügelnden Wirkung als Schlankmacher. Der Tee regt nach körperlicher Erschöpfung wieder an. 1 Teelöffel pro Tasse mit siedendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten ziehen abseien

Malvenblüten,



blau Leichte Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum. Bei Reizhusten und bei Magen- Darmschleimhautentzündungen. Zubereitung wie bei den meisten Tees, 2 El auf eine Tasse siedendes Wasser und 10 Minuten ziehen lassen.

Melisse



wirkt krampflösend und leicht beruhigend, besonders bei nervös bedingten Einschlafstörungen. Gut bei nervös bedingten Herzbeschwerden , wie z.B. übermäßiges Herzklopfen. Die sedierende Wirkung kann durch Kombination mit anderen Heilpflanzen zusätzlich unterstützt werden. Hierzu gehören z.B. Hopfen, Passionsblume, Haferkraut oder Baldrian. Die krampflösende Wirkung des Ätherischen Öls wird bei nervös bedingten Magen - und Darmbeschwerden geschätzt, weil sich zusätzlich die antibakteriellen Eigenschaften des Öls positiv auf den Verdauungstrakt auswirken. Nach neueren Erkenntnissen kann man die Abheilung der Lippenbläschen (Herpes-simplex-Viren) beschleunigen.. vertreibt Insekten. Teeaufguß: 3 Tl getrocknete Melissenblätter in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Vor der Anwendung als Vollbad bei akuten Hautkrankheiten, fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, bei hohem Blutdruck und Herz-Kreislaufbeschwerden wird gewarnt, es sei denn der Arzt hat es ausdrücklich angeordnet.

Mädesüßblüten



siehe Spierstaudenblüten

Majorankraut (Herba Majoranae)



Der in Deutschland angebaute Majoran (Origanum majorana) ist im südöstlichen Mittelmeergebiet heimisch. Er besitzt nur schwach magensaftranregende und blähungswidrige Eigenschaften und dient hauptsächlich als Gewürz.

Heilwirkung: Majoran ist ein gutes Heilmittel bei Blähungen und damit verbundenen Darmspastiken. Die krampflindernde Wirkung wird auch bei schmerzhaften Regelblutungen genutzt. Außerdem wirkt Majoran appetitanregend und hilft bei Durchfällen. Weitere Anwendung findet Majoran als Schleimlöser bei Erkältungshusten und Bronchitis. Bei fiebrigen Erkältungen kann Majoran außerdem als schweißtreibendes Mittel eingesetzt werden. Äußerliche Anwendung findet Majoran in Form von Salbe oder Öl. Sie werden zur Behandlung von Schnupfen, Geschwüren und Wunden verwendet.

Zubereitung: Majoran-Tee bereitet man folgendermaßen zu: 1-2 Teelöffel des getrockneten, zerkleinerten Krautes werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen. Den Aufguß 5-7 Minuten ziehen lassen, abseihen und bei Bedarf trinken. Wer mag, kann den Tee mit etwas Honig süßen, bei Magen- und Darmbeschwerden und bei Durchfällen allerdings sollte er ungesüßt getrunken werden.

Majoran-Salbe und Majoran-Öl erhält man mit etwas Glück in der Apotheke.

Majoran findet man häufig in Gewürzmischungen, paßt aber auch solo zu allen deftigen, gehaltvollen Speisen. Die kräftige Erbsensuppe z.B. wird dadurch schmackhaft gewürzt und für den Magen

Mariendistelfrüchte, Stechkörner (Silybi mariae fructus = Fructus Cardui Mariae)



Heilanzeigen: Verwendung bei akuten und chronischen Lebererkrankungen, mit Besserung der Begleitbeschwerden im Magen-Darmbereich, Fettleber. schützt die Leber vor Schäden bei chronisch entzündlichen Lebererkrankungen, und es wird als Gegenmittel bei Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz eingesetzt.

Zubereitung: Die fast geschmacksfreien Stechkörner eignen sich zur Teebereitung weniger gut, weil ihre Wirkstoffe - auch nach Zerkleinern der fetthaltigen Früchte - nur wenig wasserlöslich sind. Möglich, aber etwas umständlich ist die täglich dreimalige Einnahme eines knappen Teelöffels voll gepulverter Mariendistelfrüchte (Küchenmixer) eingehüllt in eine feuchte, große Oblate, oder mit Müsli etc. vermischt. Zweckmäßigerweise bereitet man sich für mehrere Tage einen kleinen Vorrat von etwa 100 g Pulver. Aufbewahrung gut verschlossen in einem Glas. Langzeitanwendung ist unerläßlich, jeglicher Alkoholgenuß untersagt. Bekanntestes Fertigarzneimittel mit standardisiertem Mariendistelwirkstoff ist das Legalon.

Inhaltsstoffe: Mehrere Flavonoide: Silybin, Silydianin und Silychristin, zusammengefaßt unter dem Namen Silymarin.

Herkunft: Mittelmeerländer, Nordafrika, u. a. in Deutschland angebaut.

Botanik: Deutsche Namen: Mariendistel, Stechkraut, wissenschaftlicher Name: Silybum marianum, Familie: Korbblütler. Bis über hüfthohe schöne Distel mit auffälligen weißgescheckten Blättern und tiefroten Blütenköpfen.

Mateblätter (Folia Mate)



sind als Matetee (= Yerba) das Nationalgetränk südamerikanischer Länder. Argentinien ist mit 125.000 Hektar Anbaufläche der Welt größter Mateproduzent und -Konsument. Der besonders in Paraguay und Brasilien beheimatete Matestrauch (Ilex paraguariensis) liefert die auch bei uns bekannte Droge, die sowohl unbehandelt (grün) als auch geröstet angeboten wird. Beide Sorten dienen hauptsächlich zu Genußzwecken. Mateblätter wirken durch ihre Inhaltsstoffe Koffein (ca. 1,5 %) und Theobromin anregend und harntreibend, etwas schwächer als Schwarztee (siehe dort) und Kaffee. Die Argentinier bereiten ihren Matetee so zu:

Ein Glas mit Saugrohr (Bombilla) wird bis zur Hälfte mit der Droge gefüllt und mit beinahe kochendem Wasser übergossen. Dann läßt man den Aufguß ziehen, bis eine mundgerechte Temperatur erreicht ist. Dabei darf mit der Bombilla nicht umgerührt werden, weil diese sonst verstopft. Der Aufguß kann mit der gleichen Drogenfüllung einige Male wiederholt werden, bis Kraft und Geschmack nachlassen.

Meerrettichwurzel (Radix Armoraciae)



Botanik: Deutsche Namen: Meerrettich, Kren, wissenschaftlicher Name: Armoracia rustricana, Familie: Kreuzblütler. Bis zu hüfthohe unauffällig weiß blühende Staude mit sehr großen Grundblättern.

Heilanzeigen: Innerlich: Bronchialkatarrh, Blasenkatarrh. Nicht bei Nierenerkrankungen. Äußerlich: Zur Anregung der Hautdurchblutung bei Gicht, Rheuma und bei Furunkeln und Karbunkeln.

Zubereitung: Innerlich: Es gibt zwei Möglichkeiten.

1. Die frische Wurzel wird in der Küchenmaschine zu einem Mus zerschlagen oder einfach mit dem Messer geschabt. Man nimmt hiervon 3 Mal täglich 1 - 2 Kaffeelöffel voll ein. Empfehlenswert ist die vorige Vermischung mit der dreifachen Menge Apfelbrei.

2. Man raspelt die Wurzel grob, gibt die etwa doppelte Menge Zucker dazu und läßt über Nacht Saft ziehen. Der sirupartige Saft wird durch ein feines Tuch abgegossen und bei Husten davon 3 Mal täglich 1 Eßlöffel voll eingenommen.

Äußerlich: Bei Rheuma, Furunkel und Karbunkel streicht man den Meerrettichbrei auf die betroffene Hautstelle in dicker Schicht auf.

Inhaltsstoffe: Ällylsenföl, Rhodanwasserstoff und andere bakterienhemmende Substanzen, Vitamin C.

Herkunft: Südosteuropa, bei uns vor allem Anbau in Franken.

Meerrettich ist nicht nur eine verdauungsanregende Pflanze, die leider heute zu wenig als Zugabe beim Essen verwendet wird. Aber der aus Meerrettich oder auch Kren genannt hergestellte Essig hilft bei Akne. Man reinigt reichlich Meerrettich unter fließendem Wasser, trocknet ihn ab und reibt ihn möglichst fein. Es sollte eine Literflasche dreiviertel voll gefüllt werden, füllt mit naturreinem Apfelessig auf und stellt die verschlossene Flasche 10 Tage an einen warmen Ort. Danach abseien und der Krenessig ist zur Behandlung von Akne bereit.

¨ Anmerkung: Vorsicht bei empfindlichem Magen! Wer auch sonst Probleme mit scharfen Speisen hat, sollte besser eine andere Heilpflanze wählen. Heilwirkung haben nämlich nur die frischen Wurzeln.

Meerrettich lindert den Hustenreiz bei Erkältungshusten und nervösem Husten. Die harntreibenden Wirkstoffe helfen bei Infektionen der Harnwege. Ab und an verwendet man die Wurzel bei Magen- und Darmstörungen. Der Verdauungsprozeß wird angeregt und gleichzeitig Heilanzeige wie Blähungen und damit verbundene Krämpfe gelindert. Äußerlich verwendet man Meerrettich als Breiumschlag bei Kopf- und Nervenschmerzen, bei Zahnschmerzen und rheumatischen Beschwerden.

Eine alte Bauernregel sagt, dass man die Wurzel am besten in den Monaten gebraucht, deren Name ein »r« enthält.

Aber auch Aberglauben ist mit der Pflanze verbunden. In Mähren lautet eine Vorschrift, um das Fieber zu vertreiben: »Nimm eine Meerrettichwurzel, reinige sie, schneide 72 Stückchen davon ab, fädle sie auf einen Faden und hänge sie dem Kranken auf den nackten Körper um den Hals; wenn es eintrocknet, kann man frisches anmachen; das Fieber verschwindet.«

Meerrettichessig ist ein bewährtes Mittel zur Beseitigung der Sommersprossen und Leberflecke. Man reibt den Wurzelstock, übergießt den Brei mit Weinessig, schüttelt die Mischung öfter und läßt sie 14 Tage ziehen.

Die frisch zerriebene Meerrettichwurzel dient auch »zu hautreizenden Umschlägen. Örtliche Bäder in geriebenem Meerrettich, der mit gleichviel Wasser übergossen wird, werden als ein Mittel gegen Frostbeulen anempfohlen. «

Wie kam die Pflanze zu ihrem Namen? Vielleicht weil sie am Meer besonders gut gedeiht. An den Küsten des Schwarzen Meeres ist die Pflanze verbreitet. Geklärt ist die Frage aber noch nicht.

Das östliche Europa und das angrenzende gemäßigte Asien bezeichnet man als die Heimat der Meerrettichstaude. Sie hat große, glänzende, längliche Blätter und wird oft bis zu einem Meter hoch. Die weißen sieht man verhältnismäßig selten. Sie bilden eine Rispe. Verwilderte Pflanzen kommen oft an Ufern und Wegrändern vor; im Kräutergarten aber hat der Meerrettich seinen angestammten Platz. Im Spreewald, in der Rheinpfalz und in Oberfranken wird er gewerblich angebaut. Zur Verwendung kommt nur der Wurzelstock.

¨ Anmerkung: Trotz der beschriebenen Heilwirkungen wird Meerrettich bekanntlich ganz überwiegend als Lebensmittel genutzt.

Melissenblätter (Melissae folium = Folia Melissae)



werden vorrangig zur Nervenberuhigung und leichten Schlafförderung verwendet, ferner bei nervösen Magenbeschwerden und Blähungen. Frische Melissenblätter duften beim Zerreiben zwischen den Fingern fein zitronenartig, weshalb die Pflanze auch Zitronenmelisse (wissenschaftlicher Name Melissa officinalis genannt wird.

Da das ätherische Öl in sehr empfindlichen kleinen Drüsen auf der Blattoberfläche enthalten ist, geht beim Trocknen und Drogenschnitt einiges verloren. Daneben sind in der Droge noch Gerbstoff und Bitterstoff enthalten, aber im Vergleich zu anderen Drogen recht wenig. Getrocknete Melissenblätter müssen deshalb heute - trotz ihrer Wertschätzung - als nur schwach wirksam angesehen werden. Spanische Anbauware ist am gehaltreichsten. Die geschmackliche Abrundung beruhigender Teemischungen aus Baldrian und Hopfen durch Melisse ist vorteilhaft. Das bekannteste, in seiner Wirkung bestätigte Melissen-Fertigarzneimittrel ist der Klosterfrau-Melissengeist, ein alkoholisches Destillat aus Melisse und sieben weiteren Heilpflanzen.

Keinerlei Melissenbestandteile enthält Spiritus melissae compositus, der Karmelitergeist des Deutschen Arzneibuches 6. Ausgabe. Hier handelt es sich um eine weingeistige Lösung von Zitronenöl, Muskat-, Zimt- und Nelkenöl. Zitronenöl ähnelt in Duft und Wirkung dem Melissenöl. Es stammt von einer fernöstlichen Grasart.

¨ Anmerkung: Neuerdings wird ein speziell bereiteter Melissenextrakt in Salbenform bei Lippenbläschen (Herpes simplex) empfohlen (Lomaherpan-Creme).

Vorkommen: Als Wildwuchs findet man die Melisse seltener. Meistens wird sie in Gärten oder Kulturen gezogen.

Verwendete Pflanzenteile: Die Blätter

Ernte und Aufbereitung: Die Melissenblätter werden in den Monaten Juni bis September geerntet. Man muß dabei behutsam vorgehen, da die Blätter sehr empfindlich sind. Sie werden zum Trocknen in dünnen Schichten an einem schattigen, luftigen Platz ausgelegt. Die Temperatur sollte 40° C nicht übersteigen.

Heilwirkung:

Melisse ist ein gutes Heilmittel bei nervösen Störungen jeglicher Art. Man nimmt den Tee bei Einschlafstörungen, allgemeiner und streßbedingter Unruhe, nervösen Herzklopfen, Kopfschmerzen, Angstzuständen, u.ä. Frauen in den Wechseljahren erfahren durch die Einnahme von Melisse eine Linderung ihrer Beschwerden. Bei schmerzhaften Regelblutungen und Magen- und Darmkrämpfen wirkt Melisse krampflösend. Bei Erkältungsfieber und Grippe oder auch als vorbeugende Maßnahme hilft die Pflanze die körperlichen Abwehrkräfte zu stärken.

Malve



Vorkommen: Die Malve wächst an Mauern und Hecken, an Feld- und Wiesenrändern, auf Schuttplätzen und in Gärten.

Verwendete Pflanzenteile: Die Blüten und Blätter

Ernte und Aufbereitung: Die Malven werden in den Monaten Juli bis September geerntet. Die Blüten und Blätter werden vorsichtig gepflückt und an einem luftigen, schattigen Platz getrocknet.

Heilwirkung: Die Malve lindert gereizte und entzündete Schleimhäute, indem sie einen schützenden Film aus Schleim bildet. So können z.B. Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre rasch gelindert werden. Die Pflanze wirkt schleimlösend und reizmindernd bei allen Erkrankungen der Bronchien und der Lungen. So behandelt man mit dem Tee den normalen Erkältungshusten ebenso, wie die akute und chronische Bronchitis und den nervösen Reizhusten. Äußerlich wird der Malven-Tee bei Reizungen und Infektionen im Mund- Rachenraum zum Gurgeln oder Spülen angesetzt. Bei eiternden Wunden, Furunkeln, Abszessen, etc. empfehlen sich entweder Umschläge, oder ein Bad mit Malventeezusatz.

Zubereitung: Malven-Tee bereitet man folgendermaßen zu: 2 gehäufte Teelöffel der getrockneten Blüten oder Blätter werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen. Den Aufguß 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und 2-3mal täglich trinken. Wer mag, kann den Tee mit etwas Honig süßen. Bei Magen- und Darmbeschwerden und bei Durchfällen allerdings sollte er ungesüßt getrunken werden.

Für Umschläge und Bäder bereitet man eine Abkochung: 2 -3 Teelöffel der getrockneten Blüten oder Blätter werden mit ¼ l Wasser übergossen. Den Ansatz 10 Minuten auf kleiner Flamme kochen, abseihen und mit einem sauberen Leintuch als Umschlag verwenden, oder dem Vollbad zugeben.

Mangold



Beeinflußt durch seinen Mineralsalzgehalt die Leber, Galle, Niere, Nierenbecken, Harnleiter und Harnsäure, Blutzusammensetzung.

Melone

Anzuwenden bei Stockungen im Portadersystem (schlechte Galleabsonderung), Melancholie, Hypochondrie, Gallen- Nieren- Blasensteine.

Mistelkraut (Herba Visci albi)



Die Droge besteht aus den grüngelben Blättern und den äußeren Zweigen der Mistel (wissenschaftlicher Name: Viscum album). Sie ist ein kugeliger, immergrüner Halbschmarotzer unserer Nadel- und Laubbäume. Mistelauszüge sind in vielen blutdrucksenkenden Fertigarzneimitteln zu finden.

Zubereitung: Man setzt 4 - 6 gehäufte Teelöffel voll mit 1/2 Liter lauwarmem Wasser über Nacht an und trinkt morgens sowie abends langfristig eine Tasse Tee.

Der blutdrucksenkende Effekt der Mistel ist nur recht schwach ausgeprägt und zudem unsicher. Dennoch wird öfter über die Besserung der Begleiterscheinungen des Bluthochdruckes, wie Schwindel und Kopfdruck berichtet. In Form von Spritzen wird die Droge auf Grund des enthaltenen Viscotoxin als Gewebereizmittel bei Arthrose, Ischias und Krebs genutzt. Fertigarzneimittel: lscador, Plenosol.

Bezüglich Halbschmarotzer Anmerkung bei Augentrostkraut (siehe dort). Die Geschichte der Mistel geht zurück bis zur Mythologie der alten Germanen. Auch den Priestern der Gallier (Druiden) war die Mistel heilig.

Als Halbschmarotzer ist die Mistel auf ihre Wirtspflanze angewiesen. Sie kommt folglich dort vor, wo die Bäume wachsen, die sie bevorzugt besiedelt (Nadelhölzer, weichholzige Laubbäume). Ihre Samen werden durch Vögel verbreitet. Die Mistel muß man zunächst ausfindig machen. Das geht bei Laubbäumen am besten im Spätherbst und Winter, wenn das Laub fehlt. Dann erkennt man die Mistel als rundliche »Nester« auf den Bäumen. Schwieriger ist es bei Nadelbäumen. Hier findet man jedoch häufig Mistelblätter auf dem Waldboden, wo sie »nicht hingehören«.

Dadurch wird man auf einen Mistelstrauch, der auf einer Fichte oder Tanne wächst, aufmerksam. Man bringt beblätterte Zweigspitzen ein, trocknet sie schonend und zerschneidet sie dann.

Heilwirkung und Anwendung

Obwohl es durchaus möglich ist, dass die Mistel in Zukunft als Krebsmittel Bedeutung erlangt, ist zur Zeit noch vor der Überbewertung dieser Heilpflanze zu warnen. Man kann sie zur Unterstützung der ärztlichen Therapie bei Bluthochdruck verwenden, man. kann sie zusammen mit Weißdorn alten Menschen empfehlen, um die Leistung ihrer »müden« Herzen zu verbessern, man kann sie bei Arthrosen versuchen und man kann sie Rekonvaleszenten (Genesenden) nach schweren Infektionskrankheiten zur Stärkung des geschwächten Herzmuskels geben. Neben den sehr vielen galenischen Präparaten, die Mistel enthalten, behauptet sich auch der Tee.

Zubereitung: 2 gehäufte Teelöffel Mistel mit 1 1/4 1 kaltem Wasser übergießen, nach 10 bis 12 Stunden abseihen. 2 Tassen pro Tag sind die richtige Dosierung.

Anwendung in der Homöopathie Das Homöopathikum »Viscum album« wird verschiedenartig verwendet. Man gebraucht es zur Hebung des Wohlbefindens älterer Leute, zur Vorbeugung und Linderung arteriosklerotischer Beschwerden sowie gegen Schwindelanfälle und epileptische Zustände und gegen hohen Blutdruck.

Die Potenzen D3 und D6 werden bevorzugt gebraucht. 3 mal täglich 5 bis 15 Tropfen ist die Dosierung.

MisteI als Hausmittel: Die arzneiliche Verwendung der Mistel läßt sich bis ins fünfte vorchristliche Jahrhundert zurückverfolgen. Im ersten Jahrhundert nach Christi findet man den Hinweis, dass die Mistel gegen Fallsucht und Schwindelanfälle hilfreich sei.

Im Mittelalter wird hinzugefügt, dass die Mistelsalbe Geschwüre und eitrige Wunden heile, und Pfarrer Kneipp empfiehlt die Mistel zur Stillung von Blutflüssen und zur Behandlung von Störungen im Blutumlauf. Von alledem ist in der Volksmedizin ein wenig hängen geblieben, doch in der Hauptsache trinkt man den Mistel-Tee gegen leichte nervöse Herzstörungen.

¨ Anmerkung: Nebenwirkungen sind normalerweise nicht zu befürchten. Beachten sollte man allerdings, dass Herzbeschwerden jeglicher Art erst einmal mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden sollten. Eine vorschnelle Eigentherapie kann oft eher schaden, als nützen.

Mistespräparate (Dr. med. Klaus Mohr)

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Mistel sind:

• die Polysaccharide mit aktivierender Wirkung auf das Komplement-System (unspezifische Immun-Aktivierung in Laboruntersuchungen)

• die Ribonukleinsäuren mit unspezifisch anregender Wirkung auf die phagozierenden weißen Blutkörperchen (,,Freßzellen")

• die Viscotoxine mit zellwachstumshemmender Wirkung (vor allem auf die schnellwachsenden Tumorzellen). Allerdings kommt diese Wirkung allenfalls bei sehr hohen Misteldosierungen zum Tragen. reformrundschau 12195

Mistel Die medizinische Anwendung der Mistel läßt sich bis zur Antike zurückverfolgen. Den Ärzten des Mittelalters galt ein Misteltrank als Allheilmittel, der aber besonders bei Epilepsie und Krämpfen angewandt wurde. Mit ihren Inhaltsstoffen Viscotoxin, Cholin, Acetylcholin u. a. hat diese alte Heilpflanze auch heute noch ihre Bedeutung bei der Behandlung der Arteriosklerose und deren Folgezustände. Weitere Anwendungsgebiete finden injizierbare Mistelpräparate u.a. als Zytostatika bei Tumorerkrankungen. Besonders für den alternden, arteriosklerosen Menschen ist die Pflanze ein hilfreiches Mittel. Durch die Herabsetzung der Gefäßwandspannung kommt es zu einer Senkung des Blutdrucks und damit zu einer Entlastung des Herzens. Wichtig ist, dass Mistelzubereitungen über einen längeren Zeitraum bzw. nach Pausen immer wieder eingenommen werden. Gibt man noch Weißdorn (Crataegus) hinzu, so ist viel getan, die natürlichen Beschwerden des Alterns zu mildern. Als Tee wird das Mistelkraut kalt angesetzt. Auf eine Tasse Wasser kommt ein Teelöffel der Droge. Man läßt den Ansatz etwa 8 Stunden stehen und trinkt morgens und abends eine Tasse, möglichst nüchtern. Gesammelt werden kann die Mistel von Januar bis Dezember, wobei sie mit langen Stangen von den Bäumen geholt wird. Das Sammelgut wird in einem trockenen luftigen Raum zum Trocknen an einer Leine aufgereiht und anschließend zerkleinert. - - Mistelpräparate stimulieren das Immunsystem. Sie werden bei Tumorpatienten eingesetzt und haben dort schon Erfolge gebracht, zumindest wird das Wachstum der Tumorzellen gebremst.

Minze



Für die Heilkunde wichtig ist die in Gärten oder im Landbau angebaute Pfefferminze. Als wesentlicher Bestandteil der Minze gilt das ätherische Öl, das aus Menthol und Menthon besteht. Hinzu kommen Bitter- und Gerbstoff, Oxydase und Katalase. Das aus der Pfefferminze gewonnene Pfefferminzöl wirkt als Einreibemittel bei örtlich auftretenden Schmerzen, Kopfschmerzen und Magenverstimmung. Der ständige Gebrauch von Pfefferminztee kann gesundheitsschädlich wirken. Pfefferminztee ist ein ausgesprochener Heilpflanzentee und deshalb nicht zum ständigen Verbrauch bestimmt. Zubereitung wie üblich.

Dass der Tee den Galleabfluß und die Galleproduktion in der Leber fördert, ist ebenfalls schon lange bekannt, selbst bei den starken Schmerzen einer Gallensteinkolik galt er als außerordentlich hilfreich.

Man trinkt die Pfefferminze zwar sehr oft allein, doch besitzt eine Droge, die ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe enthält, ein solch weites Wirkungsspektrum, dass sie auch die Wirksamkeit anderer Teearten unterstützen und verbessern hilft.

So ist zum Beispiel ein Tee aus Pfefferminze und Kamille zu gleichen Teilen eine besonders gute Kombination bei allen Magen- und Darmerkrankungen, ebenso Pfefferminztee mit einer Zugabe von Süßholz. Wer dagegen die verdauungsfördernde Wirkung auch nach dem Abendessen noch zu benötigen glaubt, sollte zur Hälfte Lindenblüten dazutun, sie neutralisiert die anregende Wirkung, so dass es nicht zu Einschlafschwierigkeiten kommt.

Zur äußerlichen Anwendung bietet sich die Minze ebenfalls an. Bei Entzündungen der Atemwege kann man mit ihr; ähnlich wie mit Kamillendampf, inhalieren und die schmerzbetäubende Wirkung des Menthols läßt sich u. a. bei Zahnschmerzen nutzen, wenn man die betroffene Stelle mit Pfefferminz-Alkohol betupft. Bei Migräne, aber auch bei rheumatischen Schmerzen sind Kompressen, in Minzeabsud getaucht (Pfefferminze etwa zehn Minuten lang köcheln lassen), oftmals äußerst wirkungsvoll.

Kataplasmen (Brei aus kurz in kochendes Wasser zum Aufweichen getauchte Blätter) galten früher als bestes Mittel, um bei stillenden Müttern vorkommenden Milchstau aufzulösen und auch beginnende Brustentzündungen wurden damit behandelt.

Nicht zu empfehlen ist aber die Pfefferminze in jeglicher Form bei Säuglingen und Kleinkindern, vor allem Säuglinge können auf den Mentholgehalt der Pflanze mit Erstickungsanfällen reagieren. Bei Blähungen und Magenverstimmung sollte man hier auf die bewährte Teemischung von Fenchel (Kümmel) und Kamille zurückgreifen.

Natürlich kann die Überdosierung einer solch stark wirkenden Heilpflanze auch bei Erwachsenen unangenehme und in extremen Fällen auch schädigende Begleiterscheinungen hervorrufen, das aber spricht nicht gegen, sondern für die Wirksamkeit der Minze. Ebenso kann der längere Gebrauch einer Heilpflanze zu einer gewissen Gewöhnung führen, so dass der Körper dann im akuten Fall u. U. nicht mehr so wie gewünscht auf die heilenden Substanzen reagiert.

Dennoch, das Glas Pfefferminztee am Tag schadet in keinem Fall, wie die lange Tradition des orientalischen Teekultes ja eindrucksvoll beweist.

reform-rundschau 8/96

Maisgriffel

wirkt harntreibend . 1 Teelöffel voll pro Tasse mit kaltem Wasser ansetzen, kurz aufkochen und abseien. Mehrmals täglich eine Tasse trinken. Personen mit Blutgruppe 0 und B sollten den Tee meiden

Mohnsamen



ist basenreich und wird als Zugabe zu manchen Speisen gebraucht. Beigabe beim Brötchenbacken verfeinert das Backgut.

Mohnöl

wird aus Mohnsamen hergestellt und ist in mancher Hinsicht dem Olivenöl vorzuziehen. Löst Darmverkrampfungen.

Morgentee

Hinweis: Bei Gallen- oder Nierenleiden Tee nur nach Rücksprache mit Ihrem Apotheker oder Arzt anwenden!

             Tee-Mischung: 
Mateblätter 12,5 g
Birkenblätter 12,5 g
Fenchelfrüchte (zerstoßen) 12,5 g
Kamillenblüten 12,5 g
Melissenblätter 12,5 g
Hagebuttenfrüchte 12,5 g

Dosierung und Anwendung (pro Tasse):

Zwei Teelöffel Tee mit siedendem Wasser übergießen und bedeckt etwa zehn Minuten ziehen lassen. Abseihen und zwei- bis dreimal täglich eine Tasse frisch bereitet trinken.


Maiglöckchen (Convallaria maialis)



Überall heißen die Maiblumen anders: Der Schweizer spricht von den »Meierisli« (Reislein des Maien), der Sachse und Schlesier von der »Zauz< oder dem »Tschäupchen.« In Thüringen nennt man es »Maischellchen« und bei Bremen »Haselöhrle«.

Heute ist das Maienblümlein wohl wegen seines hohen Giftgehaltes in der Volksmedizin nicht mehr gebräuchlich.

In der wissenschaftlichen Medizin ist die Maiblume ein wirksames Herzmittel.

Die Homöopathie stellt aus der frischblühenden Pflanze eine Essenz her. Karl Stauffer sagt in seiner Arzneimittellehre, dass der auf das Herz wirkende Stoff, das Convallamarin, sich leicht zersetzt und darum unzuverlässig in der Wirkung ist. Sein Einfluß verlangsamt die Herztätigkeit.

Die schneeweißen Blümlein stehen in einer einseitswendigen Traube und sind »eines lieblichen, edlen geruchs und bitteren geschmacks. So die Blümlein im Sommer verwelken, werden schöne, rothe körnlein darauß wie Korallen. Sein Wurzel ist weiß, dünn, zasecht und steigt nicht tieff in die Erden. Sie wachsen gern an feuchten Orten und sonderlich in den Wäldern.«

Verwendet wird das Kraut der Pflanze, also die oberirdischen Teile

Inhaltsstoffe: Substanzen, die das Herz kräftiger schlagen lassen, so genannte herzwirksame Glykoside

Hilft bei leichten Störungen der Herzfunktion; unterstützend bei Herzschwäche im Stadium I und II

Teebereitung: Weil herzwirksame Glykoside sehr genau dosiert werden müssen, sollten Sie sich keinen Tee aus Maiglöckchen zubereiten, sondern lieber ein Fertigpräparat aus der Apotheke anwenden.

Präparate: Fertigpräparate enthalten Maiglöckchen Extrakt, der eine genau definierte Menge an herzwirksamen Glykosiden enthält. ~

Oft wird der Maiglöckchen-Extrakt auch mit anderen herzstärkenden Arzneipflanzen wie Weißdorn kombiniert. Manche Mittel enthalten auch die aus Maiglöckchen isolierten herzwirksamen Glykoside.

Tipp: Wenn Sie wegen einer Herzschwäche ein Digitalis-Präparat verordnet bekommen haben, sollten Sie zusätzlich keine Mittel mit Maiglöckchen anwenden. ~

Möhre



Vorkommen: Die Möhre ist eine sehr verbreitete Pflanze und stellt an ihren Standort kaum Ansprüche. Man findet sie unter anderem auf Schuttplätzen und Wiesen, an Feld- und Wegrändern und an Böschungen.

Verwendete Pflanzenteile: Das Kraut und die Wurzeln

Ernte und Aufbereitung: Das Möhrenkraut wird zu seiner Blütezeit in den Monaten Juni bis September geschnitten. Es wird zu Sträußen gebunden und an einem luftigen, schattigen Platz getrocknet. Die Wurzeln werden im Frühjahr oder Herbst gegraben und getrocknet oder frisch verwendet.

Heilwirkung: Möhren gibt man vorwiegend bei Fehlernährung und Vitamin A Mangel bei Erwachsenen und insbesondere bei Kindern. Die harntreibenden und antibakteriellen Eigenschaften helfen bei Beschwerden und Infektionen der oberen und unteren Harnwege. Blasen- und Nierenentzündungen und speziell Nierensteine werden mit dem Möhrenkraut oder der Wurzel behandelt.

Zubereitung: Für den Möhrentee kann man sowohl das Kraut, als auch die Wurzeln verwenden.

Möhrentee bereitet man folgendermaßen zu: 2 Teelöffel getrocknete Möhre werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen. Den Aufguß 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und 3mal täglich trinken. Bei Fehlernährung oder Vitamin A Mangel gibt man entweder Möhrensaft, oder frische Möhrenwurzeln. Den Saft kann man kaufen, oder auch selber pressen.

Muskatnuß



sind (richtiger) Samenbeeren eines Baumes, dessen Heimat die Molukken waren. Die geriebenen Beeren, deren Aroma mehr feurig als scharf ist, gehören mit dem Zimt und den Nelken zu den exotischen Gewürzen, um die während des 17. und 18. Jahrhundert blutige Handelskriege zwischen Portugiesen und Holländer ausgetragen wurden. In größeren Mengen sind sie nicht unbedenklich, denn sie enthalten zwei giftige Ätherische Öle: Myristicin und Elimicin. Bei Kindern kann bereits eine einzige Muskatnuß tödlich sein. Die zum Würzen verwendeten Mengen sind allerdings unbedenklich. Trotzdem Muskatnüsse ob gerieben oder im Stück immer kindersicher aufbewahren. Ein Hauch davon macht Mürbeteig lecker; mehr davon gehört in den Lebkuchenteig.

Die bekannte und viel zitierte Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) schrieb seinerzeit: ,,Die Muskatnuß hat große Wärme und eine gute Mischung in ihren Kräften. Und wenn ein Mensch die Muskatnuß ißt, öffnet sie sein Herz und reinigt seinen Sinn und bringt ihm einen guten Verstand. Nimm, wie auch immer; Muskatnuß und in gleichem Gewicht Zimt und etwas Nelken und pulverisiere das. Und dann mach mit diesem Pulver und mit Semmelmehl und etwas Wasser Törtchen, und iß diese oft, und es dämpft die Bitterkeit des Herzens und deines Sinnes, und es öffnet dein Herz und deine stumpfen Sinne, und es macht deinen Geist fröhlich und reinigt deine Sinne, und das mindert alle schädlichen Säfte in dir; und es verleiht deinem Blut einen guten Saft und macht dich stark." In diesen Worten ist intuitives Wissen enthalten.

Es sind vor allem die ätherischen Substanzen, die den müde, träge gewordenen und durch Nahrung belasteten Stoffwechsel verlebendigen.

Es handelt sich um ein sehr altes Gewürz. Ich erinnere mich noch, dass in meiner Jugendzeit, als es noch nicht so viele Plastik- und Cellophanverpackungen für Gewürze gab, bei bestimmten Gerichten eine Muskatnuß mit einer kleinen Reibe auf dem Tisch lag. Es waren vor allem Fleisch- und Reisgerichte, über die vorsichtig etwas Muskat gerieben wurde.

Im 15. Jahrhundert trugen die Leute oft ihre eigene Muskatnuß bei sich, zusammen mit kleinen Muskatnußschabern aus Silber; Holz oder Bein, um Essen und Getränke, z.B. heißes Bier, Glühwein, nach dem persönlichen Geschmack nachzuwürzen.

Es handelt sich also um ein sehr gebräuchliches Gewürz. Die Kreuzfahrer haben es im frühen Mittelalter aus dem Orient nach Europa gebracht.

Die sog. Muskatnüsse sind Samenkerne des Muskatnußbaumes. Botanisch betrachtet handelt es sich aber nicht um Nüsse, sondern um Kerne größerer Beeren, die fast wie Aprikosen aussehen. Die Muskatnüsse sind eiförmig rund, etwa 25 mm lang, besitzen eine runzelige Oberfläche von nußbrauner Farbe. Die Handelsware ist meist mit einem Kalküberzug bedeckt. Gemahlen riechen die Nüsse eigentümlich, spezifisch, aromatisch - sie riechen eben muskatnußartig. Sie schmecken würzig, ,,herzhaft feurig". Sie enthalten relativ viel ätherisches Öl bis zu 12%, außerdem zu 30% fettes Öl (Muskatbutter).

Die Urheimat des Baumes sind die Molukken. Durch die Vermittlung der moslemischen Händler gelangte das Gewürz nach Europa. Arabische Ärzte erwähnen die Muskatnuß um das Jahrtausend bereits als indische Droge. Der große Albertus Magnus (um 1200) berichtete über das Gewürz, nahm aber an, dass es aus Indien stammt.

Einen bedeutenden Aufschwung nahm der Gewürzhandel durch die Entdeckung des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama. Aus dieser Zeit stammen auch die ausführlichen Berichte und Beschreibungen der Muskatnuß. Trotz dieser recht genauen Nachrichten hielten sich in Europa noch jahrhundertlang abenteuerliche Vorstellungen.

Als die Portugiesen zum ersten Mal an den Küsten der Gewürzinseln landeten, stießen sie auf einheimische Fürsten, die einen schwunghaften Handel mit der Muskatnuß trieben. Selbstverständlich, wie es in der Geschichte nun einmal Brauch war und ist, wenn es um das große Geld geht, unterwarfen sie die Bewohner Dadurch beherrschten sie den Handel und diktierten die Preise.

Ein Jahrhundert lang dauerte das Gewürzmonopol, dann kamen die Holländer. Diese gingen wesentlich rigoroser vor Sie beschränkten den Muskatnußanbau. Überzählige Bestände wurden vernichtet, die Bevölkerung zu Sklaven gemacht. Den Grundbesitz verteilte man an holländische Siedler Den Einheimischen wurde lediglich erlaubt, abgefallene Früchte einzusammeln und für den eigenen Bedarf zu verwenden. Wer eine Muskatnuß pflückte, wurde mit dem Verlust seiner Hand bestraft.

Der jährliche Muskatnußverbrauch betrug damals in Europa etwa 200000 Pfund und in Indien 100000 Pfund. Die holländische Ostindien-Company verdiente gut mit einem etwa 200%igen Aufschlag. Um die Preise zu halten, wurde das Muskatverbot verschärft, wer von den Eingeborenen einen Baum verheimlichte, wurde mit dem Tode bestraft. Ebenso vernichteten die holländischen Händler mehrfach große Mengen aus ihrer Muskatnußernte. In Amsterdam, so wird berichtet, zündeten sie ihre Speicher an. Die schaulustige Bevölkerung soll in der ausgelaufenen Muskatnußbutter regelrecht gewatet sein. Auch warfen sie ganze Schiffsladungen tonnenweise in das Meer Nun, die Vernichtung von Lebensmitteln, um die Preise stabil zu halten, ist ja durchaus auch heute noch modern.

Dennoch konnten die Holländer nicht erreichen, dass andere See- und Weltmächte sich in den Handel einschalteten. So waren es die Franzosen, die das Monopol durchbrachen. Der damalige Statthalter von Mauritius ließ den Muskatbaum zusammen mit dem Gewürznelkenbaum um 1770 von den Molukken entführen und auf Mauritius und der bekannten Pfefferinsel Cayenne anpflanzen. Die geraubten Bäume gediehen prächtig und brachten große Erträge. Dann kamen die Engländer; diese vertrieben die Holländer von den Molukken und verpflanzten die Muskatnuß nach Sumatra und Indien. Nun war das Muskatnußmonopol endgültig gebrochen, die hohen Verdienstspannen gingen zurück.

Der Muskatnußbaum wird etwa 10 bis 15 Meter hoch, ,,Früchte" trägt er erst nach acht Jahren. Seine volle Ernte etwa im 15. Jahr Er kann sehr alt, bis zu 100 Jahre, werden. Gut gepflegte Bäume liefern jährlich bis zu 2000 Nüsse. Die Schalen werden mit dem Hammer aufgeschlagen, die Kerne ausgesiebt, gekalkt, getrocknet und verkauft. Ursprünglich wurde das Kalken von den Holländern eingeführt, um die Keimkraft der Muskatnuß zu versiegeln, damit das Monopol gesichert blieb.

Auch heute werden die meisten Kerne noch gekalkt, einmal aus kosmetischen Gründen und um Schädlinge fernzuhalten. Die gekalkten Nüsse werden im Handel als holländische Ware angeboten, ungekalkte als englische Nuß bezeichnet. Die Weltproduktion beläuft sich auf etwa 7000 bis 8000 Tonnen im Jahr Nach ungefähren Schätzungen wird in Europa am meisten Muskat in Belgien konsumiert, dann folgt Deutschland, dann erst die anderen Staaten.

Die Bedeutung der Muskatnuß liegt in ihrer Anwendung in der Küche. Man benutzt das Gewürz zu Suppen, Gemüsen, Klößen, Fleisch- und auch Fischspeisen. Verschiedenen Gebäcken und Getränken wird in kleinen Mengen Muskat beigefügt. In vielen holländischen Speisen gilt die Muskatnuß als Standardgewürz, man gibt sie in Kartoffelbrei, Weißkohl, Blumenkohl, Gemüsepürees und Makkaroni. Auch Honigkuchen, Fruchtkuchen, Fruchtdesserts wird manchmal Muskat beigegeben. Am besten aber paßt das Gewürz zu Eintopfgerichten, zu Käse und Eierspeisen, ebenso zu Pilzen.

In der Medizin dient das Muskatnußöl bisweilen zur Bereitung von Salben und Pflastern und auch in homöopathischer Verdünnung als innerliche Gabe. Ein Destillat aus Muskatnuß wird auch in der Parfümerie verwendet, zu Kosmetika verarbeitet.

Wußten Sie, dass nicht nur die Nürnberger Lebkuchen, sondern auch alle anderen Formen brauner Kuchen mit Muskat gebacken werden und dadurch ihren spezifischen Geschmack erhalten? Eine Reihe bekannter Liköre, z. B. Chartreuse, verdankt ihren Geschmack dem Muskat. Die Wirkung des Alkohols wird durch das Gewürz gesteigert. In Duftölen ist Muskat enthalten und verleiht gerade der Vorweihnachtszeit eine bestimmte Note.

Vielleicht sollten wir uns gelegentlich daran erinnern, dass bereits Hildegard von Bingen die Muskatnuß empfohlen hat bei Stumpfsinnigkeit, Melancholie und müdem Geist.

Dr. med. K. 0. Kuppe reform-rundschau 11196

Muskatblüte

Die Muskatbblüte ist auch unter dem Namen "Macis" bekannt. Sie ist nicht etwa die Blüte des Muskatbaumes, sondern der getrocknete Samenmantel der die Muskatfrucht umhüllt. Man erhält ihn durch sorgfältiges Entfernen des Fruchtfleisches und des Samens. Die Muskatblüte schmeckt milder und feiner als die Muskatnuß. Sie gibt nicht nur Weihnachtsgebäck, sondern auch herzhaften Gerichten ihr Aroma. Medizinisch betrachtet, fördert die Muskatblüte die Verdauung.

Minzöl

Ein bewährtes Hausmittel zur Bekämpfung von Schnupfen, Husten Heiserkeit. Am zweckmäßigsten inhalieren oder auf Nase Stirn oder Brust auftragen.

Meerzwiebel (Scilla)



Die Meerzwiebel gehört zu den stark narkotischen Giften. Ihre physiologische Wirkung ähnelt der des Tabaks. Sie wirkt auf das Nervensystem ein und erzeugt heftige Gleichgewichtsstörungen und eigenartige Symptome, die sich in einer Verwirrung und abwechselnd in Phänomenen der Überreizung und dann wieder des Ruhens der Lebensfunktionen und des organischen Lebens zeigen. Die Meerzwiebel reizt den Verdauungskanal und führt sehr oft starke Durchfälle und Erbrechen herbei. Medizinisch wird sie hauptsächlich benutzt, um die Harnausscheidung anzuregen. Die Meerzwiebel ist eins der besten harntreibenden Mittel, die wir besitzen. Sie übt außerdem zwei andere unbestreitbare Wirkungen aus, indem sie nämlich den Auswurf fördert, wenn man schwache Dosen verabreicht, und bei höheren Dosen Erbrechen erzeugt. Man vereinigt Meerzwiebel mitunter mit anderen

Medikamenten, die die guten Eigenschaften der Meerzwiebel aktivieren, indem sie die unangenehmen mildern oder sie doch geeignet machen, spezielle Zwecke zu erfüllen. Diese anderen Mittel sind Kampfer, Ammoniakgummi, Kalomel, Opium, Belladonna, Chinin und andere. Äußerlich wird Meerzwiebel als Tinktur entweder für sich allein oder zusammen mit Digitalis zu Einreibungen benützt. Im Altertum kannte man die Wirkung frisch auf die Haut gebrachter Meerzwiebel. Nach Theophrastes diente die Meerzwiebel bei den Griechen als Blutreinigungsmittel.

Mäusedornwurzel



wirkt entzündungshemmend und gefäßverengend.

Mandeln



sind nicht nur eine bewährte Backzutat, sondern sollten auch außerhalb der Weihnachtszeit gegessen werden, weil sie Inhaltsstoffe enthalten, die Krebsentstehung vorbeugen sollen. Die bittere Mandel enthält in 1 Kg 1g giftige Blausäure, die schon in kleinen Dosen schädlich ist. Die Mandeln sind sehr fettreich, eiweißhaltig.

Mandelbaum (Prunus amygdalus)



Die bitteren Mandeln wirken durch zwei Stoffe, das Amygdalin und den Milchsaft, die durch Gärung Blausäure ergeben. Für sich allein eingenommen sind die beiden Substanzen nicht schädlich, aber zusammen gegessen wirken sie aufeinander ein, und es bildet sich Blausäure. Daher ist der Genuß bitterer Mandeln gefährlich.

Dagegen ist reine Mandelessenz nicht abträglich. Die physiologische Wirkung bitterer Mandeln ist die gleiche wie die der Blausäure, nämlich Vergiftungserscheinungen mit Krämpfen, Kollaps, Lähmung. In sehr schwachen

Dosen wirken sie dagegen krampflösend. Zu diesem Zweck werden bittere Mandeln in der Heilkunde verwendet. Man verschreibt sie als Emulsion gegen Asthma, Keuchhusten und krampfhaften Husten. Die süßen Mandeln enthalten kein Amygdalin, sind also ungefährlich. Aus süßen Mandeln bereitet man Emulsionen, Mandelmilch u. a.

Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)



Die Früchte sind kugelige rote, säuerliche und erfrischende Beeren. Man hat sie lange Zeit gegen Skorbut verwendet.