Deutsch

Saflor Färberdistelfrüchte
Safran
Sägepalme, auch Zwergpalme
Salbei
Sanddorn
Sandelholz
Sanikelkraut
Sassafras
Sauerampfer
Schafgarbe
Schachtelhalm
Schafgarbenkraut
Schierling
Schlafmohn
Schlehdorn
Schlehenblüten
Schlüsselblumenblüten mit Kelch   
Schlüsselblumenwurzel
Schmerwurz
Schnittlauch
Schöllkraut
Schwarz- oder Schlehdorn
Schwarzer Holunder



Schwarzer Pfeffer
Schwarzkümmelöl
Schwarzer Tee
Schwertlilie
Seerose
Sellerie
Seifenkrautwurzel
Senf
Sennesblätter
Sennesschoten
Silberdistel
Silberweide
Skabiose Scabiosa
Sonnenhutwurzel
Sonnentaukraut
Spargelwurzel
Spierstaudenkraut, -blüten   
Spitzwegerich
Spitzwegerichkraut
Stechpalme
Steinkleekraut
Sternanisfrüchte
Stiefmütterchen



Stiefmütterchenkraut
Storchenschnabel
Strauchpappel
Sudan-Malvenblüten
Süßholzwurzel

Latein:

Saflor Färberdistelfrüchte

Sanddornbeeren.enthalten reichlich Vitamin C, daneben fettes Öl, Flavonoide und Karotin. Letzteren verdanken die Früchte ihre orange Farbe. Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist in Asien und Europa weit verbreitet, auch als Zierstrauch. Sanddornbeeren werden nicht zur Teebereitung gewonnen, sondern im frischen oder tiefgefrorenen Zustand meist zu Saft verarbeitet. Da reife Sanddornbeeren geringe Mengen an sogenannten niederen Fettsäuren enthalten, haben sie einen leicht ranzigen Beigeschmack. Dies führt mitunter zu Beanstandungen von Sanddornsäften, obwohl diese in Wirklichkeit von einwandfreier Beschaffenheit sind.

Sanikelkraut (Herba Saniculae)

Heilanzeigen: Äußerlich zu Umschlägen und Bädern bei schlecht heilenden Wunden und zu Spülungen bei Entzündungen der Mund-, Rachen- und Nasenschleimhaut. Die der Droge zugeschriebene blutstillende Wirkung ist zweifelhaft.

Zubereitung: 1 gehäufter Esslöffel voll Schnittdroge wird mit 1/2 Liter Kaltwasser angesetzt und kurz aufgekocht. Mit der täglich frisch bereiteten Abkochung werden Umschlagskompressen getränkt und als Wundauflage 3stündlich erneuert, oder die erkrankte Stelle wird - wo möglich - mehrmals täglich gebadet. Mundspülungen ebenfalls täglich einige Male, besonders gleich nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen.

lnhaltsstoffe: Allantom, dessen wundreinigende Eigenschaft schon lange bekannt ist, über 10 % Saponine mit antimikrobiellen Eigenschaften, außerdem Gerbstoff, wenig ätherisches Öl und verschiedene Fruchtsäuren.

Herkunft: Mitteleuropa, Persien, Westasien.

Botanik: Deutscher Name: Sanikel, wissenschaftlicher Name: Sanicula europaea, Familie: Doldengewächse. Zierliche, weiß oder gelblich blühende Pflanze, welche bei uns in humusreichen lichten Laubwäldern zu finden ist.

¨ Anmerkung: In dem Wort Sanikel ist das lateinische Wort sanare heilen enthalten, was auf die Wertschätzung und jahrhundertlange Anwendung dieser Heilpflanze hinweist.

Schafgarbenkraut (Millefolii herba = Herba Millefolii)

Heilanzeigen: Als aromatisches Bittermittel innerlich bei Appetitmangel, Blähungen, Darmkrämpfen, Magenstörungen; außerdem bei unregelmäßiger und/ oder schmerzhafter Menstruation.

Äußerlich zu Umschlägen und Bädern bei schlecht heilenden Wunden. Die Droge wirkt ähnlich wie die erheblich teurere Kamille, mit der sie verwandt ist.

Zubereitung: Bereitung der Tagesmenge durch Überbrühen von 2 Esslöffeln voll Schnittdroge mit 3/4 Liter kochendem Wasser. Man trinkt zu den Mahlzeiten 1-2 Tassen Tee, am besten ungesüßt oder mit Süßstoff versetzt. Zu Umschlägen und Bädern wird ein Drogenaufguss in gleicher Weise bereitet.

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl mit Azulen und Eukalyptol; Gerbstoff, Flavone, Bitterstoff und antibiotische Substanzen.

Herkunft: Weite und dichte Verbreitung in der nördlichen Erdhälfte an trockenen und sonnigen Standorten.

Botanik: Deutsche Namen: Schafgarbe, Feldgarbe, wissenschaftlicher Name:

Achillea millefolium, Familie: Korbblütler. Bis kniehohe Pflanze mit zähfaserigem Stengel, weißen, seltener rötlichen Blütenständen, doppelt gefiederten Blättern und typischem Geruch. Es gibt vier verschiedene Schafgarbenrassen, von denen besonders die beiden mit geringerer Chromosomenzahl Azulen bilden.

¨ Anmerkung:Frauen sollten bei übermäßigen Unterleibsbeschwerden auf jeden Fall den behandelnden Arzt aufsuchen, bevor sie zur Selbstbehandlung schreiten. Schmerzen können viele Ursachen haben und müssen daher zuerst fachlich abgeklärt werden.

Schlehenblüten Schwarzdorn.Flores Pruni spinosae

werden auch als Schlehdornblüten bezeichnet. Der wissenschaftliche Name der Schlehe ist Prunus spinosa (Rosengewächse). Schlehen sind besonders reich an wertvollen Fruchtsäuren, die die Lebensgeister stärken. Schlehenblüten führen leicht ab und können bei Kindern als wohlschmeckender Teeaufguß verwendet werden. Man überbrüht einen Teelöffel voll getrockneter Blüten mit 1 Tasse kochendem Wasser und süßt mit je 1 Teelöffel voll Milchzucker und Honig.

Bei Erwachsenen wirkt die Droge nicht stark genug. Sie kann aber abführenden Drogenmischungen beigegebenen werden, deren Geruch, Geschmack und Aussehen hierdurch verbessert werden.

Schlüsselblumenblüten mit Kelch (Flores Primulae cum calycibus)

werden wie Schlüsselblumenwurzeln gebraucht (s. dort). Sie wirken freilich wesentlich schwächer als die Wurzel. Zur Erzielung einer ungefähr gleichen Wirkung benötigt man die mindestens dreifache Menge Blüten.

Hinweis: Schlüsselblumenblüten unterliegen nicht den Naturschutzbestimmungen, dürfen also gesammelt werden. Man achte darauf, dass der grüne Blütenkelch mit abgezupft wird.

Die Schlüsselblume wächst auf trockenen Wiesen und in lichten Wäldern. Da die Pflanze in einigen Regionen kaum noch Bestand hat, steht die Wurzel unter Naturschutz und darf ohne spezielle Genehmigung nicht gesammelt werden. Wer die Schlüsselblume also nutzen möchte, sollte sich zuerst entsprechend informieren.

Die Blütenblätter der Schlüsselblume werden von März bis Mai gesammelt. Man pflückt sie, möglichst ohne der Pflanze nachhaltigen Schaden zuzufügen. Die Blätter werden an einem schattigen Platz in dünnen Schichten ausgelegt und getrocknet. Die Wurzeln werden im September gegraben, vorsichtig gereinigt und ebenfalls im Schatten getrocknet.

Heilwirkung: Die Schlüsselblume wirkt schleimlösend und ist ein hervorragendes Heilkraut bei Erkältungshusten, akuter und chronischer Bronchitis und Bronchialasthma. Die harntreibenden Eigenschaften helfen bei kreislaufbedingten Wassereinlagerungen. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind nervliche Streß­Heilanzeigen. Wer unter nervöser Anspannung, Angstzuständen, Unruhe, Schlaflosigkeit oder Stresskopfschmerz leidet, ist mit einem Tee aus der Schlüsselblume gut beraten.

Zubereitung: Der Tee aus den Blüten ist zwar nicht so stark an Heilwirkung, wie der Tee aus den Wurzeln, dafür kann man sie aber in kleineren Mengen durchaus sammeln, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Schlüsselblumen-Tee aus den Blüten bereitet man folgendermaßen zu: 2 gehäufte Teelöffel der getrockneten Blüten werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen. Den Aufguss 10-15 Minuten ziehen lassen, abseihen und 2-3mal täglich trinken. Wer möchte, kann mit etwas Honig süßen.

Schlüsselblumenwurzel (Radix Primulae)

Heilanzeigen: Gut wirksam bei trockener Bronchitis, bei ungenügendem Auswurf zur Vermehrung der Bronchialschleimmenge. Die Droge löst Hustenreiz aus und ist deshalb nicht angezeigt bei Reizhusten und genügend Auswurf.

Zubereitung: 1 Teelöffel voll Schnittdroge wird mit 1 Tasse Kaltwasser angesetzt und zum Sieden erhitzt. Zugabe von etwas Anis oder Fenchel verbessert den Geschmack und zusätzlich die Wirkung. Man trinkt täglich gut warm 3 Tassen Tee. Mit Honig süßen.

Inhaltsstoffe: Bis 10% Saponine, daneben Phenolglycoside und wenig ätherisches Öl.

Herkunft: Mittel- und Südeuropa, Balkan, Kleinasien.

Botanik: Deutsche Namen: Schlüsselblume, Himmelschlüssel, Primel, wissenschaftliche Namen: Primula veris und Primula elatior, Familie: Primelgewächse. Wie aus den wissenschaftlichen Namen ersichtlich, sind 2 verschiedene Schlüsselblumenarten gebräuchlich und gleichwertig. Im Deutschen werden sie unterschieden als goldgelbe (-- Frühlings-)Schlüsselblume und als schwefelgelbe (-- hohe) Schlüsselblume. Die goldgelbe Schlüsselblume hat angenehm riechende Blüten mit 5 orangen Flecken, ihre schwefelgelbe Verwandte ist geruch- und fleckenlos. Hinweis: Schlüsselblumenwurzeln dürfen gemäß Naturschutzgesetz nicht ohne Genehmigung gegraben werden.

Schöllkraut (Chelidonii herba = Herba CheIidonii)

wächst in der Nähe menschlicher Siedlungen auf Schuttplätzen, an alten Mauern etc., wohin die Samen von Ameisen verschleppt werden. Die gelb blühende Pflanze gehört zu den Mohngewächsen und trägt den wissenschaftlichen Namen Chelidonium majus. Sie ist leicht zu erkennen am gelben Milchsaft, der aus den Stielen abgerissener Blätter hervortritt. Dieser dient wegen seiner eiweißabbauenden Enzyme mit guten Erfolgschancen zum Betupfen von Warzen, welche durch Virusinfektion entstehen.

Der Milchsaft enthält etwa 20 Alkaloide, darunter als wichtigstes das krampflösende Chelidonin und das gelbe Berberin. Auszüge der Droge sind häufig Bestandteil fertiger Gallenpräparate (z. B. Panchelidon). Die Droge selbst verliert während der Lagerung langsam an Wirksamkeit, was ihre Anwendung als Tee unsicher macht.

In der heutigen Volksarznei ist der Saft der Pflanze ein beliebtes Mittel, um Warzen zu vertreiben. Man bricht das Kraut ab und träufelt auf die betreffende Stelle die ätzende, milchartige Flüssigkeit. Bedingung ist, dass der freundliche Mond dabei zuschaut, jedoch nur mit schmalem Gesicht - denn im Abnehmen muss er sein.

Die Allopathie hat heute das Kräutlein vergessen; aber die Homöopathie gebraucht es. Früher spielte es bei Rademacher eine wichtige Rolle. Er sah im Schöllkraut, das er in einem alkoholischen Auszug verabfolgte, »ein vorzügliches Lebermittel.« Außerdem berichtet er von einem Fall periodisch wiederkehrender, einen halben Tag lang andauernder Gesichtschmerzen in der rechten Schläfen- und Jochbeingegend, der durch Chelidoniumtinktur beseitigt wurde.

Es sei aber größte Vorsicht hinsichtlich der Dosierung der Schöllkrauttinktur geboten. Man solle mit kleinen Dosen anfangen; sonst träte leicht Verschlimmerung ein. Jedenfalls ist das Mittel bei den angegebenen Leiden nur bei ärztlicher Verordnung zu gebrauchen.

Die Homöopathie stellt ihr Medikament aus der ganzen Pflanze mit Wurzel her.

Das Kraut ist selten in einsamen Wäldern zu finden; es liebt vielmehr die Nähe menschlicher Siedlungen. Auf Grund dieser Beobachtung hat sein Vorkommen abseits vom Weg schon zu der Auffindung alter Mauerreste längst verschwundener Siedlungen geführt.

Die Pflanze wird etwa 1/2 m hoch. Die unteren Blätter sind gefiedert, die oberen fiederspaltig. Sie sind - ebenso wie der Stengel mit einzelnen kleinen Härchen besetzt.

Schwarzer Tee (Thea nigra)

Nach Europa kam der Tee Ende des 16. Jahrhunderts als Arzneidroge. Er wurde vor allem bei Darmkatarrh oder schwacher Verdauung eingesetzt, ohne dass man damals wußte, warum er wirkte. Heute wissen wir über alle seine Wirkstoffe Bescheid. Gerbstoffe (Tannin), 12 % ätherische Öle, Chlorophyll, Fluor, Vitamin B1. Sein Gehalt an Teein machen müde Leute munter. Der Teestrauch trägt weiße bis rosa Blüten und muskatnußartige Früchte. Geerntet werden jeweils nur die jüngsten Triebe, das heißt die ungeöffnete Blattknospe mit zwei Blättern. Die frischen Blätter läßt man welken. Danach werden sie gerollt, fermentiert und getrocknet. Der grüne Tee hat keine Fermentation durchgemacht.

Der Schwarze Tee ist nicht nur ein Genußmittel, sondern er hat aus folgenden drei Gründen auch Heilpflanzencharakter:

1. Er enthält mit durchschnittlich 3 % erheblich mehr Koffein (früher Thein genannt), als die Kaffeebohnen und der Matetee. Koffein aber ist ein häufig gebrauchter Arzneistoff, beispielsweise in Schmerzmitteln. Es wirkt u.a. erregend auf Atemzentrum, Hirnrinde, Gefäßzentrum und harntreibend.

2. Schwarztee ist darüber hinaus eine gute Gerbstoffdroge mit ca. 15 % Gehalt und deshalb als unterstützendes Mittel bei Durchfall geeignet. Dabei muß der Tee (1 gehäufter Teelöffel voll Blätter pro Tasse) nach dem Brühen wenigstens 10 Minuten ziehen und mit 2 Teelöffeln voll Traubenzucker (oder 1 gehäuften Teelöffel gewöhnlichem Zucker) plus 1 Messerspitze Kochsalz versetzt werden. Ein guter Tip für darmkranke Touristen. Bitterer Schwarztee allein ist nicht so wirksam.

3. Teeblätter speichern Fluoride und beugen damit der Karies vor.

Soviel zum Schwarzen Tee als Droge. Im Vordergrund steht selbstverständlich sein Genußwert als anregendes aromatisches Getränk. Durch die Zubereitungsart können Wirkung und Geschmack beeinflußt werden: Bei kurzer Ziehzeit (ca. 4 Min.) ist die Wirkung deutlich anregend und der Geschmack mild-aromatisch. Bei langer Ziehzeit (ca. 10 Min.) ist die Anregung schwächer, weil das Koffein dann großenteils an die Gerbstoffe gebunden ist und nur langsam freigesetzt wird, und der Geschmack ist leicht bitter-zusammenziehend. Einen Tee, der lange gezogen hat, können Kaffee-Empfindliche meist gut vertragen.

Die volle Aromaentfaltung wird begünstigt durch eine Teekanne, deren brauner Innenbelag nicht entfernt wurde und beeinträchtigt durch Kontakt mit Metall.

Der Schwarzteekonsum nimmt in Deutschland stetig zu. Verstärkt gefragt sind Sorten mit Fremdaroma, zum Beispiel durch Zusatz von Jasminblüten, Orangenschalen, Vanille, Wildkirschen etc.

Der hüfthohe Teestrauch, welcher ohne menschliches Zutun zum kleinen Baum heranwächst, ist heimisch im südostasiatischen Bergland. Indien (Assam, Darjeeling) ist der Haupt-Teeproduzent mit fast 500.000 Tonnen pro Jahr. Daneben hat Ceylon große Bedeutung. Mit Ausnahme des China- und Japantees wird heute in den Hauptanbaugebieten eine Kreuzung aus Chinatee (Camellia sinensis) mit der Assam-Abart kultiviert. Auf die komplizierte Bearbeitung durch Fermentation, Rollen der Blätter und Heißtrocknung kann nur beiläufig eingegangen werden. Was sich dabei an biochemischen Prozessen vollzieht, mag man daraus ersehen, dass grüner Tee und der meist koffeinreichere Schwarze Tee nicht etwa von verschiedenen Pflanzen stammen, sondern die optischen, geruchlichen und Wirkungsunterschiede nur durch die verschiedene Bearbeitung entstehen. Bei Arthritis soll Tee nicht getrunken werden.

Seifenkrautwurzel (Radix Saponariae)

enthält etwa 5 % Saponin und hilft, wie Schlüsselblumenwurzeln (siehe dort), bei Bronchialverschleimung. Der kratzige Geschmack des Wurzelaufgusses (1 Teelöffel pro Tasse) kann durch Zugabe von 1/2 Teelöffel Fenchel und Süßen mit Honig gemildert werden, bei gleichzeitiger Steigerung der Wirkung. Seifenkraut (Saponaria officinalis) ist ein Nelkengewächs.

Sennesblätter (Sennae Folium Folia Sennae)

Zubereitung: Sennesblätter dürfen nicht überbrüht werden. Auch bei der Bereitung des 30-minütigen Teeaufgusses aus 1 gehäuften Teelöffel Droge mit 1 Tasse Warmwasser (mehrmals gut umrühren!) sind leichte Leibschmerzen nicht selten. Man vermindert diese durch Zugabe von 1 Teelöffel voll gequetschtem Fenchel. Nach dem Abseihen morgens oder abends 1 Tasse trinken. Wirkungsort ist der Dickdarm. Die Darmentleerung erfolgt erst nach ca. 8 Stunden. Personen mit Blutgruppe 0 und B sollten den Tee meiden

Inhaltsstoffe: Mindestens 2,5% Hydroxyanthracen-Derivate (Sennoside etc.), weinsaure Salze, Pflanzenschleim.

Herkunft: Südindien und beiderseits des Roten Meeres (Ägypten bis Sudan). Beide Herkünfte werden vom Arzneibuch als gleichwertig eingestuft. Sowohl Wildsammlung, als auch plantagenmäßiger Anbau.

Botanik: Deutsche Namen: Sennesblätter, Alexandrinertee, wissenschaftliche Namen: Cassia angustifolia (Südindien, bekannt als Tinnevelly-Senna) und Cassia acutifolia (-- Cassia senna, bekannt als Alexandriner-Senna), Familie: Caesalpiniaceen (verwandt mit den Schmetterlingsblütlern). Sträucher mit gefiederten Blättern und Hülsenfrüchten

¨ Anmerkung: Wer Abführmittel länger als eine Woche einnimmt, sollte die dadurch bedingten Kaliumverluste durch Gemüse, Kartoffeln, Fruchtsäfte und Obst (Aprikosen) wenigstens teilweise ausgleichen. Langzeitgebrauch von Sennesblättern und -schoten, sowie Faulbaumrinde, AIoe und Rhabarberwurzel bewirkt verstärkte Darmträgheit, ggf. auch Wadenkrämpfe und Herzrhythmusstörungen.

Sennesschoten (Sennae Fructus = FoIliculi = Fructus) Sennae)

sind auch bekannt als Sennesfrüchte, Sennesbälge und Mutterblätter. Sie stammen von den bei Sennesblätter genannten Pflanzen und enthalten weitgehend dieselben Inhaltsstoffe wie die Blätter. Näheres siehe dort. während das für uns verbindliche Europäische Arzneibuch beide Sennesblätterarten als wirkungsgleich anerkennt, werden hier die Sennesschoten unterschiedlich bewertet: Alexandriner-Sennesschoten enthalten nämlich mehr Wirkstoffe als Tinnevelly-Sennesschoten. Dementsprechend ist die Anwendung der Sennesschoten verschieden: Von der Alexandriner-Sorte genügt als Abführdosis 1 Teelöffel voll Schnittdroge pro Tasse, von der Tinnevelly-Sorte benötigt man dagegen 1 1/2 Teelöffel voll geschnittener Sennesschoten.

Zubereitung: Sennesblätter

Eine besonders einfache Anwendung der Droge ist in Form ihres Pulvers möglich (im Handel unter der Bezeichnung Kaberol).

Silberdistel

siehe Eberwurz

Sonnenhutwurzel (Radix Echinaceae)

dient unter anderem zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkraft bei Neigung zu Infektionskrankheiten, Furunkulose und bei schlecht heilenden Wunden, indem sie der Ausbreitung von z.B. Bakterien im Körper entgegenwirkt (Antihyaluronidaseeffekt).

Der aus Nordamerika stammende Sonnenhut (Echinacea angustifolia und purpurea, Familie Korbblütler) ist ein altes Indianer-Heilmittel, dessen Wirkung infolge der enthaltenen Heteroglykane erwiesen ist. Fertigarzneimittel: Echinacin-Tropfen und -Salbe (letztere u.a. empfehlenswert bei Lippenbläschen).

Purpursonnenhut Personen mit Blutgruppe 0 sollten den Tee meiden 000

Das menschliche Immunsystem ist unglaublich komplex organisiert. Es besteht aus Zellen, Eiweißkörpern, Lock- ­und Botenstoffen, die sich gegenseitig stimulieren und kontrollieren. Die Forscher kennen erst wenige Details dieser komplizierten Abwehrvorgänge. »Ein intaktes Immunsystem bewegt sich stets im Gleichgewicht von Regulation und Gegenregulation.« Das Immunsystem nützt dem Mensch, solange es Viren, Bakterien oder Parasiten abwehrt. Pflanzliche Immunstimulantien wie der Purpursonnenhut sollen dabei auf das »Gaspedal treten« und die Abwehr auf Touren bringen Damit die Reaktionen nicht außer Kontrolle geraten1 drosseln »Bremsen die Geschwindigkeit«. Fallen aber die »Bremsen« aus, wird das Immunsystem überstrapaziert und zur Gefahr für den Organismus: Verhängnisvoll sind Immunreaktionen, die gesunde Körperteile zerstören oder zu Allergien führen.

Wichtig für Anwender:

Beim Purpursonnenhutkraut mit dem lateinischen Namen Echinacea purpurea wird die Verträglichkeit insgesamt als gut angesehen. Laut einer Expertenkommission des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes sind bei der Einnahme von Tabletten, Tropfen, Lutschtabletten und Tee keine Nebenwirkungen bekannt. Bei den Spritzen können allerdings Fieber und Übelkeit auftreten. Deshalb wird der Arzt das Risiko abwägen und mit dem Patienten besprechen

Purpursonnenhut gehört botanisch gesehen in die Familie der Korbblütler Von dieser Pflanzenfamilie weiß man, dass sie Allergien auslösen kann. Deshalb raten Apotheker allen Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler von der Einnahme ab. Auch wer an bestimmten Krankheiten leidet wie der Tuberkulose, Blutkrebs, Bindegewebskrankheiten oder multipler Sklerose sollte Echinacea-Präparate nicht einnehmen.

Purpursonnenhut-Präparate sollten nicht länger als acht Wochen am Stück eingenommen werden, die Anwendung der Spritzen ist sogar auf drei Wochen beschränkt. Diese Vorsichtsmaßnahmen schützen das Immunsystem vor einer Überstrapazierung.

Sonnenhut ist nicht gleich Sonnenhut, auch das muß man als Verbraucher wissen So empfiehlt die Expertenkommission des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes das Kraut von Echinacea purpurea und die Wurzeln von Echinacea pallida. Anderen Arten wie Echinacea angustifolia oder dem Kraut von Echinacea pallida spricht sie dagegen die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten ab.

Sonnentaukraut (Herba Droserae)

Heilanzeigen: Keuchhusten, Reizhusten, Bronchialasthma.

Zubereitung: Empfehlenswert als Tinktur (z. B. Urtinktur DHU) oder als Fluidextrakt, beides aus der Apotheke. Dosierung: 3 x täglich 20 Tropfen auf Zucker. Bei Keuchhusten bewährt hat sich eine Mischung aus 3 Teilen Thymiantinktur mit 1 Teil Sonnentautinktur. Von dieser Mischung werden drei Mal täglich 20-30 Tropfen auf Zucker genommen. Sonnentau ist in mehreren fertigen Hustenpräparaten enthalten.

Inhaltsstoffe: Plumbagin, Naphthochinon- und Methyljuglonabkömmlinge, Flavonglykoside etc.

Herkunft: Torfmoore, Sümpfe, vor allem in Polen und im Raum Leningrad, bei uns an entsprechenden Stellen des Alpenlandes heimisch. Die Pflanze wird in Belgien auch angebaut.

Botanik: Deutscher Name: Sonnentau, wissenschaftliche Namen: Drosera rotundifolia, daneben Drosera intermedia, Familie: Sonnentaugewächse. Zierlicher, weißblühender Moor- und Sumpfbewohner. Die Blätter tragen zahlreiche, an den Enden kugelig verdickte, klebrige Fanghaare, die in der Sonne glitzern (Name> und Insekten anlocken. Die festgeklebten Insekten werden verdaut und dienen der Pflanze als Stickstoffquelle, da der Hochmoorboden, auf dem die Pflanze wächst, nicht genug Stickstoff liefert. Sonnentau ist die bekannteste Insekten fressende Pflanze unserer Heimat. Er ist geschützt.

Spargelwurzel (Radix Asparagi)

Vom Spargelgemüse ist die harntreibende Wirkung des Spargels (Asparagus officinalis) wohlbekannt. Der nierenanregende Effekt tritt verstärkt auf bei Bereitung eines Teeauszuges aus geschnittener Spargelwurzel . Zwecks Verbesserung des Geschmackes wird die Wurzel bevorzugt in Mischung mit gleichartig wirkenden Drogen verwendet. ,,Harntreibende Drogen"

Spierstaudenkraut, Spierstaudenblüten (Herba (bzw. Flores) Spiraeae)

werden von der auf unseren Wiesen häufigen Spierstaude (wiss. Namen: Filipendula ulmaria) gewonnen. Die auch als Mädesüß bekannte Pflanze ist ein Rosengewächs. Sie enthält salizylsäure- und aspirinähnliche Substanzen und wird deshalb als bescheidenes Hilfsmittel bei der Grippe- und Rheumatherapie verwendet, meist in Mischung mit anderen Drogen, vor allem der wirksameren Weidenrinde (siehe dort).

Verwendung: Als Arznei verwendet werden vor allem die getrockneten Blüten.

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Phenolglykoside, Salicylate und ätherisches Öl. Hilft bei fieberhaften Erkältungskrankheiten, weil es schweißtreibend wirkt, und bei rheumatischen Beschwerden.

Teebereitung: Drei bis sechs Gramm Mädesüß-Blüten (etwa 2-4 Teelöffel) mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergießen, zugedeckt ziehen lassen, nach zehn Minuten abseihen. Soweit nicht anders verordnet, mehrmals täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee möglichst heiß trinken.

Präparate: Mädesüß ist in Grippe- und Erkältungstees in Kombination mit anderen Heilpflanzen enthalten. Außerdem befindet es sich als Bestandteil in zahlreichen pflanzlichen Mitteln gegen chronischen und akuten Gelenkrheumatismus.

Hinweis: Mädesüß enthält Salizylsäureverbindungen; deshalb bei entsprechender Überempfindlichkeit nicht verwenden.

Spitzwegerichkraut (Herba Plantaginis)

Heilanzeigen: Innerlich: Bronchialverschleimung, insbesondere Husten bei Kindern, äußerlich: Volksmedizinisch bei Insektenstichen, Blutergüssen, Furunkeln.

Zubereitung: 1 gehäufter Teelöffel voll Schnittdroge wird mit 1 Tasse Kaltwasser zum Sieden erhitzt und nach 5 Minuten abgeseiht. Der mit Honig gesüßte Tee wird 3 Mal täglich gut warm getrunken. Zur äußerlichen Anwendung werden die frischen Blätter so zwischen den Händen zerrieben, dass der Saft austritt. Die Blätter werden dann auf die betroffene Hautpartie gelegt.

Inhaltsstoffe: Pflanzenschleim und Aucubin, welches schwach antibiotisch wirkt, außerdem Gerbstoff und ein Senföl.

Herkunft: Sehr häufig auf Wiesen in Europa und Asien.

Botanik: Deutsche Namen: Spitzwegerich, Wegetritt, wissenschaftlicher Name: Plantago lanceo lata, Familie: Wegerichgewächse. Rosettenartig angeordnete Blätter, Blütenstiele bis 50 cm lang, mit ährigen, unscheinbaren braunen Blüten. Sehr ähnlich ist der als Heilpflanze kaum gebräuchliche mittlere Wegerich, welcher jedoch rosa Blütenstände hat.

Noch eine weitere Wegerichart, der Flohwegerich (Plantago ovata und andere) wird zu Arzneizwecken gebraucht. Seine glatten, nur Flohgröße (Name) erreichenden Samen quellen in Wasser ungewöhnlich stark und finden deshalb Verwendung in Quell-Abführmitteln (zum Beispiel - zusammen mit Sennesschoten - in Agiolax).

Spitzwegerich

Das Deutsche Arzneibuch kennt die getrockneten Blätter der Pflanze; aber auch das Kraut, also die Blätter mit den Blütenständen, wird arzneilicht verwendet.

Die Wirksamkeit der Pflanze beruht auf einer Anzahl von Inhaltsstoffen, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung ergänzen. Oft mit anderen Heilpflanzen verarbeitet

Die Versiegelung durch die Gerbstoffe beruht auf einer Reaktion mit den Eiweißstrukturen der Schleimhäute. Schließlich besitzen der frische Spitzwegerich und der aus ihm gewonnene Preßsaft eine bakterientötende Wirkung. Diese Wirkung beruht auf einer Gruppe von lnhaltsstoffen, den Iridoiden, die allerdings bei der Teebereitung zerstört werden. Wegen seines Gehalts an Schleimstoffen wird der Spitzwegerich einer Gruppe von Arzneipflanzen zugeordnet, die man als Mucilaginosa (lat. mucus = Schleim) bezeichnet. Zu diesen Heilpflanzen gehören auch die Königskerze und der Huflattich. Zur Verbesserung des Geschmacks wird Spitzwegerich oft mit anderen Heilpflanzen, die ätherische Ole enthalten, oder mit Süßholzwurzel zu einer Teemischung verarbeitet Das Trinken von Tee bei Katarrhen der Atemwege ist sehr zu empfehlen, weil die warme Flüssigkeit die schleimlösende oder bakterientötende Wirkung der Heilkräuter optimal unterstützt.

Tee selber zubereiten oder in der Apotheke kaufen

Zur äußerlichen Anwendung bei Ekzemen und Entzündungen der Haut wird eine Salbe verwendet, die aus den getrockneten Blättern hergestellt wird.

Auf Weiden und Feldwiesen wächst die bräunlich blühende Pflanze. Spitzwegerich enthält das bittere Glykosid Aucubin, Kieselsäure, Fermente, Vitamin C, Xantophylle Mineralsalze und Gerbstoff. Die zerquetschten Blätter des Spitzwegerich auf frische oder abgeschürfte Wunden gelegt bewirken eine baldige Heilung. Saft und Tee stoppen Durchfall und sind ein gutes Mittel gegen Entzündungen im Darm, Magen und in der Lunge. Ferner regen sie den Appetit an. Der mittlere und große Wegerich lassen sich für Tees verwenden. Für Blutreinigungskuren empfiehlt sich der Saft der Pflanze. 3 mal täglich 1 El mit Wasser verdünnt einnehmen.

Der Schleim der Pflanze wirkt reizmildernd bei trockenem Reizhusten und bei entzündlichen Prozessen der Schleimhäute. Die Gerbstoffe des Spitzwegerichs versiegeln wundes, entzündetes Gewebe und wirken dadurch heilungsfördernd.

Zur Teebereitung 24 g der geschnittenen Pflanze mit 150 ml kochendem Wasser übergießen. Nach etwa 10 Minuten abseihen. Soweit nicht anders empfohlen, wird mehrmals täglich 1 Tasse des frisch bereiteten Tees getrunken.

Steinkleekraut (Herba Melil oti)

wird aus den oberirdischen Teilen des Hohen und des Gelben Steinklees (Mulilotus altissimus und Mulilotus officinalis) gewonnen. Die beiden stattlichen Kleearten gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler. Sie sind bei uns an Wegrändern etc. häufig. Schon kurz nach der Ernte entwickeln die Pflanzen einen typischen Heugeruch, welcher auf dem Freiwerden von Cumarin beruht. Dieser Naturstoff und gleichfalls vorhandene Flavone bewirken durch Erweiterung der Blutgefäße und Minderung der Gefäßdurchlässigkeit eine Verbesserung der Durchblutung, vor allem des Bluttransportes durch die Venen. Gleichzeitig ist ein entzündungswidriger Effekt vorhanden.

Die Droge selbst sollte wegen des schwankenden Wirkstoffgehaltes nicht verwendet werden. Zuverlässiger sind entsprechende wirkstoffkonstante Fertigarzneimittel, beispielsweise Venalot.

Steinklee hat auch Bedeutung als Aromastoff im Tabak. Außerdem ist die Droge ein natürliches, kostenloses Mottenmittel. Man hängt jedes Jahr ein damit neu gefülltes Leinensäckchen in den Kleiderschrank.

Der Steinklee ist eine zweijährige Pflanze mit verästelten aufsteigenden oder aufrechten Stengeln. Die Höhe schwankt zwischen 50 und 150 cm. Die Blätter sind am Rand gesägt. In lockeren achselständigen Trauben angeordnet, bildet die Pflanze zahlreiche gelbe Schmetterlingsblüten aus. Blütezeit ist von Juni bis August. Kiesige Schuttplätze sind die Lieblingsstandorte dieser Pflanze. Aber auch an Wegrändern, auf Brachland und an Bahndämmen kommt Steinklee vor.

Melilotus altissimus, der Hohe Steinklee, unterscheidet sich von der beschriebenen Art nur sehr wenig. Auch er wird in gleicher Weise arzneilich genutzt. - Melilotus albus, der Weiße Steinklee, mit weißen Blüten soll weniger wirksam sein. Ernte und Aufbereitung: Man erntet das blühende Kraut, wobei man die oberen unverholzten Teile bevorzugt. Das Trocknen geschieht im Schatten. Temperaturen über 35° sind zu vermeiden. Da sich das Aroma erst beim Trockenvorgang entwickelt, sollte man nicht zu schnell trocknen.

Heilwirkung und Anwendung

Die Wirkung der Pflanze erstreckt sich hauptsächlich auf die Venen. Man kann sagen, dass durch Steinklee die Widerstandskraft feinster Blutgefäße gesteigert und die Kapillardurchlässigkeit herabgesetzt wird. Das Hauptanwendungsgebiet sind Krampfadern und Hämorrhoiden. Es gibt zahlreiche Präparate, die innerlich gegen diese Leiden empfohlen werden; es gibt aber auch Salben, die Wirkstoffe des Steinklee enthalten. Wegen des schwankenden Gehalts an Wirkstoffen in der Droge meinen viele Ärzte, auf die Anwendung des Tees verzichten zu sollen, doch meine ich, dass ein Tee gegen Venenleiden dennoch zu empfehlen ist.

Steinklee-Tee Zubereitung: 1 bis 2 Teelöffel kleingeschnittene Droge werden mit 1/4 ltr. kochendem Wasser überbrüht und 10 Minuten ausgezogen. Nach dem Abseihen ist der Tee gebrauchsfertig. 2 bis 3 Tassen Tee täglich sind die richtige Dosierung

Weitere Zubereitungsformen: Auch in der Volksmedizin wird der Steinklee häufig als Mittel gegen Krampfadern und Hämorrhoiden gebraucht.

Man verwendet hauptsächlich den Tee, doch stellt man vielfach auch Salben her, die Schweineschmalz als Grundlage enthalten. Diese Salben gebraucht man zur Venenpflege und als Einreibung bei geschwollenen Beinen. Kräuterkissen mit Steinklee legt man auf entzündete Gelenke und Geschwülste. Furunkel und Karbunkel versucht man mit Kräuterkissen zu ,,reifen" oder zu ,,verteilen". Und auch gegen Husten gebraucht man einen Tee aus Steinklee.

Sternanisfrüchte (Fructus Anisi stellati)

Die bloße Erläuterung des Namens Sternanis sagt uns etwas über Form und Aroma dieser südchinesischen Gewürzpflanze: Die gut markstückgroßen schönen Früchte sind sternstrahlenartig, wie die Holzspeichen eines alten Rades, gegliedert. Jede der 8 - 10 ,,Speichen" ist eine Teilfrucht mit einem glänzenden braunen Samen. Aus der im unzerkleinerten Zustand jahrelang haltbaren Frucht wird beim Vermahlen ein anisartig riechendes ätherisches Öl frei. Dieses ähnelt in seiner Zusammensetzung teilweise dem europäischen Anisöl, obwohl das europäische Doldengewächs Anis mit dem ostasiatischen Magnolienverwandten Sternanis (wissenschaftl. Name Illicium verum) nicht verwandt ist. Der Sternanis ist unserem europäischen geschmacklich ebenbürtig, im Ölgehalt überlegen. Anwendung Anisfrüchte-----

Stiefmütterchenkraut (Herba Violae tricoloris)

Heilanzeigen: Akne, Hautekzeme, Eitergrind (= lmpetigo), als sog. Blutreinigungsmittel, ferner als schleimlösende Droge.

Zubereitung: Entweder als Pulverdroge aus der Apotheke: Man nimmt 3 Mal täglich 1/2 Teelöffel voll in einer feuchten Oblate oder in etwas Wasser verrührt ein. Oder als Abkochung: Man setzt 2 Teelöffel voll Schnittdroge mit 1 Tasse Kaltwasser an, kocht kurz auf und seiht ab. Der Tee wird mehrere Wochen lang zu den Mahlzeiten getrunken. Die in gleicher Weise bereitete Abkochung wird bei Hauterkrankungen zusätzlich äußerlich zu Mullkompressen verwendet.

Inhaltsstoffe: Saponine, Glykoside Gaultherin, Flavonoide. Da die Stiefmütterchenwurzeln den höchsten Saponingehalt haben, sollte die g a n z e Pflanze und nicht nur deren oberirdische Teile verwendet werden.

Herkunft: In Mitteleuropa auf Wiesen, Äckern und Weiden.

Botanik: Deutsche Namen: wildes Stiefmütterchen Ackerstiefmütterchen, wissenschaftliche Namen (für 2 Abarten und deren Übergangsformen): Viola tricolor var. vulgaris (violett blühend) und Viola tricolor var. arvensis (gelblichweiß blühend), Familie: Veilchengewächse. Die wilden Stiefmütterchenarten stimmen im Blütenbau mit dem bekannten Gartenstiefmütterchen überein, nur sind die Blätter der Wildformen viel kleiner, besonders die der gelblichweiß blühenden.

Sudan-Malvenblüten (Flores Hibisci)

sind auch bekannt als Hibiskusblüten, Karkaden, afrikanische Malven und Nubiablüten. Die letzteren Namen weisen auf die Herkunft aus Afrika hin. Sie sind zum Teil ungenau, da nur die fleischigen roten Blütenkelche und nicht die ganzen Blüten verwendet werden. Die wissenschaftliche Bezeichnung der zu den Malvengewächsen zählenden Pflanze ist Hibiskus sabdariffa.

Im Gegensatz zu der arzneilich genutzten Malvenart Eibisch sind die Sudan-Malvenblüten ein reiner Haustee, welcher täglich getrunken werden kann. Durch den Gehalt an verschiedenen Fruchtsäuren, insbesondere aber an Hibiscussäure (chemisch verwandt mit Zitronensäure), schmeckt der Teeaufguß erfrischend, besonders kalt getrunken. Ein wasserlöslicher Farbstoff verleiht dem Getränk seine leuchtend rote Farbe.

Zubereitung: Man bereitet die Tagesmenge durch Überbrühen von 1 gehäuften Eßlöffel mit 1 Liter kochendem Wasser. Nach 10 Minuten wird der Aufguß abgeseiht.

Süßholzwurzel (Liquiritiae Radix = Radix Liquiritiae)

ist - in geschälter und ungeschälter Form - der Ausgangsstoff für den dunkelbraunen eingedickten Lakritzenextrakt und die Lakritzenstangen (>Bärendreck<). Die Droge hat zwei grundverschiedene Heilanzeigen, nämlich Bronchitis und Magengeschwür.

Süßholzwurzel allein wird ohne Zusätze bzw. weitere Aufbereitung wohl kaum benutzt. Öfter findet man die Schnittdroge gemischt mit Thymiankraut, Fenchelfrüchten etc. in Hustentees. Wichtiger ist der intensiv süß schmeckende Süßholzextrakt (Bestandteil vieler Fertigarzneimittel) mit dem Hauptinhaltsstoff Glycyrrhizin. Dieses hat Saponincharakter, woraus sich seine altbekannte auswurffördernde Eigenschaft bei Husten erklärt.

Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde der günstige Einfluß des Extraktes bei Magengeschwür entdeckt. Inzwischen weiß man, dass der entzündungswidrige Effekt auf einer cortisonähnlichen Wirkung beruht. Glycyrrhizin ist - chemisch etwas abgewandelt - als Biogastrone im Handel. Die wochenlange Anwendung bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür muß wegen Nebenwirkungen (Wasserstauung, Bluthochdruck, Kaliumverluste) unter ärztlicher Verantwortung, der kürzere Gebrauch bei Husten kann auch in Selbstbehandlung erfolgen. Der blaublütige Süßholzstrauch (wissenschaftlicher Name Glycyrrhiza glabra, Familie Schmetterlingsblütler) ist in den Mittelmeerländern häufig und wird dort auch kultiviert. Er ist eine der ältesten Heilpflanzen. Seine Wurzeln wurden in der Grabkammer des Pharao Tutench-Amon (1350 v. Chr.) gefunden.

¨ Anmerkung: Ungeschälte Wurzel ist billiger und um etwa ein Drittel gehaltreicher als geschälte. Besonders für Personen der Blutgruppe 0 geeignet.

Das gedroschene und kleingeschnittene Süßholz, mit kaltem Wasser vermischt, ergibt ein sehr angenehmes Getränk. Man setzt etwas Zitronen- oder Anistee hinzu. Pulverisiert benützt man gelöstes Süßholz als Grundmasse für Pillen oder Tabletten. Auch wird Süßholz guten Brustmitteln zugefügt. Pasten aus braunem oder schwarzem Süßholz, die man gegen Husten verwendet, werden aus dem Saft dieser Pflanzen bereitet. Übrigens enthalten diese Pasten etwas Opium.

(Glycyrrhiza glaba) Das aus dem Mittelmeergebiet kommende Heilkraut wird auch wieder in der Schulmedizin eingesetzt. Als Tee anzuwenden bei Bronchitis und Heiserkeit. Zur Unterstützung der Behandlung bei Magenschleimhautentzündungen. 1 Teelöffel pro Tasse mit siedendem Wasser übergießen, weitere 5 Minuten bis zum Siedepunkt erhitzen, dann abseien. Je eine Tasse nach den Mahlzeiten trinken. !Nicht trinken bei chronischer Leberentzündung, Leberzirrhose, Bluthochdruck und bei Kaliummangel.

Salbei (Salbeiblätter Salviae folium Folia Salviae)

Der Halbstrauch mit den typischen hellvioletten Blüten wird schon seit dem frühen Mittelalter als Arzneipflanze kultiviert. Für Heilzwecke verwendet man nur die Blätter ohne Stengelanteile Zubereitungen aus Salbei sollten nach Anweisung und nicht über längere Zeit eingenommen werden.

Heilanzeigen: Entzündungen im Mund- und Rachenraum, gegen Nachtschweiß, beispielsweise bei Tuberkulose, Schilddrüsenüberfunktion oder Nervosität, zum Abstillen (Hemmung der Milchbildung), zur Speichelhemmung (Prothesenträger). t

Zubereitung: Zum stündlichen Mundspülen bereitet man einen Aufguss aus 2 Esslöffeln Droge mit 1/2 Liter kochendem Wasser. Zur Schweißhemmung wird 1 gehäufter Teelöffel Droge mit 1 Tasse Wasser überbrüht. Der Tee wird einige Wochen lang vor dem Schlafengehen kalt getrunken. Einfacher ist die Anwendung in Form des Fertigarzneimittels Salvysat (Tropfen und Dragees).

Inhaltsstoffe: Mindestens 1,5 % ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Substanzen mit schweißhemmender Wirkung.

Herkunft: Europäische Mittelmeerländer. Der dreilappige (griechische) Salbei (Salvia triloba) ist jetzt ebenfalls als offizielle Arzneidroge anerkannt. Sein ätherisches Öl ähnelt dem aus Eukalyptusblättern.

Botanik: Deutsche Namen: Salbei, Medizinalsalbei, wissenschaftlicher Name: Salvia officinalis, Familie: Lippenblütler. Blau blühende Pflanze, die nur im unteren Teil verholzt ist und Kniehöhe erreicht. Der Medizinalsalbei ähnelt unserem Wiesensalbei, welcher infolge Fehlens von ätherischem Öl arzneilich ohne Bedeutung ist.

¨ Anmerkung:Bei der innerlichen Anwendung von Salbei sollte man Überdosierungen vermeiden, da es zu Magen- und Darmreizungen kommen kann. Eine innere Behandlung mit Salbei sollte während der Schwangerschaft vermieden werden, da er anregend auf die Muskulatur der Gebärmutter wirkt.

Schlehdorn

Er enthält Wirk- und Wertstoffe, die unserer Gesundheit zugute kommen.

In der Volksmedizin wurde der Tee aus Blüten und Blättern aber auch als harntreibendes Mittel, bei verzögerter Menstruation, zur Blutreinigung, bei Husten, Magen- und Steinleiden und vor allem bei Hautausschlägen bei Kindern angewandt. Die Blüten wurden direkt nach dem Aufblühen, die Blätter, solange sie noch jung waren, gesammelt und schonend getrocknet. Auch heute spricht nichts gegen einen Tee aus Schlehdornblüten und -blättern; zwei gehäufte Teelöffel werden dafür mit 1/4 l Wasser übergossen, erhitzt, langsam zum Sieden gebracht und abgeseiht. Zwei Tassen täglich dieses ungesüßten Tees ist die richtige Dosierung, bei der keinerlei Nebenwirkungen zu befürchten sind.

Bekannter als die Verwendung von Blättern und Blüten sind jedoch die Schlehdornfrüchte, diese schwarzblauen und weißlich bereiften, murmelgroßen Beeren. Das weiche Fruchtfleisch um den relativ großen Kern zog uns Kindern immer den Mund zusammen, da wir mit dem Naschen nie bis nach den ersten Frostnächten warten konnten. So lange sollte man aber mit dem Sammeln warten oder sie im Tiefkühlfach gefrieren lassen, denn der Frost mildert ihre Herbheit, die durch den hohen Gehalt an Gerbstoffen hervorgerufen wird, ähnlich wirkt aber auch der Zusatz von Essig oder Weißwein.

Schlehenfrüchte, sie enthalten viel Vitamin C, lassen sich frisch verarbeiten oder auch bei milder Hitze gut trocknen. Um Saft aus ihnen zu gewinnen, übergießt man sie mit kochendem Wasser, so dass sie gerade bedeckt sind, und läßt sie 1-2 Tage ziehen. Möchte man diesen tiefroten Saft über einen längeren Zeitraum aufheben, muß er in Flaschen gefüllt und sterilisiert werden. Um schmackhafte Marmelade aus ihnen zuzubereiten, müssen wir nicht unbedingt mit Zucker süßen, auch ein Zusatz von süßen Früchten, wie Datteln, Feigen u.ä., sowie Fruchtdicksäften ergeben eine schmackhafte Konfitüre. Schlehenfrüchte und ihre Zubereitungen werden seit alters bei Magenschwäche und Magenbeschwerden erfolgreich eingesetzt, aber auch bei Nieren- und Blasenleiden, der Saft vor allem bei Nasenbluten und als Gurgelmittel bei Entzündungen von Zahnfleisch, Mund- und Rachenschleimhaut sowie bei Halsschmerzen. Schlehen gelten zudem als hervorragendes Appetitanregungsmittel, da die Magensaftsekretion durch sie angeregt und verbessert wird; wer morgens 1-2 Eßlöffel Schlehensaft oder -marmelade genießt, wird bald nicht mehr über Appetitlosigkeit zu klagen haben.

Schwarzkümmelöl

In den Vereinigten Staaten tritt Schwarzkümmelöl (nigella sativa) gegenwärtig einen regelrechten Siegeszug als Nahrungsergänzungsmittel (Food-Supplement) an. Es ist schon beinahe so bekannt und begehrt wie die beliebten Vitaminpräparate. In Deutschland ist Schwarzkümmelöl seit einiger Zeit in Kapselform über Reformhäuser und Apotheken zu beziehen. Das geprüfte Produkt ist zur Stabilisierung mit Vitaminen angereichert. Die bekanntesten Markennamen sind Immerfit, Arysana und Dynalka.

Die exakten Analysen seiner Inhaltsstoffe und der Wirkungsweise von Schwarzkümmelöl wurden ebenfalls in Amerika durchgeführt. Diese Untersuchungen haben bestätigt, dass das uralte, seit Jahrtausenden erprobte Öl ein echtes Allheilmittel ist.

Die US-Forscher haben die stark antibakteriellen und antimykotischen Wirkungen von Schwarzkümmelöl bestätigt, die in der Volksmedizin des Orients und Asiens seit langem bekannt sind und die sich Ärzte von Ägypten bis China bei der Bekämpfung entzündlicher Prozesse aller Art und Pilzbefall zunutze machen. Sogar einen ,,bedeutenden blutzuckersenkenden Effekt" haben die US-Wissenschaftler in ihrem Untersuchungsbericht herausgestellt.

,,Generell hilft nigellasativa-Extrakt Knochenmarks- und Immunzellen zu stimulieren", schreiben die Wissenschaftler des Cancer lmmuno-Biology Laboratory von South Carolina. Und weiter: ,,Es steigert die Interferonproduktion, schützt normale Zellen vor den zellschädigenden Effekten durch Viren, zerstört Tumorzellen und erhöht die Anzahl Antikörperproduzierender B-Zellen. Alle beobachteten Funktionen machen das Schwarzkümmelöl zu einem idealen Kandidaten für den Einsatz bei Krebsprävention und -heilung." Die amerikanischen Forscher haben über ihre Arbeit den weltweit bislang ersten wissenschaftlichen Bericht zur Anti-Tumor-Wirkung von Schwarzkümmelöl erstellt. Titel: ,,Study of Nigella sativa on humans".

Auch in Deutschland wurde neuerdings die Wirkung von ägyptischem Schwarzkümmelöl auf die menschliche Gesundheit erforscht. Der Münchner Immunologe Dr. med. Peter Schleicher, 1986 als jüngstes Mitglied der Weltakademie der Wissenschaften berufen, untersuchte in seinem Institut zur Erforschung neuer Therapieverfahren chronischer Krankheiten lnhaltsstoffe und Wirkungsweise der Schwarzkümmelextrakte. Seine Erkenntnisse decken sich mit denen der amerikanischen Kollegen.

Schleicher: ,,Mit dem Öl aus dem Schwarzkümmelsamen gelangen wertvolle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie zum Beispiel Linol- und Gammalinolensäure in den Organismus. Durch sie wird die Synthese wichtiger immunregulatorischer Substanzen ermöglicht wie von Prostaglandin El. Die Linolensäure stabilisiert die Zellmembranen und das Prostaglandin wirkt stark entzündungshemmend. Dadurch werden die krankmachenden Immunreaktionen unterbunden, welche die Auslöser für viele chronische Krankheiten sein können. Von Akne über Heuschnupfen bis Krebs."

Außerdem würden durch die Substanzen im Schwarzkümmelöl die übersteigerte T-Zellfunktion des Allergikers stabilisiert und die krankhaft gesteigerte Immunreaktion durch Antikörper unterdrückt. Die überschießende Immunantwort werde normalisiert, die Mastzelldegranulation verringert.

Das heißt, ein verrückt spielendes Immunsystem wird wieder harmonisiert und dadurch optimiert. Diese stark immunregulatorische Wirkung des Schwarzkümmelöls stellt auch die amerikanische Studie heraus.

Schleicher hat inzwischen die Wirkung des ägyptischen Schwarzkümmelöls an über 600 Patienten getestet. Als Ergebnis bestätigt er eine Ausheilung allergischer Krankheiten bei rund 70 Prozent der Patienten. Darunter seien Pollen- und Stauballergiker, Akne- und Neurodermitiserkrankungen, Asthmapatienten und solche, die ganz allgemein abwehrgeschwächt und damit in hohem Maße infektanfällig waren. Deshalb setzt der Münchner Mediziner Schwarzkümmelöl jetzt im Herbst auch intensiv zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten und Grippe ein.

Im Orient wird die Gewürzpflanze schon seit Jahrtausenden zur Heilung eingesetzt bei allen Arten von Allergien und Entzündungen, bei Menstruationsbeschwerden, zur Stimmungsaufhellung bei Depressionen. Vor allem aber gegen Bronchitis, Asthma und Neurodermitis findet das Öl von nigella sativa Anwendung. Aber auch bei Verdauungsproblemen und sogar gegen Potenzschwäche wird von den Heilkundigen Schwarzkümmelöl verordnet. Der islamische Prophet Mohammed verkündete schon vor eineinhalb Jahrtausenden in seiner Schrift ,,Hadith": ,,Schwarzkümmel heilt jede Krankheit außer den Tod." Ist es da noch verwunderlich, dass man sogar im Grab des legendären Pharao Tutench-­Ammun ein Fläschchen feinstes Schwarzkümmelöl fand - für ein Leben nach dem irdischen Tod?

Auch in unseren Breiten kannte man früher die Wirkung von Schwarzkümmelöl in der Heilkunst. Gegen Blähungen, bei Ruhr, Magen- und Lungenleiden, Gelbsucht, zur Vermehrung der Harnausscheidung und Stärkung des Milchflusses bei stillenden Müttern wurde es eingesetzt.

Durch den Siegeszug der chemischen Arzneimittel geriet es in Vergessenheit, bis es nun wieder entdeckt wurde.

Seine Inhaltsstoffe ähneln teilweise denen von Nachtkerzen- oder Borretschöl. Aber seine Wirkung läßt sich damit nicht vergleichen. Dr. Peter Schleicher, der deutsche Entdecker der Pharaonenmedizin, begründet dies so: ,,Es ist die ungemein breit gefächerte Wirkung, die schon von den altägyptischen Leibärzten der Pharaonen gerühmt wurde, die dieses Öl so medizinisch wertvoll macht. Im ägyptischen Schwarzkümmelöl wirken verschiedene Fraktionen von Inhaltsstoffen so optimal zusammen, dass seine Wirkung einzigartig genannt werden muß. Allerdings ist darauf zu achten, dass nur wirklich reines und geprüftes Öl bedenkenlos eingenommen werden soll. Es gibt auch Schwarzkümmelsorten, die ausgesprochen giftig sind.

Schleichers Ärztekollegen in München haben erstaunlich positiv auf die Veröffentlichungen des Immunologen über seine Heilerfolge mit dem Naturmittel reagiert. Prof. Dr. med. Gert Riethmüller, Leiter des Instituts für lmmunologie der Universität München hält es für ,,durchaus möglich, dass solch ein Pflanzenextrakt auf das Immunsystem wirkt." Nach Auffassung des Professors käme Schwarzkümmelöl als Bio-Regulator für eine gestörte Abwehr in Frage, auch wenn seine Wirkung nicht bei jedem Menschen gleich sein müsse.

Prof. Michael Meurer von der dermatologischen Klinik der bayerischen Landeshauptstadt schwört schon seit langem auf Öle wie das des Schwarzkümmels. Aus seiner Erfahrung wirken diese Öle entzündungshemmend und ,,helfen daher auch bei Neurodermitis".

Sandelholz

Falls Sie sich ein Duftwasser selbst herstellen wollen, dann eignet sich das Sandelholz besonders gut. Ein solches Parfüm ist relativ einfach herzustellen. Man nimmt eine bestimmte Anzahl Tropfen von der Grundessenz, die in der Apotheke oder im Fachhandel erhältlich ist, und verdünnt sie mit 96%igem Alkohol, der allerdings nicht vergällt sein darf. Das Verhältnis von der Essenz und dem Alkohol richtet sich nach der Menge, die Sie herstellen wollen, aber auch nach dem persönlichen Geschmack.

Santalum album zählt zu den ältesten Parfümstoffen, die die Menschheit kennt. Seit über 2000 Jahren wird Sandelholz verwendet und zählt auch heute noch zu den wichtigsten ,,holzigen" Ölen. Vor allem in Indien und Indonesien ist dieser halbparasitäre Baum zu Hause. Dieser kann bis zu zehn Meter hoch werden. Das ätherische Öl wird erst nach jahrelangem Wachstum im Kernholz gebildet. Das Holz ist schwer, feinkörnig und läßt sich gut polieren. Man hat es einmal als botanisches Elfenbein bezeichnet. Es ist kostbar und unterliegt in Indien einem Staatsmonopol. In der Antike wurden aus dem Holz sogar Möbel hergestellt. Es dient unter anderem zur Ausstattung der Tempel. Das Holz verströmt auch in verarbeiteter Form noch einen typisch aromatischen Geruch. Aus diesem Grund wird es auch niemals von Insekten befallen. Zu Pulver zermahlen wurde es während religiöser Zeremonien verbrannt.

Die Essenz, die das wichtigste bei der Parfümherstellung ist, wird mit Hilfe von Dampf aus dem Holz destilliert. Heute gibt es natürlich auch chemische Verfahren, die die Ausbeute reichhaltiger gestalten, die aber qualitativ nicht so gut sind. Das Destillat selbst ist blaßgelb und hat eine warme, weiche, ganz typische Geruchsnote. Es hält sich lange Zeit unverändert.

In den früheren Kulturen diente Sandelholz nicht nur als Räucherwerk, es wurde auch zum Einbalsamieren und zur Herstellung kosmetischer Präparate benutzt. Im alten Indien kam es häufig bei religiösen Zeremonien zur Anwendung, auch galt es früher als eine Art Universalheilmittel, obwohl seine spezifische Wirksamkeit auf Harn- und Geschlechtsorgane von alters her bekannt ist. In Indien und Ägypten wurde Sandelholz häufig als Parfüm verwendet und war oft ein Bestandteil der verschiedensten Kosmetika. Die chinesischen Kaiser ließen es importieren und gebrauchten es in ähnlicher Weise.

Auch heute noch werden im Fernen Osten viele Kunsttischlerarbeiten und auch Möbelstücke aus Sandelholz gefertigt. Man benutzte es häufig zum Bauen, denn es gehörte zu den wenigen Hölzern, die von Termiten nicht angegriffen wurden. Die Folge davon war, dass viel zu viele Bäume geschlagen wurden - der Raubbau an der Natur war schon in den alten Kulturen bekannt. Heute sind Sandelholzbäume Eigentum der indischen Regierung. Der Sandelholzbaum ist ebenso in Südchina anzutreffen und neuerdings auch in Australien.

Gegenüber anderen ätherischen Ölen ist nur die Wirksamkeit auf die Urogenitalorgane bekannt, deshalb galt es auch als Aphrodisiakum. Ein interessanter therapeutischer Hinweis ist vielleicht der; dass Sandelholzöl auch bei Depressionen wirksam sein soll. Da die ätherische Substanz sehr schnell und intensiv durch die Haut aufgenommen werden kann, ist vielleicht eine Möglichkeit gegeben, das Kosmetikum als Stimmungsaufheller zu benutzen. Der Duft ist harzig und süß, er erinnert ein wenig an eine Rose, aber mit einer würzigen, etwas fremdartigen Note. Das Öl verbindet sich gut mit anderen Substanzen, so z. B. mit Rosenöl, Orangenblüte, Benzoe oder anderen Rindenölen.

Santalum album besitzt, wie alle ätherischen Öle, eine antiseptische Wirkung gegen Streptokokken und Staphylokokken und wird deshalb bei entzündlichen und katarrhsalischen Infekten empfohlen. Es gilt als ein mildes Öl, tonisierend und doch zugleich beruhigend, es soll sogar einen krampflösenden Einfluß auf das Herz ausüben. Man hat tatsächlich chemische Strukturen nachgewiesen im Sandelholzöl, die dem männlichen Hormon Testosteron ähnlich sind und auch in ähnlicher Weise wirken sollen. Deshalb gilt das Sandelholzöl von alters her als ein spezifisch männli­cher Duftstoff oder Kosmetikum.

Interessant ist noch ein älterer Hinweis, dass das Sandelholzöl nicht nur die physische Potenz anheben soll, sondern die Männer werden auch geistig aktiver und entwickeln ein reiches Gefühlsleben. Noch heute wird in Indien und Südostasien Sandelholzöl zu sakralen Zwecken verwendet. Ceylonesische Fürsten ließen sich in alten Zeiten damit einbalsamieren, buddhistische Mönche brachten das Öl nach China, wo es auch eine medizinische Anwendung fand. Im Buddhismus versuchte man in Klöstern mit Hilfe des Sandelholzöles das ,,dritte Auge" zu erwecken. Dabei wurde ein Tropfen des Öles zwischen den Augenbrauen auf der Stirn verrieben. In Europa hat die Essenz nur als Duftstoff Eingang gefunden, aber man findet kaum ein sogenanntes Herrenparfüm oder Duftwasser; in dem nicht Sandelholz mit zu den Grundtönen gehört.

Vielleicht könnte man in der Zukunft einmal der Frage nachgehen, ob Sandelholz als Stimmungsaufheller bei Depressionen und Unlustgefühlen helfen kann. Diese Verstimmungen sind heutzutage so häufig, dass es sicherlich eine große Errungenschaft wäre, könnte man ein Kosmetikum als Tranquilizer verwenden.

Sellerie

Vorkommen: Für Heilzwecke verwendet man lediglich den Sellerie aus Kulturen.

Verwendete Pflanzenteile: Das Kraut, die Wurzel und die Früchte

Ernte und Aufbereitung: Das Kraut des Selleries erntet man im Juni und Juli, die Wurzeln und Früchte im Oktober. Die Pflanze kann frisch verwendet werden, aber auch getrocknet. Dazu wird das Kraut zu Sträußen gebunden und an einem schattigen, luftigen Platz getrocknet. Die Wurzeln müssen vor dem Trocknen vorsichtig gereinigt werden. Die reifen Früchte legt man in dünnen Schichten aus und trocknet sie im Schatten. Die Pflanzenteile müssen alle vor Licht geschützt gelagert werden.

Heilwirkung: Sellerie wirkt stark harntreibend. Sinnvoll ist die Heilpflanze bei Harnverhaltung, Blasen- und Nierensteinen oder zur allgemeinen Entwässerung des Körpers. Weiterhin nutzt man Sellerie zur Appetitanregung und bei nervöser Unruhe. Bei Gicht und Rheuma setzt man einen Tee aus den Früchten ein.

Zubereitung: Man kann zur Entwässerung entweder den Tee oder den frischen Saft aus Kraut oder Wurzel verwenden. Einfacher und ebenso effektiv ist es, das frische Gemüse zu schmackhaften Speisen zuzubereiten.

Sellerietee bereitet man folgendermaßen zu: 2 gehäufte Teelöffel des getrocknetes Krautes werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen. Den Aufguß 10-15 Minuten ziehen lassen, abseihen und 2-3mal täglich trinken.

Für einen Tee aus den Früchten nimmt man 1-2 Teelöffel zerdrückte Samen und folgt ansonsten dem oben genannten Rezept.

Sellerie: Für Gesunde wie für Kranke gut zu essen.

Die Sägepalme, auch Zwergpalme genannt,

fühlt sich vor allem in sonnigen Gefilden wohl. Ursprünglich stammt sie aus den USA. Dort ist sie in den küstennahen Wäldern von South Carolina, Mississippi und Florida oft in großen Kolonien anzutreffen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie auch am Mittelmeer angepflanzt.

Die Sägepalme hat keinen Stamm. Deshalb steht sie nicht aufrecht, sondern kriecht meist flach am Boden. An den etwa ein Meter langen Stielen stehen die Palmblätter. Im Herbst trägt die Sabal serrulata, so der lateinische Name, eichelförmige, dunkellilafarbene Beerenfrüchte. Die reifen Früchte enthalten gesättigte und ungesättigte Fettsäuren sowie Phytosterole, hormonähnliche Verbindungen. Diese Stoffe hemmen im Körper die Bildung des Hormons Dihydrotestosteron (DHT), das beim Mann für das Wachstum der Prostata verantwortlich ist. Gleichzeitig wird der Abbau des DHT gefördert. Zusätzlich wird die Muskulatur der Prostata entspannt. Das wiederum erleichtert den Harnfluß.

Die Inhaltsstoffe bekämpfen außerdem Entzündungen der Vorsteherdrüse. Die Schwellungen gehen zurück, die Beschwerden, die bei einer gutartigen Prostatavergrößerung entstehen, werden verringert.

Schachtelhalm (Equisetum arvense)

auch Zinnkraut genannt, enthält besonders viel Kieselsäure. Fördert die Hautdurchblutung , unterstützt die Behandlung schlecht heilender Wunden. Als Tee anzuwenden bei Blasen-, Nierenbeckenentzündungen, Wassersucht, bakteriellen Infektionen, Erkrankungen der Atmungsorgane und Blutungsneigungen. Äußerlich zum Gurgeln bei Mund- und Rachenentzündungen. Zur Erhöhung der Harnmenge bei Entzündungen im Bereich der Blase und der Niere. 2 Teelöffel auf eine Tasse heißes Wasser 10 Minuten kochen und noch 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen und täglich 2 - 3 Tas­sen zwischen den Mahlzeiten trinken. Es wird vom Selbersammeln abgeraten, weil es viele Arten des Schachtelhalms gibt, und in manchen Arten giftig wirkende Substanzen enthalten sind. Die verstärkte Harnausscheidung bewirkenden Wirkstoffe heißen Flavonoide. Diese wassertreibende Wirkung beeinflußt, im Gegensatz zur synthetischen Diuretika, den Mineralhaushalt unseres Körpers nicht. Deshalb spricht man in diesem Fall auch von einer Aquarese.

Äußere Anwendung: Umschläge: 10 g Ackerschachtelhalm in ca. 1 lt. Wasser geben, zum Sieden erhitzen und 10 Minuten leicht köcheln lassen. Nach dem Abkühlen durch ein Sieb geben und Tücher damit tränken. Die Umschläge mehrmals erneuern. Vollbäder: Anzuwenden bei lokalen Durchblutungsstörungen und Frostbeulen. Für ein Vollbad 100 g ,Kraut mit 1 lt. kochendem Wasser übergießen, ca. 15 Minuten kochen lassen und das konzentrierte Filtrat dem Badewasser zusetzen. . Badetemperatur: 35 bis 38 ° bei einer Dauer von 10 - 20 Minuten. Bei Bluthochdruck, Herzschwäche, fieberhaften Erkrankungen und Hautkrankheiten darf diese Anwendung nicht durchgeführt werden.

Schafgarbe

verbessert die Wundheilung, lindert schmerzhafte Krampfzustände psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken­ der Frau. Für äußerliche Anwendung werden zur Bereitung eines Sitzbades 100 gr Schafgarbe mit ca. 30 lt. heißem Wasser versetzt. Zur Teebereitung benötigt man 1 - 2 Teelöffel pro Tasse, die mit heißem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseit werden. Sei besonders den Menschen empfohlen, die sich viel bücken müssen.

Schwarzer Pfeffer Piper nigrum

Dieser Pflanze wird der in der Heilkunde verwendete Pfeffer entnommen. Er enthält ein Harz, eine leicht verdunstende Essenz, ein scharfes Öl, einen Farbstoff, Stärke, Zellulose, Eiweiß, Apfelsäure, Weinsteinsäure, mineralische Salze und einen kristallisierbaren Stoff, das Piperin. Auf die Haut aufgetragen, erzeugt der Pfeffer Rötung und sogar Blasen und übt eine entsprechende Wirkung auf die Magendrüsen und die Eingeweide aus. Injiziert erzeugt er ein Wärmegefühl, erhöht den Appetit und stärkt die Verdauungstätigkeit. Manchmal setzt man etwas Zimt hinzu als Mittel gegen Migräne. Der Schwarze Pfeffer scheint auch günstig auf gonorrhoische Erkrankungen .einzuwirken.

Senf

Vorkommen: Als Speisesenf und für Heilzwecke verwendet man die Kulturpflanzen.

Verwendete Pflanzenteile

Die Samen: Ernte und Aufbereitung

Die Senfsamen werden im August und September gesammelt und in dünnen Schichten zum Trocknen ausgelegt.

Heilwirkung: Senf wird bevorzugt äußerlich angewandt. Er fördert die Hautdurchblutung und lindert so Muskel- Nerven- und Knochenschmerzen. Bei fiebrigen Erkältungen und Bronchitiden und bei Lungenentzündungen gibt man neben der äußerlichen Anwendung einen Senftee oder verordnet ein Senfbad. Man nutzt dabei gleichzeitig die schweißtreibenden, kreislauffördernden und hautreizenden Eigenschaften. Innere Anwendung findet der Senf auch bei verschiedenen Magen- Darmbeschwerden. Die enthaltenen Schleimstoffe lindern Magen- und Darmschleimhautreizungen, bis hin zu Beschwerden bei Magengeschwüren. Außerdem regt Senf den Appetit an und wirkt leicht abführend.

Zubereitung: Einen Senfumschlag bereitet man folgendermaßen zu: Man nimmt 100 g frisch gemahlene Senfsamen und verrührt ihn mit etwas warmem Wasser zu einem dicken Brei. Die Paste kann nun direkt oder indirekt auf die Haut gebracht werden. Für den direkten Kontakt wird die Paste auf ein sauberes Leintuch gestrichen und auf die betroffenen oder zu behandelnden Stellen gegeben. Damit der Umschlag problemlos entfernt werden kann, wird sinnvollerweise zwischen Haut und Senfbrei eine Gazeschicht gelegt. Der Umschlag sollte nicht länger als 1 Minute auf der Haut verbleiben.

Für den indirekten Hautkontakt wird der Brei in ein Leintuch gegeben, das dann für 5-10 Minuten auf die entsprechenden Stellen gelegt wird. Bei Kindern sollten 5 Minuten nicht überschritten werden.

Bei Magen- Darmproblemen kann man sich entweder einen Senftee bereiten, oder auch den reinen Speisesenf zu sich nehmen.

Zubereitung: 1-2 Teelöffel Senfpulver werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen. Den Aufguß 5-7 Minuten ziehen lassen, abseihen und 2-3mal täglich trinken.

Für einen Badezusatz werden 2 gehäufte Teelöffel zerdrückte Samen in 1 l Wasser kurz aufgekocht. Danach wird der Samen abgefiltert und die zurückbleibende Flüssigkeit dem Bad zugegeben.

¨ Anmerkung: Die hautreizenden Eigenschaften des Senf haben nicht nur Positives. Man sollte bei den Breiumschlägen auf jeden Fall Vorsicht walten lassen, da es durchaus zu Blasenbildungen kommen kann. Speisesenf ist in Maßen genossen durchaus gesund und verträglich, eine Überdosierung sollte man aber vermeiden.

Häufig treten in der alten Literatur Hinweise auf, dass Senf einen klaren Kopf macht und die Gehirntätigkeit anregt. Ein gewisser Jakob MoIescho schrieb 1853 in seiner Nahrungsmittellehre": ,,Senfkörner alle Morgen nüchtern eingenommen, sollen vor dem Schlagfluß (Schlaganfall) behüten."

Bei Zahnschmerzen sollte man ein paar Senfkörner kauen, auch als Gurgelwasser wird Senf empfohlen bei Halsentzündungen, bei Rheumatismus, und sogar gegen frühzeitiges Ergrauen der Haare war der Senf wirksam. Senfmehl mit Honig vermischt sollte gegen Heiserkeit wirken und eine gute Stimme zaubern.

Interessant ist noch ein altes Rezept aus der Volksmedizin: ,,Viele Personen leiden an Ohrensausen und Schwerhörigkeit. In diesem Falle weicht man Senfkörner in Wasser ein, läßt den Dampf davon in die Ohren ziehen und reibt das Ohrläppchen oft warm damit." Etwas ähnliches kannte schon die chinesische Volksmedizin. Sie massierten ihre Ohrläppchen bei Augen- und Ohrenleiden, da dort einige Akkupunkturpunkte der Kopfregion lokalisiert sind. Auch gegen Schwindel und seelische Verstimmung wird in alten Rezepten auf Einnahme von Senfkörnern hingewiesen.

Senfmehl-Umschläge zur Ableitung bei Nervenschmerzen, Hexenschuß, Kopfschmerzen und Gelenkentzündungen. Sie wirken durchblutungsfördernd. Es entsteht erst ein Prickeln und die Haut beginnt sich zu röten. Mit warmen Wasser abspülen. Senfteig hat eine große Tiefenwirkung.

Senfwickel bei rheumatischen Beschwerden, Bronchitis und zur unterstützenden Behandlung bei Lungenentzündungen. Die Anwendung sollte jedoch nur unter fachlicher Anleitung erfolgen

Senf in der Homöopathie bei Verdauungsstörungen

Senfbad für müde Füße und Blutandrang zum Kopf: zerquetschte, mit heißem Wasser übergossene Samen.

Senfmehl mit Honig verrührt reinigt die Haut.

Senfmehl in Essig eingenommen, wirkt harntreibend und steinlösend.

Senfsaft in Honigwein zum Gurgeln bei geschwollenen Mandeln und rauhem Hals.

Senfkörner, ein Teelöffel täglich, gekaut, unterstützen die Funktion der Leber, Galle und Magen, auch bei Blähungen, Verstopfung und Gicht.

Senf als Gewürz in der Küche.

Senf (Sinapis alba)

Sinapis alba heißt der weiße Senf. Er wird am meisten verwendet. Es gibt wäßrige oder alkoholische Auszüge, galenische Tinkturen und sogar homöopathische Dilutionen.

Der Senf gehört zu der Familie der Kreuzblütler Verwendet werden die reifen Samen von Sinapis alba, der in Südeuropa heimisch ist. Unser Speisesenf besteht in der Regel aus einer Mischung von gemahlenen gelben und braunen Senfkörnern. Die gelbe Senfsaat hat ein bis zwei millimetergroße, blaßgelbe Körner. Das Gewürz enthält etwa 30% Öl. lnhaltsstoffe sind noch Solasonin, Solamargin, Solasotin. Der sog. schwarze Senf ist in seinen Früchten kleiner. Er enthält ein starkes, schleimhautreizendes Aldehyd. Er wird auch nur in Mischungen verwendet.

Die einjährige Pflanze des weißen Sinapis hat gestielte Blätter mit eiförmigem Umriß. Senf blüht hell- bis goldgelb und bildet Schoten. In Kleinbetrieben wird er heute wie in früheren Zeiten mit Sense und Sichel geerntet. Die Senfgarben trocknen auf dem Feld und werden gedroschen.

Senfkörner sind beim Einmachen, z.B. von Gurken, unentbehrlich, aber auch zum Würzen von Fleisch und Soßen beliebt. In der amerikanischen Küche gibt man zu gekochten Kohl- und Sauerkrautspeisen ein paar Senfkörner Sicherlich eine gute Gewohnheit, nicht nur zur Geschmacksverbesserung, sondern auch zur Anregung der Verdauung.

Dr. med. K. 0. Kuppe

Senf wirkt appetitanregend, steigert die Speichel- und Magensaftproduktion und fördert die Verdauung. Senfsamen sind bitter und wirken desinfizierend. Senfmehl ist ein rasch wirkendes Hausmittel. Es wirkt krampflösend, schmerzstillend bei akuten Entzündungen und entzieht Feuchtigkeit.

Zusammenfassung

Senf

Vorkommen: Als Speisesenf und für Heilzwecke verwendet man die Kulturpflanzen. Heilwirkung:
Senf in der Homöopathie bei Verdauungsstörungen
Senfbad für müde Füße und Blutandrang zum Kopf: zerquetschte, mit heißem Wasser übergossene Samen.
Senfmehl mit Honig verrührt reinigt die Haut.
Senfmehl in Essig eingenommen, wirkt harntreibend und steinlösend.
Senf als Gewürz in der Küche.
Senf (Sinapis alba)

Nicht immer sollten wir unseren Senf dazugeben, vor allem nicht bei Dingen oder Anlässen, die wir nicht genau kennen. Sinapis alba heißt der weiße Senf. Unser Speisesenf besteht in der Regel aus einer Mischung von gemahlenen gelben und braunen Senfkörnern. schwarze Senf ist in seinen Früchten kleiner. Den Griechen war Senf als Gewürz bekannt. In den Klöstern war Senf als Küchengewürz nicht wegzudenken. Im 13. Jahrhundert hatte die Stadt Dijon das Monopol, Senf herstellen zu dürfen. Auch am Hofe von Avignon war der Senf sehr beliebt.

Senf blüht hell- bis goldgelb und bildet Schoten. Je nach dem Anteil von braunem Senf oder gelbem Senf schmeckt das Produkt mild oder kräftig. ,,milder" Senf enthält auf ein Kilo gelbe Körner hundert Gramm braune Anteile. Zu den schärfsten deutschen Produkten gehört der Düsseldorfer Senf. Bekannt ist auch ein Senf, der höhere Anteile von Meerrettich enthält und deshalb unter dem Namen Meerrettich-Senf gehandelt wird.

Senf paßt zu vielen Gerichten, zu Eiern, Fisch, auch zu Käse.

Bereits in den alten Kulturen der Ägypter, Griechen und Römer wurde der Senf als Gewürz und Konservierungsmittel gebraucht.

Senf wirkt appetitanregend, steigert die Speichel- und Magensaftproduktion und fördert die Verdauung.
Senfsamen sind bitter und wirken desinfizierend.
Senfmehl ist ein rasch wirkendes Hausmittel.

Vorkommen: Als Speisesenf und für Heilzwecke verwendet man die Kulturpflanzen. Verwendete Pflanzenteile: Die Samen Ernte und Aufbereitung: Die Senfsamen werden im August und September gesammelt und in dünnen Schichten zum Trocknen ausgelegt.

Heilwirkung: Senf wird bevorzugt äußerlich angewandt. Er fördert die Hautdurchblutung und lindert so Muskel- Nerven- und Knochenschmerzen. Bei fiebrigen Erkältungen und Bronchitiden und bei Lungenentzündungen gibt man neben der äußerlichen Anwendung einen Senftee oder verordnet ein Senfbad. Man nutzt dabei gleichzeitig die schweißtreibenden, kreislauffördernden und hautreizenden Eigenschaften. Innere Anwendung findet der Senf auch bei verschiedenen Magen- Darmbeschwerden. Die enthaltenen Schleimstoffe lindern Magen- und Darmschleimhautreizungen, bis hin zu Beschwerden bei Magengeschwüren. Außerdem regt Senf den Appetit an und wirkt leicht abführend.

Zubereitung:

Senfmehl-Umschläge zur Ableitung bei Nervenschmerzen, Hexenschuß, Kopfschmerzen und Gelenkentzündungen. Sie wirken durchblutungsfördernd. Es entsteht erst ein Prickeln und die Haut beginnt sich zu röten. Mit warmen Wasser abspülen. Senfteig hat eine große Tiefenwirkung. Man bereitet ihm folgendermaßen zu: Man nimmt 100 g frisch gemahlene Senfsamen und verrührt ihn mit etwas warmem Wasser zu einem dicken Brei. Die Paste kann nun direkt oder indirekt auf die Haut gebracht werden. Für den direkten Kontakt wird die Paste auf ein sauberes Leintuch gestrichen und auf die betroffenen oder zu behandelnden Stellen gegeben. Damit der Umschlag problemlos entfernt werden kann, wird sinnvollerweise zwischen Haut und Senfbrei eine Gazeschicht gelegt. Der Umschlag sollte nicht länger als 1 Minute auf der Haut verbleiben.

Für den indirekten Hautkontakt wird der Brei in ein Leintuch gegeben, das dann für 5-10 Minuten auf die entsprechenden Stellen gelegt wird. Bei Kindern sollten 5 Minuten nicht überschritten werden. Bei Magen- Darmproblemen kann man sich entweder einen Senftee bereiten, oder auch den reinen Speisesenf zu sich nehmen.

Zubereitung: 1-2 Teelöffel Senfpulver werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen. Den Aufguß 5-7 Minuten ziehen lassen, abseihen und 2-3mal täglich trinken.

Für einen Badezusatz werden 2 gehäufte Teelöffel zerdrückte Samen in 1 l Wasser kurz aufgekocht. Danach wird der Samen abgefiltert und die zurückbleibende Flüssigkeit dem Bad zugegeben.

<¨ Anmerkung: Die hautreizenden Eigenschaften des Senf haben nicht nur Positives. Man sollte bei den Breiumschlägen auf jeden Fall Vorsicht walten lassen, da es durchaus zu Blasenbildungen kommen kann.

Speisesenf ist in Maßen genossen durchaus gesund und verträglich, eine Überdosierung sollte man aber vermeiden.

Häufig treten in der alten Literatur Hinweise auf, daß Senf einen klaren Kopf macht und die Gehirntätigkeit anregt. Ein gewisser Jakob MoIescho schrieb 1853 in seiner Nahrungsmittellehre": ,,Senfkörner alle Morgen nüchtern eingenommen, sollen vor dem Schlagfluß (Schlaganfall) behüten."

Bei Zahnschmerzen sollte man ein paar Senfkörner kauen, auch als Gurgelwasser wird Senf empfohlen bei Halsentzündungen, bei Rheumatismus, und sogar gegen frühzeitiges Ergrauen der Haare war der Senf wirksam. Senfmehl mit Honig vermischt sollte gegen Heiserkeit wirken und eine gute Stimme zaubern. Interessant ist noch ein altes Rezept aus der Volksmedizin: ,,Viele Personen leiden an Ohrensausen und Schwerhörigkeit. In diesem Falle weicht man Senfkörner in Wasser ein, läßt den Dampf davon in die Ohren ziehen und reibt das Ohrläppchen oft warm damit." Etwas ähnliches kannte schon die chinesische Volksmedizin. Sie massierten ihre Ohrläppchen bei Augen- und Ohrenleiden, da dort einige Akkupunkturpunkte der Kopfregion lokalisiert sind. Auch gegen Schwindel und seelische Verstimmung wird in alten Rezepten auf Einnahme von Senfkörnern hingewiesen.

Senfwickel bei rheumatischen Beschwerden, Bronchitis und zur unterstützenden Behandlung bei Lungenentzündungen. Die Anwendung sollte jedoch nur unter fachlicher Anleitung erfolgen Senf in der Homöopathie bei Verdauungsstörungen

Senfbad für müde Füße und Blutandrang zum Kopf: zerquetschte, mit heißem Wasser übergossene Samen.

Senfmehl mit Honig verrührt reinigt die Haut.
Senfmehl in Essig eingenommen, wirkt harntreibend und steinlösend.
Senfsaft in Honigwein zum Gurgeln bei geschwollenen Mandeln und rauhem Hals.
Senfkörner, ein Teelöffel täglich, gekaut, unterstützen die Funktion der Leber, Galle und Magen, auch bei Blähungen, Verstopfung und Gicht.
Senf als Gewürz in der Küche.
Senf (Sinapis alba)

Sinapis alba heißt der weiße Senf. Er wird am meisten verwendet. Es gibt wäßrige oder alkoholische Auszüge, galenische Tinkturen und sogar homöopathische Dilutionen. Der Senf gehört zu der Familie der Kreuzblütler Verwendet werden die reifen Samen von Sinapis alba, der in Südeuropa heimisch ist. Unser Speisesenf besteht in der Regel aus einer Mischung von gemahlenen gelben und braunen Senfkörnern. Die gelbe Senfsaat hat ein bis zwei millimetergroße, blaßgelbe Körner Das Gewürz enthält etwa 30% Öl. lnhaltsstoffe sind noch Solasonin, Solamargin, Solasotin. Der sog. schwarze Senf ist in seinen Früchten kleiner. Er enthält ein starkes, schleimhautreizendes Aldehyd. Er wird auch nur in Mischungen verwendet.

Schon in der Bibel ist vom Senfkorn die Rede. Den Griechen war Senf als Gewürz bekannt. Durch die Römer wurde er in den Ländern nördlich der Alpen verbreitet. Das lateinische Wort Sinapis liefert bis heute den botanischen Namen. Es sind Bezeichnungen aus dem Gotischen und dem Althochdeutschen bekannt, die im Laufe der Jahrhunderte zum Namen ,,Senf" führten. Heute gebräuchlich ist auch der Name ,,Mostrich". Er soll auf das englische Mustard" und auf das französische ,,Moutarde" zurückzuführen sein. Begründung: Im Mittelalter war es Brauch, Senfmehl nicht nur mit Essig, sondern mit Wein oder Most anzureichern. In den Klöstern war Senf als Küchengewürz nicht wegzudenken. Das erste Mostrichrezept der Senfgeschichte überlieferte Columella, der im 1. Jahrhundert nach Christi Geburt lebte: ,,Den sorgfältig gereinigten Samen läßt man zwei Stunden im Wasser aufweichen, nimmt ihn mit den Händen heraus, drückt ihn aus und stößt ihn dann in einem neuen, wohlgereinigten Mörser klein. Darauf zieht man die ganze zerriebene Masse in der Mitte des Mörsers zusammen, drückt sie fest, legt einige glühende Kohlen darauf, gießt mit Soda versetztes Wasser darüber, wodurch der bittere Geschmack beseitigt wird, läßt sodann das Wasser wieder abfließen, gießt weißen scharfen Essig hinzu, rührt die Masse um und seiht sie durch. Die so gewonnene Flüssigkeit ist vorzüglich zum Einmachen von Rüben geeignet." (Roland Gööck)

Die Römer benutzten Senfsoßen für Rüben, Fleisch und Fisch. Es gab Rezepte aus Senfsamen mit Honig, Olivenöl und Essig. Karl der Große schrieb den Senfanbau in seinem ,,Capitulare de villis" für Klöster- und Hausgärten vor. Im 13. Jahrhundert hatte die Stadt Dijon das Monopol, Senf herstellen zu dürfen. Auch am Hofe von Avignon war der Senf sehr beliebt.

Gepulverte Senfsaat und auch Senföl waren in der alten Kräutermedizin bekannt und wurden viel angewendet. Senfpflaster und -umschläge sind heute noch zum Teil gebräuchlich. Ein Rezept von Pfarrer Kneipp aus ,,Meine Wasserkur": ,,Senfmehl". Meist kommen nur Teilbäder zur Anwendung, wobei man für ein Fußbad oder Armbad zwei bis drei Handvoll nimmt. Diese werden mit heißem Wasser von etwa 50 Grad Celsius übergossen, zu einem Brei verrührt und dem Badewasser zugesetzt. Das ätherische Öl, das hierbei frei wird, hat gegenüber den anderen Zusätzen die stärkste hautreizende Wirkung. Daher darf ihre Anwendung nur fünf bis zehn Minuten bis zum Auftreten eines stechenden Gefühls oder Brennens erfolgen. Die betroffenen Körperstellen werden durch Ubergießen mit warmem Wasser von den anhaftenden Senfmehlresten gereinigt. Keinesfalls darf der Senfmehlzusatz gekocht werden, sonst ginge seine Wirkung verloren, auch soll immer nur frisches Senfmehl genommen werden.

Heute wird die Senfpflanze in den meisten Kulturländern angebaut, vor allem im Mittelmeerraum, in Vorderasien, aber auch in Indien und Amerika.

Die einjährige Pflanze des weißen Sinapis hat gestielte Blätter mit eiförmigem Umriß. Senf blüht hell- bis goldgelb und bildet Schoten. In Kleinbetrieben wird er heute wie in früheren Zeiten mit Sense und Sichel geerntet. Die Senfgarben trocknen auf dem Feld und werden gedroschen. Senfkörner sind beim Einmachen, z.B. von Gurken, unentbehrlich, aber auch zum Würzen von Fleisch und Soßen beliebt. In der amerikanischen Küche gibt man zu gekochten Kohl- und Sauerkrautspeisen ein paar Senfkörner Sicherlich eine gute Gewohnheit, nicht nur zur Geschmacksverbesserung, sondern auch zur Anregung der Verdauung.

Speisesenf wird bei uns in der Regel aus entöltem Senfmehl hergestellt. Je nach dem Anteil von braunem Senf oder gelbem Senf schmeckt das Produkt mild oder kräftig. Ein sog. ,,milder" Senf enthält auf ein Kilo gelbe Körner hundert Gramm braune Anteile. Ein stärkerer Senf setzt sich meistens aus gelben oder braunen Körnern in gleichen Anteilen zusammen. In Bayern sind mild-süße Senfsorten beliebt, denen Enzian zugesetzt wird. Zu den schärfsten deutschen Produkten gehört der Düsseldorfer Senf. Zu diesen beiden Extremen gibt es eine Vielzahl von Senfsorten, die sich nicht nur durch Stärke, d.h. seine Schärfe, sondern auch durch die Beigabe von Gewürzen unterscheiden. Unter anderem werden beigefügt: Muskat, Ingwer, Kardamom, Kümmel und auch Zimt und Knoblauch. Bekannt ist auch ein Senf, der höhere Anteile von Meerrettich enthält und deshalb unter dem Namen Meerrettich-Senf gehandelt wird.

Mit Speisesenf werden Fleisch- und Wurstgerichte aller Art gewürzt. Die meisten pikanten Soßen benützen ihn als Grundlage. Senf paßt zu vielen Gerichten, zu Eiern, Fisch, auch zu Käse. Die Jahresproduktion von Speisesenf liegt bei 15000 Tonnen.

Dr. med. K. 0. Kuppe

Senf (Brassica nigra und alba) ist ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet und wird heute in Europa angebaut, kommt aber auch verwildert vor, im Volksmund auch Senaf, Senet, Sempt, Sent, Mustard, Mostrich und Moutard genannt. Bereits in den alten Kulturen der Ägypter, Griechen und Römer wurde der Senf als Gewürz und Konservierungsmittel gebraucht. Im Mittelalter verbreitete Karl der Große den Senfanbau in Europa, vor allem in Dijon in Frankreich. Das besondere dieser Spezialität besteht darin, daß die Senfkörner nicht mit Essig, sondern mit Traubensaft angesetzt werden. Senfsamen werden im Juli bis August geerntet.

Die Stechpalme (ilex aquifolium)

Als Heilpflanze ist die Stechpalme in Vergessenheit geraten, zumindest bei uns, denn in der Schweiz wird sie noch heute als Mittel zur Fiebersenkung genutzt, ebenso bei Grippe, Bronchitis, Rheuma und Gicht. Nur noch selten dagegen werden die Blätter auch als Diuretikum eingesetzt, obwohl der Tee in der Volksheil­kunde früher ,als mächtig urintreibend" galt. 4-6 Blätter wurden dafür mit 1/2 1 Wasser angesetzt und zur Hälfte eingekocht, er wurde über den Tag verteilt getrunken. Eine noch größere Wirksamkeit erreichte man mit einer Mischung zu gleichen Teilen aus Birkenblättern, Stechpalmenblättern, Rosmarin, Efeu, Schachtelhalm, Bohnenschalen und Petersilienwurzeln. (1 1/2 Teelöffel pro Tasse, 10 Min. ziehen lassen.)

In der Homöopathie wird nur noch die frische Essenz im Juni gesammelter Blätter verwandt. Gerbstoffe, Bitterstoffe und der gelbe Farbstoff Illixanthin sind wohl die Hauptwirkstoffe, mit denen sich die Wissenschaft aber noch nicht näher beschäftigt hat, obwohl sie früher als wertvolle Heilpflanze galt.

Stechpalme

Sie wirkt wie ein Fremdling in der heimischen Flora, exotisch wie ihr Name, die Stechpalme (llex aquifolium). Wenn wir ihr mitten im Winter wildwachsend als Unterholz im Laub- oder Tannenmischwald begegnen, überrascht und bezaubert sie uns mit ihrem dunkelgrünen, glänzenden Laub, aus dem oftmals korallenrote Beeren leuchten.

Heimisch geworden in Europa wohl in einer Zeit, in der es auch in unseren Breiten tropisch warm war, blieb sie, trotz der immer stärker absinkenden Temperaturen, als der einzige Vertreter ihrer sonst vorwiegend tropischen Pflanzenfamilie. Ihr bekanntester Verwandter ist der Matebaum (llex paraguariensis), er liefert den Matetee, ein Nationalgetränk Südamerikas, aber auch bei uns recht bekannt und beliebt wegen seiner anregenden Wirkung, die vornehmlich auf den lnhaltsstoffen Koffein und Theobromin beruht.

ilex aquifolium, unsere Stechpalme, besitzt auch einen heimischen, allerdings weniger bekannten Namen, Hülse. Vermutlich entstanden aus dem althochdeutschen Wort ,,hulis" oder ,, huls", das stechende, immergrüne Pflanzen bezeichnete. Auch das lateinische ,,aquifolium" setzt sich aus acer = scharf und folium - Blatt zusammen und weist damit ebenfalls auf die stacheligen Spitzen des harten, lederartigen Blattes hin, überwiegend vorkommend an den unteren Zweigen. Ein Schutz der Pflanze vor dem Verbiss durch Tiere, der in größerer Höhe kaum mehr vonnöten ist. Unsere heimische Stechpalme liebt ozeanisches, feuchtes Klima. Wir finden sie deshalb bei uns wildwachsend vorwiegend im Rheingebiet, an der westlichen Ostsee und im norddeutschen Tiefland, doch auch im Voralpengebiet gab es früher größere natürliche Bestände. Inzwischen sind aber wildwachsende Sträucher so selten geworden, dass man sie überall unter Naturschutz stellen musste.

Stechpalmen wachsen gewöhnlich strauchartig, meist zwischen 5 und 10 m hoch. Im Schwarzwald findet man sie aber hin und wieder auch als kleine Bäume bis zu 15 m Höhe, dennoch haben sie mit Palmen nicht das geringste zu tun; der Name rührt von dem Brauch, die Zweige am Palmsonntag als ,,Palmbuschen" weihen zu lassen. Noch an einem weiteren christlichen Fest spielen Stechpalmen eine große Rolle, an Weihnachten. Der Brauch kommt aus England, hier schmückte man schon immer die Zimmer mit fruchtbehangenen Stechpalmenzweigen, ,,Holly" genannt; die nicht abfallenden dunkelgrünen Blätter mit den leuchtend roten Beeren sind ja auch wirklich ein wundervoller Christschmuck.

Im Mai/Juni blüht die Stechpalme mit hübschen, weißen, in allen Teilen vierzähligen Blüten, ihr angenehmer Duft lockt viele Insekten an, die reichlich Nektar finden. Aus den weiblichen Blüten reifen bis zum Oktober die roten Früchte, doch werden wir immer nur bestimmte Bäume mit ihnen geschmückt finden, denn Stechpalmen gehören zu den zweihäusigen Pflanzen, tragen also an einem Baum entweder nur männliche oder aber nur weibliche Blüten. Die Beeren sind für Menschen ungenießbar; wenngleich entgegen landläufiger Meinung nicht giftig, höchsten in ungewöhnlich großer Menge.

Die Vögel aber; vor allem Drosseln, Waldtauben, Stare und Gimpel, fressen sie gern und scheiden dann die Samenkerne - vier in jeder Beere - unverdaut wieder aus. Ein wichtiger Beitrag zur Vermehrung der Pflanze. Die sich unter günstigen Bedingungen nach längerer Ruhe daraus entwickelnden kleinen Pflänzchen ersetzen schon recht bald die zwei weichen, ovalen Keimblätter durch die harten, stacheligen Laubblätter; so dass sie von Anfang an recht gut geschützt sind.

Auch das Laub immergrüner Pflanzen wird in gewissen Zeitabständen gewechselt, Stechpalmenblätter werden etwa alle 4-5 Jahre abgestoßen und durch neue ersetzt. Dies geschieht allerdings nie zur gleichen Zeit, denn der Strauch benötigt die Assimilationsfläche des Blattes während des ganzen Jahres, will er auf seinen recht lichtarmen Standorten gedeihen. So erklärt sich auch die tief dunkelgrüne Oberfläche im Gegensatz zur helleren Blattunterseite. Je. dunkler das Grün, desto höher der Chlorophyllgehalt, der ja erst die Pflanze befähigt, mit Hilfe des Sonnenlichtes pflanzliche Kohlehydratformen aufzubauen.

Das weißliche Holz der nur langsam an Stärke zunehmenden, mit grauer; glatter Rinde bedeckten Stämme ist außerordentlich fest, ähnlich dem Eibenholz, und wurde deshalb früher gern für Drechsel- und Schnitzarbeiten genutzt. Heute hat es aber; da es kaum noch zur Verfügung steht, keinerlei Bedeutung mehr; forstlicherseits werden Stechpalmen nicht kultiviert.

Schierling (Conium maculatum)

In der Volksheilkunde spielt die giftige Pflanze keine Rolle.

Die Homoopathie bereitet aus dem blühenden Kraut eine Essenz gegen schwere Krankheiten wie Krebs, Flechten, Geschwüre, Knochenfraß.

Der Schierling wird je nach dem Standort 1/2 bis 11/2 m hoch. Der kantige Stengel ist innen hohl; er ist am Boden mit recht gro­ßen, nach oben hin immer kleiner werdenden, braunroten Flecken bedeckt. Daher der Name »gefleckter Schierling«.

Diese Fleckenbildung wechselt aber. Es gibt Pflanzen, die vom Boden an fast ganz dunkel braunrot gefärbt sind. Bei anderen wieder sind die Flecken nur sehr wenig ausgebildet. Es liegt wohl an dem jeweiligen Boden. Die dunkelgrünen Blätter sind glänzend und dreifach gefiedert. Die weißen Blüten stehen in Dolden.

Der Schierling ist eine der wenigen Pflanzen, die keinen angenehmen Duft ausströmen. Das macht sich besonders beim Welken bemerkbar.

Häufiger noch als dieser echte Schierling ist. der Wasserschierling zu finden (Cicuta virosa), der wie sein Name sagt, die feuchten Standorte, Bäche, Sümpfe, Gräben, liebt. Die große Wurzel, die an eine Sellerieknolle erinnert und auch einen ähnlichen Geruch hat, ist inwendig weiß und mit querstehenden Hohlräumen ausgestattet.

Die Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, die oberen setzen sich in den blasig aufgetriebenen Blattscheiden fort. Die Blüten stehen in einer Dolde.

Silberweide (Salix alba)

Die Rinde dieser Pflanze enthält eine zusammenziehende, bittere Substanz, das Salizin, das 1830 entdeckt und als sehr kräftiges Mittel gegen Fieber verwendet wurde.

Sassafras - Sassafras

Die Wurzel, die so dick wie ein Arm oder ein Schenkel ist, ist außen grau, innen rot. Sie ist durchsetzt von einem stark duftenden Öl, das man zur Anregung, zur Kräftigung und gegen Blähungen benützt. Das Holz gilt als schweißtreibend. (B)

Skabiose Scabiosa

Der Name rührt angeblich von der Scabies oder Krätze her, weil die Blätter früher gegen Hautkrankheiten verwendet wurden, ganz besonders gegen F1echten, Schorf, Aussatz und Krätze.

Sauerampfer

ist ein Blattgemüse, das wild auf unseren Wiesen wächst. Die Blätter erinnern in ihrem Aussehen an Spinat. Der Geschmack ist fein säuerlich.

Sauerampfer eignet sich gehackt ideal als Salat, püriert als Suppe, Gemüsebeilage oder zu Soßen. Er ist appetitanregend und fördert die Verdauung.

Da Sauerampfer Oxalsäure enthält, wird Menschen mit Gicht und Nierensteinen vom Verzehr abgeraten. Auch wer Eisen- oder Calciumpräparate nimmt, sollte verzichten.

Gesundheits-Plus: Reich an Carotinoiden (Vorstufe von Vitamin A}, an Vitamin C und E, Kalium und dem Spurenelement Jod.

Einkaufs- Tipp: Achten Sie auf junge, zarte Blätter. Durch Lagerung gehen nicht nur Aroma und Festigkeit, sondern auch ein Teil des Nährwerts verloren.

Waschen Sie die Blätter nur kurz, aber gründlich im kalten Wasserbad ab.

Ganz normal: Beim Kochen verliert Sauerampfer seine Farbe, der feine säuerliche Geschmack bleibt aber erhalten.

Aufbewahrung: Maximal vier Tage im Gemüsefach des Kühlschranks. Mit Folie vor dem Austrocknen schützen.

Schwertlilie (Iris germanica)

Die Wurzel der Schwertlilie wirkt harntreibend und abführend. In getrocknetem Zustand ist sie in einer ganzen Reihe von Präparaten enthalten. Ihr scharfer Wirkstoff beeinflußt Wunden in günstiger Weise.

Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Man nennt ihn auch Prieslauch oder Pankokenkraut (Pfannkuchenkraut)

In der alten Volksmedizin wurde der Schnittlauch ebenso angewandt wie der Knoblauch und die Zwiebel; doch wurde vor einem übermäßigen Gebrauch gewarnt, da man daran sterben könne. Die Sage erzählt, dass der römische Ritter Mela, weil er seine Provinzen schlecht verwaltet hatte, zum Kaiser Tiberius befohlen wurde. Deshalb trank er etwa 10 Gramm Prieslauchsaft und starb schmerzlos auf der Stelle! Von Kaiser Nero wird erzählt, dass er an bestimmten Tagen Schnittlauch mit Öl ohne Brot aß, damit seine Stimme einen guten Klang bekäme.

Die röhrenförmigen Blätter treiben aus den kleinen Zwiebeln kräftig empor. Man schneidet sie zum Gebrauch immer wieder herunter und läßt die Pflanze nicht dazu kommen, ihre bläulichroten Doldenblüten zu entfalten, da sie dann an Aroma verliert.

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Die abführenden, Erbrechen erzeugenden und schlaffördernden Eigenschaften der Rinde des Schwarzen Holunders sind seit alters her bekannt. Die Blätter sind sehr wirksam. Sie führen ab, reinigen den Darm und sind harntreibend.

Hippokrates verordnete sie Wassersüchtigen. Nach Wauters kochten flämische Bauern sie in Milch, um damit abzuführen. Manchmal wurden die Blätter in Butter gebacken, oder man verrieb sie mit Honig und gab sie bei Überfüllung der Eingeweide, bei chronischer Nierenentzündung, Harngrieß, Ruhr und chronischen Durchfällen. Die frischen Blätter sind angeblich empfehlenswert als Umschlag gegen schmerzende Hämorrhoiden. Die frischen Blüten führen leicht ab. Getrocknet werden sie als Tee verwendet, um Stuhlverhärtungen zu lösen, zu beruhigen und Schwitzen hervorzurufen. Man benutzte sie auch, um gewisse gegorene Getränke zu würzen und um Süßwein nachzuahmen: Aus den Beeren bereitet man ein Abführmittel.

Storchschnabel

Diese Pflanze wird meist äußerlich angewendet, ist nicht gerade giftig, aber dem Magen nur mit Wein gemischt zuträglich. Angewendet wird sie bei bösen Augenentzündungen, Halsweh, Zahngeschwülste, furchtbare Nervenentzündungen in den Wangen, Füßen, unerträglichen Schmerzen in Magen, Nieren, Aufschwellen der Glieder usw. durch Auflegen von grünem und zerquetschtem Storchschnabel rasch schwinden bei Menschen und bei Vieh. Kann auch das Übel nicht immer behoben werden, so nimmt dieses Kraut öfters doch den größten Schmerz weg

Im dürren Zustand muß es in Wasser aufgeweicht werden. Eigentümlich berühmt ist der Storchschnabel durch die jeder Art trockener und nasser Flechten, Ausschlägen und dergleichen: Hierbei wird das Kraut tüchtig gesotten und als Bad warm benutzt. Bei stärkerem Übel heißt es einen ganzen Monat die Behandlung fortsetzen und täglich 6 bis 8 mal 1 Löffel voll mit Wein gemischt trinken. In der wissenschaftlichen Medizin ist das Kräutlein nicht mehr gebräuchlich.

Strauchpappel (Lavatera arborea)

Es handelt sich um eine schleimhaltige Pflanze, die man wie die Malve und wie Eibisch verwendet (siehe dort

Seerose (Lvympflaea alba)

Einst betrachtete man die Seerose als starkes Mittel gegen die sinnliche Liebe, und man verordnete sie gegen Liebesglut und gegen die Schlaflosigkeit, wie sie durch erotische Vorstellungen bewirkt wird. Man sagte auch, sie veredele die Stimme. Jedenfalls wirkt die Seerose erweichend und lindernd. Das zerstoßene Mark des Wurzelstocks, äußerlich angewendet, wirkt hautrötend.

Schlafmohn (Papaver somniferum)

Jeder weiß, dass das Hauptprodukt aus dieser Pflanze das Opium ist, dessen Eigenschaften heutzutage nur allzu bekannt sind, dessen therapeutische Verwendung gleichwohl sehr wichtig ist. Opium für sich allein oder mit Chininsalzen gemischt ist wirksam bei Delirium, auch bei allen krampfartigen Zuständen. Es setzt die gesamte Sekretion herab, außer dem Schweiß. Darum ist Opium sehr gut geeignet bei Durchfällen und bei Zuckerkrankheit. Die Zahl der Opium enthaltenden Medikamente ist sehr groß.

Safran

macht den Kuchen gehl - gemeint ist gelb - heißt es in einem Kinderreim. Seine Verwendung gibt dem weihnachtlichen Gebäck eine natürlich aussehende, gelbliche Färbung. Verwendet werden die gelben Narbenschenkel des Krokus. In der Volksmedizin verwendet man kleine Mengen gegen Regelstörungen und zur Kräftigung der Gebärmutter.

Schwarz- oder Schlehdorn (Prunella vulgaris)

Aus ihm hat man lange Zeit, besonders in Deutschland, einen dicken Saft bereitet, der viel Gerbsäure und Eiweiß enthielt. Die Früchte, roh genossen, können hartnäckige Verstopfungen bewirken.

Stiefmütterchen (Viola tricolor)

Die Wurzel dient zur Bereitung von Blutreinigungstee. Kindern verabreicht man Aufgüsse aus den Blüten und Blättern bei Hautausschlägen. Auch gegen Durchfall hat ein solcher Aufguß heilsame Wirkung.

Schmerwurz (Tamus communzis)

Diese Pflanze hat giftige Früchte, die schon oft zu Todesfällen geführt haben, weil sie mit Johannisbeeren verwechselt wurden. Die Wurzel findet in der Medizin als harntreibendes Mittel Verwendung. Man benützt sie auch zu Umschlägen bei Hieb- und Quetschwunden, daher heißt sie auch »Kraut der geschlagenen Frauen«.

Sanddorn

Es gibt nur wenige Sträucher; die durch ihre Früchte so bekannt sind wie der Sanddorn (Hippophae rhamnoides), dieser sparrig wachsende Strauch mit den schmalen, silbergrau glänzenden Blättern aus der Familie der Ölweidengewächse. Und das mit Recht, denn nur selten besitzen Früchte einen so hohen Gehalt an Vitamin C wie die Sanddornbeeren; er übersteigt den der Hagebutten und Zitronen z.B. um ein Vielfaches.

Dazu kommen die Vitamine E, F und P, die Vitamine der B-Gruppe und reichlich Provitamin A, außerdem erfrischende Fruchtsäuren, Zucker; Mineralstoffe, Flavonoide und Anthocyane (Pflanzenfarbstoffe). Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Menschen Sanddornzubereitungen, wie sie z. B. in hochwertiger Form von den Reformhäusern angeboten werden, als Vorbeugungsmittel gegen Erkältung, als erfrischendes, heilkräftiges Getränk bei fieberhaften Krankheiten und zur Stärkung des lmmunsystems ganz allgemein kennen und schätzen, ohne den Strauch selbst vielleicht je einmal gesehen zu haben. Allerdings wurde er seit einiger Zeit vermehrt zur Befestigung von Straßenböschungen angepflanzt, so dass die leuchtend gold- bis orangegelben, manchmal auch braunen Scheinfrüchte im Herbst entlang den Straßen immer öfter ins Auge fallen. Sanddorn wächst gewöhnlich strauchartig 1-4 m hoch, manchmal aber auch baumförmig und kann dann eine Höhe bis zu 6 m erreichen. Dunkle, rotbraune Rinde bedeckt die dornig auslaufenden Äste, das grünweiße, zum Kern hin braun geflammte Holz ist hart und glatt und wurde deshalb für Drechslerarbeiten sehr geschätzt, aber auch zum Blaufärben genutzt.

Die schmalen, weidenähnlichen graugrünen Blätter sind auf ihrer Unterseite dicht mit silbrigweißen Härchen besetzt, was ihnen ein silbrigweißes Aussehen verleiht. Durch sie besitzen die Blätter die Fähigkeit, die Luftfeuchtigkeit zu halten und die Sonnenstrahlen zu reflektieren, denn der Sanddorn ist ein besonders lichthungriges Gewächs und sehr empfindlich gegen Wassermangel.

Sein Verbreitungsgebiet ist Europa, wo er noch bis zum 67. Grad nördlicher Breite (Polarkreis) anzutreffen ist, aber auch Vorder- und Ostasien.

In Deutschland kommt er wildwachsend an der Nord- und Ostsee vor, ebenso an Seen und Flüssen, von der Ebene bis zu den Ufern der Alpenflüsse aufsteigend. Heute ist er allerdings schon so selten geworden, dass er unter Naturschutz gestellt wurde, lediglich die Beeren dürfen gepflückt werden.

Große Ansprüche an den Nährstoffgehalt des Bodens stellt der Sanddorn nicht, er liebt kaIkigen Kies oder Sand ohne jeglichen Mutterboden. Die an seinen Wurzeln lebenden Knöllchenbakterien sammeln den nötigen Stickstoff aus der Luft, ähnlich wie die Leguminosen, was sich auch allgemein bodenverbessernd und positiv auf das Wachstum anderer im Umkreis wachsender Pflanzen auswirkt.

Sanddornbüsche sind zweihäusig, die unscheinbaren, einzelnstehenden weiblichen Blüten und der rotleuchtende Fruchtbehang sind also nur an bestimmten Sträuchern zu finden. Die männlichen Pflanzen tragen achselständig Kätzchenblüten, sie erscheinen manchmal vor, meist mit dem Laubaustrieb; der Wind übernimmt die Bestäubung. August bis September ist die Reifezeit der erbsengroßen, saftreichen Scheinfrüchte, die ein nußartiges Gebilde einschließen und noch lange am Strauch hängen bleiben; größere Vögel, aber auch Finken fressen sie gern.

Möchte man selber Beeren ernten, bemerkt man recht schnell, welche Probleme das Pflücken bereitet; nicht nur die dornigen Äste, sondern vor allem auch die auf ganz kurzen Stielen sitzenden und bei Berührung leicht platzenden Früchte lassen das Vorhaben zu einem äußerst schwierigen Unterfangen werden. Am einfachsten ist es noch, die Äste vorsichtig, da sie leicht brechen, mit einer Schnur herunterzuziehen und die Beeren dann mit der Schere samt den Stielchen abzuschneiden.

Durch den hohen Gehalt an Vitamin C und Fruchtsäuren ist die rohe Frucht äußerst sauer und unvermischt kaum zu genießen, ideal ist sie aber als Beigabe zu süßen Früchten, und sie läßt sich sehr gut zu Saft, Marmelade oder Mus verarbeiten. Süßen sollte man, um den gesundheitlichen Wert nicht zu mindern, mit Honig oder Fruchtzucker.

Solche Zubereitungen sind nicht nur in Zeiten erhöhter lnfektionsgefahr wertvoll, sondern ganz allgemein gegen Vitamin-Mangelerscheinungen; Appetitmangel, Konzentrationsstörungen, Bleichsucht, allgemeine körperliche Schwäche und ähnliches lassen sich positiv damit beeinflussen.

Möchte man Sanddorn im eigenen Garten pflanzen, sollte das möglichst auf dem endgültigen Standort geschehen, späteres Verpflanzen hat meistens Blühunwilligkeit zur Folge. Auch muß man natürlich darauf achten, männliche und weibliche Sträucher zusammenzupflanzen.

Um Sanddorn im eigenen Garten ernten zu können, muß daher schon genügend Platz zur Verfügung stehen, zudem er auch sehr empfindlich gegen jeglichen Rückschnitt ist; ein Verkahlen des Strauches bis zum langsamen Absterben ist dann nicht ungewöhnlich. Im übrigen blüht und fruchtet er am vorjährigen Holz. Jeder Schnitt würde auch eine starke Verminderung des Ernteertrages nach sich ziehen.

Am geeigneten Platz aber setzt der Strauch das ganze Jahr über; auch ohne Beerenschmuck, durch seinen recht südländischen Habitus sehr dekorative Akzente; oder man pflanzt ihn als freiwachsende, fast undurchdringliche Hecke, sehr zur Freude der brütenden Vogelwelt.

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