Die Geschichte von Atlantis
Unser Wissen über "Atlantis" basiert auf einem zwanzigseitigen Text des griechischen Philosophen Platon. Eberhard Zangger stellte als Erster die These auf, Atlantis sei mit Troja identisch - und löste damit eine Kontroverse aus, die bis heute andauert. Mehr...

Ansichten der Experten
Was sagen Experten zu Zanggers These, die Geschichte von Atlantis sei eine auf ägyptischen Quellen beruhende Beschreibung von Troja und den Ereignissen zur Zeit des Trojanischen Krieges? Meinungen und Reaktionen aus aller Welt. Mehr...



Rekonstruktion von Platons Atlantis



Die Geschichte von Atlantis

Die Geschichte von Atlantis ist eine auf ägyptischen Quellen beruhende Beschreibung von Troja und den Ereignissen zur Zeit des Trojanischen Krieges. Vier falsch übersetzte Wörter genügten, den Text so weit zu verzerren, dass er fast 2500 Jahre lang nicht plausibel zugeordnet werden konnte.

Unser Wissen über „Atlantis“ basiert nur auf einer einzigen Quelle – einem zwanzigseitigen Text des griechischen Philosophen Platon. Platon beschreibt die Herkunft und Überlieferung der Geschichte aus ägyptischen Quellen. Alle Angaben, die Platon über den Text macht, sind glaubwürdig und plausibel. Platon selbst scheint den wahren Charakter der Geschichte jedoch erst erkannt zu haben, als er ihre Niederschrift mitten im Satz abbrach.

Die Gleichstellung von Atlantis und Troja erfolgte weltweit zum ersten Mal im Buch "Atlantis - Eine Legende wird entziffert" von Eberhard Zangger, das 1992 gleichzeitig in Deutschland, den USA, Grossbritannien und Japan erschien.

Der Name "Atlantik" kommt von Atlantis



Warum ist die Geschichte nicht frei erfunden?

Platon hat die von ihm erfundenen Parabeln immer deutlich als solche gekennzeichnet. Bei der Geschichte von Atlantis sagt er hingegen ausdrücklich, dass sie nicht erfunden, sondern „in jeder Hinsicht“ wahr sei.

Platon untermauert diesen Anspruch, indem er sich auf zahlreiche Autoritäten bezieht, darunter Solon, der «weiseste der sieben Weisen», die Göttinnen Athene und Neith, der Bruderstaat Ägypten, der verehrte König Amasis und dessen ehrwürdige Priester.

Der Bericht befindet sich in einem Lehrbuch über Astronomie, Physiologie und Urgeschichte. Als frei erfundene Parabel könnte er nicht unpassender platziert sein.

Atlantis ähnelt überhaupt nicht Platons idealem Staat. Es ist ein von Despoten mit Gewalt beherrschtes, urtümliches Reich mit vielen «barbarischen» Bräuchen.

Die Geschichte ist viel zu lang, um als Anschauungsbeispiel hilfreich zu sein.

Sie ist mit zu vielen belanglosen Details gespickt, die von Platons eigentlichem Anliegen ablenken.

Sie ist voller Widersprüche und Ungereimtheiten.

Platon hätte die Gültigkeit seines Modells vom idealen Staat nur anhand eines historischen Beispiels verdeutlichen können und nicht mit Hilfe einer fiktiven Geschichte.

Der Bericht bricht mitten im Satz ab. Platon gab sogar die Arbeit an der gesamten Trilogie – seinem wohl ehrgeizigsten Werk – auf. Ein erfundenes Gleichnis hätte ideal in Platons Konzept passen müssen und keinen Anlass zum Abbruch geben dürfen.



Ziele der Identifikation

Die Identifikation soll aufzeigen, dass Platons Beschreibung von Atlantis auch als Schilderung einer spätbronzezeitlichen ägäischen Kultur aufgefasst werden könnte. Das eigentliche Ziel sind die Erkenntnisse, die entstehen, wenn Wissenschaftler diesem Ansatz folgen – und sei es nur temporär als Gedankenexperiment.

Sie soll dazu führen, dass die Ebene von Troja mit anderen Augen betrachtet wird – nicht als ein seit Menschengedenken brachliegendes Sumpfland, sondern als Ort der möglichen Hafenanlagen und Aussenbezirke der bronzezeitlichen Metropole.

Sie soll zeigen, dass sich in Westkleinasien bronzezeitliche Kulturen befanden, die grössere Aufmerksamkeit verdienen.



Trojanischer Krieg

Welche Ähnlichkeiten hatten der Trojanische Krieg und der Krieg zwischen Griechenland und Atlantis?

In beiden Fällen bildeten die einzelnen Königreiche in Griechenland ein vereintes Heer.

Laut Homer zogen 1186 griechische Schiffe in den Trojanischen Krieg – laut Platon verfügte Atlantis über 1200 Schiffe.

Die Kontingente und Waffen sind identisch (Bogenschützen, Speerwerfer, Diskuswerfer, Streitwagen, Bronzewaffen, Schilde).

Die entscheidende Schlacht fand beide Male in Übersee statt.

In einer langen Zeit der Belagerung kam es zu Seuchen und Verrat.

In beiden Fällen errang Griechenland den Sieg.

Nachdem sich die griechischen Streitkräfte zurückgezogen hatten, ereigneten sich in Griechenland Erdbeben und Überschwemmungen.



Wie findet sich ein historischer Zusammenhang?

Platon beschreibt zwei Kulturen, die im Krieg miteinander lagen. Eine davon war Atlantis, die andere Griechenland.

Der Schlüssel zur Lokalisierung von Atlantis liegt in der Schilderung der griechischen Kultur, die gegen Atlantis in den Krieg zog.

Bronzewaffen – wie sie im Atlantisbericht erwähnt werden – waren zwischen 3000 und 1200 v. Chr. gebräuchlich.

Streitwagen waren zwischen 1700 und 1200 v. Chr. im Mittelmeerraum verbreitet.

Schrift gab es auf dem griechischen Festland nur im 13. Jh. v. Chr.

Bogenschützen, Stein- und Speerwerfer mit Schilden sind wie alle zuvor genannten Eigenschaften charakteristisch für die mykenische Zeit.

Wie es im Atlantisbericht beschrieben wird, war die griechische Gesellschaft damals in Priester, Handwerker, Hirten, Jäger und Bauernstände eingeteilt.

Diese Epoche (Spätbronzezeit 1700–1200 v. Chr.) ist bis in die heutige Zeit – wie im Bericht geschildert – als ein „heroisches Zeitalter“ überliefert.



Parallelen Atlantis - Troja

Name „Atlantis“
„Atlantis“ leitet sich vom Titanen Atlas ab und bedeutet so viel wie „Tochter des Atlas“. Dies deutet darauf hin, dass Atlas und seine Tochter die legendäre Stadt „Atlantis“ gegründet haben. Troja: Der Sage nach haben Atlas und seine Tochter Troja erbaut. Aus diesem Grund verwendeten englische Historiker noch bis ins neunzehnte Jahrhundert die Bezeichnung „Atlantians“ für die Trojaner.

Poseidon
Der Schutzpatron von Atlantis war Poseidon. Troja: Poseidon war auch der Schutzpatron von Troja. Als Gott des Meeres und der Pferde – der beiden Wahrzeichen von Troja – wachte er eifersüchtig über das Schicksal seiner Stadt.

Quellen
Ein besonderer Segen für Atlantis war das Vorhandensein zweier Quellen, die eine warm, die andere kalt. Troja: Als einzige Stadt der Antike verfügte Troja über eine heisse und eine kalte Quelle – genau wie Atlantis.

Lage
Atlantis lag an einer engen Wasserstrasse. Hinter dieser Meerenge befand sich ein Ozean („Pontos“), der von einem Kontinent umgeben war. Troja: Troja befindet sich am Eingang zu den Dardanellen, der Meerenge, die zum Schwarzen Meer („Pontos“) führt. Letzteres ist von einem Kontinent umgeben.

Nordwinde
Die fruchtbare Ebene unterhalb von Atlantis der Stadt erstreckte sich nach Süden und war deswegen vor den „Windstössen aus dem Norden“ geschützt. Troja: Troja ist der einzige Ort der Bronzezeit, von dem es heisst, er sei „windig“ gewesen. Homer verwendet dieses Adjektiv häufiger als alle anderen, um die Metropole zu charakterisieren. Noch heute plagen die starken Nordwinde Ausgräber und Besucher der Fundstätte.

Kreisförmige Anordnung
Atlantis war in konzentrischen Ringen um den zentralen Palast- und Tempelbezirk angelegt. Auch die Verteilung der Soldaten erfolgte kreisförmig entsprechend ihrem Status und ihrer Zuverlässigkeit. Troja: Der bereits bekannte innere Bezirk von Troja war kreisförmig aufgebaut. Die königlichen Residenzen der sechsten Stadt – bezeichnenderweise von mehreren Adligen – standen auf ringförmigen Terrassen.

Palast
In Atlantis war die ganze Aussenseite des Tempels mit Silber überzogen, die Zinnen mit Gold. Im Inneren bestand die Decke aus Elfenbein, verziert mit Gold und Messing, die übrigen Mauern, Säulen und Fussböden waren mit Messing bekleidet. Troja: „Am eindrucksvollsten Ort, auf einer Bergklippe, hatte König Priamos seinen opulenten Palast errichtet. Er hiess Ilion und war einer der gewaltigsten und üppigsten Paläste, die es je auf der Welt gegeben hat. Seine Höhe betrug fünfhundert Schritt, das heisst ohne die Türme, von denen es sehr viele gab, die sich so hoch erstreckten, dass es von weitem aussah, als wenn sie in den Himmel reichten. Und in diesem reichen Palast hatte König Priamos die reichsten Säle erstellt, die es damals auf der Welt gab. Darin befand sich sein kostbarer Thron, der Tisch, von dem er ass und an dem er mit seinen Fürsten und Edelmännern Staat hielt. Und alles darum war aus Gold und Silber, aus Edelsteinen und Elfenbein." (Raoul Lefèvre, Sammlungen Trojanischer Geschichten aus dem Jahr 1464)

Politisches System
Die Thronfolge in Atlantis war recht verwickelt. Das jeweils älteste Mitglied der gesamten königlichen Sippe hatte Anrecht auf den Thron. Diesem König stand ein Ältestenrat mit zehn Mitgliedern zur Seite. Troja: Ein Ältestenrat mit zehn Mitgliedern neben dem König ist ein besonderes Charakteristikum der trojanischen Sozialstruktur.

Kanäle und Häfen
Atlantis verfügte über mehrere künstliche Häfen, die durch einen Stichkanal mit dem Meer verbunden waren. Der künstliche Durchstich war hundert Meter breit, dreissig Meter tief und soll sich über einige Kilometer von der Küste bis zur Königsburg erstreckt haben. Troja: Ein Bauwerk, auf das diese Beschreibung passt, ist in der Landschaft von Troja auch heute noch – nach über 3000 Jahren – erkennbar. Es ist hundert Meter breit, dreissig Meter tief und liegt einige Kilometer von der Königburg entfernt direkt am Meer. Vor allem aber führt es direkt zu einem verlandeten Becken.

Orichalkos
Offenbar kam das rätselhafte Orichalkos nur in Atlantis vor. Es war ein Metall, das an vielen Stellen direkt aus dem Boden gefördert wurde, und galt als wertvoller als alles andere ausser Gold. Troja: Im Neugriechischen steht der Begriff Orichalkos auch heute noch für Legierungen aus Zink und Kupfer – Messing also. Strabo beschreibt, wie Messing offenbar nur an einem Ort hergestellt wurde, nämlich in unmittelbarer Nähe von Troja. Vor kurzem liess sich nachweisen, dass Messingartefakte nicht erst in römischer Zeit, wie bisher vermutet, sondern bereits 2000 Jahre früher produziert wurden. Chemische Analysen enthüllten, woher das dabei verwendete Erz stammte: Aus der Troas.

Stierkult
In Atlantis gab es ein höchst urtümliches Stieropferritual, das die Könige abwechselnd alle fünf und sechs Jahre vollzogen. Troja: Nur in Troja konnten bisher Abbildungen dieses bizarren Stierrituals gefunden werden – auf Münzen aus römischer Zeit.

Römische Münze aus Troja mit Stierkult



Ansichten der Experten

„The author’s research is bound to have the same impact on the academic world as Schliemann’s did a century ago. It will set an entire generation of archaeologists to reexamining their reconstruction of the early Aegean world.”
Professor Dr. Curtis Runnels, Boston

“An excellent and impressive piece of scholarship, and a crafty bit of archaeological detective work to boot!”
Dr. Bernard Knapp, Edinburgh

“Exceptionally well informed and readable, as well as exceptionally balanced.”
Professor Dr. Anthony Snodgrass, Cambridge

“This is an ingenious and stimulating hypothesis. The author’s suggestion that Atlantis is Troy is entirely plausible.”
Professor Christopher Mee, Liverpool

“Aside from being novel, Zangger’s analysis of the Atlantis legend is comprehensive, up-to-date and just plain enjoyable to read. More important than a new ‘when?’ and ‘where?’ for Atlantis is his insistence on a holistic approach to the available evidence. What comes across clearly throughout is sheer intellectual enthusiasm, the fun he is having as an historian of both nature and culture in attacking a well-known but notoriously intractable problem.”
Professor Jeremy Rutter, Dartmouth College

“This book is well written… Perfectly sane and well-argued, written by a competent scholar.”
Nature (Professor Lord Colin Renfrew, Cambridge)

“[Zangger’s] archaeological reasoning may make his colleagues think again about the relationship between myth, legend, history, and the interpretation of what can be dug up from the soil.”
The Times (Professor Norman Hammond, Boston)

“Zangger has brought to Bronze Age Aegean archaeology the natural science concept of a unified field theory.”
Journal of Field Archaeology (Professor Daniel Pullen, Talahassee)

“Zangger will certainly set the cat among the professionals. He is a proper scholar in a muddy field, and the topic is one of the archetypes of western literature… He has certainly sent me hotfoot back to the Iliad and especially the Odyssey…”
The Times (Philip Howard)

“Zangger’s approach is impressive in its scope and makes fascinating reading. This book should reawaken the discussion in the many disciplines on which it touches. For both scholars and lay readers.“
Library Journal

“Zangger has the narrative skill of a good mystery writer and the ability to evoke what it was like to be in certain places at certain times, whether in a congested square in Athens or a hill settlement of the Ice Age.”
New York Newsday (Professor Mary Lefkowitz, Wellesley College)

“Zangger has, I believe, done Mediterranean prehistory an enormous service by drawing attention to the potential significance of western Anatolia in the final international phases of the Bronze Age. His comprehensive reconstruction of events is ambitious, imaginative, and provocative. And it is always explicit, engaging, and intellectually stimulating. In reading it, one cannot help but think of dozens of avenues that would warrant further investigation.”
Professor Jack L. Davis, University of Cincinnati



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