Ursachen und Folgen des Jodmangels

Deutschland – West wie Ost, Nord wie Süd – ist ein Jodmangelgebiet. Grund dafür sind die geologischen Vorgänge in der letzten Eiszeit, durch die das Jod weitgehend aus den Böden ausgeschwemmt wurde. Seitdem fehlt Jod in der tierischen und menschlichen Nahrung. Große Teile der Bevölkerung leiden deshalb unter den Folgen des Jodmangels. Hinzu kommt bei der Mehrheit der Verbraucher ein zu geringer Verzehr von jodhaltigen Seefischen und Meerestieren.

Ein langanhaltender Jodmangel führt nach Verbrauch der körperlichen Jodreserven zu gesundheitlichen Problemen, weil die Schilddrüse mit einer eingeschränkten Bildung von Schilddrüsenhormonen reagiert. Das führt zur Schilddrüsenunterfunktion, der Arzt spricht von Hypothyreose. Diese Krankheit hat erhebliche Beeinträchtigungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit zur Folge, u.a. Neigung zu erhöhter Infektanfälligkeit, zu Veränderungen von Haut und Haaren sowie Darmträgheit.


Konzentrationslosigkeit kann die Folge von Jodmangel sein.
ã Arbeitskreis Jodmangel

Mit der Zeit kann sich die Schilddrüse außerdem krankhaft vergrößern. Es entwickelt sich ein Jodmangelkropf, der Arzt spricht von einer Struma. Ein Kropf ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Größere Kröpfe üben Druck auf Speise- und Luftröhre sowie die Blutgefäße im Halsbereich aus. Es kann zu Schluckbeschwerden, Luftnot und Beklemmungsgefühl kommen. Bei länger bestehenden Kröpfen können Veränderungen des Schilddrüsengewebes und die Bildung von Knoten die Folge sein.

  
Ausgeprägter jodmangelbedingter Kropf bei Jugendlichen.
ã Arbeitskreis Jodmangel

Gesundheitliche Risiken des Jodmangels

Periode     Risiko

Implantation
  • Gestörte Fruchtbarkeit bei Mann und Frau
Entwicklung im Mutterleib
  • Endemischer Kretinismus (geistige Störung mit Schwerhörigkeit)
  • Anstieg der Rate von Mißbildungen, Fehl- u. Totgeburten
Neugeborene
  • Neugeborenenkropf
  • Störung der Gehirnreifung, des Wachstums und der geistigen Entwicklung
  • Hördefekte
  • Atemnotsyndrom
  • Mangelhafte Reifung des Skelettsystems (Knochenreifung)
Pubertät
  • Jugendlicher Kropf
  • Störung der Hirnentwicklung mit Lern- und Merkschwierigkeiten
  • gesteigertes Risiko der Arteriosklerose
  • Strukturveränderungen der Schilddrüse
Erwachsene
  • Kropf mit Komplikationen
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Schilddrüsenüberfunktion bei Autonomie
   
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