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Emil Schumacher
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Emil Schumacher. Das Bild als Realität

emil schumacher: 3 / 1992

3 / 1992
1992
Radierung (Aquatinta)


emil schumacher: 5 / 1992

5 / 1992
1992
Radierung (Aquatinta)

Fotos: Nic Tenwiggenhorn und Benjamin Katz
© VG Bild-Kunst, Bonn
Emil Schumacher gehört zu den Begründern einer neuen Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Er gilt als der bedeutendste Vertreter des deutschen Informel, und bis heute hat er jenen Weg einer gegenstandslosen Kunst fortgeführt und weiterentwickelt, in deren Zentrum die Malerei selbst steht. Anhand von Arbeiten aus den Jahren 1984 bis 1992 - Gouachen und Radierungen - wird in der Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen vor allem der aktuelle Aspekt dieses umfangreichen Werks deutlich.

1912 im westfälischen Hagen geboren, besucht Emil Schumacher von 1932 bis 1935 die Kunstgewerbeschule in Dortmund, wo er eine solide handwerkliche Ausbildung als Werbegrafiker erhält. Von 1935 an arbeitet er als freier Maler, ohne sich allerdings an Ausstellungen zu beteiligen. Prägend wird 1937 die Begegnung mit Christian Rohlfs, der zu dieser Zeit unter dem Malverbot der Nationalsozialisten steht. Es folgt, 1939, die Dienstverpflichtung in einem Hagener Rüstungsbetrieb. Wie bei vielen deutschen Künstlern seiner Generation, setzt Schumachers eigentliche künstlerische Entwicklung erst 1945 ein - nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft. Für ihn gilt es damals, wie er selbst formulierte, "von vorn anzufangen", etwas "Neues" und von keiner Tradition Belastetes zu schaffen.

Emil Schumacher löst seine Malerei aus ihren gegenständlichen Bindungen und reduziert sie auf wenige Linien und Farben. Während die schweren, düsteren Linienverläufe der Frühzeit noch an den Expressionismus erinnern, nähern sich die lichterfüllten Farbflächen französischer Malkultur an. Doch setzt sich schon in den 50er Jahren das Bild selbst in seiner Körperlichkeit und Materialität durch.

Schumacher entwickelt in den 50er Jahren eine eigenständige malerische Sprache, in der die Lösung der Farbe aus ihren konventionellen Bindungen im Vordergrund steht. Schumacher definiert sie als Werk an sich; der Vorgang des Malens wird zum Thema der Bilder. Die sublime Behandlung der Oberfläche, das Nebeneinander von Farbfläche und sensibler Binnenzeichnung führt schließlich zu plastischen und reliefartigen Werken, die er "Tastobjekte" nennt und mit denen er die Idealität des zweidimensionalen Bildes durchbricht, den Weg von der Struktur zum Objekt geht. Dabei soll der Entstehungsprozess des Bildes sichtbar bleiben. Damit hebt der Künstler klassische Kategorien für seine Arbeit endgültig auf.

Schumacher findet zu Kompositionen, in denen Farben und Linien eine bis dahin nicht gekannte Freiheit erreichen. Sein Werk setzt sich international durch, und seine Bilder werden in zahlreichen Ausstellungen weltweit präsentiert, so unter anderem auf der documenta 3 und 6 in Kassel und der Internationalen Exhibition in Pittsburgh.

Nicht zuletzt in seinem Spätwerk, das in den für Schumacher besonders charakteristischen Arbeiten auf Papier in dieser Ausstellung vorgestellt wird, entzieht sich der Künstler jeder stilistischen Zuordnung und auch allen modischen Trends. Zu Recht gilt er als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Kunstgeschichte nach 1945.

Zur Ausstellung liegt ein Katalog vor.

Die nächsten Termine

1. März – 20. März 2005
Gebietskunstmuseum "Pawel Maslenikow"
Mogiljow, Weißrussland
In Kooperation mit dem örtlichen Goethe-Institut

24. März – 17. April 2005
Kunstgalerie "Gawriil Waschtschenko"
Gomel, Weißrussland
In Kooperation mit dem örtlichen Goethe-Institut
       
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