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Die Erfurter Domorgeln
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Aktuelle Konzert-Übersicht:www.kirchenmusik-erfurter-dom.de/


3. Internationaler Orgelwettbewerb zu Erfurt - 20. - 30. Juli 2005 -
Weitere Informationen über den 3. Internationalen Orgelwettbewerb zu Erfurt finden Sie ab etwa Mai/Juni 2004 unter:

DomMusikErfurt@nicolaus-family.de / Mail an den künstlerischen Leiter des 3. Int. Orgelwettbewerbs / HOMEPAGE von DOM und SEVERIKIRCHE
Restaurierung des Spieltisches der Severi-Orgel
Orgelwettbewerb 2002:
Sie waren gern hier "Es ist schön, dass Sie noch da sind." Mit diesen Worten trat der Juryvorsitzende Jon Laukvik spätabends vor das treue Publikum des 2. Internationalen Orgelwettbewerbs Domberg-Prediger, nachdem die Jury über eine Stunde beraten hatte. Die Entscheidung machte sich das internationale Gremium also nicht leicht. Und wie beim ersten Erfurter Orgel-Wettbewerb wurde auch diesmal kein erster Preis vergeben, obwohl es in der Jury Stimmen gab, die dies befürworteten, weil das Ansehen des jungen Leistungsvergleiches dadurch keinen Schaden genommen hätte. Domorganist Silvius von Kessel, der die nicht unbedingt leicht zu rezipierenden Werke auswählte, sieht in der Jury-Entscheidung gute Gründe. Bei allen Finalisten mussten allerdings Abstriche gemacht werden. Zudem lagen die zweiten Preisträger eng beieinander. Doch die Interpretationen wiesen insgesamt keine exzellent-einheitliche Qualität auf. Spielte beispielsweise Maria Jürgensen einen ausgezeichneten Messiaen, dann litt die Reger-Fuge über B-A-C-H wegen zu hitziger Temponahme an Ungenauigkeiten. Dieses sind aber ganz normale Dinge bei jungen Interpreten, die auf stilistischer Suche sind, bei denen Literatur und Individualität nicht in vollkommener Harmonie stehen. Zudem sollte nie der Wettbewerbsdruck vergessen werden. Auch nicht bei demjenigen, der beim Internationalen Orgelwettbewerb Domberg-Prediger leer ausging. Zwischen dem Landsmann des Orgelvorsitzenden, dem Norweger Anders Eidsten Dahl, und dem Drittplatzierten gab es schon erhebliche qualitative Unterschiede, die grundsätzlich musikalisch-stilistischer Natur waren. Ein Stück Persönlichkeit muss bei dem 1976 Geborenen noch reifen, der Schüler-Kokon abgestreift werden. Dass beim diesjährigen Wettbewerb alle Preisträger aus Deutschland kommen, bedeutet nicht, dass die Orgelkunst eine deutsche Domäne ist. Bei der Wettbewerbspremiere kamen die vier Preisträger aus vier Ländern. Über den Sonderpreis 2002 für die beste Reger-Interpretation und einen zweiten Preis darf sich Winfried Lichtscheitel freuen, der seit zwei Jahren in Stuttgart bei Professor Bernhard Haas studiert. Ein erster Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" und ein Sonderpreis der Neuen Bachgesellschaft zählen bereits zu Lichtscheitels Künstlerbiografie. Den Sonderpreis für die beste Messiaen-Interpretation sowie einen zweiten Wettbewerbs-Preis nahm Maria Jürgensen (geb. 1976) entgegen. Auch sie kann auf Erfolge beim Magdeburger oder beim Rundfunk-Wettbewerb verweisen. Eine vielseitige Musikerin geht ihren Weg, die bei "Jugend musiziert" einen ersten Preis für die beste Klavierbegleitung errang und im Landesjugend-Jazzorchester Schleswig-Holstein agierte. Elke Völker wurde der dritte Preis zuerkannt. Den Großen und Publikumspreis im Dom zu Speyer 1998 hat sie schon in der Tasche. Und in Paris 1999 gehörte sie ebenfalls zu den Finalisten. Zudem hat die ausgebildete Schulmusikerin, studierte Musikwissenschaftlerin und Germanistin eine ausgeprägte journalistische Ader. Allen Preisträgern herzlichen Glückwunsch. Da aber Preise nicht alles sind, verließen wohl auch die in den Vorrunden Ausgeschiedenen Erfurt mit wichtigen Erfahrungen, denn die Jury führte mit allen, die es wünschten, auswertende, richtungweisende Gespräche. Wenn beim Empfang im Rathaus der die Urkunden Unterzeichnende, Oberbürgermeister Manfred Ruge, und Thüringens (damaliger) Ministerpräsident Bernhard Vogel den nächsten Internationalen Orgelwettbewerb keinesfalls in Frage stellten, so weiß Silvius von Kessel doch genau, dass drei Jahre eine lange Zeit sind. Seiner Meinung nach muss sich der Internationale Orgel-Wettbewerb Domberg-Prediger vor allem sachlich etablieren. Die künstlerische Weichenstellung dafür war erfolgreich. Bürger und Gäste Erfurts zeigten derart großes Interesse, dass einige Teilnehmer erfreut mehr Besucherinteresse als beim Bach-Wettbewerb in Leipzig registrierten. Wichtig zudem: Die Jury-Mitglieder waren von der Stadt und der angenehmen Atmosphäre überaus angetan. Einhellige Meinung deshalb: "Wir sind gern hier gewesen."
Die Gewinner:Elke Völker, Winfried Lichtscheitel und Maria Jürgensen (v.l.n.r.)

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