Facharbeit des Seminarkurses

Von Hjördis Hoffmann

Seminarkurs

"Occitanische Ketzer und Fundamentalisten heute - Ein Vergleich"

G. Louter, F. Dehne, G.Loges

Jahrgangsstufe 12 1999/2000

Hieronymus Bosch

und seine Verbindung zu

den Katharern

Hat Hieronymus Bosch in seinen symbolhaften

Werken das Gedankengut der - zu diesem Zeitpunkt

 schon ausgestorbenen - Katharer vertreten und dargestellt?

Gliederung

I. Einleitung
II. Hauptteil

1. Faktensammlung
1.1. Leben des Hieronymus Bosch
1.2. Werke des Hieronymus Bosch
1.3. Glaubensgrundsätze der Katherer

2. Vorgehensweise
2.1. Heuwagen- Triptychon
2.1.1. Beschreibung
2.1.2. Interpretation
2.2. Der Garten der Lüste
2.2.1. Beschreibung
2.2.2. Interpretation
2.3. Die Versuchungen des heiligen Antonius
2.3.1. Beschreibung
2.3.2. Interpretation
2.4. Der Tod des Geizhalses
2.4.1. Beschreibung
2.4.2. Interpretation

III. Zusammenfassung

Epilog

Literaturliste

 

Bilderverzeichnis

Titelbild: Ausschnitt aus dem Mittelbild "Die Versuchung des Heiligen Antonius": Die Schwarze Messe

 

I. Einleitung

In meiner Seminarkursarbeit wollte ich mich gern mit dem Aspekt "Kunst und Katharer" auseinandersetzen. Auf der Suche nach entsprechender Literatur stieß ich vor einiger Zeit in der Unibibliothek in Tübingen auf ein Buch von Linda Harris, die sich mit diesem Thema beschäftigt.

In diesem Buch "Hieronymus Bosch und die geheime Bildwelt der Katharer", welches unter den Boschforschern Aufsehen erregte, behauptet Linda Harris, Bosch sei ein Anhänger des Katharismus gewesen. Als ich schließlich im Internet eine Zusammenfassung über dieses Buch entdeckte, begann ich mich näher für das Thema zu interessieren und entschied mich, dieses Thema in meiner Seminarkursarbeit zu behandeln.

Linda Harris geht davon aus, dass es zur Zeit Boschs noch immer viele häretische Geheimbünde gab, und dass Hieronymus Bosch ein Mitglied in einem dieser Bünde war. Harris glaubt, dass Bosch ein Künstler war, der sich den Anschein eines gewöhnlichen Gläubigen geben mußte, um seine geheimen Überzeugungen zu verbergen. Sie ist der Meinung, dass  seine Symbolik im Hinblick auf dieses Wissen zu verstehen ist, und dass sich viele Symbole seiner zunächst verwirrenden Darstellungen in ein Gesamtbild einfügen und sich als anti-katholische Symbole offenbaren. Hieronymus Boschs feindselige Haltung gegenüber der Kirche, sowie die dualistischen Ansätze - der Dualismus ist einer der wichtigsten Glaubensgrundsätze bei den Katharern - in seinen Bildern sind für Linda Harris Beweise, dass Bosch ein Häretiker war. [1] Außerdem wird in Boschs Bildern nur eine antikirchliche, keine antichristliche Einstellung deutlich. Daraus schließt Harris, "dass es sich bei Boschs geheimem Glauben um eine Form des Christentums handelte, die von der römisch-katholischen Glaubenslehre deutlich abwich. Bosch war eindeutig ein christlicher Häretiker...". [2]

Die Idee, dass Künstler, die einer bestimmten Glaubensgemeinschaft nahe stehen, dies auch in ihren Werken anderen vermitteln wollen, scheint schlüssig und könnte auch für Boschs Werke zutreffen. Zu Hieronymus Boschs Lebzeiten waren die Katharer zwar größtenteils schon von der katholischen Kirche ausgerottet, doch halte ich es für möglich, dass ihr Gedankengut sich erhielt und immer wieder neue Anhänger fand.

Im folgenden will ich herausfinden, ob die Möglichkeit einer solchen Verbindung zwischen Hieronymus Bosch und den Katharern besteht. Dazu werde ich kurz auf das Leben Hieronymus Boschs eingehen und die Glaubensgrundsätze der Katharer darstellen, um dann in seinen Werken nach möglichen Darstellungen katharischen Gedankenguts suchen. Ich habe mich dafür entschieden, seine mögliche Verbindung zu den Katharern anhand seiner Werken zu untersuchen. Einerseits ist über sein Leben zu wenig überliefert, um daraus Schlüsse auf seine Zugehörigkeit zu einer katharischen Gemeinschaft ziehen zu können. Andererseits lösen Hieronymus Boschs Werke eine große Faszination aus und stecken voller Symbole. Ich will versuchen, diese zu deuten, um herauszufinden, ob sie Anspielungen auf den katharischen Glauben enthalten.

II. Hauptteil

1. Faktensammlung

1.1. Leben des Hieronymus Bosch

Über das Leben des frühniederländischen Malers Hieronymus Bosch, der von ungefähr 1453 bis ungefähr 1516 lebte, ist nur wenig überliefert. Schriftliche Zeugnisse, die über das Leben, menschliche Beziehungen und die geistigen Bestrebungen Hieronymus Boschs Aufschluß geben könnten, sind kaum erhalten. [3]

Sicher ist lediglich, dass er sein Leben, abgesehen von einigen kleinen Reisen, großteils in seiner Heimatstadt s’Hertogenbosch verbrachte, in der seine Familie als eingesessene Malerfamilie bekannt war.

In den Urkunden dieser Stadt wird der Maler mit dem Namen Jheronimus Anthonis-zoon van Aaken (=Jheronimus, Sohn des Anthnois van Aaken) aufgeführt.

Er nahm vermutlich im Hinblick auf seine Auftraggeber die Endsilbe seines Heimatstädchens Bosch als Hauptnamen an.

S`Hertogenbosch war klein, politisch unbedeutend und lag weitab von den niederländischen Kunstzentren. Die Bürger der Stadt waren aber recht wohlhabend, und aufgrund der Tuchindustrie gab es ein reiches kulturelles Leben.

Sicherlich hat die gotische Kathedrale Sint Jan des Städtchens s`Hertogenbosch mit ihren Steinskulpturen, die Dämonen und Teufel darstellen, Hieronymus Bosch in seiner Malweise angeregt. [4]

In s`Hertogenbosch war Bosch ein angesehener Bürger und genoß bereits internationales Ansehen. Er stammte aus einer alteingesessenen Malerfamilie und lebte in einem bürgerlichen, eher gehobenem sozialen Milieu. [5] Mit vierundzwanzig Jahren heiratete er die reiche Patriziertochter Aleyt Goyaert van de Mervenne [6] . Durch diese Heirat kam er in den Besitz von Landgütern und wurde einer der größten Steuerzahler in seiner Stadt. 1486 wurde er Mitglied in der einheimischen Bruderschaft unserer lieben Frau. [7] Dies war eine Gemeinschaft von Adligen, Geistlichen und Bürgern, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, Wohltätigkeit und Volkserziehung auszuüben. Weiterhin wird Bosch die Verbindung mit der Sekte der Adamiten nachgesagt. Diese Sekte verehrte Adam als eine von Sünden freie Gestalt, welche den verdorbenen Menschen des Mittelalters zur Unschuld zurückführen könnte. Das Ziel der Sekte war es, ein Paradies auf Erden zu erschaffen. Sie verband in ihrem Glauben christliche, heidnische und volksreligiöse Vorstellungen. [8]

Seine wichtigsten Auftraggeber waren die Kirche und sein Landesherr Philipp der Schöne, der bei ihm 1504 das Werk "Das Jüngste Gericht" bestellte. [9] Margarete, die Schwester Philipps, und spätere Herrscherin der Niederlande besaß das Werk "Die Versuchungen des Heiligen Antonius."

Nach Boschs Tode wurde der düstere Habsburger Philipp II. von Spanien zu einem großen Sammler seiner Werke, so dass sich in seinem Nachlass viele Werke Boschs befanden, die heute im Museo del Prado in Madrid ausgestellt werden. [10] Seinen großen Gönnern hat es Hieronymus Bosch wahrscheinlich auch zu verdanken, dass er niemals wegen Ketzerei angeklagt oder vor ein Inquisitionsgericht gezerrt wurde, obwohl man seine Werke aufgrund der kirchenkritischen Darstellungen als ketzerisch ansehen konnte. [11]

1.2. Werke des Hieronymus Bosch

Hieronymus Bosch war ein Zeitgenosse Leonardo da Vincis und Giovanni Bellinis, doch es scheint, als ob er von den geistigen Wandlungen der Renaissance weder in Malweise noch in seinen Themen, beeinflusst wurde. [12] In seinen Bildern sind die Vorstellungen und das Weltbild des Mittelalters spürbar, und er war in seiner Malweise eher der niederländischen mittelalterlichen Tradition verbunden. [13]   Betrachtet man seine Gemälde eingehender, fällt es einem schwer, Bosch in irgendeine Epoche einzuordnen.

Während seine Zeitgenossen ikonographisch bei den üblichen Themen des Neuen Testaments blieben, griff Hieronymus Bosch andere Themen auf und formte die Darstellungen um. Seine Bildern waren keine bloße Abbildung der Heilsgeschichte, sondern er lenkte die bisher nur mit dem Jenseits verbundenen Bestrafungen für die Sünden der Menschen auf die Erde herab und verbildlichte sie. [14] Seine Bilder betrachten das Zeitgeschehen oft spöttisch und ironisch, was die wenigsten seiner Zeitgenossen wagten, vor allem bei Themen wie den Mißständen in der Kirche. Hieronymus Bosch machte in direkter Weise auf die Mißstände seiner Zeit aufmerksam. Alle seine Werke waren eine Mischung aus Realismus und Vision. Die phantastische Bildwelt, die er schuf, ist seine eigene Erfindung, und vor ihm gab es auch keinen vergleichbaren Stil. [15] Durch seine ungewöhnliche Darstellungsweise wirft er bis heute Interpretationsprobleme auf, die niemals restlos geklärt werden können.

Seine Gemälde haben meist religiösen Inhalt, sind aber in ihrer Symbolik voller Rätsel, in ihrer Bildsprache unheimlich und scheinbar irrational, so dass es schwierig ist, sie zu deuten. [16] Wahrscheinlich wurde Bosch durch die Zustände seiner Zeit auch in seiner Malweise beeinflusst. "Pest-Epidemien, geistige Konfusion, Hexenwahn, Ketzerverfolgung und soziale Unruhen" waren Ereignisse, die sich sichtlich in Boschs Werken wiederfinden. [17]

Bosch behandelt in seinen Werken immer wieder die gleichen Themen: Tod (thematisiert in der Tischplatte "Die sieben Todsünden und die vier letzten Dinge"), Jüngstes Gericht (es besteht ein Triptychon zu diesem Thema), Himmel (z.B im linken Innenflügel des "Garten der Lüste") und Hölle (z.B. im rechten Innenflügel des "Garten der Lüste"). [18]

Bildthemen wie das Jüngste Gericht, die Versuchungen dieser Welt, oder die Höllenstrafen illustriert Hieronymus Bosch grausam-lustvoll. In seiner Fantasie erfand er Fabelwesen, rätselhafte Figuren, unheimliche, zwitterhafte Geschöpfe, [19] die zum Teil grotesk, aber auch diabolisch oder tragisch wirken. Charakterisierend ist seine Symbolwelt, die er selbst schuf und in jedem seiner Werke bis in die kleinsten Einzelheiten vertiefte. [20]

Auffallend bei den meisten seiner Werke ist die Darstellung mehrerer Bildebenen. Bosch zieht mehrere Horizonte bzw. Bildebenen bis oben, nahe an den Bildrand. Diesen Trick wendet Bosch an, um so auf jeder Ebene eine neue Situation darstellen zu können. Er hat somit nicht nur eine Fläche mit einem weiten Hintergrund zur Verfügung. Ein typisches Beispiel hierfür ist der linke Flügel des Werkes "Das Heuwagen-Triptychon". Bosch stellt vier verschiedene Szenen dar, was nur durch die Aufteilung in drei Bildebenen möglich ist.

Durch die Weite der Landschaft scheint es, als ob Boschs Blickwinkel sehr hoch angesetzt ist. Gleichzeitg malt er aber die Figuren so, als befände man sich mit ihnen auf einer Ebene. [21]

Mit dieser Malweise war Bosch damals ein Vorreiter in der Kunst. Im 16. Jahrhundert galt er als großes Vorbild, und viele Maler versuchten seine Darstellungsweise zu kopieren, so z.B. auch Pieter Bruegel. [22] Danach geriet er in Vergessenheit, bis ihn die Surrealisten im 20. Jahrhundert wiederentdeckten und ihn als ihren wichtigsten Vorläufer ansahen. [23]

1.3. Die Glaubensgrundsätze der Katharer

Die Katharer waren eine religiöse Bewegung des Mittelalters im 11.-14. Jhd., die sich von der katholischen Kirche abspaltete. Ihre größte Ausbreitung  fand sie im 13. Jhd. in Südfrankreich, wobei sie in allen sozialen Schichten ihre Anhänger hatten. Ihr Glauben entsprang dem Manichäismus des 2 . Jahrhundert. Angeregt wurden sie auch durch die balkanischen Bogomilen.

Ein Großteil des heutigen Wissens über die Glaubensgrundsätze der Katharer stammt jedoch aus den Inquisitionsberichten der katholischen Kirche, also aus der Sicht derer, die die Katharer als Ketzer verdammten. [24] Dadurch ergibt sich, dass wir heute nicht mit völliger Sicherheit davon ausgehen können, ob die Katharer wirklich das glaubten, was uns heute überliefert ist. Es gibt nur wenige schriftliche Zeugnisse ihres Wirkens. Die wichtigsten der heute noch vorhandenen Quellen sind theologische Schriften, welche von der Inquisition als Beweisexemplare aufgehoben wurden. Hierzu zählen die Interrogatio Johannes (= die Befragung des Johannes) und Liber de duobis principis - das Buch der zwei Prinzipien. [25]

Sicher ist, dass das Hauptaugenmerk auf der Geschichte des Gottesvolkes und seinem Weg aus der himmlischen Heimat über die Verbannung in die irdische Welt bis zur erneuten und dauerhaften Seeligkeit liegt. Die übrigen theologischen Inhalte wurden um dieses Prinzip angeordnet. So kann man heute mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass dem katharischen Glauben ein Dualismus zu Grunde liegt. [26] Denn die Katharer waren davon überzeugt, dass die Welt sich in der Herrschaft des Satans befand. Sie gehen davon aus, dass der Teufel einige Engel überlistete und diese verführen konnte. Er steckte ihre Seelen nach vollbrachter Tat in menschliche Körper. Solange die Engel den Begierden und Sehnsüchten des Körpers verfallen sind, können sie sich nicht mehr von Satan und ihren damit verbundenen schlechten Verhaltensweisen lösen, und ihre Seelen müssen immer wieder in neue satanische Körper zurückkehren. [27]

Es gab aber keine einheitliche dualistische Lehre innerhalb des Katharismus, sondern zwei Schulen, die radikale und die gemäßigte. Die radikalen Katharer glaubten wie die Katholiken auch an Gott, waren aber nicht der Meinung, dass die Welt Gottes Schöpfung war. Sie setzten vielmehr die Schöpfung mit einem Akt des Bösen gleich, dessen Begründer der Teufel war. Dieser stellte den Gegensatz zu dem guten Gott dar. Sie begründeten ihre Auffassung durch das Alte Testament, weil sie dort den Teufel als Weltschöpfer erkennen, der im völligem Gegensatz zu dem guten Gott im Neuen Testament steht. [28]

Es gab aber auch die Gruppe, die die Idee des gemäßigten Dualismus verfolgte. Sie glaubten zwar auch an das Böse auf der Welt, gingen jedoch davon aus, dass Satan ein verräterischer Engel war, der die Macht auf der irdischen Welt an sich gerissen hatte. Sie glaubten an Gott als den einzigen Schöpfer der Welt, der jedoch die Herrschaft über diese verloren hatte. [29]

Die Unterschiede der beiden Arten des Dualismus waren wahrscheinlich für die tatsächliche Glaubenspraxis der Katharer bedeutungslos. [30] Denn sie sahen alle die Welt als etwas an, von dem man sich dem Seelenheil zuliebe fernhalten sollte. Die gläubigen Katharer, die parfaits, sagten sich deshalb völlig von allem Weltlichen los. Sie nannten sich selbst gute Christen und führten ein Leben in strenger Askese, weil sie dachten, sie könnten dadurch die vom Teufel geschaffene Welt überwinden. Sie vollzogen eine Trennung zwischen Geist und Körper. Sie versuchten sich aber nicht ihrem Körper hinzugeben, da dieser satanisch war und nicht wie ihr Geist göttlich. Sie versuchten sich durch Askese und einen guten Lebenswandel auf ihren Geist zu konzentrieren. Schafften sie das, waren sie dem guten Gott schon ein Stück näher.

Dieses strenge Leben in Askese galt aber nur als Vorschrift für die parfaits. Die Katharer trennten nämlich ihre Gläubigen in zwei Gruppen: die parfaits, oder perfecti (= die Perfeken) und die croyants bzw. credentes. Die Gruppe der parfaits unterlagen strengen Regeln: ihnen waren jegliche irdische Genüsse versagt, sie durften keine tierische Nahrung zu sich nehmen, mußten keusch bleiben, durften keinen Besitz haben, mußten immer die Wahrheit sagen und mußten die katharischen Glaubensgrundsätze vertreten. [31] Deswegen durften die parfaits der Katharer auch keinen körperlichen Kontakt zum anderen Geschlecht haben. Als Zeichen für ihre Loslösung von Satan sollten sie diese Regeln befolgen und so ein ideales, vollkommenes Leben führen. [32]

Die croyants, die einfachen Gläubigen, wurden durch die Zeremonie der convenza in die katharische Gemeinschaft aufgenommen. Diese Zeremonie enthielt die Verpflichtung, die parfaits zu verehren und zu respektieren und ihnen immer zu helfen, wenn danach verlangt wurde. Dies war die wichtigste Regel, der sich ein croyant unterwerfen mußte. Er erhielt dafür die Zusicherung, dass ihm am Sterbebett das consolamentum, die Erlösung der Seele gespendet wird und so seine Seele von der schlechten Welt abgelöst wird. [33] Ein croyant mußte also nicht ein Leben in Askese führen und konnte sich trotzdem seines Seelenheils sicher fühlen. Für ihn galten die Regeln der parfaits nur als moralische Leitlinien. [34]

Weiterhin glaubten die Katharer an Seelenwanderung. Sie dachten, dass die in einem Körper gefangene Seele nach dem Tod zur Strafe wieder in einen anderen gesteckt werde. Ihrer Auffassung nach hörte das erst auf, wenn alle Menschen zum Katharismus bekehrt werden würden. Nur dann könnten sie vom göttlichen Geist befreit werden und müssten nicht mehr auf der satanischen Welt leben. [35] Ihr großes Ziel war es, in den Himmel zu kommen, um dort ohne den Körper leben zu können. Denn auf der teuflischen Welt war das Leben von den Begierden des Körpers abhängig, und gerade das versuchten sie zu vermeiden.

Über die Bedeutung Christi gab es zwei unterschiedliche Meinungen bei den Katharern. Diese zwei gingen beide davon aus, dass Jesus, falls er Gottes Sohn war, nicht in einem menschlichen, satanischem Körper stecken konnte. So glaubte die eine Gruppe der Katharer, dass Jesus zwar Gottes Sohn, aber nicht ein richtiger Mensch war, sondern nur einen Scheinkörper hatte. Die andere Gruppe sah Jesus nur als einfachen Propheten an und nicht als den Erlöser. Nach dem Glauben aller Katharer entsprach die Kreuzigung Jesu nicht dem göttlichen Heilsplan, zu dem sie in der katholischen Kirche erklärt wurde. [36] Denn falls Jesus nur ein Prophet war, ist Jesus als Märtyrer aufzufassen, und im anderen Fall war eine Kreuzigung in einem Scheinkörper kein Leiden und  und somit keine Opferung für alle Menschen. Dieser Glaube  stand natürlich im direkten Widerspruch zu der Lehre der katholischen Kirche.

Doch der katharischen Glaube wies noch andere Unterschiede zu dem katholischen auf. Viele Lehren der Katharer standen im direkten Widerspruch zur Bibel, z. B. die Unsterblichkeit der Seele und die Reinkarnation (Vgl. Prediger 9,5,10; Hesekiel 18,4,20). Natürlich widersprach auch der Dualismus des katharischen Glaubens dem, was die katholische Kirche lehrte, denn er ging davon aus, dass nicht Gott die Welt geschaffen hat, sondern sein Gegenspieler Satan. Auch bei derStellung der Frau im geistlichen Bereich unterschieden sich die Katharer von der katholischen Kirche. Frauen durfte bei den Katharern ebenfalls predigen und die Taufe, also das consolamentum, weitergeben, wenn sie zu den parfaits gehörten. Diese gleichberechtigte Stellung von Frau und Mann war aber nur oberflächlich. Im alltäglichen Leben hatten die weiblichen parfaits eher einen Status inne, der denen der katholischen Nonnen entsprach.

Einen weiteren Unterschied gab es bei der Taufe. Die katholische Kirche führte diese mit Wasser durch. Die Katharer lehnten das ab, weil Wasser etwas Materielles der Welt ist und somit satanisch. Sie führten ihr Consolamentum, das der Taufe entsprach, durch Handauflegen aus. Durch diesen Ritus konnte der göttliche Geist von einem zum anderen übertragen werden.

Der größte Unterschied zur katholischen Kirche stellte der Weg zur Erlösung dar. Denn die Katharer wollten diesen im  unmittelbaren und persönlich erlebten Kontakt mit Gott, Jesus (sofern sie an ihn als Gottes Sohn glaubten) oder dem Heiligen Geist erfahren. Sie brauchten keine Instanz, wie die katholische Kirche und deren Vertreter. Diese waren in ihren Augen nur hinderlich bei dem erstrebten Weg zum Seelenheil. [37]

2. Vorgehensweise

Anhand mehrerer Werke Boschs, die ich als besonders ausdrucksstark und sinnvoll für die Untersuchung empfinde, möchte ich herausfinden, ob sich das Gedankengut der Katharer in ihnen wiederspiegelt. Ich habe hauptsächlich Werke ausgewählt, bei denen Bosch offensichtlich Kritik an der Kirche oder am Verhalten der Menschen übt, da ich hier am ehesten auf Gemeinsamkeiten zwischen Bosch und den Katharern zu stoßen hoffe. Bosch stellt natürlich auch rein katholische Themen wie Jesus am Kreuz oder bei der Dornenkrönung dar. Bei diesen Bildern gehe ich nach einer oberflächlichen Betrachtung aber davon aus,  nicht auf katharisches Gedankengut zu stoßen.

Ich will drei seiner großen Triptychen hier besprechen: Das Heuwagen-Triptychon, Der Garten der Lüste und Die Versuchungen des Heiligen Antonius. Weiterhin will ich auf ein Tafelbild näher eingehen: Der Tod des Geizhalses.

Nun will ich bei der Untersuchung der Werke nach Bereichen forschen, in denen sich das Gedankengut der Katharer mit den Darstellungen Boschs überschneiden könnte. Im Speziellen werde ich versuchen, auf die bereits genannten möglichen Verbindungen von Bosch mit den Katharern einzugehen.

Zum Einen will ich untersuchen, ob das Weltbild der Katharer mit dem der Darstellungen Boschs übereinstimmt, also ob auch er die Welt als Schöpfung Satans, als Hölle darstellt. Hieran schließt sich das Menschenbild, das Bosch in seinen Bilder vermittelt. Denn die Katharer gehen davon aus, dass der Mensch kein gutes Wesen ist, nur seine Seele ist göttlich und rein. Sein Körper ist den "satanischen, weltlichen" Begierden verfallen. Möglicherweise stellt auch Bosch den Menschen so dar.

Weiterhin möchte ich die Bilder auf die Darstellung von katharischen Riten untersuchen. Falls ich solche finde, möchte ich feststellen, ob er sie als ketzerisch oder als verehrungswürdig illustriert. Zudem werde ich nach wichtigen alttestamentlichen Bibelstellen der Katharer suchen, wie z.B. dem Engelsfall.

Außerdem bin ich gespannt, ob ich bei Bosch wichtige Glaubensansätze wie die Reinkarnation finde, die dem katharischen Glauben zugeordnet werden können.

Desweiteren möchte ich der Bedeutung der scharfen Kirchenkritik in Boschs Werken nachgehen. Sie könnte einen weiteren gemeinsamen Punkt darstellen.

Ich gehe davon aus, dass es einige Gemeinsamkeiten geben könnte. Nun will ich bei der Untersuchung der Werke Boschs herausfinden, ob sich meine Annahme, dass eine Verbindung zwischen ihm und den Katharen bestand, bestätigt.

3.1. Das Heuwagen-Triptychon

(Prado, Madrid, Mittelteil: 135 X 100 cm, Seitenflügel: 135 X 45 cm)

3.1.1. Beschreibung des Werkes:

Bosch beschäftigt sich in diesem Triptychon vorrangig mit der Tragödie der Menschheit. Auf dem linken Innenflügel ist der Engelsfalls und die Verteibung von Adam und Eva aus dem Paradies dargestellt. Der Garten Eden ist durch eine dichte, dunkle und schützend wirkende Hecke von der Umgebung abgetrennt. Dieser Teil des Bildes ist in hellen, freundlichen Farben gemalt.

Im Mittelteil des Triptychons, in dem Bosch die Gegenwart darstellt wie er sie sieht, befindet sich ein hochbeladener Heuwagen. Dieser ist umringt von einer Menschenmasse. In dieser befindet sich aber nicht nur das einfache Volk. Auch Papst, Kaiser und Fürsten reiten hinterher. Die Masse versucht, möglichst viel von dem Heu zu erbeuten und geht dabei sehr egoistisch vor. Die Menschen stürmen mit Heugabeln und Leitern auf das Heu zu. Aus Neid, dass ein anderer mehr Heu ergattert, prügeln und stoßen sie sich gegenseitig und verhindern so, dass andere mehr Heu abbekommen als sie selbst.

Im Vordergrund sieht man, wie ein Mann einen anderen mit einem Messer ermordet. Einer wird sogar von der gierigen Menge unter den Heuwagen gestoßen, so daß er von diesem überrollt wird.

Im Gegensatz dazu sitzt auf dem riesigen Heuwagen ein musizierendes Liebespaar. Hinter dem Rücken des Mannes befindet sich ein Engel. Dieser betet kniend und richtet den Blick hoffnungsvoll nach oben, wo Jesus in einer Wolke mit ausgebreiteten Armen steht. Auf der rechten Seite des Paares steht ein Teufelswesen, dessen Nase zu einer Flöte mutiert ist; dieses Wesen scheint die Idylle des Liebespärchen stören zu wollen. Die beiden Musizierenden scheinen weder Engel und Teufel noch den Tumult um sie herum wahrzunehmen. Im Vordergrund, auf einer Art Rampe, plazierte Hieronymus Bosch einige typische Szenen aus seiner Zeit, die die Verdorbenheit der Menschen zeigen: einen Zauberer, Zigeunerinnen, einen Quacksalber, einen trinkenden Prälaten, der seinen Nonnen dabei zusieht, wie sie das Heu in Säcke stopfen.

Im Mittelteil fertigte Bosch ein vollkommene Dreieckskomposition an. An der Spitze des Dreiecks steht Jesu im Himmel, in der Mitte befinden sich die Liebenden auf dem Heu, und die untere Seite des Dreiecks bildet die Masse im Tumult.

Weder das Liebespaar noch die Gierigen, die das Heu zusammenraffen, bemerken, dass sie den Weg zur Hölle beschreiten. Denn unheimliche Gestalten ziehen den Heuwagen: Es sind Dämonen, teufelartige und tierartige Wesen, die den Wagen in Richtung des rechten Innenflügels befördern. Auf diesem erwartet die Menschen die Hölle. Jeder wird in dieser dunklen trostlosen Gegend entsprechend seiner Sünde bestraft: der Fresssüchtige wird von einem Fischwesen verspeist, eine Kröte ersetzt das Geschlechtsteil eines Lüstlings. Am rechten Bildrand, vor der Kulisse einer brennden Stadt, befindet sich ein halbfertig gebauter Turm, den einige, halb tierische, halb menschliche Zwitterwesen vollenden. In diesen unvollendeten, furchterregenden Turm werden die Sünder geführt.

3.1.2. Interpretation

Bosch weist in seinem Heuwagen-Triptychon auf den Verfall der gesamten Gesellschaft hin. Von den Anfängen - der vergeudeten Chance zur Reinheit, einem nicht sündigem Leben, über die tatsächlichen Gegebenheiten bis hin zu den Folgen. Jene werden in dem rechten Außenflügel dargestellt. Ich gehe davon aus, dass der riesige Heuhaufen hier Sinnbild für den vergänglichen, irdischen Mammon ist, dem die gesamte Gesellschaft hinterherrennt. Hieronymus Bosch will die Menschen darauf aufmerksam machen, wohin ihr Verhalten führt. Er verdeutlicht, dass auch das Nichtbeachten der Liebenden oder das Nichteingreifen des Papstes, des Kaisers und der Fürsten eine Sünde ist. Denn sowohl die einen als auch die anderen merken nicht, von wem und wohin der Heuwagen geführt wird. Sie sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt und werden wegen ihres sündigen Verhaltens ins Verderben gestürzt. Bosch übt hier eindeutig Kritik an der Gesellschaft und jedem einzelnen Menschen.

Weiterhin weist Bosch auf die Missstände innerhalb der Kirche hin, wie z.B. den trinkenden Prälaten. Die gesamte Menschheit wird so in die Verdammnis geführt. Bosch zeigt durch seine präzise Darstellung der Dämonen und der Hölle in seinen Werken, wie schrecklich die Hölle ist. Bosch drückt dies durch das Gefolge hinter dem Heuwagen aus.

Der Papst und der Kaiser kümmern sich nicht um ihre Mitmenschen, die sich gegenseitig ermorden und bekämpfen. Sie versuchen die Menschen auch nicht davon abzuhalten, möglichst viel von dem Heu abzukriegen, und sie tun dabei so, als würde sie das alles nichts angehen. Doch auch Weg der weltlichen und kirchlichen Machthaber führt ins Verderben. Bosch macht deutlich, dass sowohl dem Papst als auch dem Kaiser Geld und Macht wichtiger sind als die Menschen, die ihnen anvertraut wurden und die sie durch das Leben geleiten sollten.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen dem Gedankengut der Katharer und dem Heuwagen-Triptychon gibt es in der Darstellung des Engelsfalls aus der biblischen Geschichte, die auf dem linken Innenflügel zu sehen ist.

Für die Katharer ist dieser Engelsfall ein wichtiger Bestandteil ihres Glaubens, denn er erklärt warum die Menschen unter der Herschaft des Satans sind. Im Heuwagen-Triptychon scheinen die Engel, sobald sie aus dem Bereich des Himmels austreten, zu insekten- bzw. teufelsartigen Wesen zu mutieren. Diese  Dämonen könnte man als Sinnbild für das wahre Wesen des Menschen auffassen. In diesem Fall hätte Bosch das Menschenbild aus der Sicht der Katharer verbildlicht, indem er sie wie Dämonen malt. Diese Wesen scheinen auch sogleich von der Welt außerhalb des Paradieses Besitz zu ergeifen, was bedeutet, dass die Welt außerhalb des Paradieses der Macht der Dämonen unterliegt.

Auch die Szenen, die sich im Vordergrund des Mittelteils abspielen und den Betrachter zu einem besseren Leben aufrufen sollen, könnte man mit dem katharischen Gedankengut in Verbindung bringen. Die Menschen, die hier zu sehen sind, wenden sich fast alle dem Betrachter zu und schenken dem Geschehen um den Heuwagen herum keine Aufmerksamkeit. Bosch zeigt, wie verkommen die Gesellschaft ist, in der sich Zauberer, Zigeunerinnen, Wahrsagerinnen und Quacksalber befinden. Die Menschen sind verführbar, beeinflussbar und geben sich dem Spiel und Trunk hin. Sie sind ihren körperlichen Begierden völlig verfallen und achten nicht mehr auf ihr Seelenheil. Das Menschenbild, welches Bosch hier beschreibt, entspricht dem der Katharer. Sie waren ebenso erschüttert über die Zustände in der Gesellschaft und wollten deshalb, dass alle zu ihrem, dem wahren Glauben übertraten, statt sich aus Verdruß an den Praktiken der katholischen Kirche, noch mehr dem Dämonischen zuzuwenden.

Es gibt noch eine weitere Anspielung in dem Triptychon, das auf die Missstände in der Kirche hinzielt. Ein fetter Prälat sitzt in der rechten Ecke des Mittelteils und wendet seine Aufmerksamkeit nur dem vor ihm stehenden Weinkelch zu, während die Nonnen in seiner Nähe Heu in einen Sack stopfen, um diesen für die Kirche zu sichern. Diese Raffgier der katholischen Kirchenmitglieder wurde auch von den Katharern kritisiert. Sie klagten wie Bosch die Verdorbenheit der weltlichen und kirchlichen Institutionen, was bei den damlas herrschenden Zuständen allerdings eine verbreitete Kritik war.

Linda Harris, die von einer Verbindung zwischen Bosch und dem Gedankengut der Katharer ausgeht, sieht in der Darstellung des Liebespaares einen weiteren Hinweis auf den Verfall der Moral. Ihrer Meinung nach hat jeder Mensch - etwa das Liebespaar auf dem Heuwagen - die Chance entweder dem Ruf des Engels oder dem des Teufels zu folgen. Doch alle halten unablässig an den übermäßigen Freuden, unstillbaren Sehnsüchten, unersättlichen Begierden und Gewalttätigkeiten fest - also der Welt des Satans. Die Menschen schenken dem göttlichen Geist, dargestellt in der Gestalt Jesu, keinerlei Aufmerksamkeit. [38]

Diese Annahme kann auch durch die Dreieckskomposition bestätigt werden. Denn oben bei Jesus herrscht völlige Harmonie, die Liebenden in der Mitte befinden sich in der Dissonanz zwischen Teufel und Engel, sie haben noch die Wahl zwischen Gut und Böse, Himmel und Erde, bzw. Hölle, Gott und Satan. Doch für die Menschen die völlig in ihrer Gier gefangen sind, ist es schon zu spät. Sie gehen unaufhaltsam den Weg in die Hölle.

De Tolnay, ein anerkannter Bosch-Forscher aus dem 20. Jahrhundert, fand heraus, dass Bosch wahrscheinlich ein flämisches Sprichwort als Grundlage seines Werkes nahm. Dieses lautet: "Die Welt ist ein Heuhaufen, jeder nimmt davon, war er erraffen kann." [39] Dieser Satz, den Charles De Tolnay als die Anregung Boschs zu diesem Werk herausgefunden hat, macht die Kritik an dem Egoismus der Gesellschaft mehr als deutlich.

3.2. Der Garten der Lüste

(Prado, Madrid; Gesamtgröße: 195 X 202 cm)

3.2.1. Beschreibung

Das Werk Der Garten der Lüste gehört zu Boschs Großen Triptychen und entsprang wahrscheinlich aus seiner mittleren Schaffensperiode, die etwas von 1480 bis 1510 dauerte. [40] Auf den ersten Blick sieht es aus, als ob es ähnlich aufgebaut ist, wie das Heuwagen-Triptychon, welches zeitlich etwas früher datiert wird. Auch Der Garten der Lüste ist auf dem linken Innenflügel eine Paradieslandschaft dargestellt. Der Mittelteil zeigt eine Landschaft in der sich nackte Menschen und Tiere tümmeln. Die Träume aber auch die Verirrungen des Sinnenlebens, werden hier von Bosch veranschaulicht. [41] Im Hintergrund befinden sich phantasieartige, visionäre Bauten und das immer wieder auftauchende Symbol der Frucht.

Im rechten Innenflügel kreirte Bosch eine Hölle, die wegen der sich darin befindlichen Musikinstrumente, die als Folterinstrumente zu dienen scheinen, auch immer wieder als musikalische Hölle bezeichnet wird.

Der linke Innenflügel ist hauptsächlich in hellen, freundlichen Farben, vorwiegend im Grünbereich, gehalten. Am unteren rechten Rand des Flügels befindet sich ein dunkles Wasserloch, welches der Lebensraum für verschiedene Tiere ist: Phantasiewesen, aber auch normale Tiere, wie Vögel oder eine Raubkatze die ihre Beute im Maul umherträgt. Dahinter plazierte Bosch die Szene der Erschaffung Evas. Gott hält Eva, welche ihm halb aufgerichtet zur Linken steht, am Handgelenk, als wolle er ihren Puls fühlen. Adam sitzt zur Rechten und blickt Eva neugierig und erwartungsvoll an. Im Hintergrund befindet sich ein See mit einem Brunnen. Allerlei Arten von Kriechtieren bewegen sich in Richtung Ufer. Der Brunnen in der Mitte des Sees wirkt filigran und ist wie in gleißendes Licht getaucht. Die dargestellte Szene wirkt nahezu vollkommen, so wie man sich gemeinhin das Paradies vorstellt. Doch auch hier gibt es schon ein Vorahnung auf die Unbeständigkeit der Paradiesidylle. Am rechten Bildrand befindet sich der Baum der Erkenntnis um den sich schon die Schlange windet. Ganz nahe des Horizonts steht  ein seltsamer Felsbau, durch dessen Höhlungen und Durchbrüchen ein Schwarm Vögel hindurchfliegt. Der Schwarm Vögel, der durch die Öffnungen dieses Gebäudes fliegt, verschwindet hinten im blauen Dunst, kehrt jedoch von dort wieder zurück und fliegt wieder in das Gebäude hinein.  So scheint ein reger Kreislauf zu entstehen. Die Landschaft strahlt Ruhe aus und auch die Tiere scheinen in Einklang mit der Natur zu leben.

Der Mittelteil, der in den Farben und der Lage des Horizonts, dem Teil der Paradiesdarstellung ähnelt, ist sehr viel unruhiger und lebhafter gestaltet. Hier tobt das Leben: der Garten ist überfüllt mit nackten Menschengrüppchen, die sich sich alle in Bewegung befinden. Am Rande des Horizonts befindet sich ein See, aus dem vier Flußläufe entspringen, die in die vier Himmelsrichtungen fließen. Jeder dieser Flußläufe ist durch ein Phantasiegebäude gekennzeichnet. Carl Linfert sieht jene Bauten als Ursprung und Ausgangsort für das gesamte Geschehen im Mittelbild.

"Ausgestreckt und statiös zugleich werden lauter Projekte aus Schale, Glas und hartgewordener, kristallisierter Pflanzlichkeit vor uns aufgebaut. Es sind denkmalhafte Türme plastischer Art, zwar jenseits jeder architektonischen Regel, aber diese könnten errichtet werden, nicht erst heute. Das gilt nicht nur von dem exakt kugeligen Haus, aus dem ein Zylinderturm aufsteigt, und von den anmontierten, schwellenden Ovalkörpern, die, wenn nicht Kunststoff nach heutiger Art, so aus dem Inneren eines Leibes stammen könnten. Auch die andern vier sind wie Bauten, kunstvoll gegossen: von den entfernten erscheint der links wie vereistes, nun felsig wirkendes Gewölk, der rechts eher aus rosa-lehmigen Stoff gemacht, und ihm entfahren metallisch spitze Geschoßformen. Von den vorderen ist der rechte eher eine kuglige Bastion, von grau alabastrigen Röhren durchstoßen und mit rindenartigen Dächern gedeckt, der linke aber gleicht einem aus natürlichen Fundstücken errichteten Grabmal." [42]

Nach Carl Linfert kann man hier vielerlei Anspielungen zur Alchemie sehen.  Es scheint als würden die Menschenmassen im vorderen Bereich des Mittelbildes aus diesen Phantasiegebäuden entstammen und hätten sich dort nun  zusammengefunden, um ihr Leben zu führen. In dem Bereich, in dem sich diese visionären Gebäude befinden, läuft am linken Ufer des Sees eine Menge nackter Menschen in das Innere eines Eies.

Von den fünf Phantasiegebäuden ausgehend wird der Blick des Betrachters auf die nächsttiefere Ebene gelenkt. Hier befindet sich wiederum ein See, dieser ist jedoch kreisrund und scheint künstlich angelegt zu sein. Wahrscheinlich soll er einen Jungbrunnen darstellen. In ihm badet eine Schar junger Mädchen, die außerhalb des Sees von einer reitenden Menge Männer fortlaufend umkreist werden. Hier scheint alles in Bewegung zu sein, doch Männer und Frauen sind klar voneinander getrennt. Die Männer auf ihren Reittieren - Tiger, Pahnter und Säue - tragen Fische, Stöcke mit Vögeln und Früchte mit sich und halten diese wie Trophäen in die Luft.

Im unteren Bereich scheint alles außer Kontrolle zu geraten. Männer und Frauen stehen in Grüppchen beeinander und stürzen sich auf riesige Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren und Trauben. Die Pärchen sind zum Teil im Liebesspiel verstrickt. Weiterhin befinden sich auch überdimensoniale, angsteinflößend wirkende Vögel zwischen den Menschen am Ufer des Sees.

Der rechte Innenflügel wirkt allein schon durch die Farbigkeit völlig abgegrenzt gegenüber den zwei anderen Teilen des Triptychons. Bosch beschränkt sich hier vorwiegend im vorderen Bereich auf dunkle, bräunliche Farben, im hinteren bis ins Schwarz gehende Töne. Hier tauchen wieder die für Bosch so typischen Dämonen und unheimlich wirkenden Phantasiegeschöpfe auf.

Im Hintergrund erkennt man brennende Gebäude. Auf einer kleinen Anhöhe im Hintergrund plaziert Bosch ein sonderbares Gebilde  aus zwei Ohren, das mit einem dazwischensteckenden Messer versehen ist. Beim Betrachter weckt es die Assoziation eines männlichen Geschlechtsteils. Dämonen und Menschen krabbeln auf diesem Gebilde herum oder scheinen von ihm erdrückt zu werden.

In einem See davor ragt die faszinierende Gestalt des Baummenschen [43] heraus. Der Rumpf besteht aus einem hohlen, zerbrochenen Ei, in dessem Hohlraum sich dunkle Gestalten versammeln. Alles ruht auf zwei Stämmen, die man sowohl als Beine, als auch als Arme identifizieren kann. Diese wiederum stehen in zwei festgefrorenen Kähnen. Der Kopf des Baummenschen [44] wird von einem Mühlstein  und einem Dudelsack bedeckt, die einen Hut bilden. Vorne befinden sich Musikinstrumente, mit denen Menschen gefoltert werden. So ist z.B. ein Mensch in die Saiten einer Harfe eingespannt. Ein anderer ist an den Hals eines gitarrenähnlichen Instruments festgebunden.

An der rechten Seite des Flügels sitzt auf einem Thron ein Vogel mit Menschenkörper und schiebt sich ganze Menschen in den Schnabel. Die Menschen kommen unten wieder aus dem Vogel heraus, werden durch eine Glaskugel geschoben und landen in einem runden See.

Ganz vorne links wird ein Mann auf einem Tisch aufgespießt. Das Szenario wirkt insgesamt sehr greulich, und die Gesichter der Menschen sind schmerzerfüllt.

3.2.2. Interpretation

In dem Triptychon Der Garten der Lüste bildet Bosch im linken Teil das Paradies , im Mittelteil die körperliche Begierde der Menschen und im rechten Flügel, dem Höllenflügel, die Bestrafung der Menschen für ihre Sünden ab. Hieronymus Bosch geht in diesem seiner Werke wiedereinmal auf die Verdorbenheit der Menschen ein und zeigt die Folgen ihres Tuns.

Den Kreislauf der Vögel im linken Innenflügel könnte man als Symbol für die immer wiederkehrende Seelenwanderung, an die die Katharer glaubten, interpretieren. Die aus dem Gebäude herausfliegenden Vögel könnte man als Symbol für die Geburt jedes Menschen sehen. Wenn sie wieder hineinfliegen, kann man dies als den Tod interpretieren. Doch dieser Schwarm hört nie auf, die Vögel fliegen immer wieder hinein und heraus aus dem Gebäude, welches hier das Leben verkörpert. Der Turm mit den unaufhörlich wegfliegenden und wiederkehrenden Vögeln ist also Sinnbild für Geburt, Tod und Wiederkehr.

Die Menschen sterben nie endgültig, sondern müssen immer weiterleben, weil ihre Seelen immer wieder in neue Körper hineingeboren werden.

Im Mittelteil taucht ein weiteres Mal eine Anspielung auf die Reinkarnation auf. Das Ei ist seit jeher Symbol für die Erzeugung jeglichen Lebens, insbesondere aber des menschlichen. Das Ei, in das eine Menge nackter Menschen hineinläuft. Normalerweise kommen die Erzeugten, aber aus dem Ei heraus. In diesem Fall laufen aber bereits Erzeugte, nämlich die nackten Menschen, in das Ei hinein. Sie werden wieder neu geboren, obwohl sie schon einmal auf der Welt waren. Der Glaube an die Reinkarnation war einer der Grundsätze der Katharer. Durch die Reinkarnation geraten die Menschen in einen Kreislauf von Sünde und Bestrafung. Diesen Kreislauf zu Durchbrechen steht im Vordergrund ihrer Lehre.

Im Mittelteil des Triptychons ist besonders eine Szene im mittleren Bereich auffallend: Die Männer, die auf ihren Reittieren den Frauen im See imponieren wollen. Das Reiten ist hier als ein Symbol für den Geschlechtsakt zu deuten. Besonders deutlich wird dies durch die Tiere auf denen die Männer reiten: Tiger,Panther und Säue sind Symbole der Laszivität. Aber auch die Früchte, Fische, Vögel und Muscheln sind Sinnbilder für das Geschlechtliche oder für die Begierde. Vögel symbolisieren die Unzucht und Schande, Früchte sind das gottlose Symbol geschlechtlicher Lust, die Fische symbolisieren  Wollust, aber auch Angst, da sich die Menschen sehr wohl im Innersten ihres schlechten Verhaltens bewußt sind. Die Muschel ist das Sinnbild des weiblichen Geschlechtsorgans. Bosch verdeutlicht mit diesen uns heute noch bekannten Symbolen das, was die nackten Menschen auf seinem Werk, aber auch im wirklichen Leben begehren. Er kreidet dieses Verlangen an, in dem er die Folgen der körperlichen Begierde im Höllenflügel darstellt.

Bosch zeigt hier die Verdorbenheit der Menschen, deren Sinn des Lebens nur daraus besteht sich gegenseitig zu verführen. Die immer wiederauftauchenden Früchte, wie z.B. Erdbeeren, Kirschen, Blaubeeren sind ebenfalls Symbole für geschlechtliche Lust und Sünde.

Teilweise parodiert er auch die Art und Weise, wie die Menschen versuchen ihre Lust zu befriedigen, so z.B. bei dem Jüngling, der einem anderen Blumen ins Hinterteil einführt. Bosch macht sich über die Menschen lustig, die ausschließlich von der Wolllust befallen sind. Bosch versucht den Betrachter ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, dass man seinen körperlichen Begierden nicht so folgen soll, wie die Dargestellten es tun, weil sonst kein Ende dieses verabscheuungswürdigen Verhaltens absehbar ist. Dieser Aufruf zur Keuschheit entspricht auch dem der Katharer. Sich der Begierde hinzugeben heißt für die Katharer, sich dem Satanischen zuzuwenden, und das ist das Verabscheungswürdigste, was man tun kann. Allerdings wand sich auch die katholische Kirche gegen diese Begierde. In diesem Punkt überschneiden sich die Lehren der Katharer mit denen der katholischen Kirche.

Ein immer wieder auftauchendes Symbol ist auch der Turm. Im linken Flügel des  Triptychons wirkt er futuristisch durch seine Form und Gestaltung, die bräunliche Farbgebung ist aber zurückhaltend. Die Türme in der Mitteltafel hingegen fleischfarben, was die Aussage des Mittelteiles, die verdorbene Lust am  Geschlechtlichen, zusätzlich hervorhebt. Im rechten Teil, dem Höllenflügel sind Türme zu sehen, die abgebrannt sind, nur noch die Ruinen ragen in den dunklen Himmel hinein. Diese Türme könnte man als Sinnbild für das Leben setzen. Im linken Flügel wird die Seelenwanderung, also das unaufhörliche Sein der Seelen auf der satanischen Welt zum Ausdruck gebracht. Im Mittelteil ist nur das Fleischliche, das Geschlechtliche von Bedeutung, im Höllenflügel ist alles vorbei, verbrannt und vergeblich. Die Katharer sahen dies ebenso, sie empfanden die Erde als Hölle.

Im rechten Flügel ist nun die Bestrafung dargestellt. Auch hier arbeitet Bosch wieder mit vielfältigen Symbolen. Der Dudelsack auf dem Kopf des Baummenschen, oder auch das Messer mit den zwei Ohren sind Sinnbilder des  männlichen Geschlechtsteils, doch hier wirken sie bedrohlich im Gegensatz zur Mitteltafel. Ebenso die furchterregend wirkenden Musikinstrumente: die Mandoline, Drehorgel und Harfe, mit denen die Menschen gefoltert werden. Bosch zeigt, wie körperliche Begierde enden kann, nämlich mit der Hölle auf Erden. Die Menschen sollen sich bewußt werden, wohin ein lasterhaftes Leben führt.

Auch De Tolnay behauptet, dass es Boschs Absicht sei "die bösen Folgen des Sinngenusses aufzuzeigen" [45]

Bosch übt in dem gesamten Triptychon Der Garten der Lüste eine sehr eindringliche Kritik am Geschlechtlichen. Diese Kritik übten auch in sehr extremer Weise die Katharer. Den parfaits war jeglicher körperlicher Kontakt zum anderen Geschlecht verboten. Kritik am Geschlechtlichen und an der Sexualität gab es allerdings im gesamten Christentum, so dass auch hier nicht bewiesen ist, dass die Kritik in diesem Bild katharischen Ursprungs ist.

3.3. Die Versuchungen des heiligen Antonius

(Museum, Lissabon; 131,5 X 119 cm)

3.3.1. Beschreibung

Das Triptychon "Die Versuchungen des heiligen Antonius", welches aus Hieronymus Boschs mittlerer Schaffensperiode [46] stammt, unterscheidet sich von den Werken Der Garten der Lüste und Das Heuwagen-Triptychon. Denn dieses Werk erzählt die Legende um das Lebens des heiligen Antonius, der als Begründer des christlichen Mönchstum angesehen wird. [47]

Dieser Eremit lebte um 300 n.Chr. in der ägyptischen Wüste und fiel eines Tages dem Teufel durch seine Frömmigkeit und sein gottgefälliges Leben auf. Dieser ließ Antonius daraufhin von seinen Dämonen solange quälen, bis er am Rande des Todes stand. Nachdem er sich erholt hatte, wurde er erneut von Dämonen überfallen, in die Luft geworfen und dort zum Ergötzen des Teufels gequält. Schließlich erschien sogar Satan persönlich in der Gestalt einer hübschen, jungen, nackten Frau und versuchte Antonius zu verführen. Doch der standhafte Heilige erkannte die wahren Absichten und konnte der Verführung standhalten. [48]

Hieronymus Bosch griff das Thema des standhaften heiligen Antonius auf, bearbeitete die Legende aber freizügig und setzte ihn auf seinem Werk sämtlichen ihm vorstellbaren Verführungen aus. Außergewöhnlich für Bosch ist, dass in diesem Bild nur eine Person, Antonius, diesen Veführungen ausgesetzt ist, und nicht wie in seinen anderen Werken die gesamte Menschheit.

Vom Aufbau unterscheidet es sich ebenfalls stark von den bisher vorgestellten Triptychen. Das Auge des Betrachters wird zwar auch vom linken  Innenflügel über die Mitteltafel zum rechten Innenflügel geleitet, doch die Trennung von Paradies, Erde, und Höllendarstellung tritt hier nicht auf. Vielmehr ist das Bild eine laufende Bildabfolge der Versuchungen des heiligen Antonius. Denn dieser wird immer wieder Verführungen und den Peinigungen der Dämonen ausgesetzt, bleibt aber weiterhin gottesgläubig und der Askese treu.

Weiterhin wendet Bosch in diesem Triptychon einen weiteren Kniff an, den er öfters verwendet: er stellt den heiligen Antonius mehrmals in verschiedenen Situationen dar, auf dem linken Innenflügel sogar zweimal. Einmal wird gezeigt, wie er betend auf dem Rücken eines mehrköpfigen Dämons liegt, der durch die Lüfte fliegt. Um ihn herum bewegen sich seine Peiniger, ein mit einer Sense versehenes amöbenhaftes Getier, ein großmäuliger Fisch, und ein zerissenes Seegelboot, das auf dem Rücken einer Chimäre befestigt ist. Antonius wirkt völlig erschöpft und scheint sich nur durch das Beten am Leben zu erhalten.

Unter ihm liegt eine in hellen, lasierenden Farben gehaltene Landschaft. Sie wirkt ausgestorben, nahezu menschenleer. Die zweite Darstellung des Antonius, die sich im Vordergrund der linken Tafel des Triptychons befindet, zeigt ihn zu einem späteren Zeitpunkt, als er sich von drei anderen Eremiten gestützt über eine kleine Holzbrücke quält. Unter dieser verbildlichten Wiedergabe der Legende sieht man einen Priester, der einer Bisamratte und einem anderen Geschöpf eine Predigt hält.

Im Hintergrund dieser Szene ist seitlich ein Dämon, halb Fisch, halb metallische Konstruktion, mit einem Kirchturm als Aufsatz versehen. Neben diesem kniet ein riesiger nackter Mensch auf allen Vieren, der in ein hügelartiges Haus miteingebaut ist. Er streckt sein nacktes Hinterteil Antonius zu und sein lachendes Gesicht erhebt er zu dem betenden Antonius in der Luft.

Der Mittelteil hebt sich im linken Bereich  durch die dunkle Farbigkeit vom restlichen Triptychon ab. Links im Hintergrund ist eine - in Boschs Werken immer wieder auftauchende - brennende Stadt zu sehen. Sie ist hier ungewöhnlich plaziert, da sie sonst eher im rechten Innenflügel, im Bereich der Hölle, auftaucht.

In der Mitte befindet sich eine schalenförmige Burgruine, nach der Legende die Wohnstätte des heiligen Antonius. In ihrem Inneren kann man Jesus, erkennbar durch den Heiligenschein,  neben dem Kruzifix ausmachen. Aus  der Dunkelheit, die in dem Turm der Ruine herrscht, tritt Jesus jedoch völlig aus dem Mittelpunkt heraus, und der Blick des Betrachters fällt zunächst auf den heiligen Antonius. Dieser kniet links neben dem Eingang der Burgruine und wendet sein Gesicht dem Betrachter zu. Mit der rechten Hand macht er das Segenszeichen und drückt damit  seine Verbundenheit zu Gott aus. Gleichzeitig scheint er dem Betrachter den Segen erteilen zu wollen. Ihm gegenüber sitzen eine Nonne und ein Gelehrter, der einen Turban trägt. Diese zunächst normal erscheinenden Menschen entpuppen sich beim näheren Betrachten als reduzierte Menschen. Der Gelehrte besteht nur aus Kopf, Beinen und Hüftknochen;  bei der Nonne ist nur ihr Oberkörper erkennbar. Sie streckt ihre Hand nach einer Schale mit Wasser aus, die ihr eine, neben Antonius kniende Frau zureicht.

Hinter dieser Frau ist ein Tisch aufgestellt, an dem gerade eine Schwarze Messe abgehalten wird. Eine Schwarze bietet auf einem Tablett einen kleinen Dämon dar, der mit beiden Händen ein Ei in die Höhe streckt. Desweiteren wird ein Kelch umhergereicht. Zu dieser Schwarzen Messe, die sich direkt neben dem knienenden heiligen Antonius abspielt, pilgern mehrere Dämonen und verunstaltete Menschen. Ein schweinsköpfiger Mandolinspieler, der ganz in Schwarz gekleidet ist und eine Eule auf seinem Kopf trägt, trifft auch bei dieser Versammlung ein. Antonius wendet jedoch den Kopf von dieser Szene ab, er scheint sie nicht einmal zur Kenntnis zu nehmen, obwohl hier seine Behausung durch die Schwarze Messe entweiht wird.

Auf dem Eckturm der Burgruine stellt Bosch alttestamentliche Szenen dar. Sie beschreiben alle den Sieg der Kirche über die Ketzerei: "unten ist die Rückkehr der Kundschafter Hebrons mit der Traube Kanaans sichtbar, nach der Armenbibel das Urbild der Taufe. Es ist der Opferung des Schwans vor einem Götzenbild, dem Symbol des Götzendienstes gegenübergestellt.  Das größere Bild oben auf der Säule vereinigt die Vertreibung der Anbeter des Goldenen Kalbes und Moses' Empfang der Gesetzestafeln auf dem Berg Sinai." [49]

Die gesamte Szene der Schwarzen Messe und die Burgruine des heiligen Antonius erscheint wie eine Insel zwischen Brand und Moder. Denn im Vordergrund befindet sich ein dreckiger, modriger Teich mit verschiedenen Dämonen, so z.B ein Mensch, der in das Innere eines Fisches eingesperrt ist.

Am Ufer dieses Teiches, Antonius zugewandt, liest ein  dämonischer Priester mit einem Maulwurfsgesicht aus einem blauen Buch eine Predigt. Es hören ihm zwei Dämonen in dunklen Gewändern zu. Hier wird deutlich, dass dies die Gegenspieler des Antonius sind, doch er lässt sich nicht durch die widerchristlichen Kulthandlungen ablenken. Eine Gruppe von Menschen, am linken Bildrand, die auf tierartigen Gestalten sitzen, scheint auch zu den Schwarzen Messen zu wollen.  Unter ihnen befindet sich  eine alte Frau, die in einem hohlen Baumast steckt und ein leichenblasses Kind in Arm hält.

Hinter dieser Gruppe Menschen steht am linken Rand der Mitteltafel ein Zwiebelturm, der zwar durch einen Übergang mit der Burgruine verbunden ist, aber  halb im Wasser versunken ist. lm oberen Bereich ist ein großes Tuch als Zelt gespannt, und unter diesem sitzen Nonnen und Mönche, die zusammen trinken und essen. 

Der rechte Innenflügel ist von der Farbigkeit ähnlich wie der linke gestaltet. Doch sind hier wesentlich weniger Menschen zu finden. In einem hohlen Baumstamm versteckt sich halb eine junge, nackte hübsche Frau. Bosch hat hier Satan in der Gestalt dieser Frau dargestellt, als diese versucht den heiligen Antonius zu verführen. Dieser Baum ist abgedeckt durch ein rotes Tuch. Eine alte Frau, die sich direkt hinter dem Baum befindet, schüttet einem Dämon aus einem Krug Flüssigkeit in eine Schale hinein.

Antonius, der auf einem Holzstamm sitzt und die Bibel auf den Knien vor sich liegen hat, wendet sich von der Verführerin ab. Sein erschöpfter Blick fällt jedoch schon auf die nächste Verführung: ein gedeckter Tisch, den zwei nackte Männer stützen. Ein Dritter spielt auf einer Trompete, um Antonius herzulocken. Doch Antonius schenkt ihnen wohlweislich keine große Beachtung, denn unter dem Tisch lauern weitere Dämonen.  Er konzentriert sich auf seinen Glauben, lässt nicht ab vom Gebet und widersteht so den Verführungen.

3.3.2. Interpretation

Das große Thema vom Reiche Satans auf dieser Welt greift Bosch in diesem Werk auf. Der heilige Antonius ist allen möglichen Verführungen ausgeliefert. Hier wird einer der Glaubensgrundsätze der Katharer deutlich: Auch sie glauben, dass Satan die Welt beherrscht. Auf diesem Triptychon hat Satan die Macht! Das kann man daran erkennen, dass überall Verführungsversuche und wiederchristliche Handlungen stattfinden. Es treten keine gewöhnlichen Menschen auf, sondern Dämonen in Menschengestalt, deren Inneres Bosch nach außen sichtbar enthüllt hat.

Antonius ist der einzige Mensch, der ein völlig reines Leben führt und sich weder durch die Dämonen noch durch deren Verführungen beeinflussen lässt. Es scheint, als würde alles an ihm vorbeiziehen, als würde er durch seine Versunkenheit in den Glauben an Gott nichts von dem, was um ihn herum vorgeht, wahrnehmen. Bosch stellt hier das Leben eines parfait dar. Auch diese lebten in völliger Askese und ließen sich nicht durch die weltlichen Güter beeinflußen.

Antonius dient im gesamten Bild als Vorbild für jeden Menschen. Denn er hält sich fern von den Verführungen. Bosch könnte hier aber auch gezeigt haben, wie nach dem katharischen Glauben ein guter Christ sein Leben führen soll: in Askese und den weltlichen Verführungen Widerstand leistend.

Bosch macht sich auch in diesem Bild über den Klerus lustig. Er zeigt z. B. einen Kardinal, der unter der Brücke sitzt und dort einer Ratte und einem Dämon eine Predigt hält. Bosch verdeutlicht hier, dass die Predigt keinen Wert hat, wenn sie vor schlechten Menschen gehalten wird.

Bosch kritisiert in einer weiteren Szene die Vertreter der Kirche. Nonnen und Mönche, die bei dem Zwiebelturm zusammensitzen und trinken und essen, kümmern sich in keinster Weise um die Schwarze Messe im Vordergrund. Eigentlich müssten sie entsetzt sein über diese Kulthandlungen, stattdessen sind sie lediglich auf ihr leibliches Wohl bedacht, und obwohl es ihnen verboten ist, sitzen die Nonnen mit den Mönchen zusammen. Das zeigt wiederum, wie wenig sie sich um die Gebote ihres Glaubens und der katholischen Kirche scheren.

Hieronymus Bosch amüsiert sich ein weiteres Mal über eine Nonne, und zwar überdiejenige, die sich das Schälchen von einer der Frauen reichen lässt. Sie nimmt also an der Schwarzen Messe teilnimmt.

Bosch kritsiert hier die Verdorbenheit der Mönche und Nonnen, die eigentlich im Dienste Gottes stehen sollten. Dieses Verhalten wurde zu dieser Zeit von allen Seiten angeprangert, nicht nur von den Katharern. Die damaligen Zustände führten dazu, dass die Verhaltensweisen des Klerus nicht gut geheißen wurden.

Ein weiterer Hinweis, dass dieses Bild katharisches Glaubensgut enthält, sind die alttestamentlichen Szenen auf dem Eckturm der Burgruine. Die Katharer berufen sich in ihren Glaubensgrundsätzen auf das Alte Testament und so könnte man hier die Verbindung ziehen. Bedenkt man jedoch den Inhalt der dargestellten Szenen kommen einem Zweifel, ob dies nicht doch eher eine Darstellung im Sinn des katholischen Glaubens ist. Denn in allen Szenen wird der Sieg des christlichen Glaubens über die Ketzer verbildlicht. Allerdings könnte dies auch eine Anspielung Boschs im Sinne des  katharischen Glauben sein. Die Katharer sahen sich als diejenigen, die den wahren Glauben vertreten und die katholische Kirche als Instituion, die nur noch nach Macht und Geld aus ist. In diesem Fall hätte Bosch hier die Zukunftsvision der Katharer dargestellt: der Sieg ihres Glaubens über die Ketzer, also alle, die nicht  ihre Glaubensgrundsätze teilen. Denn würde dieser Sieg eintreffen, wären alle Menschen gerettet und könnten wieder bei dem guten Gott sein.

Desweiteren ist Jesus auf einem Altarbild sehr unscheinbar dargestellt. Er tritt völlig in den Hintergrund neben dem standhaften Antonius und den Dämonen. Bei den Katharern spielte Jesus keine hervorgehobene Rolle, da sie ihn nicht als Erlöser und Gottes Sohn, sondern nur als einfachen Prophet sahen, oder als Gottes Sohn in einem Scheinkörper. In Hieronymus Boschs kirchenkritischen Bildern tritt Jesus selten auf. Hier ist er so unscheinbar im Dunklen des Turmes plaziert, dass man ihn nahezu übersehen könnte, wäre da nicht der kaum zu erkennende Heiligenschein.

Bosch amüsiert sich auch auf diesem Bild über eine der wichtigsten Geschehnisse innerhalb des katholischen Glaubens: der Geburt Jesu. Gemeint ist die Szene am linken Bildrand der Mitteltafel, bei der eine Gruppe auf seltsamen Tieren zur Schwarzen Messe reitet. Unter ihnen befindet sich die Frau mit dem Kind in einem hohlen Baumast steckend. Man kann diesen Zug als Persiflage auf die drei Weisen sehen. Die Frau mit dem Kind soll Maria und das Jesuskind darstellen, die drei reitenden Gestalten eine Karikatur der drei Weisen. Falls Bosch sich hier wirklich über diese Bibelstelle lustig macht, würde dies bedeuten, dass Bosch kein gläubiger Katholik sein kann, da sich ein solcher sicher nicht über die Geburt Jesu lustig machen würde. Die Katharer glaubten zwar nicht an Jesus als den Erlöser, aber er war für sie trotzdem einer, der den göttlichen Geist in sich trug. Deswegen hätte Bosch sich, falls er dem katharischen Glauben nahe stand, wahrscheinlich auch nicht über diese Szene belustigt.

Im rechten Innenflügel geht Bosch direkt auf die Legende des heiligen Antonius ein, als der Teufel in Gestalt einer Frau den Heiligen verführen will. In dieser Szene, ebenso in jener Szene, in der er zum Essen verführt werden soll, bleibt Antonius  standhaft. Antonius bleibt Gott treu, besonders deutlich wird dies durch die Bibel, die er auf den Knien liegend hat, er widmet sich auschließlich dem Glauben. Diese spürbar für jedermann vor Augen geführte beständige Selbstbeherrschung, des Insichhineinhorchens, des Kampfes um Standhaftigkeit,  des heiligen Antonius liegt ganz im Sinne der Katharer. Sie wollten ihren Gläubigen vermitteln, dass man durch Askese dem guten Gott näher kommt. Diese Beständigkeit vor den Verführungen malte Bosch reichlich aus. So ist auch die Szene, in der er von den Dämonen in der Luft angegriffen wird und sich nur durch das Beten ablenken kann, ein Beweis, dass Antonius Gott treu bleibt. Auch der Mann, der den Teil eines Hauses bildet und Antonius sein nacktes Hinterteil entgegenstreckt, ist als verführerisches Angebot zu verstehen, dem es zu widerstehen gilt.

Doch Antonius verhält sich so wie es sein Glaube ihm vorschreibt. Die Frage ist, ob Bosch hiermit den katharischen oder den katholischen Glauben unterstützen will und die Leute auffordert, diesem zu folgen.

3.4. Der Tod des Geizhalses

(National Gallery of Art, Washington; 93 X 31 cm)

3.4.1. Beschreibung

Das Tafelbild Der Tod des Geizhalses von Bosch ist ein hochformatiges, schmales Bild, das vermutlich einmal als Seitenflügel zu einem Triptychon gehörte. Es ist jedoch nur dieser Flügel erhalten.

Das Bild greift das Thema des Seelenheils jedes Menschen auf, welches immer von der Wahl zwischen Gut und Böse abhängt.

Bosch erschafft hier auf dem schmalen Raum ein tiefes, tonnengewölbtes Zimmer. Im Vordergrund ist eine Art kleiner Absatz dargestellt, der die Raumwirkung vertieft.

In einem Bett, das in der Mitte des Bildes steht, sitzt ein kranker, ausgezehrter Mann mit nacktem Oberkörper. Ein Engel hinter ihm fasst den Mann an der Schulter und weist mit seinem rechten Arm auf das Kruzifix, das hoch oben vor einem kleinen Fenster hängt.  Er versucht die Aufmerksamkeit des Mannes auf dieses Kreuz zu lenken. Doch der wendet sein Gesicht einem kleinen froschartigen Monster zu, das sich auf der linken Seite des Bildes befindet. Das kleine Tier lugt unter dem Vorhang des Baldachins hervor und versucht dem Mann, einen Geldsack anzubieten. Der Mann ist offensichtlich hin- und hergerissen zwischen dem Dämon und dem Engel. Die Tragweite seiner Entscheidung wird jedoch dem Betrachter umso deutlicher, wenn er den durch die Tür hereinschleichenden Tod am linken Bildrand sieht, der seine Pfeilspitze bereits auf den Mann richtet. Viel Zeit bleibt dem Mann also nicht für seine Entscheidung. Der Tod ist ein in Leinen gehülltes Skelett und richtet den Blick auf den Betrachter, so dass man den Eindruck erhält, man selbst könnte der nächste sein, den die Pfeilspitze trifft.

Im Mittelpunkt des Bildes steht eine Truhe, direkt am Fußende des Bettes. In ihr wird das Geld aufbewahrt. Ein Mann, der ganz in grün gekleidet ist und möglicherweise den Sterbenden zu einem früheren Zeitpunkt abbildet, wirft gerade ein Geldstück in den Sack, der von einem kleinen Dämon aufgehalten wird. Die Truhe ist gut gefüllt, sowohl mit Geld als auch mit versiegelten Briefen, vermutlich Pachtverträge und Verschreibungen in Not Geratener. Dies war eine damals übliche Geschäftspraxis, die auch oft von der Kirche ausgeübt wurde. [50]

Der Mann zeigt die gleiche Unentschiedenheit wie der Sterbende. Mit der rechten Hand widmet er sich dem Geld, mit der linken Hand betet er mechanisch den Rosenkranz herunter, und direkt neben ihm hängt der Schlüssel zu der Geldtruhe an seinem Gewand.

Was weder der Sterbende, noch der Mann in dem grünen Gewand wahrnehmen, sind die kleinen Dämonen, die sich unter und neben der Geldtruhe befinden.

Auf dem Baldachin des Bettes sitzt ein weiteres teufelartiges Wesen, welches die gesamte Szene von oben betrachtet.

Auf dem Absatz im Vordergrund des Bildes liegt ein Seidengewand aus dem ein kleiner Dämon aus den Augenwinkel auf den Betrachter blickt. Davor befindet sich ein Hinweis auf den Stand, aus dem der Geizige stammt. Degen, Lanze, Helm und Panzerfaust deuten daraufhin, dass er ein Adliger ist.

3.4.2. Interpretation

Bosch schafft in diesem Werk eine Moralgeschichte: es soll jedem Betrachter als Warnung dienen, sich nicht nur den Freuden des Lebens hinzugeben und den Tod aus den Augen zu verlieren. Der Situation des Mannes, den Bosch hier im Zwiespalt darstellt, soll dies vor Augen führen. Sein Heil hängt von ihm selbst ab, er ist hin und hergerissen zwischen den gegensätzlichen Impulsen des Engels und des mit Geld lockenden Dämons. Das Geld verkörpert in diesem Bild die materielle Habgier des Sterbenden.  Auf seinem Todeslager kann er sich von dieser nicht lösen und bemerkt nicht den Engel, der versucht, ihn auf den rechten Weg zu bringen.

Bosch zeigt hier wie jeden sein eigenes Schicksal einholen kann. Dieser Mensch hat sein ganzes Leben nur Geld angehäuft, betete dabei aber den Rosenkranz. Er war also vordergründig ein gläubiger Katholik.

Bosch kritisiert hier scheinheilige Religiösität. In seinen anderen Bildern wirft er dies oft Vertretern der Kirche vor. Hier gibt er ein Negativbeispiel aus dem Volk. Diese Kritik hier ist eine offensichtliche Kritik am Katholizismus, denn der Rosenkranz ist ein typisches Element des katholischen Glaubens. Bosch spricht hier also direkt die katholische Kirche an und nicht nur einzelene Vertreter. Auch die Katharer kritisierten diese Art der falschen Gläubigkeit, die im Mittelalter üblich war.

In diesem Bild Boschs zeigen sich aber auch satirische Elemente: die Ritterrüstung im Vordergrund ist ein deutlicher Hinweis dafür, dass der Geizige ein Adliger war. Er steht hier stellvertretend für den gesamten Stand und dessen Geiz und Verdorbenheit.

Das Schlechte im Menschen allgemein wird in diesem Bild deutlich. Dieses Menschenbild hat Bosch mit den Katharern gemeinsam, und demtentsprechend stellt er auch immer wieder die Menschen in seinen Bildern dar.

III. Zusammenfassung / Ergebnis

Zusammenfassend ergibt sich aus der Untersuchung der Werke Boschs, dass es nicht einfach ist, Elemente des katharischen Glaubens in Bosch Bildern nachzuweisen. Etliche Denkansätze der Katharer habe ich jedoch aus Boschs Bildern herausgelesen.

Ein dualistischer Ansatz zeigt sich in mehreren der oben besprochenen Bilder. Besonders deutlich  erkennbar ist der Dualsimus und das daraus resultierende Weltbild in dem Werk "Die Versuchungen des Heiligen Antonius". Der Betrachter wird hier spürbar darauf hingewiesen, dass die Welt das Reich Satans ist. Die Welt wimmelt nur so von Dämonen, Teufeln und sonderbaren Gestalten. Aber auch in den anderen Bildern setzt Bosch die Helfer Satans in Szene. Dieser Dualismus ist typisch für den Glauben der Katharer. Er ist einer ihrer wichtigsten Glaubensgrundsätze, und so könnte man den Hinweis der auftretenden dualistischen Weltansicht Boschs als Bestätigung für die Annahme sehen, dass Bosch ein Katharer war.

Dieser Dualismus widerspricht dem katholischen Glauben, da sie Gott als Schöpfer der Erde sehen. Im Mittelalter war jedoch der Aberglaube, das Teufel und Dämonen auf der Welt existieren, in den Köpfen der Menschen verankert, und so könnte Bosch auch nur diesem Volksglauben in seinen Bildern aufzeigen.

Ein weiterer Hinweis ist die Darstellung alttestamentlicher Szenen auf der Säule im Werk "Die Versuchungen des Heiligen Antonius" , da die Katharer sich hauptsächlich auf das Alte Testament stützen und hier Teile des Alten Testament dargestellt werden könnte es sein, das Bosch hier katharisches Glaubensgut darstellt.

In katholisch-religiösen Bilddarstellungen wurden aber ebenso altestamentliche Bibelstellen aufgegriffen, so dass dies kein stichhaltiger Beweis dafür ist, dass Bosch katharisches Gedankengut in seinen Werken  verbreitet.

Die zwei Darstellungen der Reinkarnation im Werk "Der Garten der Lüste" ist auch ein typisch katharischer Glaubensgrundsatz, der im Widerspruch zur katholischen Glauben steht. In den anderen Werken, die ich untersucht habe, konnte ich jedoch keine vergleichbaren Symbole für die Reinkarnation finden. Der dargestellte Turm mit den hinein- und herausfliegenden Vögeln und die in das Ei hineinströmende Menschenmasse läßt sich also nicht eindeutig als Symbol für die Reinkarnation  identifizieren.

Auch der Engelsfall, den Bosch auf dem linken Flügel des "Heuwagen-Triptychons" verbildlicht, ist ein wichtiger Bestandteil des katharischen Glaubens, da er das Reich Satans auf der Erde erklärt. Doch diese Bibelstelle wurde natürlich ebenso von der katholischen Kirche verwendet. Und das Thema des Engelsfalls wurde zur Zeit Boschs auch von anderen Künstlern aufgegriffen. Also ist auch dies kein klarer Beweis, das Bosch hier katharisches Gedankengut abbildete.

Die Darstellung Jesu könnte ein weiterer versteckter Hinweis sein. Denn Jesus nimmt in keinem der hier untersuchten Bilder eine besondere Stellung ein. Bei den Katharern war Jesus, im Gegensatz zum katholischen Glauben, keine besonders wichtige Person. Hier könnte man also die Verbindung von Bosch zu den Katharern ziehen. Bosch hat aber auch Themen wie die Kreutragung oder die Dornenkrönung behandelt, bei denen Jesus im Mittelpunkt steht und so ist dieses Argument nicht stichhaltig.

Bemerkenswert oft belustigt Bosch sich über Mitglieder der Kirche und kritisiert deren Mißstände. Nonnen und Mönche sind meistens die Opfer seiner sarkastischen Anspielungen, doch nicht nur sie, sondern auch Bischöfe, Priester und sogar den Papst nimmt Hieronymus Bosch aufs Korn. Diese Anspielungen auf das fragwürdige Verhalten der Kirchenvertreter tauchen in nahezu jedem Bild auf. Die Mißstände die in der katholischen Kirche zur Zeit Boschs Gang und Gebe waren und die Bosch teilweise sehr amüsant darstellt, waren auch einer der Hauptgründe, warum sich viele Menschen in Südfrankreich zum Katharismus bekannten. Sie sahen die Gegensätzlichkeit zwischen dem, was Priester predigten und dem, wie sich diese selbst verhielten. Die Kritik der Katharer war also sehr berechtigt. Aber auch strenggläubige Katholiken prangerten die gleichen Zustände innerhalb der katholischen Kirche an.

Bosch könnte also ebenso eine Kritiker innerhalb der katholischen Kirche gewesen sein, der nur auf die verheerenden Zustände aufmerksam machen wollte, um so ein Umdenken zu bewirken.

Auffallend ist auch die immer wieder auftauchende Kritik an der Verdorbenheit des Menschen in Boschs Bildern. Im Heuwagen - Triptychon geht Bosch auf die Gier der Menschen nach dem Materiellen ein. Er meint damit alles, wonach die Menschen streben. Diese Gier illustriert Hieronymus Bosch in einer Grausamkeit und Deutlichkeit, dass jedem bewußt wird, wie Bosch den Menschen sieht: als ein Geschöpf, welches durch Habgier, Macht und Besitz gekennzeichnet ist.

"Die Gerechten in Boschs Weltbild sind rar. An positiven Erscheinungen gibt es nur einige Heilige, die sich aus der menschlichen Gesellschaft geflüchtet haben und als Asketen ein kümmerliches Dasein führen, im Kampf mit sich selbst. Alle anderen zeigt Bosch, sind vernichtungswürdig." [51] So beschreibt Heinrich Goertz Boschs Menschenbild. Man kann dies Menschenbild problemlos in Boschs Werken nachweisen, denn seine Menschen werden oft von den grausamen Dämonen bestraft. Sie werden nicht als anständige, christliche und friedliebende Charaktere gezeigt, sondern sie geben sich körperlichen Begierden hin, rauben und ermorden sich gegenseitig.

Im Werk "Der Tod des Geizhalses" geht Bosch noch spezieller auf die Gier der Menschen nach Geld ein. Außerdem verdeutlicht Bosch auch die falsche bzw. scheinheilige Gläubigkeit der Menschen. Im Werk "Der Garten der Lüste"  kritisiert und karikiert Bosch die Sexualität und wie die Menschen mit ihr umgehen.  Bosch zeigt in seinen Bildern aber auch immer die Folgen dieser dem Menschen typischen Verhaltensweisen auf. Die Bestrafungen die er sich ersonnen  hat, lassen jedem bei näherem Betrachten einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Die einzigen Menschen, die Bosch positiv darstellt,  sind Heilige. Sie führen ein Leben, wie die parfaits der Katharer. Vielleicht besteht hierin einer der Hinweise, dass Bosch im Sinne der Katharer die Menschen zu einem besseren Lebenswandel aufrufen wollte.

Auch diese Kritik, die er in den meisten seiner Werken übte, war damals wohl berechtigt. Diese Darstellungen der Menschen in Boschs Bildern entsprechen dem Menschenbild der Katharer. Ob Bosch jedoch wirklich katharische Glaubensansätze vermitteln wollte, ist fraglich. Es könnte auch sein, dass er den Menschen nur einen moralischen Lebenswandel nahelegen wollte.

Im Gesamten lassen sich die meisten Hinweise für Boschs Verbindung zu den Katharern schnell widerlegen. Die Zeit- und Gesellschaftsumstände können bei Bosch eine den Katharern ähnliche Sichtweise hervorgerufen haben. Es wäre zwar möglich, dass Bosch wirklich den Glauben der Katharer teilte und diesen in seinen Bildern zum Ausdruck brachte. Man kann aber heute weder das eine noch das andere mit Sicherheit beweisen. Dies ist auch daran zu erkennen, dass zu Boschs Werken unendlich viele verschiedene Deutungen existieren. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Bosch Symbole verwendete, deren Bedeutung wir heute nur noch erraten können. Die Frucht beispielweise könnte sowohl ein Zeichen für die Sexualität, aber auch für das Leben sein.Jedes seiner Symbole kann immer auf mehrere Arten ausgelegt werden. Denn uns sind heute die Hintergünde und die Symbolik der mittelalterlichen Ikonographie nicht mehr geläufig. Unterlagen von Bosch selbst oder seinen Zeitgenossen fehlen, also ist alles andere meist Spekulation.

Linda Harris Argumente für die Zugehörgigeit Boschs zu einer geheimen häretischen Sekte sind zum Teil sehr nebulös und weit hergeholt. Sie interpretiert alle Werke Boschs vor diesem Hintergrund. Sie hat eine tiefgehende und detaillierte Kenntnis der Gemälde Boschs, doch sie baut ihre Interpretationen auf Boschs angeblicher Verbindung mit den Katharern auf. Linda Harris ist entschlossen, diese Verbindung zu beweisen, und deshalb nimmt sie oft komplizierte interpretatorische Verrenkungen in Kauf, um ihre Theorien mit den Bilddarstellungen in Einklang zu bringen. Außerdem unterstellt sie zum Teil den Katharern der Zeit Boschs einige konstruierte und verwickelte Glaubensinhalte, um damit ihre Interpretationen der Symbolik Boschs zu rechtfertigen. Dabei liegen keinerlei Beweise vor, dass die Katharer tatsächlich derartige Überzeugungen vertraten.

Ich habe den Eindruck, dass Hieronymus Boschs Bilder jeweils in der Weise interpretiert wurden, wie es der jeweilige Autor in sein eigenes Werk miteinbeziehen konnte, um seine Thesen zu bestätigen. Was Bosch wirklich mit seinen Werken ausdrücken und vermitteln wollte, kann heute niemand mehr mit Sicherheit sagen. Vielleicht war  Hieronymus Bosch ein gläubiger Christ, der nur auf die unmittelbaren verheerenden Zustände der katholischen Kirche aufmerksam machen wollte. Oder er versuchte im Auftrag der Kirche mit seinen Dämonen, Teufels- und Höllendarstellungen Greuelpropaganda zu betreiben, um dem Volk Angst und Schrecken einzujagen. Vielleicht war er aber auch wirklich ein Ketzer, der das Gedankengut seiner Sekte heimlich verbreitete. Sicherlich kann man noch viele weitere Vermutungen über die Gesinnung Hieronymus Boschs und die Bedeutung seiner Werke anstellen.

Da ich bei der Interpretation Hieronymus Boschs Bilder jedoch im wesentlichen auf Vermutungen angewiesen bin, lässt sich meiner Meinung nach ein eindeutiges Ergebnis im Rahmen dieser Seminarkursarbeit nicht erzielen.

Epilog

Hieronymus Bosch erzeugt auch heute noch bei den Betrachtern seiner Werke eine Faszination, der man sich kaum  jemand entziehen kann. Denn jeder kann seine Sicht der Welt in die Bilder hineintragen.

Die vielen unterschiedlichen Interpretationsansätze, die zu Boschs Bildern existieren, zeigen wie modern Boschs Werk ist. So sagte schon Oscar Wilde: "Meinungsverschiedenheit über ein Kunstwerk beweist, dass es neu, eigenartig und lebensfähig ist." [52] Und Boschs Werke sind in unserer Zeit, 400 Jahre nachdem sie angefertigt wurden, immer noch oder gerade deswegen lebensfähig. Bedenkt man die Anzahl der wichtigsten Veröffentlichungen über Boschs Werke von 1600 an, so erhält man eine Vielfalt an unterschiedlichen Interpretationen, die gegensätzlicher gar nicht sein könnten. Gerade in den letzten Jahren nahm Bosch wieder an Bedeutung zu, auch im Hinblick auf den kürzlichen Jahrtausendwechsel und der damit verbundenen Weltuntergangsstimmung, die Bosch zu seiner Zeit schon grausam genau illustrierte. Vielleicht ist er aber auch wegen seiner Rätsel, die er uns in jedem seiner Werke stellt, noch heute so interessant.

Viele Interpreten, so auch Linda Harris, stilisieren Bosch zu einem Helden. Sie spricht z.B. von seinem spirituellen Vermächtnis, dass nur durch seine Werke an uns überliefert werden konnte. Andere sehen ihn als jemand, der seiner Zeit sowohl in Malweise als auch  in seinen Darstellungen weit voraus war.

Ähnliche Beobachtungen konnte ich in Südfrankreich bei der Darstellung der Katharer wahrnehmen. Im Rahmen einer einwöchigen Exkursion in das Gebiet der ehemaligen Katharer-Hochburgen suchten wir das Forschungsinstitut der Geschichte der Katharer in Carcassonne auf. M. Gasc, einer der Forscher dieses Instituts, verdeutlichte uns die heutige Stellung der Katharer in der Geschichte des französischen Volkes. In Okzitanien werden sie oft als Urvorfahren gesehen und deshalb zum Teil als Helden wahrgenommen. Die Region und vor allem die kleineren Städte, die von der Geschichte der Katharer erzählen, leben heute vom Tourismus. Viele Menschen fühlen sich durch das Schicksal und vor allem durch ihre Vernichtung  angezogen. Die Kultstätten haben eine ganz besondere Atmosphäre.  Heimische Künstler setzten sich heute auch mit dem Glauben der Katharer auseinander. So vermittelte ein Künstler mit einer Skulptur  seine ganz eigene Sichtweise des katharischen Glaubens. Er stellte in Minerve, einem Dorf, das auch aufgrund der in ihm lebenden Katharer unter dem Kreuzzug zu leiden hatte, eine Steinplatte auf, die die Form einer Taube ausspart. Schaut man durch diese Aussparung hindurch, sieht man den Himmel. Hier hat Katharismus mit Freiheit zu tun, der Blick wird auf das zukünftige Seelenheil im Himmel gerichtet.

Bei unseren Ausflügen auf die alten Katharerburgen Mont Segur, Peypertuse und Las Thur ließ ich mich von der dort herrschenden Atmosphäre inspirieren. Der Geist und die Gesinnung der Katharer scheint  immer noch in den alten Gemäuern zu stecken.

I. Still ist es geworden,
ein Hauch der Erinnerung legt sich nieder,
benetzt die jahrtausendalten Steine
mit der Erinnerung an eine weit entfernte Zeit.
Eine Zeit, in der Menschen verurteilt wurden.
Verurteilt wegen ihrer Einstellung zum Leben.
Verurteilt wegen ihrer Gedanken.
Verurteilt wegen ihrem Glauben.

II. Gespannt auf das, was kommt
In Erwartung auf die Zeit, in die wir eintauchen werden,
kraxelten wir begierig die steilen Hänge hinauf.
Hechelnd vor der Anstrengung,
vom Begehen des Weges,
wie auch von den Spuren der Katharer ergriffen,
wendeten wir uns den Ereignissen dieses besonderen Ortes zu.
Was hat sich hier zugetragen?
Wie viel mußten die Katharer erdulden?
Welchen Qualen waren sie ausgesetzt?
Welche Gedanken bewegten sie in dem Moment der Niederlage?
Oder schweißte der Druck der Feinde sie so sehr zusammen,
daß sie bereit waren, für ihren Glauben in den Tod zu gehen?

III. Tropf, tropf, tropf
ich sehe aus dem Augenwinkeln heraus,
daß sich in der Höhlung,
in der sich einst mein rechtes Auge befand,
eine dickflüssige, tiefrote Masse,
langsam ihren Weg über meine Wange bahnt.
Als ich meine rechte Hand zu meinem Gesicht führe,
nehme ich erst den Schmerz wahr.
Doch es ist nicht nur mein eigener Schmerz,
sondern der Schmerz, der Demütigung aller,
senkt sich auf mich herab.
Der Schmerz all derer,
die den Mut aufbrachten, ihre Überzeugung nicht aufzugeben.
Mir folgten die Verfechter des wahren Glaubens,
die Folter, Erpressung und Verstümmelung standhielten.
Jene, die sich nicht von der Verlogenheit
und Grausamkeit des Papstes einschüchtern ließen.
Wir haben den qualvollen Weg nicht zurückgelegt
und uns ist klar,
daß dies nicht ein Triumph für die Kirche werden darf.
Bürger von Minerve
Boni Christiani
Folgt unseren Taten!
Bleibt standhaft wie wir!
Vertretet das, an was ihr glaubt!
Steht ein für den wahren Geist!

Es wird einem dort direkt am Ort des Geschehens bewußt, wie sehr die Katharer an ihrem wahren Glauben hingen. Sie zogen sich in ihre Burgen zurück und hofften darauf, die Angriffe ihrer Gegner überstehen zu können. Wie sehr mag ihnen wohl die Welt verhasst gewesen sein, wenn sie bereit waren für ihr Seelenheil und ihren Glauben zu sterben? Hieronymus Bosch muss von der Welt und den darauf lebenden Menschen wohl eine ähnlich geringschätzige Meinung gehabt haben, wenn er die Welt so sah, wie er sie malte.

Literatuliste

Linda Harris, Hieronymus Bosch und die geheime Bildwelt der Katharer, Stuttgart, 1996.

Lothar Baier, Die große Ketzerei, Berlin, 1991.

Hieronymus Bosch, Karl Müller Verlag, 1993.

Kammerlohr, Epochen der Kunst, Band 2, Oldenburg Verlag, 1997.

Heinrich Goertz, Hieronymus Bosch, Hamburg, 1985

Lexikon der Kunst

Prof.Dr. Leopold Zahn,Geschichte der Kunst, Bertelsmann Gmbh. (Erscheinungsjahr und Ort nicht im Buch genannt)

Winfried Nerdinger, Perspektiven der Kunst, München, 1990

Eric Newton, Kunstschätze der Welt, München, 1960

Fritz Baumgart, DuMont`s Kleine Kunstgeschichte, Köln, 1972

Schüler Duden Kunst, Mannheim, 1983

Gottfried Lindemann, Die Welt der Malerei, Köln, 1966

Rudolf Broby Johansen, Kunst und Umwelt, Dresden, 1943

Dtv-Lexikon, Band 10, München, 1975

Carl Linfert, Hieronymus Bosch, DuMont- Verlag, Köln, 1997

Charles de Tolnay, Hieronymus Bosch, Das Gesamtwerk, München, 1984

Wendy Beckett, die Geschichte der Malerei, DuMont-Verlag, Köln, 1995

Meisterwerke der Kunst, Chur/Schweiz, 1994

Bert Bilzer, Meisterwerke, Braunschweig, 1976


[1] Vgl. Linda Harris, 1996, Hieronymus Bosch und die geheime Bildwelt der Katharer, Stuttgart, S. 25- 58

[2] Linda Harris, 1996, Hieronymus Bosch und die geheime Bildwelt der Katharer, Stuttgart, S. 45

[3] Vgl. Charles De Tolnay, 1965, Hieronymus Bosch - das Gesamtwerk, Freiburg, S.7

[4] Vgl. Heinrich Goertz, 1985, Hieronymus Bosch, Hamburg, S. 12 f.

[5] Vgl. Isis Verlag AG, 1994, Meisterwerke der Kunst / Malerei von A-Z, Chur/Schweiz, S.76

[6] Vgl. Karl Müller Verlag, 1993, Hieronymus Bosch, S.5

[7] Vgl. Heinrich Goertz, 1985, Hieronymus Bosch, Hamburg, S. 14

[8] Vgl. Isis Verlag AG, 1994, Meisterwerke der Kunst / Malerei von A-Z, Chur/Schweiz, S.76

[9] Vgl. Heinrich Goertz, 1985, Hieronymus Bosch, Hamburg, S.17 / Vgl. Karl Müller Verlag, 1993, Hieronymus Bosch, S.5

[10] Vgl. Prof. Dr. Leopold Zahn, Geschichte der Kunst / Von der Höhlenmalerei bis zum 20. Jahrhundert, Bertelsmann GmbH,  S. 310

[11] Vgl. Kunstzeitschrift PAN, Heft 11, November 1983, S.23

[12] Vgl. Eric Newton, 1960, Kunstschätze der Welt, München, S.140

[13] Vgl. Heinrich Goertz, 1985, Hieronymus Bosch, Hamburg, S. 65

[14] Vgl. Carl Linfert, 1979, Hieronymus Bosch, Köln, S.8 f.

[15] Eric Newton, 1960, Kunstschätze der Welt, München, S.140

[16] Vgl. Oldenburg Verlag, 1997, Kammerlohr, Epochen der Kunst, Band 2, S.236/237

[17] Karl Müller Verlag, 1993, Hieronymus Bosch, S. 5

[18] Vgl. Heinrich Goertz, 1985, Hieronymus Bosch, Hamburg, S. 18

[19] Vgl. Prof. Dr. Leopold Zahn, Geschichte der Kunst - Von der Höhlenmalerei bis zum 20. Jahrhundert, Bertelsmann GMBH, S.359

[20] Vgl. Eric Newton, 1960, Kunstschätze der Welt, München, S. 140

[21] Vgl. Heinrich Goertz, 1985, Hieronymus Bosch, Hamburg, S. 65

[22] Vgl. Prof. Dr. Leopold Zahn, Geschichte der Kunst - Von der Höhlenmalerei bis zum 20. Jahrhundert, Bertelsmann GMBH, S.359

[23] Vgl. Oldenburg Verlag, 1997, Kammerlohr, Epochen der Kunst, Band 2, S.237

[24] Vgl. Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin, S.53

[25] Vgl. Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin, S.54

[26] Vgl. Lexikon des Mittelalters, S.1065 / Theologische Realenzklopädie, Band 18, S.25

[27] Vgl. Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin, S.60

[28] Vgl.Theologische Realenzklopädie, Band 18, S.25

[29] Vgl. Theologische Realenzklopädie, Band 18, S.25

[30] Vgl. Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin, S.69

[31] Vgl. Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin, S. 71 ff.

[32] Vgl. Hans-Georg Deggan, Befreite Seelen, S.92 f.

[33] Vgl. Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin,S. 74

[34] Vgl. Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin, S. 85 f.

[35] Vgl. Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin, S.65/66

[36] Vgl., Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin , S.64

[37] Vgl. 1957-1965, Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 3. Band, Tübingen, S. 1192

[38] Vgl. Linda Harris, 1996, Hieronymus Bosch und die geheime Bildwelt der Katharer, Stuttgart, S. 129

[39] Charles De Tolnay, 1965, Hieronymus Bosch - das Gesamtwerk, Freiburg, S.24

[40] Vgl. Charles de Tolnay, 1965, Hieronymus Bosch, Freiburg, S. 20/ 23

[41] Vgl. Eric Newton, 1960, Die Kunstschätze der Welt, München, S.140

[42] Carl Linfert, 1997, Hieronymus Bosch, DuMont- Verlag, Köln, S. 108

[43]   Kunstzeitschrift PAN, Heft 11, November 1983, S. 10

[44]   Kunstzeitschrift PAN, Heft 11, November 1983, S. 10

[45] Vgl. Charles de Tolnay, 1965, Hieronymus Bosch, Freiburg, S. 31

[46]   Vgl. Charles de Tolnay, 1965, Hieronymus Bosch, Freiburg, S. 27

[47] Vgl. Wendy Beckett, 1995, Die Geschichte der Malerei, Köln, S.72

[48] Vgl. Wolfgang Wintermeier, 1983, Hieronymus Bosch - das phantastische Werk, Gerstenberg Verlag, S. 17

[49] Charles de Tolnay, 1965, Hieronymus Bosch - das Gesamtwrk, Freiburg, S. 28

[50] Vgl. Heinrich Goertz, 1985, Hieronymus Bosch, Hamburg, S. 45

[51] Lothar Baier , 1991, Die große Ketzerei,  Berlin, S. 17

[52] Oscar Wilde, 1966, Das Bildnis des Dorian Gray, Berlin, S. 6