Glaubensbekenntnisse und Lehrstücke

Weitere Lehrstücke und Bekenntnisschriften aus der Tradition der reformierten Kirchen:
|Heidelberger Katechismus (alter Text)|
Die Dordrechter Lehrsätze aus den Niederlanden
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Das Bekenntnis der anglikanischen Kirche
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Die Glaubensbekenntnisse aus der aktuellen reformierten Liturgie

Glaubensbekenntnisse und Lehrstücke

Eine Einführung aus der reformierten Liturgie
In vielen reformierten Gemeinden wird im sonntäglichen Gottesdienst kein Glaubensbekenntnis gesprochen. Das Apostolische Glaubensbekenntnis findet jedoch bei der Taufhandlung Verwendung. Im Kirchenkampf während des »Dritten Reiches« wurde es weithin üblich, das Glaubensbekenntnis gemeinsam laut zu sprechen.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel verbinden die Gottesdienst feiernde Gemeinde mit der Alten Kirche und mit den Schwesterkirchen der Gegenwart. Diese Funktion können neue Formulierungen von Glaubensbekenntnissen nicht wahrnehmen. Sie werden als »Lehrstücke« bezeichnet, da sie in der Regel nicht als die Partikularkirche übergreifendes gemeinsames Bekenntnis der christlichen Kirche in Geltung stehen. Zur Verlesung von Lehrstücken zählt auch das Lesen des Heidelberger Katechismus nach seiner Sonntagseinteilung oder in einer bestimmten thematischen Auswahl, das der Kurpfälzer Kirchenordnung folgend in manchen Gemeinden üblich ist.

Die Reformierte Liturgie bringt außer den beiden altkirchlichen Bekenntnissen ein Stück aus »Fundamenten en Perspektiven van belijden« der Nederlandse Hervormde Kerk, Auszüge aus dem »Statement of Faith« der United Church of Christ in den USA, ein Glaubensbekenntnis der Église unie du Canada, zwei neuere Glaubenszeugnisse aus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, dazu die Theologische Erklärung von Barmen und das Bekenntnis von Belhar 1986 (Südafrika).

Nach reformierter Auffassung gelten alle Bekenntnisformulierungen und Bekenntnisschriften nur unter Vorbehalt: Wenn der Kirche eine neue, schriftgemäße Glaubenserkenntnis geschenkt wird, können sie verändert werden.

Wenn in einem Gottesdienst das Nizänum verwendet wird und orthodoxe Christen und Christinnen beteiligt sind, kann berücksichtigt werden, dass in den Ostkirchen der frühere Text des 3. Artikels gebräuchlich ist. Dort wird von dem Heiligen Geist gesagt: »... der aus dem Vater hervorgeht«. Erst nach dem letzten der sieben ökumenischen Konzile haben die westlichen Kirchen hinzugefügt: »... und dem Sohn« (filioque).

Glaubensbekenntnisse und Lehrstücke

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ältere Fassung

Ich glaube an Gott Vater,

den Allmächtigen,

Schöpfer Himmels und der Erden.
 
 

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

der empfangen ist von dem Heiligen Geist,

geboren aus Maria der Jungfrau,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

abgestiegen zu der Hölle,

am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten,

aufgefahren gen Himmel;

sitzet zu der Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dannen er kommen wird,

zu richten die Lebendigen und die Toten.
 
 

Ich glaube an den Heiligen Geist,

eine heilige allgemeine christliche Kirche,

die Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung des Fleisches

und ein ewiges Leben.

Amen.
 

Ökumenische Fassung

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.
 
 

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.
 
 

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige [allgemeine] christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Amen.

Das Glaubensbekenntnis von

Nizäa-Konstantinopel

Wir glauben an den einen Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

der alles geschaffen hat,

Himmel und Erde,

die sichtbare und die unsichtbare Welt.
 
 

Und an den einen Herrn Jesus Christus,

Gottes eingeborenen Sohn,

aus dem Vater geboren vor aller Zeit:

Gott von Gott, Licht vom Licht,

wahrer Gott vom wahren Gott;

gezeugt, nicht geschaffen;

eines Wesens mit dem Vater:

durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserm Heil

ist er vom Himmel gekommen,

hat Fleisch angenommen

durch den Heiligen Geist

von der Jungfrau Maria

und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,

hat gelitten und ist begraben worden,

ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift

und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters

und wird wiederkommen in Herrlichkeit,

zu richten die Lebenden und die Toten;

seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
 
 

Wir glauben an den Heiligen Geist,

der Herr ist und lebendig macht,

der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,

der mit dem Vater und dem Sohn

angebetet und verherrlicht wird,

der gesprochen hat durch die Propheten,

und die eine, heilige, christliche / allgemeine

und apostolische Kirche.

Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden

und erwarten die Auferstehung der Toten

und das Leben der kommenden Welt.

Amen.
 
 

Die Theologische Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen 1934

Wir bekennen uns angesichts der die Kirche verwüstenden und damit auch die Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche sprengenden Irrtümer der Deutschen Christen und der gegenwärtigen Reichskirchenregierung zu folgenden evangelischen Wahrheiten:

THESEN
1. Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Joh 14,6

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. Joh 10,1.9

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

2. Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. 1Kor 1,30

Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbaren Dienst an seinen Geschöpfen.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.

3. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist. Eph 4,15-16

Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.

4. Jesus Christus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener. Mt 20,25-26

Die verschiedenen mter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen.

5. Fürchtet Gott, ehrt den König. 1Petr 2,17

Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.

6. Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Mt 28,20

Gottes Wort ist nicht gebunden. 2Tim 2,9

Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.

Die Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche erklärt, dass sie in der Anerkennung dieser Wahrheiten und in der Verwerfung dieser Irrtümer die unumgängliche theologische Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes der Bekenntniskirchen sieht. Sie fordert alle, die sich ihrer Erklärung anschließen können, auf, bei ihren kirchenpolitischen Entscheidungen dieser theologischen Erkenntnisse eingedenk zu sein. Sie bittet alle, die es angeht, in die Einheit des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung zurückzukehren.
 
 

Verbum Dei manet in aeternum.

Das Belhar Bekenntnis

1) Wir glauben an den Dreieinigen Gott,

Vater, Sohn und Heiligen Geist,

der durch sein Wort und seinen Geist seine Kirche versammelt, schützt und erhält,

wie er es von Anfang an getan hat und bis zum Ende tun wird.

2) Wir glauben eine heilige allgemeine christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die aus dem ganzen Menschengeschlecht berufen ist.

Wir glauben,

dass das Versöhnungswerk Christi in der Kirche sichtbare Gestalt annimmt als Glaubensgemeinschaft derer, die mit Gott und untereinander versöhnt sind;

dass die Einheit der Kirche Jesu Christi darum Gabe und Aufgabe zugleich ist;

dass sie eine verbindende Kraft ist durch das Wirken des Geistes Gottes, gleichzeitig aber auch eine Wirklichkeit, die gesucht und ernsthaft verfolgt werden muss; eine Aufgabe, für die das Volk Gottes immer wieder bereit gemacht werden muss;

dass diese Einheit sichtbar werden muss, auf dass die Welt glaube;

dass Trennung, Feindschaft und Hass zwischen einzelnen Menschen und zwischen Völkern in Christus bereits überwundene Sünde sind und dass folglich alles, was diese Einheit bedroht, in der Kirche Jesu Christi keinen Platz haben darf, sondern bekämpft werden muß;

dass diese Einheit des Volkes Gottes auf vielfältige Art sichtbare Gestalt annehmen und sich auswirken muss, dadurch dass wir:

uns lieben,

Gemeinschaft miteinander erfahren, einüben und aufrechterhalten,

verpflichtet sind, uns willig und freudig zum Nutzen und zum Segen anderer hinzugeben,

einen Glauben und eine Berufung teilen,

eines Herzens und eines Sinnes sind,

einen Gott und Vater haben,

von einem Geist durchdrungen sind,

mit einer Taufe getauft sind,

von einem Brot essen und aus einem Kelch trinken,

einen Namen bekennen,

einem Herrn gehorsam sind,

für eine Sache eifern,

eine Hoffnung miteinander teilen,

gemeinsam die Höhe und Breite und Tiefe der Liebe

Christi kennenlernen,

gemeinsam an der Gestalt Christi uns ausrichten lassen zu neuen Menschen,

gemeinsam die gegenseitigen Lasten kennen und tragen und so das Gesetz Christi erfüllen,

einander brauchen und einander aufbauen,

einander ermahnen und einander trösten,

miteinander für die Gerechtigkeit leiden,

gemeinsam beten,

gemeinsam Gott in dieser Welt dienen,

gemeinsam gegen alles kämpfen, was diese Einheit zu behindern oder zu bedrohen vermag,

dass diese Einheit ausschließlich in Freiheit und nicht unter Zwang Gestalt annehmen kann;

dass die Vielfalt geistlicher Gaben, Möglichkeiten, Umstände und Überzeugungen wie auch die Vielfalt der Sprachen und Kulturen kraft der in Christus geschehenen Versöhnung Gelegenheit zum gegenseitigen Dienst bieten und eine Bereicherung sind für das eine sichtbare Volk Gottes;

dass wahrer Glaube an Jesus Christus die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft in dieser Kirche ist.

Wir verwerfen darum jede Lehre,

die die natürliche Vielfalt oder die sündhafte Trennung in einer Weise verabsolutiert, dass dadurch die sichtbare undtätigeEinheit der Kirche behindert wird oder zerbricht oder sogar zur Gründung einer separaten Kirche führt;

die vorgibt, dass diese geistliche Einheit durch das Band des Friedens garantiert sei, während gleichzeitig Gläubige desselben Bekenntnisses aufgrund von Verschiedenheit und Unversöhnlichkeit voneinander entfremdet sind;

die nicht wahrhaben will, dass es Sünde ist, wenn die sichtbare Einheit nicht als eine kostbare Gabe angestrebt wird;

die explizit oder implizit behauptet, dass Herkunft oder irgendein anderer menschlicher oder gesellschaftlicher Faktor für die Mitgliedschaft in der Kirche mitbestimmend sei.

3) Wir glauben,

dass Gott seiner Kirche die Botschaft von der Versöhnung in und durch Christus anvertraut hat;

dass die Kirche aufgerufen ist, das Salz der Erde und das Licht der Welt zu sein;

dass die Kirche selig gepriesen wird, weil sie Friedensstifterin ist;

dass die Kirche in Wort und Tat Zeugin ist des neuen Himmels und der neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt;

dass Gott durch sein lebenschaffendes Wort und seinen lebenschaffenden Geist die Macht der Sünde und des Todes und damit auch die Macht der Unversöhnlichkeit und des Hasses, der Bitterkeit und der Feindschaft überwunden hat;

dass Gott durch sein lebenschaffendes Wort und seinen lebenschaffenden Geist sein Volk befähigt, in neuem Gehorsam zu leben und dadurch neue Lebensmöglichkeiten für das Zusammenleben in der ganzen Welt zu eröffnen vermag;

dass diese Botschaft unglaubwürdig und ihre segensvolle Wirkung verhindert wird, wenn sie in einem Land verkündigt wird, das den Anspruch erhebt, christlich zu sein, aber in dem die erzwungene Trennung der Menschen aus rassischen Gründen gegenseitige Entfremdung, Hass und Feindschaft fördert und immer weiter fortsetzt;

dass jede Lehre, die eine solche erzwungene Trennung aus dem Evangelium zu legitimieren versucht und die sich nicht auf den Weg des Gehorsams und der Versöhnung wagt, sondern aus Vorurteil, Furcht, Eigensucht und Unglauben von vornherein die versöhnende Macht des Evangeliums leugnet, Ideologie und Irrlehre ist.

Wir verwerfen darum jede Lehre,

die im Namen des Evangeliums oder des Willens Gottes die erzwungene Trennung von Menschen nach Rasse oder Hautfarbe gutheißt und dadurch von vornherein den Zuspruch und die Erfahrung der Versöhnung in Christus abschwächt und verhindert.

4) Wir glauben,

dass Gott sich selbst als der Eine geoffenbart hat, der Gerechtigkeit und wahren Frieden unter den Menschen herbeiführen will;

dass er in einer Welt voller Ungerechtigkeit und Feindschaft in besonderer Weise der Gott der Notleidenden, der Armen und der Entrechteten ist und dass er seine Kirche aufruft, ihm darin zu folgen;

dass er den Unterdrückten Recht schafft und den Hungrigen Brot gibt;

dass er die Gefangenen befreit und und die Blinden sehend macht;

dass er die Bedrängten unterstützt;

dass er die Fremden beschützt;

dass er den Waisen und Witwen hilft und den Weg der

Gottlosen versperrt;

dass reiner und unbefleckter Gottesdienst für ihn heißt, die Witwen und Waisen in ihrem Leid zu besuchen;

dass er sein Volk anleiten will, Gutes zu tun und nach Recht zu streben;

dass die Kirche darum leidenden und bedürftigen Menschen beistehen muß und darum auch gegen jede Form von Ungerechtigkeit Zeugnis ablegen und streiten soll, damit das Recht ströme wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach;

dass die Kirche als Eigentum Gottes dort stehen muß, wo Gott selbst steht, nämlich an der Seite der Entrechteten, gegen alle Formen der Ungerechtigkeit;

dass die Kirche in der Nachfolge Christi Zeugnis ablegen muß gegen Mächtige und Privilegierte, die selbstsüchtig ihre eigenen Interessen verfolgen und dabei über andere verfügen und sie benachteiligen.

Wir verwerfen darum jede Ideologie,

die Ungerechtigkeit – in welcher Form auch immer – legitimiert;

und wir verwerfen jede Lehre,

die nicht gewillt ist, einer solchen Ideologie vom Evangelium her zu widerstehen.

5) Wir glauben,

dass die Kirche aufgerufen ist – im Gehorsam gegenüber Jesus Christus, ihrem einzigen Herrn – all dies zu bekennen und zu tun, auch wenn die Obrigkeiten und die Gesetze der Menschen sich dagegen stellen und Strafen und Leiden damit verbunden sein sollten.

Jesus ist der Herr.

Dem einen Gott, Vater, Sohn und Heiligem Geist,

sei Ehre und Herrlichkeit in Ewigkeit.

(Amen)

Neuere Glaubenszeugnisse

Wir loben und preisen den Dreieinigen Gott,

unsern Schöpfer, Versöhner und Erlöser,

den Vater, Sohn und Heiligen Geist,

dem es nach dem ewigen Vorsatz seines freien Erbarmens gefallen hat,

eine Welt ins Dasein zu rufen

und sie nicht an Teufel, Sünde und Tod preiszugeben,

vielmehr aus sich selbst den Grund nahm,

sie in ihrer Entfremdung von ihm

mit sich zu versöhnen

und zu seinem Reich neu zu schaffen.

Er, unser König,

der über uns, bei uns und in uns thront, wohnt und wirkt,

um sein Reich aufzurichten,

er ist unser einziger Trost im Leben und im Sterben,

er ist die Freude unserer Gegenwart

und die Hoffnung unserer Zukunft.

Nederlandse Hervormde Kerk
 
 
 
 

Wir glauben an Gott, den ewigen Geist.

Gott wird uns bekannt in Jesus, unserem Bruder,

und Gottes Taten bezeugen wir:

Gott ruft die Welten ins Dasein,

schafft die Menschheit nach göttlichem Bild

und legt uns die Wege des Lebens und des Todes vor.
 
 

Gott sucht in heiliger Liebe

alle Menschen zu erretten von Ziellosigkeit und Sünde.

Gott richtet die ganze Menschheit

und alle Nationen nach jenem Willen der Gerechtigkeit,

der verkündigt wurde durch Propheten und Apostel.

In Jesus Christus, dem Mann aus Nazareth,

unserem gekreuzigten und auferstandenen Herrn,

ist Gott zu uns gekommen

und hat unser aller Los geteilt,

überwindet Sünde und Tod

und versöhnt die ganze Schöpfung mit ihrem Schöpfer.
 
 

Gott verleiht uns den Heiligen Geist,

schafft und erneuert so die Kirche Jesu Christi

und verpflichtet damit im Bund

glaubende Menschen aller Zeiten, Sprachen und Rassen.
 
 

Gott ruft uns in die Kirche,

damit wir das Opfer und die Freude der Nachfolge bejahen,

damit wir Diener sind

im Dienst an der ganzen Menschenfamilie,

damit wir das Evangelium aller Welt verkünden

und den Mächten des Bösen widerstehen,

damit wir teilhaben an Christi Taufe

und an seinem Tisch essen,

damit wir uns ihm in Leid und Sieg verbinden.
 
 

Gott verspricht allen, die dem Evangelium vertrauen,

Vergebung der Sünden und Gnade die Fülle,

Mut im Kampf für Gerechtigkeit und Frieden,

die Gegenwart des Heiligen Geistes

in Anfechtung und Freude

und ewiges Leben in jenem Reich, das kein Ende hat.
 
 

Gott sei Lob und Ehre, Ruhm und Macht.
 
 

United Church of Christ, USA
 

Wir sind nicht allein.

Wir leben in Gottes Welt.

Wir glauben an Gott, der geschaffen hat und noch schafft,

der in Jesus Christus gekommen ist,

das Wort, das Fleisch wurde,

um zu versöhnen und neu zu machen,

der in uns und anderen wirkt durch den Geist.

Wir vertrauen auf Gott.

Wir sind berufen, Kirche zu sein:

Gottes Gegenwart zu feiern,

zu lieben und anderen zu dienen,

Gerechtigkeit zu suchen und dem Bösen zu widerstehen.

Wir verkündigen sein Reich.

Im Leben, im Tod,

nach dem Leben, nach dem Tod

ist Gott mit uns.

Wir sind nicht allein.

Wir glauben an Gott.

Gott sei Dank.

Église unie du Canada

Wir glauben an den einen Gott,

der Himmel und Erde geschaffen hat

und uns Menschen zu seinem Bild.

Er hat Israel erwählt, ihm die Gebote gegeben

und seinen Bund geschlossen zum Segen für die Völker.

Wir glauben an Jesus von Nazareth,

den Nachkommen Davids, den Sohn der Maria,

den Christus Gottes.

Mit ihm kam Gottes Liebe zu allen Menschen,

heilsam, tröstlich und herausfordernd.

Er wurde gekreuzigt unter Pontius Pilatus,

aber Gott hat ihn auferweckt nach seiner Verheißung,

uns zur Rettung und zum Heil.

Wir glauben an den Heiligen Geist,

der in Worten und Zeichen an uns wirkt.

Er führt uns zusammen aus der Vielfalt des Glaubens,

damit Gottes Volk werde aus allen Völkern,

befreit von Schuld und Sünde,

berufen zum Leben in Gerechtigkeit und Frieden.

Mit der ganzen Schöpfung hoffen wir

auf das Kommen des Reiches Gottes.

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

Wir glauben an Gott,

den Ursprung von allem,

was geschaffen ist,

die Quelle des Lebens,

aus der alles fließt,

das Ziel der Schöpfung,

die auf Erlösung hofft.

Wir glauben an Jesus Christus,

den Gesandten der Liebe Gottes,

von Maria geboren.

Ein Mensch, der Kinder segnete,

Frauen und Männer bewegte,

Leben heilte und Grenzen überwand.

Er wurde gekreuzigt.

In seinem Tod

hat Gott die Macht des Bösen gebrochen

und uns zur Liebe befreit.

Mitten unter uns ist er gegenwärtig

und ruft uns auf seinen Weg.

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

© Die "Reformierte Liturgie" - im Auftrag des Moderamens des Reformierten Bundes erarbeitet und herausgegeben von Peter Bukowski Arend Klompmaker Christiane Nolting Alfred Rauhaus Friedrich Thiele © 1999 foedus-verlag, Wuppertal / Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn unbeschadet der Rechte der verschiedenen Lizenzgeber (s. Quellen, S. 627ff) Satz: j.s. Druck und buchbinderische Verarbeitung: Breklumer Druckerei Manfred Siegel KG Printed in Germany ISBN 3-932735-36-6 (foedus-verlag) ISBN 3-7887-1777-7 (Neukirchener Verlag) Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme Reformierte Liturgie : Gebete und Ordnungen für die unter dem Wort versammelte Gemeinde / im Auftr. des Moderamens des Reformierten Bundes erarb. und hrsg. von Peter Bukowski ... - Wuppertal : Foedus, 1999 ISBN 3-932735-36-6 (Foedus-Verl.) ISBN 3-7887-1777-7 (Neukirchener-Verl.)