Textadventures

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Textadventures

Adeste!

Florian Edlbauers "Archiv DEutschSprachiger TExtadventures" enthält kurze Einstufungen und Kommentare zu einer Anzahl von textbasierten Abenteuerspielen (auch bekannt als "Interactive Fiction" oder "IF" beziehungsweise "interaktive Bücher" oder "iBücher" oder "inBücher").

Diese Einstufungen sind persönlich und untechnisch. Persönlich: Sie entsprechen nur meinen subjektiven Wahrnehmungen, und sie folgen keinem festgelegten Schema oder Testablauf. Untechnisch: Ich mache keinerlei Angaben über das Autorensystem oder die Spielbarkeit unter bestimmten Betriebssystemen. Auch wird selbst bei offenem Sourcecode allein die Spielerfahrung bewertet.

Sortiert ist die Sammlung nach den Nachnamen der Autoren.

Oliver Berse, Die längste Reise
Demo-Abenteuer für das Autorensystem Floyd mit nettem Fantasy-Einstieg, das aber schnell in bizarre Szenerie und unlösbare Rätsel übergeht. Völlig unzureichend getestet. Lehnt sich an P.B. Shelleys Sonett Ozymandias an. Der Autor plant, es statt einer Überarbeitung durch ein besseres Spiel zu ersetzen.
Einstufung: mangelhaft.
http://www.ollis-stern.de/floyd.php?text=spiele

Oliver Berse, Nebelmond
Der Hohlbein-ähnliche Titel hat mich erst befremdet, aber trotz etlicher fehlender Verben und Synonyme ist dies das beste Spiel des Grand Prix 2003: Klare Spielziele zu jeder Zeit, ein sauber an Szenen hochgezogener Plot, faire Rätsel, und ein vorhandener, aber nicht ausufernder Hintergrund machen es spielenswert. Freilich etwas konservativ, aber nicht so sehr wie das ferne Vorbild Starrider: Im Vergleich ziehe ich Oliver Berses Spiel vor, weil die Erzählung sauberer abläuft.
Gut.
http://www.ollis-stern.de/floyd.php?text=spiele

Jens Bojaryn, Der Angstbaum
Sieger des von textfire.de ausgerichteten Grand Prix 2002. Ein Fantasy-Spiel, das mit dem versuchten Mord an einer Henne beginnt. Die Geschichte ist linearer als manches Multiple-Choice-Abenteuer, aber immer interessant und voller netter Details erzählt. Bemerkenswert fehlerfreie und umfassende Implementierung, die zumindest zum Zeitpunkt des Wettbewerbs zeigte, dass TAG ausgereifter war als die deutsche Inform-Library. Auch die Spiellänge von einer Stunde ist für Feierabend-Zocker wie mich optimal.
Einstufung: sehr gut.
http://www.ryn.de/tanan/angstbaum.htm
http://www.textfire.de/tests/comp02mo.htm
http://www.wurb.com/if/game/1830

Jens Bojaryn, Eingesperrt im Demokeller
Uninspiriertes Spiel zu Demozwecken.
Keine Wertung.
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm1.html

Jens Bojaryn, Erwarte kein Spiel!
Das wahrscheinlich am besten implementierte Spiel des Grand Prix 2003. Aber sonst? Man nehme den Fünften Raum, minus die Rätsel, minus jeden Ansatz von Erzählung. Neu ist, dass der Autor aus jedem Winkel mit quäkender Stimme fleht: "Ich habe mir was gedacht! Alles bewusst! Versuch herauszubekommen, was!" Inhaltsleere Experimente, keine Geschichte, nichts. Jedes Wort darüber ist verschenkte Mühe. Nur wegen der technischen Stärke heißt das Urteil noch:
Mangelhaft.
http://www.tanan.de

Jens Bojaryn, Der fünfte Raum
Der erste Eindruck ist negativ: Ein Rätselspiel, das seine Natur verleugnet, wie unter anderem der Verzicht auf Punkte zeigt. Auch zeigt der Autor einen gewissen Stolz auf seinen "schlechten Humor". Wer gelegentliche Peinlichkeiten ignoriert und langsam Vertrauen in die Implementierung der des Spiel beherrschenden Rätsel fasst, wird mit wenigstens zwei Rätseln belohnt, die zu den besten Textadventure-Puzzles überhaupt zählen. Dazu gehört auch, dass sie weder zu leicht noch zu schwer sind, sondern der eigenen Logik des Spiels entsprechen.
Einstufung: gut.
http://www.ryn.de/tanan/fuenf.htm

Frank Borger, Eden
Eine tolle Idee: Der Spieler übernimmt Adams Part bei der Vertreibung aus dem Paradies. Besonders schön fand ich den Aufbau der Karte, die Raumbeschreibungen und zufällige Beobachtungen des Spielers. Gute Länge. Frank Borgers schreibt sehr überlegt und präzise, aber manche Eigenheiten im zweiten Teil des Spiels (nach dem Sündenfall) muss man mögen. Enthält ein ohne Hints vermutlich unlösbares Rätsel.
Note: gut.
http://if.frob.de/eden.htm
http://www.textfire.de/tests/comp02mo.htm

Dennis Brakhane, Vier Liter
Das Spiel hat nicht mehr Handlung, als der Titel erwähnt. Siegreicher Beitrag im Guru-Wettbewerb und deshalb für Inform-Programmierer sicherlich spannend, aber als Spiel trotz Einbau des Schnorbs, einer Witzfigur aus IF-Forum und Chat, nicht interessant. Unsicher formuliert.
Keine Wertung.
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm2.html

The Dark One, Schwert und Magie #1
Ein Abenteuer für den C64. Nur für CYOA-Autoren noch interessante Mischung aus Multiple-Choice-Spiel und Rollenspiel - tatsächlich wurden damals die verwendeten Regeln ebenfalls als Shareware verkauft. Viel Frust durch Zufallstode und ein nicht gerade erzählerisch glänzendes Kampfsystem.
Ausreichend.
http://www.c64games.de/showfile.asp?LG=D&FileID;=1001
http://www.textfire.de/tests/schwert.htm

Florian Edlbauer, Balladomat
Die Vers-Variante von Adeste!
Von mir.
http://www.edlbauer.de/textadventures/balladomat/balladomat.html

Florian Edlbauer, Begegnung am Fluss
"Wenn du über den Fluss kommst, hast du es geschafft. Dort ist der Wald so dicht, dass sie dich nie finden."
Von mir.
http://www.edlbauer.de/textadventures/amfluss/amfluss.html
http://www.textfire.de/tests/amfluss.htm
http://www.wurb.com/if/game/1679

Florian Edlbauer, Brief im Dunklen
"Zeit für einen kleinen Ausgang. Ich nehm wieder den schwarzen Filz. Tasche heute nicht, wird schon alles in den weiten Mantel passen. Nanu, Schritte vor der Tür? Klingt wie Traude. Da klappert was, der Briefeinwurf? Fix in den Flur. Tatsächlich, ein Zettel. Schnell, bevor ihn der Vater findet."
Von mir.
http://www.edlbauer.de/textadventures/occasiones/brief.html
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm1.html

Florian Edlbauer, Eins, zwei, Spiegelei
"Es regnet, und der Osterhase hat die Eier dieses Jahr im Wohnzimmer versteckt. Sagt Papi. Damit sie nicht nass werden."
Von mir.
http://www.edlbauer.de/textadventures/ei/ei.html
http://www.wurb.com/if/game/1961

Florian Edlbauer, Halb Zwei
"Und damit hat sie ihn abserviert? Lustige Geschichte. Wirklich. Erinnert mich an den Film, in dem ich letzte Woche war. Heißt - irgendwas mit Lüge im Titel - schon gesehen? Ich würde ihn vielleicht nochmal anschauen, wenn du mitkommst."
Von mir.
http://www.edlbauer.de/textadventures/halb2/halb2.html
http://www.wurb.com/if/game/1962

Florian Edlbauer, Hortulus
"'Bruder Thomas, Bruder Thomas! Der Abt hat nach dir rufen lassen! Bitte folge mir schnell zu seinem Zimmer.' Der Novize eilt voraus. Gehorsam, aber mit unguten Vorahnungen, schreitest du durch die Klostergänge von Niederzell. Liegend und bleich empfängt dich der Abt. Der Novize versucht die Tür leise zu schließen - ohne Erfolg. 'Auweh, so ein Krach!' ruft Abt Josephus."
Von mir.
http://www.edlbauer.de/textadventures/hortulus/hortulus.html
http://www.wurb.com/if/game/1014

Florian Edlbauer, Unter Hirschen
"Der Föhn bläst ganz München aus den Büros, aus den Autos, aus den überteuerten Dreizimmerwohnungen (Altbau mit Parkett, gute Lage, der Quadratmeter zu 18 Euro) - und in die Biergärten.
So einen Durst wie heute hattest du überhaupt noch nie."
Von mir.
http://www.edlbauer.de/textadventures/hirsch/hirsch.html

Florian Edlbauer, Wie gerufen
"Die Vorlesung ist zu Ende. Nur du bist noch nicht draußen, weil du deine Notizen zu He wishes for the Cloths of Heaven schnell beendet hast, bevor du alles vergisst. Du legst sie in den Rucksack und willst ihn gerade schließen, als du einen Zettel darin bemerkst, der nicht zu deinem Durcheinander gehört."
Übrigens, der Student heißt Claus, der Hiwi Norbert, und man kann sie an der Ludwig-Maximilians-Universität kennenlernen.
Von mir.
http://www.edlbauer.de/textadventures/occasiones/gerufen.html
http://www.edlbauer.de/textadventures/

Thomas Hainscho, School's Out for Rosh Hodes Adar II
Grammatik- und Rechtschreibfehler ab dem Vorspann, kein Spielziel, absurde Rätsel, Flüssigkeiten, die man nicht in Behälter füllen kann, Objekte ohne Beschreibungen, Klischees und Schülerhumor, vielen Dank. Wenigstens hat der Autor einmal deutlich vorgeführt, wie eine klare Sechs aussieht, was den Schulspaß erst komplett macht.
Ungenügend.
http://www.textfire.de/comp/spiele.htm

Ralf Herrmann, Suche nach Neros Harfe
In der Demo von Inform-Übersetzer Ralf Herrmann begegnet der Spieler dem römischen Kaiser Nero im Gefängnis. Der Kaiser bittet ihn, seine Hrfe zu suchen. Hier endet die Demo. Leider ist im Spiel längst nicht alles möglich, was Ralf Herrmann in einem charmanten Beispiel-Transkript erwähnte. Auch der Text ist fehlerhafter als im Transkript. Immerhin, eine Innovation ist die Anrede des Spielers in der 2. Person Plural.
Keine Wertung.
http://www.niflheim.de/inform/

Max Kalus, Dunkle Keller
Du bist Romeo und wegen deiner Liebe zu Julia in einen Keller eingesperrt. Nur eine Demo, aber eine vom Text her verunglückte, die kein Klischee auslässt. Enthält einen heftigen Programmierfehler, aber wohl auch ein paar interessante Ansätze: Sieger im ersten "IF-Guru des Monats"-Wettbewerbs.
Keine Wertung.
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm1.html

Max Kalus, Starrider
Der Spieler hat sich als blinder Passagier auf einem Raumschiff versteckt, als die Temperatur sinkt. Ein Klassiker. Neben dem Autorensystem TAG 2.0 war es Starrider, das Boden für eine deutsche Textadventure-'Szene' im Jahr 2000 ebnete. Spielt in einer reichhaltigen Science-Fiction-Welt, die durch lesbare Datenspikes in mehr Detail erforscht werden kann, als für das Spiel nötig ist. Einige sehr spannende Rätsel motivieren den Spieler besonders anfangs. Die Geschichte selbst verbreitet eine tolle Atmosphäre, der gelegentliche stilistische Patzer nicht viel anhaben können. Leider flacht der Spannungsbogen früh ab. - Version 4 mit etlichen Erweiterungen habe ich noch nicht gespielt. (Achtung, Voreingenommenheit: Ich war Betatester der ersten Version.)
Meine Bewertung: gut.
http://www.chalybes.de
http://www.textfire.de/tests/starride.htm

Max Kalus, Wichtel
Entfliehe dem Auto und bring deiner Frau etwas Feines zu futtern mit. Der Text von Wichtel gefällt mir besser als der in anderen Spielen von Max Kalus. Das Spiel selbst besteht aus drei einfachen Rätseln. Obwohl die Rätsel (Flucht aus dem Gefängnis, einen Wärter überlisten) nicht originell sind, wirken sie in der Welt des Wichtels sehr frisch.
Note: gut.
http://www.beimax.de/if/wichtel.html

Max Kalus, Die Bewerbung
Auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch verirrt sich der Held ins antike Griechenland, wo eine Folge von Rätseln auf ihn wartet. Biederer Abenteuerstoff, sehr solide implementiert, aber in schlampigem Beamtendeutsch geschrieben. Die faden Rätsel haben nichts mit Griechenland zu tun. Immerhin sind sie angenehm leicht.
Noch befriedigend.
http://www.beimax.de/if/bewerbung.html
http://www.textfire.de/tests/comp02mo.htm

Sonja Kesserich und Roger Firth, übersetzt von Florian Edlbauer, Wilhelm Tell
"Der Ort: Altdorf, im Kanton Uri. Die Chronisten schreiben das Jahr 1307." Inklusive Quelltext.
Natürlich ohne Wertung.
http://www.edlbauer.de/textadventures/uebersetzung/tell.html

Rolf Lautenbach, Terra Incognita
Urlaubsreif? Vorher ist noch eine kleine Weltraumodyssee zu bestehen. Ordentliches System vom Autor selbst, aber unebenes Abenteuer mit teils erheblichen Logikfehlern.
Ich schwanke zwischen befriedigend und ausreichend.
http://www.ifarchive.org/indexes/if-archiveXgamesXpcXgerman.html
http://www.edlbauer.de/textadventures/fremde/terraincognita.html

Martin Oehm, Das Amulett
Suche die Zutaten für ein Amulett, um den bösen Zauberer Galdor zu besiegen. Martin Oehms erstes Spiel, geprägt durch eine zu leere Karte und das Zork-typische Durcheinander von mittelalterlicher und heutiger Technologie. Wahlspruch: Wenn's ein Rätsel ist, darf's rein. Offensichtlich nicht ausreichend getestet. Der angenehme Oehm'sche Plauderton macht ein paar von den Defiziten wieder wett. Auch die Rätsel sind überwiegend vergnüglich und leicht.
Befriedigend.
http://www.martin-oehm.de/adv/amulett.html
http://www.edlbauer.de/textadventures/fremde/amulett.html

Martin Oehm, Im Bannkreis
Der Zauberlehrling darf nicht zu seinem Rendezvous, wenn er nicht erst aufräumt. Das Spiel verwendet das Zaubersystem von Infocom, auf dem dann auch fast alle Rätsel beruhen, zu denen es meist mehrere Lösungen gibt. Schönes Spiel, ideale Länge, solide implementiert (behaupte ich als Beta-Tester).
Einstufung: sehr gut!
http://www.martin-oehm.de/adv/bann.html

Martin Oehm, Frohe Ostern
Eine Eiersuche führt durch drei Welten und sechs Räume. Im klassischen Stil nimmt man mit, was man findet, und wendet es in anderen Szenen an. Das Spiel hat Ansätze zu drei guten Spielen, aber als Einheit ist es Quatsch. Den bieten dann auch die Fußnoten und Ostereier mit ihrem Humor im Spektrum zwischen anstrengend und nett.
Ich war Betatester und finde das Spiel ausreichend.
http://www.martin-oehm.de/adv/ostern.html

Martin Oehm, Ein Guru im Keller
Anspielend auf For a Change (Dan Schmidt) muss man Licht ins Dunkel bringen, um einen Brief zu lesen. Witzige, metafiktionale Pointe.
Keine Wertung.
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm1.html

Martin Oehm, Ein Guru füllt ab
Im zweiten Guru-Wettbewerb parodiert der Autor Graham Nelsons Curses. Wer hofft, dass die hübsche Einleitung nach Erledigung der Aufgabe wieder aufgenommen wird, nur zur Freude des SPielers, wird enttäuscht. Außerdem sehr beschränkt in der Verben-Auswahl.
Keine Wertung.
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm2.html

Martin Oehm, Die Höhlen von Karn
Ein schlichter Auftrag: Plündere die Höhlen von Karn. Für ein Demospiel (in diesem Fall für TAG 2.0) reizvoll. Hübsch geschrieben, gute Puzzles. Aber überhaupt nicht getestet, und das merkt man.
Noch befriedigend.
http://www.martin-oehm.de/adv/karn.html
http://www.edlbauer.de/textadventures/fremde/karn.html

Uwe Pilz, Hermetisch verschlossen
Uwe Pilz' umfangreichster Versuch, ein Textadventure zu schreiben, basiert auf einem "Locked Room Mystery" aus einem Kriminalroman der Schweden Sjöwall und Wahlöö. Zur Lösung des Falles muss alles genau untersucht werden, aber mangels Synonymen und Verben braucht man eine hohe Frustrationsschwelle, um sich den Hindernissen tatsächlich zu stellen.
Nur als Pionierarbeit noch ausreichend.
http://www.textfire.de/tests/hermet.htm

Uwe Pilz, Oskar und der Tod
Kriminalistisch inspririertes Spiel, das den erst einmal mit Rätseln am Kauf einer Busfahrkarte hindert. Im zweiten Teil wird gegen einen versuchten Giftmord mit genau einem Verdächtigen ermittelt. Netter Versuch, aber sehr mühsam. Offenbar wenig getestet.
Ausreichend.
http://www.textfire.de/tests/oskar.htm
http://www.wurb.com/if/game/673

Kai Roos, Fang mich!
Fang einen ominösen Schatten hinter dir: Sieger-Beitrag zum vierten Guru-Wettbewerb. Netter Ansatz, solide implementiert, aber wie die Jurorin des Preises wusste ich nach rund drei Sekunden die Lösung des "Rätsels" und musste nur noch nach Verben suchen und auf den richtigen Zeitpunkt warten. Genau diesen Mangel an Spannung sollten Textadventures nach Möglichkeit vermeiden.
Ausreichend.
http://www.textabenteuer.de/fang.html
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm4.html

Kai Roos, Jenseits des alten Baums
Kein Spiel, sondern ein "Unterrichtseinstieg". So nennen Lehrer wohl die ersten fünf Minuten der Schulstunde. Der Spieler ist eine Maus und sucht sich zum ersten Mal einen Weg aus dem Bau. Leider ist kein einziges Objekt implementiert, wovor der Autor nur bei der ersten Vorstellung im Forum warnte, nicht aber auf seiner Website. Etwas geschwätzig und den umfangreichen Download (Glulx!) nicht wert.
Keine Bewertung.
http://www.textabenteuer.de

Kai Roos, Linear
Noch ein Autor im Grand Prix 2003, der um Interpretation winselt. Das Problem an solchen Publikumsbeschimpfungen: Damit sie wirken, muss das Publikum denken, es lohne sich, und der Autor habe viel gearbeitet. Anders formuliert, wenn viele Befehle verstanden würden, hätte ich mich gern beschimpfen lassen. Dieses Spiel hat aber mehr Löcher als Blackburn, Lancashire. Ein Beispiel von vielen: "Geh noch einmal zu ihm rüber", bittet die Erzählstimme, selbst wenn man ohnehin gerade mit "ihm" redet, und GEH RÜBER wird auch nicht verstanden. Immerhin, ignoriert man die Erzählstimme, kann man eine Art Geschichte spielen. Allerdings keine gute.
Der begabte Autor sollte sich langsam angewöhnen, sorgfältiger zu implementieren. Derzeit veröffentlicht er minderwertige Abenteuer in schneller Folge, und mittlerweile ist wenigstens mir die Freude daran etwas vergangen.
Ausreichend.
http://www.textabenteuer.de

Kai Roos, Mein Leben für Seite 3
Der Wettbewerbsbeitrag von 2002 präsentiert seine Geschichte von einer Zeitungsredaktion aus zwei Perspektiven. Die erste ist surreal, die zweite realistisch präsentiert. Das Spiel scheitert aber an der Implementierung der realistischen Perspektive, die durch unsichtbare Objekte und dadurch unmöglich gemachte Rätsel hoffnungslos ist. Ein ambitioniertes Spiel mit einigen Sätzen, die wochenlang im Gedächtnis kleben. Aber viel zu lang - für den Wettbewerb und offensichtlich auch für die Ausdauer seines Autors. Auf eine überarbeitete, spielbare Version muss man ein Jahr später immer noch hoffen.
Meine Bewertung: mangelhaft.
http://www.textabenteuer.de

Kai Roos, Im Nebel
Speed-IF ist ziemlich genau das Gegenteil eines Textadventures: Während vollwertige Spiele durch möglichst sorgfältige Implementierung das Vertrauen des Spielers zu gewinnen versuchen, geht es bei ersteren um die Zeit, den Feind der Gründlichkeit. Deshalb werden "Speed-IFs" in Adeste! normalerweise nicht aufgeführt.
Der Speed-IF-Beitrag Im Nebel wurde angeblich vom Autor nachträglich poliert. Davon ist allerdings wenig zu merken, was Textformatierung, Formulierung und Spieltiefe angeht. Als Speed-IF sehr ordentlich, wenn man so etwas mag, als Textadventure jedoch:
Mangelhaft.
http://www.textabenteuer.de/nebel.html

Kai Roos, Schnorb
Umsetzung eines Unsinnsworts von Jens Bojaryn als Textadventure. Souveränes Spiel mit möglichen Bedeutungen des Wortes, ohne sich je festzulegen. Erinnert an den Satz "Woggles ugged diggles" des Linguisten Noam Chomsky. Eine Vielzahl von Spieler-Eingaben führt zu witzigen (Standard-)Antworten. Auch ohne Kenntnis des ursprünglichen 'Witzes' ein vergnügliches Spiel.
Urteil: gut.
http://www.textabenteuer.de

Kai Roos und Matthias Oborski, IF-Treffen in Bonn
Interaktive Stadtführung durch Bonn - und ein Beleg dafür, dass Textadventures mehr Spaß machen, wenn der Spieler oder wenigstens der Autor ein Ziel hat. Die Texte fand ich hübsch.
Keine Note vergeben.
http://www.textabenteuer.de

Christoph Winkler (Implementierung), Warten auf das Christkind
Umsetzung eines Transkripts aus dem Chat. Auf alle Fälle vergnüglich, auch wenn manche Stellen vom exotischen Humor einiger Chatteilnehmer zeugen. Die Implementierung ist unerwartet windig.
Inhaltlich gut, aber in der aktuellen Form insgesamt bestenfalls befriedigend.
http://www.chrwinkler.de/adventures/index.htm

Christoph Winkler, Crazy Christmas
Die Vögel der Welt brauchen Unterstützung, um den Weihnachtsmann aus den Fängen des Osterhasen zu retten. Hört sich schlimmer an, als es ist: Der Autor erzeugt eine konsistente Cartoon-Atmosphäre, die in der Kombination mit flüssiger Handlung und ideenreichen Details zu einem schönen Kurzspiel führt.
Wie gesagt: gut und spielenswert.
http://www.chrwinkler.de/adventures/index.htm
http://www.edlbauer.de/textadventures/fremde/crazychristmas.html

Christoph Winkler, Provisorium
Im Umzugschaos versucht die Hauptfigur dieses 'Abenteuers', die richtige Menge Milch für Crespelle alla Fiorentina abzufüllen. Der Beitrag für den IF-Guru-Wettbewerb fliegt weit über sein Ziel hinaus. Die Umsetzung des vorgegebenen Rätsels ist einfallsreich, und es lohnt sich, die Szenerie des Abenteuers zu erforschen. Die Spielfigur und ihre Umgebung ergeben die interessanteste Charakterskizze, die ich bislang in einem deutschsprachigen Textadventure gesehen habe. (Ich war Betatester, aber an mir lag's nicht, dass das Spielchen so gut gelungen ist.)
Einstufung - sehr gut.
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm2.html
http://www.chrwinkler.de/adventures/index.htm

Georg Winthir, Zwischen Himmel und Erde
Eine Suche nach einem Schmuckstück führt den Spieler durch ein an Shakespeare angelehntes Fantasieland Böhmen. Das bodenständige Sujet erweist sich als leichter verträglich denn die himmlische Sprache.
Keine Einstufung wegen Interessenskonflikt.
http://www.winthir.de/start.htm

Winzi Wundernase (d.i. Kai Roos), Das geile Bieradventure
Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zum Programmier-Wettbewerb Guru of the Month und Parodie vulgärer Adventures von pubertierenden Jugendlichen. Ziemlich witzig, wenn man die Originale kennt.
Einstufung - gut.
http://home.t-online.de/home/andrea_weikert/gotm2.html
http://www.textabenteuer.de

'Zoltan Carnovash', Der Besucher
Opernsängerin sucht kurz vor der Aufführung ihren Fächer: gute Idee, üble Umsetzung. Für mich an der Grenze zu unspielbar, was so viel bedeutet wie: Ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand ohne Lösung das Ende erreicht. Diese ist zum Glück eingebaut. Wer durch ist, möchte sich vielleicht meine ausführliche Analyse ansehen.
Ausreichend.
http://wald.heim.at/redwood/510196/
http://www.edlbauer.de/textadventures/fremde/besucher.html

'Zoltan Carnovash', Der Fluch
Horrorabenteuer, das den Fehler macht, von der ersten Minute an Horror verbreiten zu wollen. Der Autor sollte den ausufernden Text auf die Hälfte kürzen, lehnt aber Ratschläge ab. Meines Wissens erste Veröffentlichung eines deutschen Spiels in TADS2, was man auch an sehr vagen Standardantworten und Fehlermeldungen merkt. Nicht zuletzt durch Musik und HTML-Design zeigt der Autor aber gewaltige Ambition.
Nicht bewertet, da Preview.
http://wald.heim.at/redwood/510196/derfluch/derfluch.html

Zuletzt geändert im April 2003, Florian Edlbauer

[Deutschsprachige Spiele in Baf's Guide]

[textfire.de: Testfahrten]

[Rezensionen von 'Zoltan Carnovash']

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