unser LOGO


Immunologische Therapien


Die meisten dieser Präparate sind tierischer Herkunft und werden zur Immunstimulation, d.h. zur Steigerung der körpereigenen Abwehr gegen Krebs empfohlen. Dieses Ziel versucht aber auch die wissenschaftliche Krebsforschung seit Jahrzehnten zu erreichen, ohne daß ihr dies bisher sicher gelungen wäre. Zahlreiche Methoden, die im Laborversuch oder bei Tiertumoren gewisse Teilfaktoren der körpereigenen Immunabwehr günstig beeinflussen, wurden entwickelt, bisher hat aber keine einen durchschlagenden Erfolg bei den häufigen menschlichen Malignomen gezeigt. Methoden sogenannt unspezifischer Immunstimulation, z. B. mit Bakterienprodukten, sind praktisch verlassen. Größere Hoffnungen liegen in spezifischen Methoden, die heute intensiv erforscht werden, z. B. in sogenannten Interleukinen und Zytokinen bzw. Wachstumsfaktoren.

Die in der Folge besprochenen Methoden sind alle unspezifisch, zeigen zwar teils in präklinischen Systemen gewisse immunmodulierende Wirkung, sind aber beim Menschen ungenügend erforscht. Um sie überzeugender propagieren zu können, werden sie heute of mit verheißungsvollen, fremdklingenden Namen belegt (z. B. Biologic Response Modifiers).


1. Frischzellentherapie

Eigentliche Frischzellen, meist aus unter besonders biologischen Bedingungen gezüchteten Tieren gewonnen, werden heute nur noch selten gegen Krebs empfohlen. Es liegen keine verwertbaren Untersuchungen über deren krebshemmende Wirksamkeit vor.


2. Zytoplasmatische Therapie (sogenannte xenogene Peptide)

Ney Tumorin ist ein aus verschiedenen Organen von Rindern und Schweinen nach einem patentierten Verfahren mittels Säuredampf-Hydrolisierung hergestelltes Eiweißpräparat. Es soll angeblich die endogene Krebsdisposition (angeborene Veranlagung zu Krebs) korrigieren, körpereigene Abwehrvorgänge steigern und wird daher zur Dauertherapie bei Malignomen wie zur Rezidiv- und Metastasenprophylaxe nach Operation empfohlen, zusätzlich auch zur Stärkung unter Zytostatika und Strahlentherapie.

Verschiedene vorklinische Untersuchungen zeigen tatsächlich eine günstige Beeinflussung gewisser immunologischer Prozesse, zum Teil aber mit sehr hohen Konzentrationen, wie sie beim Menschen nie erreicht werden können, oder in einem unstatthaften Vergleich mit Zytostatika, die beim betreffenden Tiertumor ohnehin unwirksam sind.

Die klinischen Untersuchungen am Menschen sind im Vergleich dazu dürftig. Die wenigen prospektiv-kontrollierten Untersuchungen umfassen nur wenige Patienten und müßten dringend wiederholt werden. Die Nebenwirkungen sind ungenügend dokumentiert.

Es liegt bisher kein Anhaltspunkt vor, den sehr weitgehenden, fast marktschreierischen Empfehlungen der Herstellerfirma ("die klare Lösung in der Onkotherapie", "das neue physiologische Tumorkonzept" usw.) zu glauben. Klinisch brauchbare Wirksamkeit gegen Krebs ist bisher nicht bewiesen.


3. Faktor AF2

Auch Faktor AF2 ist ein Organextrakt aus Milz und Leber von Schweinen. Angeblich aktiviere Faktor AF2 das Bindegewebe und die sogenannten Makrophagen und steigere damit die Abwehrkräfte des Körpers. Das Präparat wird in erster Linie als Ergänzung zur Krebsbehandlung empfohlen, z. B. vor oder nach einer Operation, aber auch zur Bekämpfung von Nebenwirkungen der Strahlen- oder Chemotherapie.

Präklinische Untersuchungen sind praktisch keine bekannt. Aus dem klinischen Bereich gibt es verschiedene Publikationen, die eine günstige Wirkung in der postoperativen Nachbehandlung vermuten lassen, aber alle gewisse Mängel aufweisen. Immerhin ist zu erwähnen, daß damit angeblich das subjektive Befinden, Appetit, Brechreiz usw. unter Chemotherapie günstig beeinflußt werden konnten. Faktor AF2 muß weiter geprüft werden, bevor er endgültig beurteilt werden kann.


4. Polyerga

Es handelt sich dabei um einen Eiweiß-Extrakt aus Schweinemilz. Polyerga soll angeblich die krankhafte Gärung der Krebszelle (die sogenannte Anaerobe Glykolyse) und damit das Tumorwachstum hemmen. Es soll auch immunstimulierend wirken und vor allem die Lebensqualität verbessern. Es wird vor allem zur Zusatztherapie empfohlen.

Die präklinische Untersuchung von Polyerga ist unvollständig und läßt noch verschiedene Fragen offen. Dasselbe gilt für die klinische Prüfung, die erst in den letzten Jahren systematisch betrieben wurde. Sichere Wirkung gegen Krebs ist bisher nicht bewiesen.>


5. Thymuspräparate

Verschiedene Präparate aus der Thymusdrüse von Kälbern oder Schafen wurden wissenschaftlich geprüft, haben aber bisher keinen Platz in der Tumortherapie gefunden. Alle in Deutschland erhältlichen Thymuspräparate (u. a. nach Sandberg, Mulli) sind ungenügend geprüft und haben keine gesicherte Wirksamkeit.


6. Aktiv-spezifische Immuntherapie ASI

ASI beinhaltet die gleichzeitige Anwendung von drei "immunstimulatorischen" Maßnahmen, nämlich der niedrig dosierten Gabe von Interleukin-2, der mittelhochdosierten Gabe von Interferon-Alpha und der aktiv-spezifischen Immuntherapie durch Anwendung virusmodifizierter autologer Tumorvakzinen. Die Wirkung soll durch zusätzliche angeblich "anti-immun suppressiver" Medikamente wie (u. a. niedrigdosierter Zytostatika) ergänzt und verstärkt werden. Es gibt bisher keine kontrollierten klinischen Studien, die die Wirksamkeit von ASI am Menschen belegen würden.


7. "Autologe Tumortherapie" nach Klehr

Bei der sogenannten autologen Target-Cytokin-Therapie werden in Zellkulturen gebildete Cytokine verabreicht. Der Wirkungsmechanismus ist unklar, die klinische Wirksamkeit bisher im Gegensatz zu den Anpreisungen des Erfinders nicht bewiesen.


8. Immuno-augmentative Therapie IAT

Krebskranke erhalten täglich mehrere Injektionen mit aufbereitetem Eigenblut. Die Wirksamkeit dieser teuren und wegen der Gefahr von Virusübertragung nicht unbedenklichen Behandlung ist unbewiesen.


9. "Autohomologe Immuntherapie" AHIT nach Kief

Die Wirksamkeit dieser aus Eigenblut und Eigenurin und unter anderem durch Ozonbehandlung gefertigten Präparate ist unbewiesen.


Zurück zur: www.krebsinfo.de Homepage | Alternative Behandlungsmethoden | Immunologische Therapien
URL: http://www.krebsinfo.de/ki/alternativ/kialt004.html