Infos über die katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE)

 

Aktuelle Meldung
 

Der als Engelwerk-Mitglied aufgefallene Pfarrer von Maria Langegg in der Diezöse St. Pölten, P. Bernhard Hauser OSB, ist neuer Bundeskurat der katholischen Pfadfinder (KPE) in Österreich
 

Diese deutsche Jugendgemeinschaft geht auf ein französisches Vorbild zurück. Es sind die "Scouts d'Europe", die sich im Jahre 1963 von den Seouls de France wegen derer Öffnung gegenüber dem Zeitgeist getrennt hatten. Trotz mehrerer Versuche hat die neue Bewegung weder die Anerkennung durch den Weltbund der Pfadfinder, noch die der französischen Kirche gefunden, obwohl sie in ihrer konservativen Ausrichtung manchen Bischöfen entgegengekommen wäre.

Im Sommer 1975 begegneten der damalige Jesuit Andreas Hoenisch und Studienrat Walter in Lourdes einer solchen Gruppe der "Scouts d'Europe", die den beiden deutschen Pfadfinderführern einen sehr guten Eindruck machte.

 

 

 

Bild: Der umstrittene Ibbenbürener Heilpraktiker Richter aus Ibbenbühren (graues Hemd),   z.Zt. angeklagt wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe, als Führer einer KPE-Gruppe zu Ehren katholischer Würdenträger.


Nach weiteren Kontakten gründeten die Beiden, die mit dem Kurs der "Deutschen Pfadfinderschaf  St. Georgnicht mehr zufrieden waren, die "Katholische Pfadfinderschaft Europas" (KPE),

Nach Jahren der Beobachtung veröffentlichte der Kenner des kirchlichen Jugendbereichs, Pater Roman Bleistein SJ, in einem Pastoralblatt eine Beurteilung der KPE, die folgende Elemente aufwies.


Presseberichte

Das ARD Magazin "Monitor" berichtete kritisch zur KPE vom 22. Juli 2004-                                         Die Reportage kann als Filmbeitrag abgerufen werden.

Die Machenschaften der Katholischen Pfadfinderschaft Europas
 

Pfadfinderorden muss Bistum verlassen

Bamberg weist Pfadfinder ab

Die Erzdiözese München und Freising warnt vor KPE

Heftige Kontroverse bei Treffen der katholischen Pfadfinder Europas
 

KPE-Webmaster erhebt schwere Anschuldigungen gegen SJM und Pater Hönisch

Katholischer Fundamentalismus: Pfadfinder auf Abwegen

 

Streit um den Sexualkundeunterricht von konservativen Katholiken.


Schwere Kritik von Weihbischof Heinrich von Soden-Fraunhofen
 

Wer die KPE anerkennen will, sollte wissen, was er anerkennt:

  • Eine Pastorat, die sich an der Jugendarbeit unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg orientiert;

  • eine Erziehungsmethode,  die einstmals Geübtes wieder beleben und absolut festlegen will;

  • Vorstellungen, die vom Grundsätzlichen abgeleitet werden, anstatt von den menschlichen Gegebenheiten auszugehen. Es werden Glaubensinhalte vermittelt, wie sie anhand des alten Katechismus üblich waren;

  • eine Jugendarbeit, die der mangelhaften Glaubenssituation der heutigen Jugend nicht gerecht wird;

  • eine Jugendarbeit, die die Welt und die Bundesrepublik Deutschland hauptsächlich von Schäden und vom moralischen Niedergang her beschreib und ein Gemälde des drohenden Weltuntergangs vermittelt;

  • eine Jugendpastoral, die psychologisch falsche Erwartungen an das Gebet voraussetzt;

  • eine Jugendpastoral, für die Moral gleich Sexualmoral ist und eine Flucht-Pädagogik predigt;

  • eine Jugendpastoral, die reichlich zwanghaft ist und nicht zu eigenständigen Entscheidungen führt, sondern dem Wort des Führen entscheidende Bedeutung zumisst.

In einer Entgegnung auf diese Stellungnahme ließ die Bundesleitung der KPE feststellen, dass die Erziehungsarbeit der KPE unmodern sei, aber auch heute vom HL. Vater verkündet werde.

Man wolle das Vorbild der Heiligen, vor allem der Mutter Gottes, den Jugendlichen näher bringen. Dieser katholische Bund wolle den 2000 Jahre alten Reichtum seiner Kirche voll ausschöpfen.

Im Rahmen der Deutschen Bischofskonferenz gehört die KPE zur untersten Stufe des kirchlichen Verbandwesens. Das heißt Sie kann sich "katholisch" nennen, was aber keine offizielle Anerkennung bedeutet.

Sie gehört nicht zum "Bund der Deutschen Katholischen Jugend und

nicht zum Bundes-Jugendring der Bundesrepublik Deutschland wegen ihrer autoritären Leitungsstruktur.

Da die KPE nicht in die Weltorganisation der Pfadfinderbünde aufgenommen wurde, gehört sie auch nicht zur internationalen katholischen Konferenz des Pfadfindertums

 

Faktisch gibt es aber in mehreren Diözesen Stämme und Gruppen, wobei die entsprechenden Bistumsleitungen dazu verschiedene Einstellungen haben.

 

Als der Bundeskurat Andreas Hoenisch es ablehnte, die geistliche Leitung der KPE abzugeben, musste er 1988 den Jesuitenorden verlassen. Bischof Stimpfle von Augsburg nahm ihn in seinen Diözesanklerus auf. Am 11.2.1992, dem Tag seiner Emeritierung als Bischof von Augsburg, hatte J. Stimpfle die KPE als Jugendgemeinschaft im Bistum Augsburg bestätigt und den Hochw. Andreas Hoenisch zum Kuraten ernannt. Die Zusammenarbeit mit der Diezösan-Jugendseelsorge gestaltete sich aber äußerst schwierig.

Die Statuten der KPE machen es deutlich, warum die Zusammenarbeit im Jugendbereich und die Aufsicht des Ortsbischofs über die KPE nahezu unmöglich sind.

Das Bundesthing, das für die Wahl der Bundesführung zuständig ist, kann zur Beschaffung von Mehrheiten derart nachhaltig manipuliert werden, dass eine Wiederwahl der amtierenden Bundesleitung gesichert ist. Da zudem im ganzen Verband nur die von der Bundesführung anerkannten Führer wahlberechtigt sind, kann überhaupt nichts geschehen und betrieben werden, was nicht von der Bundesführung bestätigt ist.

Anerkennungen von Führern im Vorband können jederzeit widerrufen werden. Damit sind Möglichkeiten des Eingreifens auf niederer Ebene ausgeschlossen.

Pater Hoenisch ist bestrebt, seine Jugendlichen einer religiösen Vollkommenheit, so wie er sie versieht, entgegen zu führen. So sollten die Mädchen und Buben, die ohnehin ihr Pfadfinderversprechen abgelegt haben, nach dem Wunsch der Gottesmutter von Fatima sich auch dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen, sich also zu Rosenkranzgebet, regelmäßiger Beichte, zu Opfern und Sühngebet und zur besonderen Liebe zum Papst verpflichten.

Später empfahl Hoenisch auch die Aufnahme einer Engelbindung im Rahmen des Engelwerks und nochmals die Anmeldung zu einer Sühne-Anbetungs-Gemeinschaft - offensichtlich ohne zu bedenken, ob eine solche Vielzahl verpflichtender Frömmigkeitsleistungen bei jungen Leuten nicht zu Ängsten fuhren würde.

Bei der ethischen Elitebildung geht es ihm ausschließlich um die Sexualmoral. Da die römische "Erklärung zu einigen Fragen der Sexualethik" auch in den Entwicklungsnöten Jugendlicher das Eintreten schwerer Sünden nicht ausschließt, wird für die KPE empfohlen, einen Beichtvater zu suchen, den man "sozusagen zu jeder Tages- und Nachtzeit aufsuchen kann". Zur Bewahrung der Reinheit ist es gut, allen stimulierenden Orten und Gelegenheiten aus dem Weg zu gehen.

In einem seiner Rundbriefe aus dem Jahr 1983 für die KPE-Mitglieder, die sich dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht haben, nimmt Hoenisch zum Engelwerk Stellung, und im Jahr 1985 - 2 Jahre nach den ersten Korrekturen der Glaubenskongregation - hat er offen für die Weihen im Engelwerk geworben. Auch 1990 hat Hoenisch die Engelweihen verteidigt als zu dieser Zeit nach dem Erscheinen des "Handbuchs" schon genug aufklärende Veröffentlichungen und bischöfliche Maßnahmen erfolgt waren.

Nach dem Erlass des römischen Dekrets vom Juli 1992, das sowohl das Schrifttum aus der sog. Privatoffenbarung und den davon abgeleiteten Kult verboten hat, erschien noch in der Hauszeitung der KPE ein dreiseitiger Bericht über Gegenwärtiges und Zukünftiges im Engelwerk. Ein überzeugendes Abrücken der KPE von den Eigenlehren des Engelwerks ist unbekannt.

Nach dem Ausscheiden A. Hoenisch aus dem Jesuitenorden begann er, unter den Burschen seiner Pfadfinder Interessenten für einen neuen Orden zu suchen, Er soll in Zukunft die priesterliche Betreuung der Pfadfinder sichern. Der frühere Bischof von Augsburg stellt der jungen Gemeinschaft in Mussenhausen eine Unterkunft zur Verfügung.

Die Anwärter studieren in Wigrazbad bei der St. Petrus-Bruderschaft oder in Anapolis, wo der Bischof zusammen mit dem Engelwerk eine Hochschule unterhält. Die römische Anerkennung dieser "Diener Jesu und Maria" erfolgte am 2l. Juli 1994. Generalmoderator ist Pater Andreas Höhnisch.

Seit Oktober 1990 haben sich um den Wallfahrtsort Marienfried verschiedene marianisch orientierte Jugendbewegungen als Arbeitsgemeinschaft Jugend 2000 zusammengeschlossen. Sie ist vor allem im Zusammenhang mit den Weltjugendtreffen bekannt geworden.

Zu dieser Arbeitsgemeinschaft gehören u.a. die "Marianische Jugendbewegung“, die Christkönigigsjugend (die als Jugendgruppe der als der St.  Petrus-Bruderschaft eine kritische Einstellung zum 2. Vatikanischen Konzil und eine ablehnende Haltung zur gebräuchlichen Messliturgie hat). Zu dieser Arbeitsgemeinschaft gehört auch die KPE. Der Erzbischof von Köln hat sie kürzlich für sein Erzbistum anerkannt, bevor er sie zum jüngsten Weltjugend treffen auf die Philippinen begleitet hat.

Als Schlussbemerkung kann gesagt werden, dass die Pfadfinder Europas den Kurs der Kirche hinter das 2- Vatikanische Konzil zurückführen wollen. Sie bedienen sich dabei der Denkweise, wie sie auch anderen integralistischen Gruppierungen eigen ist: Geheimhaltung, theologische Engführungen und moralische Fixierungen, die das Erwachsen werden Jugendlicher besonders erschweren und sie gleichzeitig mit zahlreichen religiösen "Leistungen seelisch sehr belasten können.

Engelsberg,  23. Januar 1995

Heinrich von Soden-Fraunhofen

Weihbischof


Verräterisches Vokabular

Der Singwettstreit in Augsburg (seit 1966 in Würzburg) kann heute als Sammelbecken
des rechten Spektrums der bündischen Szene
angesehen werden. Verantwortlich für die Aufnahme der (teilweise rechtsextremen) Gruppen sind die „Ubier“, eine „Mädelschaft“ bei Köln, ebenfalls Mitglied des DPB und seit ihrer Gründung eng befreundet mit den „Schwarzen Adlern“. Weitere Teilnehmer sind u.a. vor allem Gruppen der „Katholischen Pfadfinder Europas“ (KPE, s. BNR 6/96, S. 6), des „Freibunds“ (früher „Bund Heimattreuer Jugend), der „Nerother Wandervogel“, die „Vrijbeuter“, die „Deutsche Gildenschaft“ und die „Fahrenden Gesellen“.

Sie alle können hier offiziell auftreten und weißeln mit der Zugehörigkeit zur Bündischen Jugend und Pfadfinderschaft ihre eigene Weste. Aber die alljährlichen wohlwollenden Berichte über den Singwettstreit in der „Jungen Freiheit“ rücken den Standort dieser Gruppen wieder ins „rechte“ Licht.
 

 

 

Nicht zuletzt ist es auch lohnenswert, den Wortschatz viele dieser Gruppen näher zu betrachten: da gibt es „Gilden“, „Hag“, „Horten“ und „Trupps“, „Gaue“ und „Marken“, „Mädelschaft“ und „Jungenschaft“ (DPB), und an der Spitze stehen „Führer“.

Die Ähnlichkeit zum Vokabular rechtsextremer Gruppen ist eindeutig. Manche Bünde sind reine Männervereine, andere treten für eine klare Geschlechtertrennung bei Gruppenabenden und Fahrten ein, verbunden mit einer harten Erziehung zur Männlichkeit für Jungen mit langen Fußmärschen, Mutproben und zackigen Liedern.

So haben die „Schwarzen Adler“ beispielsweise ein eigenes Liederbuch (letzte Ausgabe von 1991), das in großen Teilen der Bündischen Szene gehandelt wird. Der rote Einband mit Frakturbeschriftung und schwarzem Adler gibt ein Liedgut preis, das neben vielen bekannten Volksliedern zahlreiche Kriegs-, Militär- und Ritterlieder enthält. Da darf denn auch die
„Deutsche Nationalhymne seit 1922“ (Kommentar zum Lied) mit allen drei Strophen und das Treuelied der SS-Rekruten „Wenn alle untreu werden ...“ nicht fehlen.

Michael Kellner

 

weiterer Bericht ....


 

Thomas M. Hofer
Gottes rechte Kirche.
Katholische Fundamentalisten auf dem Vormarsch., 256 Seiten Seiten
Ueberreuter Carl
EUR 19.90


Die Amtskirche schweigt zur zunehmenden Radikalisierung an ihrem rechten Rand, "innerkirchliche Sekte" gibt es für sie einfach nicht. Wie weit sich auch manche Gruppen in ihren Anschauungen und liturgischen Regeln vom 2. Vatikanum entfernt haben: Solange sie kirchlich anerkannt sind, sind sie auch in Ordnung. Dennoch: Die totalitäre Struktur der Gruppen und ihr Absolutheitsanspruch werden zur Gefahr für die Einheit der Kirche. Seit der konservativen Kirchenwende unter Papst Johannes Paul II. sorgen auch in Österreich einige "wertkonservative" Gemeinschaften für böses Blut: "Engelwerk" und Opus Dei" sind dabei nur die bekanntesten. Auch "Das Werk", die "Katholische Pfadfinderschaft Europas", das "Neokatechumenat" und die "Petrusbruderschaft" treten massiv für eine Rückbesinnung auf alte Autoritäten und Inhalte ein. Thomas M. Hofer stellt in seiner fundierten Reportage diese Gruppen vor. Er widmet sich den rechtskatholischen Medien wie "Der 13." und "Die weiße Rose", der neuen Priesterausbildung, die zusehends ohne "liberale" Fakultäten auskommt, und nicht zuletzt analysiert er die programmatische Annäherung zwischen FPÖ und Kirche.

 

Weitere Infos zum Buchinhalt...

Home