Lohn der Polemik

15. Dezember 2006

Offener Brief an Fredmund Malik

Lieber Herr Malik,

vor kurzem viel mir in der Bibliothek eines Kollegen Ihr Buch „Führen, Leisten, Leben“ auf. Spätestens seit Ihrem herzerfrischend polemischen Artikel „Aus dem Bauch - gegen die Wand“ in einer Ausgabe des Handelsblatts im Jahre 2001 ist mir Ihre Kritik an (all zu) intuitivem Management bekannt. Also blickte ich kurzerhand in das Register Ihres Buches und fand tatsächlich das Wort „Intuition“.

Da es sich - wie man an diesem Weblog unschwer erkennen kann - um meine Profession handelt, Intuition kritisch im Kontext von Wirtschafts- und Arbeitsleben weiterzuentwickeln und zu reflektieren, kann ich mir einige Bemerkungen nicht verkneifen.

Das erste Mal taucht Intuition auf Seite 163 im Zusammenhang mit der Interaktion von Geist und Gehirn auf. Sie schreiben, dass dieses „Gebiet … wohl wegen seiner Faszination auch eines der beliebtesten Tummelfelder für pseudowissenschaftlichen Schwachsinn (ist).“ Ich stimme Ihnen aus tiefster Überzeugung zu - und frage mich gleichzeitig, ob der Schuss nicht daneben geht. Diejenigen, die da unangemessen herumphilosophieren und ihr Halbwissen verbreiten, brauchen wir doch gar nicht ernst zu nehmen. Und soo viel schlechte Literatur über Intuition im Business gibt es nun auch wieder nicht.

Auf Seite 205 werden Sie über Ihre vorherigen kernigen Bemerkungen hinaus dann etwas genauer: Sie räumen ein, dass es so „etwas wie Intuition und mit ihr verbunden ein starkes Gefühl der subjektiven Gewissheit“ gibt. Ich würde an dieser Stelle vorschlagen, noch präziser hin zu schauen. Die Intuition, die Sie beschrieben haben, ist nur eine von vielen möglichen Erscheinungsformen. Gerade eine professionali- sierte Intuition kann nur als Hypothese und nicht als reflektorischer Instinkt verstanden werden, dessen wir uns sicher sein können.

Ein paar Zeilen weiter schreiben Sie, dass subjektive Gewissheit ein gefährlicher Ratgeber ist, denn sie kann genauso falsch wie richtig sein. Wohl wahr. Aber inwiefern unterscheidet sich von diesem Risiko eine verstandesgesteuerte Entscheidung, die bekanntermaßen eben- falls häufig ins Desaster führt? Wenn Sie aus dieser Argumentation heraus fordern, dass sich Führungskräfte nicht auf Ihre Intuition verlassen dürfen, dann frage ich mich, wieso sie sich auf Fakten und logische Schlussfolgerungen verlassen sollen? Woher wissen wir, dass die Zahlen, Daten, Fakten, die wir zur Grundlage unserer logischen Operationen machen, korrekt sind? Und wie schließen wir mit Sicherheit einen logischen Trugschluss aus?

Besonders spannend wird es dann ab Seite 221f, wo Sie Ihren geneigten Lesern plötzlich raten, sich auf ihre innere Stimme zu verlassen. „Wenn aber meine innere Stimme deutlich sagt: „Hier stimmt etwas nicht“, würde ich jede Möglichkeit wahrnehmen, noch einmal von vorne zu beginnen.“ Ups, ich staune nicht schlecht. Das finde selbst ich ein wenig gewagt und arg allgemein formuliert. Plötzlich mangelt es Ihnen am kontextspezifischen Blick: Sie würden „jede“ Möglichkeit wahrnehmen - tatsächlich jede? Und das nur, weil Sie an die subjektive Gewissheit Ihrer Intuition glauben, die Sie gerade mal 17 Seiten vorher zu demontieren versuchten? Damit nicht genug: Sie würden auch gleich noch „von vorne“ beginnen. Warum dieser radikale Schritt? Wäre es nicht etwas umsichtiger (und professioneller), erst einmal genauer hinzuschauen: auf Ihre Intuition respektive innere Stimme und auf das, worauf sie sich bezieht? Irgendwie beißt sich diese Sicht mit Ihrer ein paar Zeilen später gegebenen Empfehlung „äußerster Zurückhaltung“.

In der Zukunft würden Sie mich überraschen, wenn Sie einen fundierteren und vor allem differenzierteren Blick auf Intuition in professionellen Kontexten werfen würden. Aus meiner Sicht ist das Thema zu komplex und vor allem zu bedeutsam (auch im Sinne intuitiver Fehlurteile), um es so ruck zuck abzuhandeln. Natürlich erwarte ich von Ihnen kein Grundlagenwerk über Intuition im Business, schließlich sind sie Management- und nicht Intuitionsexperte. Aber vielleicht etwas mehr Bescheidenheit über ein Thema, dass mehr ist, als eine Randnotiz.

Mit besten Grüßen nach St. Gallen

Andreas Zeuch

Hörtipp:
“Das Abenteuer Intuition” - Podcasts von Dr. Andreas Zeuch

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Wikipedia: Wie Nichtwissen multipliziert wird

28. November 2006

Natürlich kennen Sie Wikipedia. Wenn nicht, dann klicken Sie einfach hier und lernen sie dieses interaktive Lexikon im Internet kennen. Entdecken Sie, wie jedermann Begriffe wie „Intuition“ und tausende von anderen Wörtern mit definieren kann und darf.

Für mich ist dieses Phänomen einer kollektiv gestalteten Enzyklopädie unter der Perspektive von Nichtwissen außergewöhnlich interessant. Von den einen wird „Wiki“ (in der liebevollen Kurzform) als neue demokratische Form von Wissenserzeugung gefeiert, während andere dieses Vorgehen doch eher kritisch sehen. Um es vorwegzunehmen: Ich stimme natürlich beiden Seiten zu, ein deutliches sowohl als auch!

Wissen, Halbwissen & Gar-nicht-wissen
Die beiden Grundmechanismen, wie Nichtwissen entsteht, sind im Grunde einfach: Bei Wikipedia kann jeder sein „Wissen“ ins Netz stellen und wird dann von tausenden Interessierten gelesen. Auf welcher Grundlage dieses Wissen basiert, ist dabei völlig unerheblich. Schließlich besteht der Witz ja darin, dass man eben keine Eingangs-Expertenprüfung bestehen muss, um schreiben zu dürfen. Somit ist allen Bullshittern, Dilettanten und Möchtegern-Wissenden Tür und Tor geöffnet, ihr profundes Halb- oder Gar-nicht-wissen auf hochpotente Weise zu multiplizieren.

Darüber hinaus finden natürlich auch die üblichen Schlammschlachten von Kontrahenten statt, die die virtuelle Plattform als neue Bühne nutzen, um ihre Konkurrenzkämpfe auszufechten. Da werden Beiträge anderer gelöscht, Links verschwinden (ist mir selber passiert: irgend- jemand hat penetrant immer wieder ein von mir gesetztes Link gelöscht) und anderer intelligenter Späße mehr. Sie sehen: Eine weitere Möglichkeit, Nichtwissen aktiv zu produzieren.

Offenheit: Schwäche und Stärke zugleich
Für Wikipedia spricht wiederum die aktive Erzeugung von Nichtwissen in von Experten kontrollierten Medien: Das, was der Experten- oder wissenschaftlichen Gemeinschaft gerade nicht in den Kram passt (oder ins Paradigma, um mit Thomas Kuhn zu sprechen), wird einfach ausgeblendet. Aus der (Wissenschafts-) geschichte kennen wir alle genügend Beispiele: Gallileo, Keppler, Kopernikus etc. Es gilt der Einfachheit halber die Palmström‘sche Weisheit: „Was nicht sein darf, das nicht sein kann“. Heute könnten Gallileo und Co. einfach ihre genialen Einsichten ins Netz stellen und jeder könnte sie lesen.

Da stellt sich nur die größte aller Preisfragen: Wie können wir in einem anarchisch strukturierten Internet Qualität sichern und destruktiv wirkendes Nichtwissen vermeiden?

Ihnen einen angenehmen November

Andreas Zeuch

Link zum Thema
Heinz Koch: Wikipedia und weltanschauliche Kämpfe

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Podcast: Das Abenteuer Intuition

23. November 2006

“Das Abenteuer Leben” ist eine Gruppe von Experten, die in regel- mässigen Abständen (wöchentlich oder 14-tägig) Inhalte aus ihren jeweiligen Spezialgebieten in Form von ca. 15 minütige Audio-Clips (sog. “Podcasts”) produzieren und kostenlos im Internet anbieten. Ab sofort gibt es hier nun auch einen Podcast-Kanal zum Thema “Intuition”.

In meinem Podcast-Kanal „Das Abenteuer Intuition“ erfahren Sie neues rund ums Thema Intuition: Ist Intuition eine Gabe oder verfügt jeder darüber? Wann kann ich mich auf sie verlassen, wann besser nicht? Wie kann ich sie weiterentwickeln? Ist Intuition auch beruflich nutzbar und wenn ja, wozu? Wie können wir Intuition erklären? – Sie merken schon, es gibt viele Fragen. Hier finden Sie bestimmt nicht alle, aber sicherlich viele Antworten und Anregungen, wie Sie Ihre Intuition entwickeln, kultivieren und effektiver nutzen können.

Das Abenteuer Intuition mit Andreas Zeuch

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Ich spiegele, also bin ich

7. September 2006

Vor geraumer Zeit sprach mich eine Kollegin auf sogenannte „Spiegelneuronen“ an und fragte, ob ich etwas darüber wüsste. Damals ist mir noch nichts von derartigen Neuronen zu Ohren gekom- men und ich hatte eher den Eindruck, dass es sich um eine Erfindung ausgebuffter Esoteriker handelte. Weit gefehlt. „Spiegelneuronen“ basieren auf seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen:

Affentheater
Das, was der italienische Neurologe Prof. Dr. Giacomo Rizzolatti mit seinem Team in den letzen Jahren unter dem Begriff „Spiegel- neuronen“ veröffentlicht hat, ist auch für das Thema Intuition von besonderer Bedeutung. Er und sein Team führten diverse Experimente durch, bei denen sich fundamentale neurologische Mechanismen von Einfühlung in Mitmenschen zeigten: Bei einem Affen, der einen Artgenossen beim Greifen nach Futter beobachtete, wurden dieselben Areale im Gehirn aktiviert, als wenn er selber aktiv wäre. Das war an sich schon verblüffend, aber es kommt noch besser. In einem ausgeklügelten weiteren Experiment hörte der beobachtende Affe im Dunkeln nur noch, wie sein Gegenüber das Futter aus knisterndem Papier auspackte. Er wusste (durch vorheriges Beobachten), dass das Geräusch mit dem Auspacken des Futters verbunden war. Selbst dieses Geräusch reichte aus, um die entsprechenden Hirnareale zu aktivieren. Letztendlich führte, diesmal wieder ohne Papier, nur die Andeutung der entsprechenden Bewegung vor einem Teilsichtschutz zur Stimulation der gleichen Hirnareale. (Literaturhinweis. Das Buch „Warum ich fühle, was du fühlst“ von Joachim Bauer finden Sie übri- gens auch im Rezensionsbereich dieses Blogs.)

Im täglichen Geschäft
So stellt sich die Frage: Was hat dieses „Affentheater“ mit Intuition im Business zu tun? Zunächst ist es ein weiterer Beleg und eine Erklärung für menschliches Einfühlungsvermögen. Es macht verständlich, warum wir bei unseren Mitmenschen etwas erahnen, was noch gar nicht passiert ist (was häufig zu mystischen Interpretationen führte). Aus meiner Sicht ist jedoch besonders entscheidend, dass wir automatisch spiegeln, uns also in andere Menschen hineinversetzen, ob wir wollen oder nicht. Wir haben einen neurologischen Mechanismus eingebaut, der Empathie selbstverständlich erscheinen lässt. Allerdings ist Empathie nicht angeboren. Wenn Spiegelneurone in der frühesten Kindheit nicht trainiert werden, führt dies zu einem Verlust der Empathie. Use it or lose it.

Durch diesen Automatismus wird des weiteren deutlich, dass Intuition – also in diesem Fall das Erahnen und Voraussehen – auch fehlgeleitet werden kann: Durch unsere Erfahrungen lernen wir, bestimmte Handlungen als Teil einer umfassenderen Handlung wahrzunehmen. Der Beginn einer Handlung kann aber auch zu einer anderen Handlung führen, als wir es gewohnt sind und damit erwarten. Wir kommen zu einer falschen Schlussfolgerung – und dass unbewusst in Bruchteilen von Sekunden.

In Teamsitzungen, Meetings, Mitarbeitergesprächen und ähnlichem mehr sind täglich unsere Spiegelneuronen aktiv und versetzen uns in unsere KollegInnen, Mitarbeiter oder Chefs. Dieser Automatismus ist Ressource und Problem gleichermaßen. Wir können ihn einfach geschehen lassen oder ihn aktiv zu unseren Gunsten professio- nalisieren. Das Ergebnis ist ein intensiviertes Einfühlungsvermögen, das in allen beruflichen Situationen produktiv genutzt werden kann.

Buchrezension “Warum ich fühle, was du fühlst”

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Ein Curriculum medizinischen Nichtwissens

6. September 2006

Wie schon bei meinem Beitrag „Mit dem Bauch sehen“ kommt einmal mehr ein innovativer Ansatz aus den USA: Diesmal zum Umgang mit Nichtwissen in der Medizin.

Nichtwissen als Leitgedanke
Die Medical School der Universität von Arizona veranstaltet ein „Curriculum on Medical Ignorance“ in Verbindung mit dem „Summer Institute on Medical Ignorance“. Ja, Sie haben richtig gelesen. Es handelt sich um keinen Scherz von mir, und damit Sie sich selbst überzeugen können, hier die entsprechenden Links:

In einem hoch wissensbasierten Tätigkeitsfeld wie der Medizin, in der selbst die einzelnen Fachdisziplinen wie Neurologie, Kardiologie und Pädiatrie durch die Fachärzte nicht mehr in ihrem gesamten Umfang gewusst werden können, entsteht permanent neues Nichtwissen. In der deutschen Medizin wird diese Tatsache bislang ignoriert. Nichtwissen wird aus der Agenda wichtiger Probleme ausgeblendet, so dass Nichtwissen über Nichtwissen mehr oder weniger aktiv erzeugt wird. Das es auch anders geht und Nichtwissen ein innova- tionsförderlicher Prozess werden kann, zeigen die Leiter des Curriculum on Medical Ignorance.

Nichtwissen wird zur Quelle von Innovationen
Am Anfang einer jeden neuen Entwicklung stehen Fragen und – etwas pathetischer formuliert – Erstaunen. Wissen, also Antworten, sind das Ergebnis und nicht der Ausgangspunkt. Wenn sich Pasteur nicht über die Pilzkulturen in seinen Reagenzgläsern gewundert hätte und sich nicht die richtigen Fragen gestellt hätte, hätten wir heute vermutlich nicht das Penicillin.

Deutscher Mangel
Das Medizinstudenten durch das Studium näherungsweise auf den jeweiligen Stand des Wissens gebracht werden, ist die Voraussetzung ihrer späteren ärztlichen Tätigkeit. Dazu dienen bei uns in Deutschland im Bereich von Faktenwissen vor allem Klausuren im Multiple Choice Verfahren: Auf eine Frage gibt es mehrere mögliche Antworten, wobei verschiedene Kombinationen richtig sein können. Eine Antwort, mehrere Antworten oder alle oder keine Antwort. Prozesswissen wird mittlerweile vorwiegend durch sogenannte „OSCE“-Prüfungen erhoben (Objective Clinical Structured Examination, die übrigens – welch Überraschung – ebenfalls aus dem anglo-amerikansichen Raum kommen). Was aber wird getan, damit die StudentInnen erstens lernen, mit ihrem zwangsläufig immer wieder auftauchenden Nichtwissen umzugehen und zweitens, um effektives Fragen zu erlernen? Die leidige Antwort: Bislang fast nichts. In kompetenz- bezogenen Lehrveranstaltungen, beispielsweise zur Arzt-Patient- Kommunikation oder körperlichen Untersuchung, taucht Nichtwissen natürlich immer wieder auf, wird aber möglichst schnell durch entsprechende Antworten beseitigt. Nichtwissen als eigenständiges Phänomen wird nicht berücksichtigt. Die leitenden Fragen in den Doktorarbeiten sind häufig vom jeweiligen Doktorvater formuliert. Der sucht dann meist nur noch einen Studenten, um die Hausaufgabe zu erledigen, diese Fragen in prüfbare Hypothesen zu gießen und passende Methoden zu finden und durchzuführen.

Transfer ins Business
Somit stellt das Curriculum on Medical Ignorance eine intelligente Lösung dar. Sie kann über die Problematik medizinischer Ausbildung hinaus auch für Unternehmen ein Vorbild im Umgang mit Nichtwissen sein. Denkbar wären zum Beispiel Communities of Practice, die das Nichtwissen einer Firma dauerhaft in einem angemessenen Rahmen thematisieren. Auf diese Weise könnte Nichtwissen ressour- censchonend durch ein selbstorganisiertes Verfahren bearbeitet werden. Diese regelmäßigen Veranstaltungen könnten durch punk- tuelle Nichtwissens-Konferenzen oder –Meetings ergänzt werden, in denen beispielsweise projektbezogenes Nichtwissen erörtert wird: Was ist relevantes, was irrelevantes Nichtwissen, welche Fragen sind leitend, was wurde übersehen? Wie würden Sie vorgehen?

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Schlappe „Alpha-Faktoren“: Eine Provokation in drei Schritten

3. August 2006

Ein paar Stunden vor meinem Urlaubsbeginn noch ein kurzer Beitrag: Im Focus vom 10. Juli lautete das Titelthema: „Was Menschen erfolg- reich macht“. Der Focus befragte Experten „nach der Psyche und den Kniffen der Gewinner“. Heraus kamen folgende 9 Faktoren:

1.) Macht und Führungsmotivation, 2.) Leistungsmotivation, 3.) Kon- takt- Kommunikationsstärke, 4.) Selbstdarstellung / Bürotaktik, 5.) Ner- venstärke, 6.) Gewissenhaftigkeit, 7.) Integrität, 8.) Intelligenz sowie unter 9.) Fachwissen. Die Auflistung wirkt auf den ersten Blick plausi- bel. Über eines wunderte ich mich nur: Die hartnäckige Ignoranz pro- fessioneller Intuition. Um zu illustrieren, was ich meine, nur ein paar Fragen:

Schritt 1: Setzt das Erstreben und Erhalten von Macht nicht ein gutes Gespür für richtige Zeitpunkte und Konstellationen voraus? Wie setzen Führungskräfte ihre Führungsmotivation effektiv ein, ohne Widerstand zu erzeugen?

Schritt 2: Wieso sind manche Menschen leistungsmotivierter als an- dere? Welche Rolle spielt das subjektive Sinnerleben in ihrer Arbeit? Und wie findet man Sinn – durch Nachdenken oder durch Erspüren?

Schritt 3: Beinahe jeder hat schon an Kommunikations- und Rheto- riktrainings teilgenommen. Tolle Werkzeuge, die man dort lernt: Offene, geschlossene oder zirkuläre Fragen, Paraphrasieren, Nonver- bale Kommunikation, Spiegeln etc. Aber: Wann setzt man welches dieser Werkzeuge in welcher Intensität in kommunikativen Situation ein? Gibt es Rezepte?

Sie merken schon: Intuition spielt in allen Bereichen eine Rolle, ich spar mir an dieser Stelle eine Auflistung aller Faktoren. Drei sollen genügen. Ohne das entsprechende Fingerspitzengefühl, Gespür oder eben Intui- tion bleiben die „Alpha-Faktoren“ schlappe Gestalten, die niemandem zu einer besonderen Karriere verhelfen.

Herzliche Grüße

Andreas zeuch

Intuition in (fast) aller Munde

2. August 2006

Am 22. Juni 2005 widmete sich der SWR1 dem Thema “Intuition - Denken mit dem Bauch”. In der Sendung wurde Intuition sowohl im Privatleben als auch im Beruf untersucht. Ich hatte das Vergnügen, mit einem Telefoninterview einen kleinen Beitrag zu Intuition im Arbeits- leben beitragen zu dürfen.

SWR1: “Intuition - Denken mit dem Bauch”

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Geben Sie einmal “Nichtwissen” bei Google ein: 4.520.000 Treffer in 0,4 Sekunden. Noch Fragen?

3. Juli 2006

Diejenigen unter Ihnen, die Interesse an einer ungewöhnlichen und frischen Wirtschaftszeitschrift haben, werden viel Freude mit GDI Impuls haben, dem Wissensmagazin für Wirtschaft, Gesellschaft und Handel. Diese Zeitschrift wird vom Gottlieb-Duttweiler Institut in der Schweiz herausgegeben. In der neuesten Ausgabe finden sie meinen Artikel «Geben Sie ‹Nichtwissen› bei Google ein: 4 520 000 Treffer in 0,4 Sekunden. Noch Fragen?» (PDF) - (Link zur HTML-Version)

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Mit dem Bauch sehen: Intuition in der deutschen Medizin

28. Juni 2006

Im Juni war ich in einem Krankenhaus und habe mit Führungskräften aus der Pflege einen Intuitionsworkshop durchgeführt. Die Bedeutung der Fortbildung für die Arbeit wurde anschließend folgendermaßen bewertet, wobei die Skala von „sehr wichtig“ über „wichtig“ und „weni- ger wichtig“ bis zu „unwichtig“ reichte: 57% befanden die Veran- staltung als „sehr wichtig“ und 43% als „wichtig“. Niemand beurteilte die Arbeit an der eigenen professionellen Intuition für weniger oder gar unwichtig. Weiterempfehlen würden die Fortbildung 85%. Die verbleibenden 15% würden die Fortbildung lediglich deshalb eingeschränkt weiterempfehlen, weil sie zu kurz gewesen sei.

Die Kunst des Sehens
Diese Bewertungen scheinen mir zu einem kleinen Artikel zu passen, der vor kurzem im Spiegel Nr. 24 / 2006 vom 12. Juni zu lesen war: „Die Kunst des Sehens“ von Gerald Traufetter. Dort ging es um die Schulung der Beobachtungsgabe bei New Yorker Medizinstudenten. Zweifelsohne ist Beobachtungsgabe im Kontakt mit Patienten, Angehörigen und den Kollegen aller Professionen für Ärzte und Pflegepersonal gleichermaßen wichtig. Wie Traufetter zu Recht feststellt, werden Medizinstudenten (und Pflegeschüler) von einer Flut an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen überrollt, die keinen Platz mehr lässt, die intuitive Beobachtungsgabe zu schulen.

Deutschland hinkt mal wieder hinterher
Das führte dazu, dass die findigen Amerikaner uns Deutschen mal wieder einen Schritt voraus sind: Da wo wir stolz sein können, endlich das Konzept der Standardisierten Patienten zumindest an einigen deutschen Unis eingeführt zu haben, wird in Amerika bereits an Kunstwerken unter der Führung von Kunstpädagogen der intuitive Blick geschult. Ich weiß wovon ich rede: Von 2001 – 2003 hatte ich die Ehre, das erste deutsche Pflichtmodul „Medi-KIT“ zur Arzt- Patient-Kommunikation am Uniklinikum in Heidelberg mitzuentwickeln und in das Reformcurriculum HEICUMED miteinzuführen. Wir rekrutier- ten und trainierten Schauspieler, die Patienten auf standardisierte Art mit verschiedenen Krankheitsbildern in Unterricht und Prüfungen simulieren. Nur wer die Prüfung bestand, kam ins nächste Semester.

Intuition ist für deutsche Medizin-Fakultäten kein Thema
Die Intuition und deren Professionalisierung war jedoch auch in HEICUMED nie Thema. Viele andere deutsche medizinische Fakultäten ringen immer noch mit sich, ihren Lehrkomitees, den Finanzen und bürokratischer Viskosität, um überhaupt erst einmal das Thema Kommunikation zu professionalisieren. Intuition ist in deutschen Lehrplänen noch Lichtjahre entfernt davon, für wichtig befunden zu werden.

Blinde Flecken
Dies entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Schließlich müssten Ärzte am besten wissen, dass ihre Entscheidungen und Handlungen immer auch von ihren Emotionen und Intuitionen beeinflusst werden. Das Intuition dabei vor- und nachteilig ist, wird schon seit vielen Jahren in diversen medizinischen und pflegerischen Studien ausführlich dargestellt. Wir dürfen deshalb als Patienten gespannt sein, wann sich diese wissenschaftliche Erkenntnis auf die Lehrpläne durchschlägt. Oder wollen Sie lieber von Ärzten diagnostiziert und behandelt werden, die sich weder mit dem Potential noch den Risiken ihrer Intuition beschäftigt haben?

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Intuition: Zu weich fürs harte Projektgeschäft?

25. Juni 2006

Allen, die viel mit Projekten zu tun haben, sei das Online-Journal www.projektmagazin.de empfohlen. Dort finden sich zahlreiche Artikel zu Fach- und Soft-Skill Themen, die für moderne Projektarbeit wichtig sind. Aktuell finden Abonnenten dort meinen Artikel „Intuition: Zu weich fürs harte Projektgeschäft?“.

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