Das nackte Leben






05.April 2007, 6:00 Uhr

Der erste Mann, der Sarah zeigte, wie groß die Welt sein kann, war Michael Jackson. Es war 1997, während seiner “History“-Tour, als die damals 17-jährige Sarah Lewe bei einem Konzert in Bremen zu dem Heuler “Heal The World“ mit ein paar anderen Jugendlichen auf die Bühne durfte. Nach dem Song gab es eine kurze Pause. Sarah wartete mit den anderen am Bühnenrand auf den Betreuer, der sie abholen sollte. Am anderen Rand zog sich der selbst ernannte King of Pop um. Ohne nachzudenken lief Sarah zu ihrem halbnackten Idol, umarmte ihn und gestand erstmals einem Mann ihre Liebe: “Er nahm mein Gesicht in seine Hände und sagte ‘I love you too‘.“ Dann wurde sie von den Sicherheitsleuten weggezogen. Beim Konzert am nächsten Tag hatte sie Hausverbot.

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Ein Erweckungserlebnis, sagt sie. “Spätestens ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich mein Leben lang nichts anderes machen will als Musik – und dass diese Musik raus in die Welt soll.“ Erfolg nimmt manchmal seltsame Wege. Vor allem in der Rückschau. Da geben Wunsch und Wille einander die Hand, und plötzlich steht man im Studio und singt “Leise rieselt der Schnee“.

Das war 1999. Sarah hatte ein Demoband an verschiedene Plattenfirmen geschickt. Der Produzent George Glueck hörte es und war begeistert: “So eine Stimme hatte ich bis dahin in Deutschland nicht gehört. Ich war gefesselt. Und als sie dann das erste Mal vor mir stand, war ich mir sicher: Hier steht ein Star“, erinnert sich der Mann, der damals immerhin schon 20 Jahre im Geschäft war und unter anderem Rio Reiser, die Rainbirds und die Prinzen in die Hitparade geführt hatte. Gluecks Plattenlabel X-cell Records nahm Sarah sofort unter Vertrag. Ein Jahr vor dem Abi schmiss sie die Schule und zog mit 19 Jahren von zu Hause aus. Vater Michael, Werbetexter, und Mutter Soraya, Hausfrau, waren nicht begeistert.

Wcylef Jean lobte ihren schönen Hintern

Es dauerte nicht lange, bis sie wieder von ihr hörten. Immer wenn sie das Radio einschalteten. Oder den Fernseher. “Let‘s Get Back To Bed – Boy!“ hieß der Song, ein wenig subtiles Duett mit dem Rapper TQ. Aber er ging durch die Decke, und das Mädchen aus Delmenhorst war ein Star. Wer sich fragte, warum, bekam wenig später “From Sarah With Love“ nachgeliefert, eine Ballade, die so gar nichts von der Saccharin-Süße heimischer Schmachtfetzen hatte und eine Ahnung davon gab, wie international deutscher Pop klingen kann.

Das Lied hielt sich wochenlang auf der Spitzenposition, verkaufte sich 750 000 Mal, und Sarah gewann so ziemlich jeden Preis, der in Europa fürs Musikmachen vergeben wird. Im fernen Amerika neigte sogar der Grammy-Gewinner Wyclef Jean respektvoll sein Haupt und befand: “Ich sehe Sarah Connor in einer Reihe mit Whitney Houston und Alicia Keys – und einen schönen Hintern hat sie auch.“

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