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Tiefseebergbau

Während der Forschungsfahrt SO-79 mit RV Sonne im Pazifik geborgene Manganknolle Während der Forschungsfahrt SO-79 mit RV Sonne im Pazifik geborgene Manganknolle
Quelle: BGR

Manganknollen bilden sich auf dem Grund des Ozeans. Sie enthalten durchschnittlich einen Anteil von rund 25 Prozent Mangan, beigemengt sind aber auch rund 3 Prozent Kupfer, Nickel oder Kobalt.

Diese Wertmetalle bilden eine bedeutende Rohstoffquelle für die Zukunft.

Die BGR hat sich bereits in den 1970er Jahren an der Erforschung der Manganknollen in der Tiefsee beteiligt. Forschungskampagnen von Instituten wie auch Industrieunternehmen zahlreicher Länder ergaben dabei, dass das Gebiet nördlich des zentralen äquatorialen Pazifik besonders reich an Manganknollen ist (der so genannte Manganknollengürtel zwischen den Clarion- und Clipperton-Bruchzonen). Nach Einschätzung dort engagierter Rohstofffirmen waren die Belegungsdichte und die Gehalte an Wertmetallen hoch genug, um einen kommerziellen Abbau der Knollen zu erwägen. Industrielle Aktivitäten wurden dann bis zum Testabbau vorangetrieben. Das Interesse der Industrie erlahmte jedoch rasch, als in den 1980er Jahren der Rohstoffpreis für Wertmetalle, die in den Manganknollen enthalten sind, durch die Erschließung neuer Lagerstätten an Land einbrach. Dadurch war ein möglicher Tiefseebergbau nicht mehr wirtschaftlich.

Heute gewinnen die pazifischen Manganknollen-Vorkommen wieder neues Interesse. Die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA), die die Bodenschätze der Tiefsee im Auftrag der Vereinten Nationen verwaltet, hat bereits acht Lizenzgebiete für Manganknollen-Abbau an Vertragspartner aus verschiedenen Ländern vergeben. Bisher findet allerdings kein Abbau statt.

Die BGR hat im Jahr 2005 selbst einen Antrag zur Exploration von Manganknollen gestellt, der von den politischen Gremien der Vereinten Nationen auch positiv beschieden wurde. Am 19. Juli 2006 wurde dann in Berlin der Lizenzvertrag mit der Internationalen Meeresbodenbehörde unterzeichnet.

Die BGR wird in den kommenden Jahren das Lizenzgebiet erkunden, um zu einer fundierten Einschätzung seiner Lagerstättenqualitäten zu gelangen.

Lizenzgebiete zur Explorationen von Mangan-KnollenLizenzgebiete zur Explorationen von Mangan-Knollen
Quelle: ISA

Kontakt:

Dr. Michael Wiedicke-Hombach
Tel.: +49-(0)511-643-2793
Fax: +49-(0)511-643-2304
E-Mail: m.wiedicke@bgr.de



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