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Band II (1990)Spalten 306-307 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

GREGOR III., Papst, Heiliger, 10.12. 741 in Rom. - G. war ein Syrer von Geburt und Priester an S. Crisogono. Er gelangte am 18.3. 731 als Nachfolger Gregors II. (s. d.) auf den Stuhl Petri. G. ist nächst seinem Vorgänger der bedeutendste Papst des 8. Jahrhunderts und bekannt durch den Bilderstreit und seine Verbindung mit dem angelsächsischen Missionar Wynfrith Bonifatius (s. d.). Der oströmische Kaiser Leo III. (s. d.) verbot 726 die Bilderverehrung und gebot die Entfernung aller heiligen Bilder aus den Kirchen. Damit entfesselte er die byzantinischen Bilderstreitigkeiten. Das Volk spaltete sich in zwei Parteien: die Bilderverehrer und die Bilderstürmer. Ein zweites bilderfeindliches Ediket erfolgte 730. Wie G. II., so trat auch G. III. entschieden für die Bilderverehrung ein. Wiederholt bemühte er sich durch Gesandtschaften an Leo III. um die Zurücknahme seiner bilderfeindlichen Erlasse. Der Kaiser aber blieb fest. Als G. im November 731 auf einer römischen Synode alle Bilderstürmer exkommunizierte, sandte Leo III. eine Flotte nach Italien, die aber auf dem Adriatischen Meer zugrunde ging. Nun wandte der Kaiser andere Mittel an: er beraubte den Papst eines großen Teils seiner Einkünfte, indem er die Diözesen in Unteritalien und auf Sizilien und das unter dem Vikariat von Thessalonich stehende östliche Illyrien von der Unterordnung von Rom losriß und diese Gebiete in den Sprengel des Patriarchen von Konstantinopel eingliederte. G. brach daraufhin den Verkehr mit Byzanz ab. Zum Schutz gegen die Langobarden schloß der Papst ein Bündnis mit den lombardischen Herzögen von Benevent und Spoleto. Als der Langobardenkönig Liutprand 739 gegen Rom zog, wandte sich G. in seiner Not mit der Bitte um Hilfe an den fränkischen Hausmeister Karl Martell, der aber eine militärische Intervention ablehnte. Auch ein zweiter und dritter Hilferuf des Papstes war vergeblich. Wie G. II., so förderte auch G. III. die missionarische Wirksamkeit des Wynfrith Bonifatius. Er ernannte ihn 732 zum Erzbischof und verlieh ihm das Recht, in Deutschland nach Belieben Bistümer zu gründen. Als Bonifatius 738 zum drittenmal nach Rom reiste, bewog ihn G., seine sächsischen Missionspläne aufzugeben und als päpstlicher Vikar die Organisation der bayrischen und alemannischen Kirche zu übernehmen. - G. wird als Heiliger verehrt. Sein Fest ist der 28. November. Lii.: LibPont I, 415 ff.; - Jaffé I, 257 ff.; - MPL 89, 597 ff.; -Rudolf Baxmann, Die Politik der Päpste v. Gregor I. bis Gregor VII, I. 1868, 209 ff.; - Josef Langen, Gesch. der röm. Kirche II, 1885, 618 ff.; - Louie Duchesne, Les premiers tempe de l'État pontifical (754-1073), Paris 1898 (19123); - Ludo Moritz Hartmann, Gesch. It. im MA 11/2, 1903, 169 ff.; - Agostino Saba, Stonia dei Papi, Turin 1936, 304 ff.; - Ottorino Bertolini, Roma di fronte a Bisanzio e ai Longobardi, Bologna 1941, 453 ff.; -Ferdinand Gregorovius, Gesch. der Stadt Rom im Ma, neu hrsg. v. Waldemar Kampf, I, 1953, 349 ff.; - Walter Ullmann, The Growth of the Papal Government in the Middle Ages. A Study in the theological Relation of Clerical to Lay Poper, London 1955 (19622), 45 ff.; - Paolo Rabikauskas, Papstname u. Ordnungszahl, in: RQ 51, 1956, 1 ff.; - Klemens Honselmann, Der Brief G.s III. an Bonifatius über die Sachsenmission, in: HJ 76, 1957, 83 ff.; - Pio Paschini - Vincenzo Monachino, I Papi nella storia I, Rom 1961, 234 ff.; - BS VII, 290 ff.; - MartRom 553; - MG Epp III, 290 ff. 703 ff.; - Mann I/2, 203 ff.; - Caspar II, 664 ff. u. ö.; - Haller I, 358 ff.; - Seppelt II, 102 ff.; - LexP 49; - Haurk I, 484 ff. 498 ff. 506 ff.; - DThC VI, 1785 ff.; - EC VI, 1127 f.; - LThK IV, 1181 ff.; - NCE VI, 770 f.; - RE VII, 91 f.; - RGG II, 1838.

Friedrich Wilhelm Bautz

Literaturergänzung:

Franz Alto Bauer, D. Bild d. Stadt Rom im Frühmittelalter. Papststiftungen im Spiegel d. Liber Pontificalis von Gregor d. Dritten bis zu Leo d. Dritten. Wiesbaden 2004.

Letzte Änderung: 20.01.2006