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Bohse von Christoph aus München

Ein Kultauto der besonderen Art ist der auf einem original-sowjetischen Lada 1200 (VAZ 2104) basierende Bohse EuroStar.

Es handelt sich bei diesem Auto um das Objekt der Begierde eines kleinen Autoherstellers aus dem Emsland, der in den späten 80er Jahren das optimale Lada-Dasign-Tuning im Cabriobau versucht hat. Daran ist die Firma dann wohl auch in Insolvenz gegangen: Es rechnet sich einfach nicht, ein billiges Auto in teurer Handarbeit zu einem Cabrio umzufunktionieren.

Glücklich kann sich schätzen, wer einer der vielleicht 35 Besitzer eines solchen Vehikels ist: Flirtfaktor 500. Ich habe mit diesem Wagen noch jedes Mal an der Ampel neben mir neue Leute kennen gelernt. Von Fragen nach dem Motto "Was ist denn das für ein Wagen? Wie schnell ist der? Was kostet er?" bis hin zu Zetteln mit Handynummern ("Ruf mich mal an.") war alles vertreten.

Mit einem Plaste-Aufbau ohne Dach und ohne Türen (und im Gegensatz zum Jeep auch ohne Türkette), mit einem vollen Durchblick von der Fahrereinstiegs- bis zur Beifahrerausstiegsseite fällt man im Stadtverkehr garantiert auf. Nach einem Ferrari dreht sich auf Münchens Prachtmeilen wie dem Leopoldhighway oder der Ludwig Avenue doch niemand mehr um - nach einem Bohse hingegen schon.

Auffällig ist auch die äußere Form, die ungefähr so aussieht, wie ein Kindergartenkind ein Auto malt: mehrere viereckige Schachteln mit kleinen runden Dingern unten dran. Farblich gibt es die Auswahl zwischen sowjetweiß, sowjetdunkelgrün, sowjetdunkelrot und sowjetdunkelblau.

Weiß ist noch am schönsten. Metallic gibts nicht, weil das gesamte Außenmaterial eher aus dem Bootsbau stammt und folglich aus leichtem Kunststoff geformt ist. Die akustischen Eigenschaften dürften ähnlich sein wie bei einem Plastikkanister oder einem Kajak: Mit eingebauten Lautsprechern verwandelt sich das Chassis in einen Riesen-Resonanz-Boden. So lässt sich der Wagen mit Hilfe eines CD-Autoradios unkompliziert in eine lustige Karaoke-Anlage umfunktionieren.

Wichtiges Extra ist das Verdeck, bestehend aus zwei Dachplatten, zwei Türplanen und einer Heckscheibenplane mit halbdurchsichtigen Fensterfolien. Befestigt wird das Ganze mit Hilfe von sechs Gummibändern, vier Schekeln, 18 Druckknöpfen, zwei Klettbändern und zwei Reißverschlüssen.

Am besten, man beobachtet während der Fahrt immer den Himmel und fängt dann rechtzeitig an, sein Auto wasserdicht zu machen ... Bei ungünstigerer Witterung wie Kälte und Nässe gleichzeitig kann der Verdeckaufbau auch schon mal zehn Minuten dauern.

Dank der sibirischen Heizung macht übrigens auch im Winter das Cabrio Fahren Spaß.

Allerdings sollte man nicht schneller als ca. 120 km/h fahren: Ab diesem Tempo beginnen nämlich durch den seitlichen Fahrtwind-Durchzug durch die Türöffnungen die hinteren Fußmatten abzuheben und unter den Vordersitzen hindurch nach vorn zu schweben. Im übrigen trägt auch der ebenso gemütlich-leistungsschwache wie robuste Motor dazu bei, dass sich Tempolimits gern einhalten lassen.

Serienmäßiges Sonderzubehör sind zwei (nutzlose, weil windige) Aschenbecher hinten.

Moderne Sicherheitsfunktionen wie Airbag, ABS, Seitenaufprallschutz, Knautschzone fehlen. Selbst die hinteren Becken-Sicherheitsgurte mussten nachträglich eingebaut werden. Aber dieses Auto fährt man sowieso nur defensiv, um dafür viele Jahre lang damit seine Freude zu haben.

Und rüstig sollte man auch sein: Vorne kann man noch mit einem kleinen Hüftaufschwung über die Bordkante einsteigen. Aber wer schon mal einen ausgewachsenen Golden Retriever mit Cabriobrille über das fehlende Heckfenster auf die Rücksitzbank gehievt und festgegurtet hat, weiss, was Knochenarbeit ist.

Ein regulärer Ladenpreis lässt sich nicht beziffern. Der Neupreis von DM 6.800 aus der Konkursmasse der Firma Bohse ist inzwischen einem frei verhandelbaren Wert gewichen.

EuroStar BJ 1990 Aufbau sowjetisch-weiß, Unterbodengruppe sowjetisch-hellblau - Autoradio samt Lautsprechern eingebaut, komplette Hohlraumversiegelung - Update: jetzt hohlraumwachsschwarz


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