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Emil Bieber
(eigtl. August Emil Julius Berlin)
Fotograf

Geb. 1.8.1878 in Hamburg
Gest. 29.4.1962 in Kapstadt/ Südafrika

 
   

"Bitte lächeln, Majestät!" Mit dieser Überschrift lud das Hamburger Abendblatt seine Leser am 25. Januar 1958 zu einer "Reise in die Vergangenheit mit dem Hamburger Photographen E. Bieber" ein. (1)

 
 

 

 

Der am 8. Januar 1878 in Hamburg geborene August Emil Julius Berlin, der wie sein Vater zu seinem Familiennamen den Zusatz "Bieber" hinzugefügt hatte, wandte sich nach seiner Schulzeit am Falck-Realgymnasium in Berlin seit 1897 der Fotografie zu und absolvierte eine entsprechende Ausbildung. Zur Abrundung seiner künstlerischen wie fotografischen Entwicklung arbeitete der junge Bieber während seiner Lehre auch bei Freunden seines Vaters in Budapest und London.

 
 

 

 

Seit 1911 war Emil Bieber alleiniger Inhaber der Firma E. Bieber. Bereits seit 1904 befand sich Biebers Foto-Atelier im Zentrum Hamburgs, an der Ecke Jungfernstieg 8/9 und Neuer Wall. Die Arbeiten des Hauses Bieber waren bereits vor dem Ersten Weltkrieg weit über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt: im Oktober 1908 präsentierte der Hamburger Kunstsalon Louis Bock & Sohn Bilder des Hofphotographen E. Bieber.

 
 

 

 

Dazu kamen Arbeiten für Prominenz aus Kunst, Wissenschaft und Politik: "Bitte lächeln, Majestät" soll Bieber Wilhelm II. anempfohlen haben. Neben dem deutschen Kaiser gehörten auch der Reeder Alfred Ballin, der Bankier Max Warburg, Hamburgs Zoodirektor Carl Hagenbeck, die Dichter Joachim Ringelnatz und Rabindranath Tagore, die Sängerin Josephine Baker sowie Thomas Alva Edison zu Biebers Kunden.

 
 

 

 

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten gingen die Einnahmen des Studios von Emil Bieber, der zeitweise bis zu 20 Angestellte beschäftigt hatte, drastisch zurück. Das Geschäft musste schließlich für einen Spottpreis von viereinhalbtausend Reichsmark an den jüngsten Angestellten Biebers übergeben werden.

Emil Bieber gelang zwar die Flucht aus Nazi-Deutschland über England nach Kapstadt, doch der fast Mittellose musste dort beruflich wieder ganz von vorne anfangen.

An seine früheren Erfolge konnte der ehemals berühmte Porträtfotograf Emil Bieber im südafrikanischen Exil bis zu seinem Tod im Jahre 1962 nicht mehr anschliessen.

 
 

 

 

(1) Quelle: Weinke, Wilfried: Verdrängt, vertrieben, aber nicht vergessen Die Fotografen Emil Bieber, Max Halberstadt, Erich Kastan, Kurt Schallenberg, Kunstverlag Weingarten 2003, ISBN 3-8170-25467, S. 35

 
 

Literatur:

 

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