Pfarrer Konrad Fuchs 108 Jahre alt

Am 15. Oktober 2005 feierte Pfarrer Konrad Fuchs im Altenheim Hegne in geistiger Frische und Aufgeschlossenheit seinen 108. Geburtstag. Pfarrer Fuchs ist in Dingelsdorf geboren und ist eng verbunden mit seiner Heimatpfarrei St. Nikolaus.

Bernd Zimmermann überbrachte ihm als sein Heimatpfarrer am Morgen des Geburtstages einen Teamkalender für das Jahr 2006 und die Segenswünsche der Konstanzer Bodanrückgemeinden, insbesondere der Pfarrgemeinde St. Nikolaus. Im Laufe des Tages wurde er auch von Landrat Hämmerle, Bürgermeister Kennerknecht und Ortsvorsteher Fuchs besucht. Am Nachmittag waren Besucher aus Dingelsdorf bei ihm zur Kaffeestunde.
Am Abend feierte die Gemeinde St. Nikolaus ein Dankamt.

Thomas Zoch vom SÜDKURIER berichtete in Text und Bild von Konrad Fuchs, der aus unseren Konstanzer Bodanrückgemeinden hervorgegangen ist.

Konrad Fuchs

Konrad Fuchs wurde am 15. Oktober 1897 im heutigen Konstanzer Stadtteil Dingelsdorf am Bodensee geboren. Nach seiner Schulzeit in Konstanz und einem zweieinhalbjährigen Einsatz als Infanterist im Ersten Weltkrieg studierte er Theologie in Freiburg und absolvierte das Priesterseminar in St. Peter. Die Priesterweihe erhielt er 1923. Insgesamt 47 Jahre war er im Dienst der Kirche tätig, erst als Vikar in der Konstanzer St. Stephan-Gemeinde. Später war er in Mannheim und in Seebach im Schwarzwald. Ab 1938 war er 32 Jahre lang Priester in Freiburg. Nach seiner Pensionierung 1970 kehrte Konrad Fuchs nach Konstanz zurück, wo er noch bis in die späten 90er Jahre in der Seelsorge von St. Stephan mithalf. Seit 2002 lebt Pfarrer Fuchs im Altenpflegeheim des Klosters Hegne.

Der älteste katholische Priester Deutschlands ist er schon seit ein paar Jahren. Mittlerweile ist der Pfarrer i.R. und Geistliche Rat Konrad Fuchs aus Konstanz auch der älteste Mensch in Baden-Württemberg. Heute feiert er seinen 108. Geburtstag.

"Die Zeit ist für jeden festgesetzt", sagt der Pfarrer im Glauben an die göttliche Allmacht. Und fügt lachend hinzu: "Ohne seine Zulassung und seinen Willen wär’s anders gegangen." Warum der liebe Gott gerade ihm eine so lange Zeit auf Erden lässt, "darüber habe ich noch nicht nachgedacht", sagt Pfarrer Fuchs - und fügt schlagfertig an: "Vielleicht, um mich zu prüfen". Denn: "Versuchungen gibt’s immer mal". Wenngleich auch weniger im hohen Alter.

Doch wie wird man so alt? "Ich bin halt nicht gestorben", sagt Konrad Fuchs spontan. Bewusst gesund gelebt hat der 108-Jährige eigentlich nicht. "Natürliches Essen und Trinken, aber Maß halten", so sei es in seinem Leben immer gewesen. "Bier und Wein war kein Hindernis", meint Konrad Fuchs, der aus einer einfachen Familie stammt: "Ich trinke halt wie alle anderen Menschen ab und zu mal ein Gläschen". Und auch etwas Süßes genehmigt er sich gelegentlich bis heute.

Gern erzählt Konrad Fuchs schmunzelnd die Geschichte, wie er zu seinem Vornamen kam: Nach der Geburt am 15. Oktober 1897 im Elternhaus in Dingelsdorf habe die Mutter zum Vater gemeint: "Geben wir ihm einfach deinen Namen, denn der stirbt ja bald". "Ich war so ein kleiner Knirps".

Am liebsten würde der seit gut drei Jahren im Altenpflegeheim des Klosters Hegne am Bodensee lebende Pfarrer im Ruhestand, der 2003 sein 80-jähriges Priesterjubiläum feiern konnte, noch heute täglich eine Messe zelebrieren - so wie bis zuletzt in seiner Konstanzer Wohnung, in der er mit seiner Haushälterin lebte. Dort hatte er in einem Zimmer einen Altar eingerichtet "mit meiner kostbarsten Reliquie: Einem Stückchen Holz vom Kreuz Christi, das ich 1929 aus dem Heiligen Land mitgebracht habe". Die zunehmenden körperlichen Gebrechen machen dies unmöglich. Der 108-Jährige kann kaum noch gehen und stehen. Am schlimmsten sei jedoch, dass sein Augenlicht immer mehr nachlasse, sagt Konrad Fuchs: "Ich wollte eigentlich die heilige Schrift noch mal ganz lesen". Das kostbare Reliquienkreuz hat er im vergangenen Jahr vorsorglich einer "guten Familie" anvertraut, damit es nach seinem Tod sicher aufbewahrt werde.

Auch das aktuelle Geschehen verfolgt der 108-Jährige noch, so gut es geht. So etwa die Papstwahl. "Das ist für uns Deutsche natürlich eine ganz große Freude, dass wir mal einen Papst stellen". Den Privatsekretär von Benedikt XVI. kennt er noch als Bub aus einer früheren Pfarrei. Deshalb würde er auch gern nach Rom reisen, "wenn ich es noch könnte".

Wünsche zum 108. Geburtstag habe er keine, so Pfarrer Fuchs. "Wenn man dieses Alter hat, dann kann man nichts mehr verlangen".

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