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Franz Jonas

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Geschrieben von Administrator   
Freitag, 31. März 2006

FRANZ JONAS - ein Arbeiterkind aus Floridsdorf

 

Franz Josef Jonas wurde am 29. September 1899 als drittes Kind der Eheleute Josef und Katharina Jonas in Floridsdorf geboren. Die Hebamme jedoch trug in das amtliche Geburtsregister den 4. Oktober ein, damit Geburts- und Namenstag an einem Tag begangen werden können. Sie war der Meinung, daß das Kind einer so armen Familie keine Aussicht hätte,  innerhalb einer Woche gleich zwei Feste zu feiern. Außerdem hatte am 4. Oktober auch  der Kaiser Namenstag.

Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen. Sein Vater war Hilfsarbeiter beim Bau der Nußdorfer Schleuse, die Mutter half in einer Gärtnerei. Das Geburtshaus von Franz Jonas stand in der Prager Straße 74, in dem die Familie Jonas eine kleine Wohnung gefunden hatte. Floridsdorf - so hieß damals der ganze Stadtteil am linken Donauufer - gehörte noch nicht zu Wien. Es wurde erst 1905 eingemeindet.

Der ganze Bezirk wirkte noch sehr ländlich und war wenig verbaut. Hinter dem Haus erstreckten sich Felder, rundherum gab es Wiesen, Auen und viele Lacken, die den Kindern als Spiel- und Badeplätze dienten.

Schon als Kind verrichtete Franz Jonas Botengänge, stellte Milchflaschen und Zeitungen zu und trug so - wenn auch in bescheidenem Ausmaß - zum Familieneinkommen bei.

Als der Vater eine Anstellung als Arbeiter bei der Schraubenfabrik „Brevillier&Urban” fand, übersiedelte die Familie in die Urban-Häuser in der Pregartenstraße 2. Das Ehepaar Jonas bewohnte mit nunmehr 7 Kindern - der älteste Sohn war inzwischen gestorben - eine Zimmer-Küche-Kabinett Wohnung. Das Kabinett wurde, wie damals üblich, von einem Bettgeher bewohnt, um das Familienbudget aufzubessern.

Franz Jonas besuchte die Volksschule in der Kuenburggasse und die Bürgerschule in der Jubiläumsgasse (heute Deublergasse 19).

 

Aus Anlaß der 60-Jahrfeier unserer Schule im Jahr 1959 besuchte Franz Jonas als Bürgermeister von Wien seine ehemalige Schule. Eine Eintragung im Gästebuch erinnert an diesen Besuch: „Ich hätte nicht gedacht, daß man an seiner alten Schule so viel Freude haben kann. Viel Glück und Erfolg allen Jedleseern in der Deublerschule.”  Franz Jonas, 22. 6. 1959 am Tag der 60-Jahrfeier.

Franz Jonas verließ die Schule 1913 und wurde Setzerlehrling in der Floridsdorfer Druckerei Perschak. Daneben besuchte er die Schule für graphische Berufe, in der er seine Kenntnisse ergänzte.

1914 brach der Erste Weltkrieg aus.

1917, kurz vor dem Ende seiner Lehrzeit, mußte Franz Jonas zum Militär einrücken. Er kam zuerst an die russische, dann an die italienische Front. Nach Kriegsende ging Franz Jonas zur Volkswehr, dem ersten Heer der jungen Republik Österreich, und nahm 1919 an den Abwehrkämpfen in Kärnten teil.

Nach seiner Rückkehr aus Kärnten fand er Arbeit als Schriftsetzer und Korrektor. Er wurde Mitglied der Buchdruckergewerkschaft und der sozialistischen Arbeiterjugend, später auch der Sozialdemokratischen Partei. Von seinen Arbeitskollegen wurde er zum Vertrauensmann gewählt.

Auch privat änderte sich sein Leben. In der Tanzschule lernte er Margarete Towarek, die Tochter eines Floridsdorfer Werkmeisters bei der Bahn, kennen. Sie heirateten 1922 und waren über ein halbes Jahrhundert ein Ehepaar.

Zur selben Zeit wurde die im vorigen Jahrhundert erfundene Welthilfssprache Esperanto wiederentdeckt. Man erhoffte sich wohl, daß diese Sprache nach dem Krieg zur allgemeinen Völkerverständigung beitragen würde. Franz Jonas erlernte in kürzester Zeit Esperanto, legte 1923 die Lehramtsprüfung als Esperantolehrer ab und hielt in den folgenden Jahren Sprachkurse.

Franz Jonas, der schon als Schüler sehr wißbegierig und lernfreudig war, war Zeit seines Lebens bestrebt, weiterzulernen und sich weiterzubilden.

Ab 1928 besuchte er die Arbeiterhochschule in Döbling und hörte Vorlesungen über Staatswissenschaften,  Verfassungsrecht  und  Militärgeschichte.  Seine  Lehrer  waren  u.a. Dr. Karl Renner, Theodor Körner und Dr. Adolf Schärf. Alle drei sollten später Bundespräsidenten der Republik Österreich und so die Vorgänger von Franz Jonas in diesem Amt werden.

Von 1932-1934 war Franz Jonas Bezirkssekretär der Sozialdemokratischen Partei in Floridsdorf.

Nach den Februarkämpfen 1934 wurde er wegen seiner sozialdemokratischen Gesinnung verhaftet, mußte aber mangels an Beweisen freigelassen werden. Er emigrierte für einige Monate in die Tschechoslowakei, wurde bei seiner Rückkehr aber neuerlich verhaftet und vor  Gericht gestellt. Im Landesgericht I  lernte er den damals ebenfalls inhaftierten Dr. Bruno Kreisky kennen.

Als Franz Jonas freigelassen wurde, war er arbeitslos und ausgesteuert, d. h. er erhielt keine Arbeitslosenunterstützung. In Österreich gab es damals mehr als 500 000 Arbeitslose.

1938 erhielt er einen Posten als Setzer in der „Tagblatt”-Druckerei und ein Jahr später wurde er Verrechnungsbeamter in der Floridsdorfer Lokomotivfabrik. Das blieb er bis zum Kriegsende.

Sowohl die Druckerei als auch die Fabrik galten als Heeresbetriebe und waren daher dem Militär unterstellt. Mit der Arbeit in diesen Betrieben erfüllte Franz Jonas seine Wehrpflicht.

Nach dem Krieg war Wien eine zerstörte Stadt. In vielen Straßen wüteten Brände, ganze Häuserzeilen lagen in Trümmern. Es gab kein Gas, keinen Strom, keine Lebensmittel, kein Brennmaterial. Es fuhr keine Straßenbahn, keine Eisenbahn, es fuhren keine Autos. Die Stadt war von Hunger und Seuchen bedroht.

Noch schlimmer stand es um die Vororte und die Vorstädte. Floridsdorf war überhaupt von Wien abgeschnitten. Die Donaubrücken waren gesprengt worden, der einzige noch benützbare Übergang war die Reichsbrücke, die jedoch von den Russen besetzt war und von Zivilisten nicht betreten werden durfte.

In einer provisorischen Bezirksverwaltung übernahm Franz Jonas die Aufgabengebiete Industrie und Wiederaufbau.

Bürgermeister von Wien war damals Theodor Körner. Dieser bestellte schließlich seinen ehemaligen Schüler im Februar 1946 zum Bezirksvorsteher von Floridsdorf.

Franz Jonas gelang es in dieser Funktion, die schwersten Kriegsschäden in Floridsdorf zu beseitigen und den Wiederaufbau einzuleiten.

Nach 2 Jahren - 1948 - holte man Franz Jonas ins Rathaus. Er wurde Stadtrat für Ernährungsangelegenheiten. Als solcher hatte er die Aufgabe, für die Stadt Lebensmittel zu besorgen und sie gerecht zu verteilen.

Die Lebensmittel waren seit Kriegsbeginn rationiert. Es gab Lebensmittelkarten, und die Leute bekamen gerade soviel zugeteilt, daß sie nicht verhungerten.

Als die Rationen allmählich erhöht und immer mehr Lebensmittel frei erhältlich waren, wurden die Lebensmittelkarten schließlich abgeschafft und man brauchte keinen Ernährungsstadtrat mehr. Dieses Amt wurde aufgelöst.

Franz Jonas wurde eine neue Aufgabe übertragen. Er wurde 1949 zum Stadtrat für das Bauwesen bestellt. Damit übernahm er eines der größten und wichtigsten Ämter Wiens.

Als Baustadtrat leitete Franz Jonas den Wiederaufbau Wiens ein. Wohnungen, Schulen, Spitäler und Altersheime, vor allem aber Straßen und Brücken über die Donau und den Donaukanal wurden gebaut.

1951 wurde Theodor Körner zum Bundespräsidenten gewählt. Wien brauchte einen neuen Bürgermeister und die Wahl fiel auf Franz Jonas. Während seiner Amtszeit wurden zehntausende Wohnbauten, Kindergärten, Schulen und Schwimmbäder gebaut und Parkanlagen angelegt. Straßenbahn, Stadtbahn und Autobusse wurden modernisiert, die Straßen dem zunehmenden Autoverkehr angepaßt und ganz Wien erhielt eine Straßenbeleuchtung.

An der Ringstraße entstanden die großen Verkehrsbauwerke. Die Schottenkreuzung wird noch heute im Volksmund „Jonas-Reindl” und die Opernpassage „Jonas-Grotte” genannt.

Die Vergrößerung des Stadions, der Bau der Stadthalle und der Neubau des Schwechater Flughafens fallen ebenfalls in die Amtszeit von Franz Jonas.

Ein besonderes Anliegen des Bürgermeisters war es, daß Wien zu einer Fremdenverkehrsstadt werden sollte, und als 1955 die Besatzungstruppen aus Österreich abzogen, wuchs Wien auch zu einer internationalen Kongreßstadt heran.

Für Floridsdorf seien noch 2 Ereignisse erwähnt. Als Bürgermeister legte Franz Jonas den Grundstein zum Hallenbad und zum Haus der Begegnung in der Angererstraße.

Franz Jonas war 14 Jahre Bürgermeister - und damit auch gleichzeitig Landeshauptmann von Wien. Daneben bekleidete er auch noch verschiedene andere Ämter. So war er Mitglied des Bundesrates, Abgeordneter zum Nationalrat und Präsident des Städtebundes.

Die Stadt Wien verlieh ihm die höchste Auszeichnung, die sie zu vergeben hat, und ernannte ihn zum Ehrenbürger.


In allen Klassenbüchern als Schüler der Deublergasse dokumentiert


Eintragung im Gästebuch anläßlich der 60-Jahr-Feier

Im Frühjahr 1965 starb der damalige Bundespräsident Dr. Adolf Schärf.

Am 23. Mai 1965 wurde Franz Jonas zum Bundespräsidenten gewählt. Ein ehemaliger Arbeiter aus Floridsdorf war Präsident der Republik Österreich geworden.

Franz Jonas unternahm Reisen in die österreichischen Bundesländer und ins Ausland, hielt Kontakte mit Botschaftern und Gesandten und empfing ausländische Besucher, darunter viele Staatspräsidenten und Königspaare.

Durch sein staatsmännisches Geschick und seine rege diplomatische Tätigkeit hat er viel zum Ansehen Österreichs in der Welt beigetragen.

1971 wurde Franz Jonas als Bundespräsident wiedergewählt. Sein letzter Auftritt war im März 1974 die Eröffnung einer Ausstellung. Er war unheilbar krank und litt an Magenkrebs. Als er nicht mehr in der Lage war, seinen Amtsgeschäften nachzugehen, übergab er am 10. April 1974 seine Funktion an die drei Parlamentspräsidenten.

Franz Jonas starb am 24. April 1974.

Er liegt in der Präsidentengruft auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.


1999 ehrt Wien Franz Jonas indem man "seine" Schule nach ihm benennt
Margarete Biringer, Autorin  
LITERATUR

Franz Jonas - ein Arbeiterkind aus Floridsdorf. Blätter des Museumsvereines Floridsdorf.
16. Jahrgang, Sonderheft 1982  (Wien 1982).
Franz Kreuzer, Franz Jonas. Der Weg des Bundespräsidenten (Wien 1965).
Franz Kreuzer, Ein Leben für Österreich - Franz Jonas (Wien 1969).
Richard Kurfürst, Franz Jonas - unser Bundespräsident (Wien 1969).
Chronik der Hauptschule Deublergasse.
Gästebuch der Hauptschule Deublergasse.

 
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