12-10-07-Bernau-Bauhaus
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Inkunabel der Bauhaus-Schule in Bernau wird eingeweiht

Ehemalige Bundesschule des ADGB fertig restauriert

 

Kurzfassung: Mit einem Festakt im Beisein der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Professor Dr. Johanna Wanka, feiert die Handwerkskammer Berlin am 12. Oktober 2007 die Fertigstellung des „Meyer-Wittwer-Baus“ in Bernau. Mit dem Abschluss der Sanierung wird die ehemalige Bundesschule des ADGB in Bernau einer neuen Nutzung als Seminar- und Lehrgangshotel im neuen Bildungs- und Innovationszentrum Waldfrieden der Handwerkskammer Berlin in Bernau zugeführt. Der so genannte „Meyer-Wittwer-Bau“ gilt als eine der bedeutendsten Bauten der Bauhaus-Schule in Europa. An den Sanierungsarbeiten hat sich seit 1995 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt. Die ehemalige Bundesschule des ADGB gehört damit zu den rund 390 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Brandenburg dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte.  

 

Langfassung: Mit einem Festakt im Beisein der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg , Professor Dr. Johanna Wanka, feiert die Handwerkskammer Berlin am 12. Oktober 2007 um 10.00 Uhr die Fertigstellung des „Meyer-Wittwer-Baus“ in Bernau. Mit dem Abschluss der Sanierung wird die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau einer neuen Nutzung als Seminar- und Lehrgangshotel im neuen Bildungs- und Innovationszentrum Waldfrieden der Handwerkskammer Berlin in Bernau (BIZWA) zugeführt.  

 

Die 1920-30 erbaute Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) gilt als eine der bedeutendsten Bauten der Bauhaus-Schule in Europa. Sie entstand nach Plänen des Architekten Hannes Meyer, dem Nachfolger von Walter Gropius als Direktor des Bauhauses, und Hans Wittwer. Sie gilt als wichtiges Beispiel der verwirklichten sozial-pädagogischen Intentionen des Bauhauses am Ende der 20er Jahre, als Beispiel des „rationalen Funktionalismus". Die Anlage, geprägt durch Glas und verklinkerte Stahlbetonkonstruktionen, verbindet auf ideale Weise modernes Wohnen, das Lernen und die Erholung in der Natur. Die Architektur der Internatsschule für Gewerkschaftsfunktionäre sollte den erforderlichen Bildungsdrang stimulieren und das Persönlichkeits- und Gemeinschaftsgefühl fördern. Die gefundene Raumgestaltung sollte erzieherisch auf eine erstrebenswerte Wohnkultur und Lebensgestaltung wirken.  

 

Die ehemalige Schule besteht aus einem Hauptgebäude und den Internatsblöcken für 120 Studenten, einem Seminar- und Bibliothekstrakt mit Hörsälen und Lesesaal, der Turnhalle, den Lehrer- und Angestelltenhäusern, einer gärtnerisch gestalteten Umgebung sowie Erweiterungsbauten der 50er Jahre (Waterstradt-Bau).  

 

Bereits 1933 wurde die neue Gewerkschaftsschule eine nationalsozialistische Bildungsstätte, nach 1945 war sie Lazarett der Roten Armee und ab 1947 wieder Gewerkschaftsschule, die ab 1952 den Status der Hochschule erhielt. Mit ihrer ersten Förderung des Lehrerwohnhauses 1995 wollte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eine Initialzündung für die vollständige Instandsetzung des Komplexes durch das Land Brandenburg geben. Seither stellte sie insgesamt über 82.000 Euro bereit. Mit der Übernahme durch die Handwerkskammer Berlin und die Instandsetzung durch das Architekturbüro Brenne als Seminar- und Lehrgangshotel im Rahmen des Bildungs- und Innovationszentrums Waldfrieden der Handwerkskammer Berlin in Bernau (BIZWA)  hat der Bau wieder eine Zukunft.  

 

Die ehemalige Bundesschule des ADGB gehört damit zu den rund 390 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz seit 1991 allein in Brandenburg dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Bundesweit stellte sie für über 3.200 Denkmale rund 390 Millionen Euro zur Verfügung.

 

Bonn, den 11. Oktober 2007/Schi

 

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