Studienreise nach Potsdam 2007

Schloss Cecilienhof

Ein Reisebericht von Christian Hoffmann

Schloss Cecilienhof war die erste Station unseres Potsdam-Aufenthaltes: Eine wahrhaft fürstliche Ouvertüre, die uns Weltgeschichte und komfortablen Aufenthalt bot. Das jüngste Hohenzollernschloss, 1914 -1917 für den letzten deutschen Kronprinzen und seiner Gemahlin Cecilie erbaut, lernten wir in seiner ganzen Ausdehnung mit 5 Flügeln und 175 Zimmern erst nach und nach kennen. Den herrlichen Garten konnten wir täglich beim Frühstück drinnen oder draußen bewundern.

Zunächst hatten wir eine Führung durch die Räume der Potsdamer Konferenz der „Großen Drei“ (17. Juli - 2. August 1945). Den Mittelpunkt bildet ein geräumiger, hoher Gartensaal zur Seeseite mit dem großen, runden Konferenztisch, an dem Truman, Stalin, Churchill - später Attlee - mit ihren Außenministern und Dolmetschern saßen, dahinter jeweils Berater und an 4 „Katzentischen“ die Protokollanten. Jeder der Großen Drei hatte anschließend ein geräumiges Arbeitszimmer mit zum Teil den noch damals benutzten Möbeln, zum Beispiel Stalins Schreibtisch.

Unsere Führerin machte auch den historischen Hintergrund der Potsdamer Konferenz nach den Dreier-Konferenzen von Teheran ( 28. November - 1. Dezember 1943 ) und Jalta ( 4. - 11. Februar 1945 ) deutlich - beide noch mit Roosevelt. In Potsdam war die Verhandlungsposition der Westmächte durch den Tod Roosevelts im April 1945 und die Abwahl Churchills während der Konferenz gegenüber Stalin geschwächt.

Das Abschlußkommuniqué von Potsdam entschied letzlich über die Nachkriegsgrenzen in Europa, die mit der Anerkennung der Oder-Neiße-Linie im sogenannten Zwei-Plus-Vier-Vertrag nach der deutschen Vereinigung 1990 nur noch formell bestätigt wurde.


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