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Ausgabe 3465 vom 14. November 2007
 
SCHLAGZEILEN

Amerikas Superstar "50 Cent" bei Saadi Gaddafi

Der sympathische Wüstensohn Saadi und sein Bruder verzauberten Venedig und luden zur Party des Jahres. "A Libyan Night" mit millionenschweren Rappern und den "Gipsy Kings".

VENEDIG - Einen Goldenen Löwen haben sie wissentlich nicht bekommen, aber gehuldigt und gehätschelt wurden sie bei den Filmfestspielen von Venedig wie zwei Weltstars. Al-Saadi Muammar Gaddafi und sein älterer Bruder, Dr. Mottessem, Söhne von Libyens Staatschef Muammar el-Gaddafi, standen für eine Nacht im Mittelpunkt der Party "A Libyan Night" im exklusiven Lido-Hotels "Exzellsior", bei der sie mehr wie Ehrengäste wirkten, obwohl sie selbst Gastgeber waren. Die milliardenschweren Wüstensöhne, deren "Tamoil"-Benzin-Säulen in ganz Italien sprudeln, tauchten auch erst auf, als das Fest schon im vollen Gange war.

Saadi, mit 5-Tage-Bart, trug Smoking , offenes Hemd und auf dem Kopf einen schwarzen Hut wie Robin Gibb von den "BeeGees". Der Morgenland-Youngster platzierte sich im hinteren Bereich des Saals und unterhielt sich lebhaft mit seinem Bruder, der etwas größer und nicht so umtriebig ist wie er und einen Mozart-Zopf trägt. Die Frisur wird jetzt wohl in Tripolis Mode werden. Beim Gespräch ließ Saadi, der alle Anlagen und da nötige Kleingeld hat, ein Nachfolger der ausgestorbenen Spezie "Playboy"zu werden, seine dunklen Märchenprinz-Augen frech durchs gesellschaftliche Treiben schweifen. Hübsche Mädchen aller Nationen, rudelweise vor Ort , konnten ungestört durch die Bodyguard-Barriere schlüpfen. Auch für VIP's wie Star-Regisseur Roman Polanski und seine Frau Emmanuelle Segnier, Filmstar Valeria Polini, Tennis-As Anna Kournikova, Italo-Royal Prinz Emanuele Filiberto von Savoyen, oder die italienischen Leinwand-Ladys mit Reifegrad, Maria Cicognia sowie Martha Mazotto, und den Hit-Komponisten Tony Renis ("Quando, Quando, Quando") gab es natürlich auch kein "No way".

Mit dem Hubschrauber flog Saadi von Undine, wo er im gleichnamigen italienischen Champions League-Club ( nicht nur wegen seiner großzügigen Vereins-Anbindung) spielt und dort ein Haus hat, nach Venedig. Drei exklusive Schlafplätze standen ihm in der Lagunenstadt für die "Libyan-Night zur Verfügung, damit ja nichts anbrennen konnte:

+++ Eine Suite im Hotel "Danieli" (18 000 Euro pro Nacht; der Cafe kostet dort 7 Euro, der ausgezeichnete Hummersalat auf dem Dachterrassen-Restaurant des Hauses mit Blick auf den Canale Grande ist mit 38 Euro geradezu preiswert.),

+++ ein Appartement auf der gecharterten "Alexander" (124 Meter), die vor dem "Danieli" ankerte, für das er sich zum Umziehen für die Party entschied..

+++ und eine Suite im "Excellsior" (12000 Euro), überaus praktisch, weil dort zum Greifen nah der Schauplatz der "Libyan Night" war.

Sein Münchner Berater, der joopblonde Schönheiten-Agent Thomas Zeumer ("Metropolitan Models"), der früher Claudia Schiffer, Eva Herzigova und Heidi Klum unter Vertrag hatte, sich aber mehr und mehr um Saadi Gaddafi kümmert, stampfte den Venedig-Event in drei Wochen mit einem Mini-Team (Sekretärin, New Yorker Partner Jürgen) aus dem förmlichen Nichts. 300 Gäste, Freunde und Flimleute, waren vorgesehen. Obwohl mit Polizeihunden vor Beginn der Fete sämtliche Räume auf den Kopf gestellt wurden, gelang den Sicherheitsleuten an dem Abend keine perfekte Abschirmung. So fielen schließlich 400 Selbsteinlader aus der Festival-Szene unerwartet über das traumhaft angerichtete Büfett her. Die Kellner wurden förmlich überrannt. Der an sich reichlich vorgesehene Kaviar, vier Kilo Beluga, großes graues Korn, (Tagespreis: 2500 Euro das Kilo) war in neun Minuten wie weggefegt, als handelte es sich um das "Last Supper". Ein weiß livrierter älterer Ober räumte achselzuckend die riesige, leere Silberschale ab, auf der nicht ein einziges Kaviarkörnchen mehr zu finden war. Besonders die nicht Gebetenen, darunter ein Immer-Ohne-Einladung-Profi aus Hamburg, entwickelten Großkonsum, jedoch der riesige Tisch mit Hunderten von Austern hielt der Nachfrage stand. Als die Gaddafis endlich kamen, war die wahre Schlacht schon geschlagen. Da brachten gerade die "Gipsy Kings" den Saal zum Kochen. Die Hotel-Klimaanlage mußte wohl ihren Dienst versagt haben, denn es herrschten geradezu libysche Temperaturen.

Gesteigert wurde die Showtime durch die eigens aus New York eingeflogenen Rapper-Multimillionäre "50 Cent and G-Units". Curtis Jackson und seine Mannen, inklusive Sängerin Olivia entpuppten sich als auffallend höfliche und diszplinierte Menschen, als würden sie gerade aus dem Internat kommen. Vor ihrem Auftritt, der dem Gastgeber locker eine Million Euro gekostet hat, durchkämmten Curtis und Co noch Venedigs schmale Canal-Gassen und machten die Designer-Boutiquen von Gucci und Prada glücklich. Der muskulöse "50 Cent", der sich Gewichte in seine "Danieli"-Suite bestellte und etwas traurig war, dass es kein "Kentucky Fried Chicken " gab ( der smarte Hotelchef Salvatore Pisani ließ ersatzweise "Wiener Backhendl" aufs Zimmer bringen), trug hochwasserkurze Sandkasten-Jeans mit XXL-Gesäßschnitt, in dem locker Großwindeln Platz gehabt hätten, ein schneeweißes T-Shirt und ein eng gebundenes Tuch auf dem Kopf. In einem ähnlichen Outfit erschienen die Rapper auch auf der Bühne. Um den Hals trugen die farbigen Vollblutmusiker, die zu Hause Bentley fahren und die einzigen sind, die Maybach (getuned) kaufen, lange, lässige, dicke bis zur Hüfte reichenden Ketten voller blitzender Brillianten, keine Swarovskis, sondern echte Brillis in einer ungesehenen Fülle, das sie fast mit den Kronjuwelen mithalten könnten. Dazu baumelten riesige Kreuze auf den breiten Brustkörben der Sänger und bei Curtis funkelte zudem eine Freiheitsstatue, ebenso flächendeckend mit Brillianten übersät. Allein die Ketten wurden auf 850 000 Euro pro Stück geschätzt. Vom Balkon, wo ein Tisch mit Champagner bereit stand, filmte Saadi Gaddafi den imposanten Auftritt, der damit gekrönt wurde, daß der amerikanische Superstar seinen Gastgeber auf die Bühne bat. So eine konventionelle Geste ist bei coolen Rappern nicht üblich. Noch dazu war Libyan noch gestern der Feind der Amerikaner.

Mit einem wegen Überfüllung bedenklich schauckelnden Wassertaxi fuhren "50 Cent" und seine Musiker gleich nach dem Auftritt in ihr Hotel "Danieli" zurück und zeigten sich nicht auf der After-Party, zu der Gaddafi anschließend auf die "Alexander" eingeladen hatte. Weil es in Venedig keine Zimmer mehr gab, wohnte die Münchner Szene-Blondine Sarah Kern auf dem Boot, wo auf drei Stockwerken große Bars etabliert waren. Bei soviel Nähe lernt man natürlich den jungen Krösus Saadi besser kennen. "Er ist richtig süß und zauberhaft", kommentierte Sarah die Begegnung, die in Begleitung ihres Trauzeugen; Prinz Filiberto von Savoyen war. (Auch Trauzeugen kann man nicht immer trauen.) Natürlich versprenkelte sich auch die Tochter eines Münchner Komponisten an Bord, die fast krankhaft auf keiner Party fehlen kann. Die Fest-Hungrige ist inzwischen so dünn geworden, daß einem sofort der Michael-Mittermaier-Ausspruch einfällt:" Die muß man füttern, nicht vögeln".

Eigentlich war auch Superstar Nicole Kidman erwartet worden, mit der Saadi Gaddafi eine freundschaftliche Beziehung pflegt, die weit fortgeschrittener ist als beim letzten Treffen im "Lenbach"-Restaurant in München. Ein herrliches Bulgari-Collier für die Kleinigkeit von 650000 Euro hat Nicole nicht zurückgeschickt und auch nicht das kleine Feuerwehrauto für ihre Kinder.




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