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CD-Besprechung

Nicoló Paganini Violinkonzerte

Konzert Nr. 2 h-moll „La Campanella“
Konzert Nr. 4 d-moll
Michael Jelden, Violine
Vogtland-Philharmonie / Stefan Fraas
Gesamtspielzeit 60 Min.
VÖ 8/04, Edition Hera (www.editionhera.de), HER2115
Vertrieb über www.klassikcenter-kassel.de


Glockengeläut auf der Konzertbühne

Er sei als Virtuose deutlich besser gewesen denn als Komponist, behaupten viele Klassikliebhaber von Nicoló Paganini (1782-1840) und lassen dabei außer Acht, dass der Maestro vor allem für den Eigengebrauch komponierte – er schrieb sich quasi in die eigene Hand. Und natürlich zur reinen Unterhaltung des Publikums. Mit seinem Ruf als „Teufelsgeiger“ war er schon vor 200 Jahren eine Art Popstar der Klassik, lange bevor Anne Sophie Mutter von Karajan aus der Taufe gehoben wurde.
Bezieht man diese Handlungskoordinaten auch in die Bewertung seines kompositorischen Schaffens ein, so kann man durchaus Zugang zu seinen Violinkonzerten finden, auch wenn sich diese beim ersten Hören im Vergleich zu Zeitgenossen (Beethovens Violinkonzert entstand einige Jahre vor dem Erstlingswerk Paganinis) deutlich einfacher strukturiert, ja gar effekthascherisch ausnehmen. Beschäftigt man sich nämlich eingängiger mit der Materie, so fällt neben der Akrobatik der Solo-Stimme auf, dass auch dem Orchester eine durchaus mehr als nur begleitende Rolle zugedacht wurde, und man trifft auf ausdrucksstarke Kantilenen, bei deren einer Franz Schubert „die Engel weinen“ hörte...

Gut auch, dass sich jetzt auch das Label „Edition Hera“ einer Einspielung des zweiten und vierten Konzerts angenommen hat. Die Stuttgarter um Inhaber Ralph Kulling sind spezialisiert auf möglichst „konzertsaalgetreue“ Aufnahmen und verzichten daher auf audio- und mischtechnischen Overkill, bei dem der Gesamteindruck verfälscht weil synthetisiert wird. Und das tut Paganini gut.

Der Solist Michael Jelden, selbst vom Virtuosentypus her Paganinis Bruder im Geiste, meistert sogar das anspruchsvolle Doppelgriffspiel im ersten Satz des zweiten Konzerts mit einer Leichtigkeit und Leidenschaft, die die Einspielung wirklich zu einem Genuss machen. Auch die Glocken im dritten Satz (daher das Attribut „La Campanella“) läuten wirklich, und in Welterstaufnahme erklingt als zweiter Satz ein nur in Melodie und Generalbass komponiertes Adagio, das wahrscheinlich ursprünglich als zweiter Satz vorgesehen war, jedoch dann dem heute üblicherweise gespielten späteren Adagio weichen musste. Die von Michael Jelden selbst vorgenommene Orchestrierung ist behutsam ins konzertante Gefüge eingegliedert und zeugt von einem wirklichen Verständnis für Paganinis kompositorisches Schaffen.
Im vierten Konzert, das in Deutschland komponiert wurde, sind die von Paganini integrierten Anklänge an die deutsche Frühromantik ebenso stilsicher umgesetzt, wie sein phantasievoller Umgang mit der Sonatensatzform, bei dem die einzelnen Teile in einander überfließen. Jelden lässt sich hier gut auf den stärkeren Blechbläsereinsatz ein und bietet ein reichhaltiges Kontrastprogramm der verschiedenen Klangfarben.
Und die Vogtland-Philaharmonie sowie die authentische Aufnahmetechnik lassen es zu, dass der Hörer beinahe tatsächlich das Live-Erlebnis zu spüren vermeint. Fazit: eine Aufnahme, die (positiv) aus dem Rahmen fällt.


antal adam - red / 27. Januar 2005
ID 00000001580
Nicoló Paganini Violinkonzerte

Konzert Nr. 2 h-moll „La Campanella“
Konzert Nr. 4 d-moll

Michael Jelden, Violine
Vogtland-Philharmonie / Stefan Fraas

Gesamtspielzeit 60 Min.
VÖ 8/04, Edition Hera (www.editionhera.de), HER2115
Vertrieb über www.klassikcenter-kassel.de


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