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* Sendung vom 3. April 2002

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Depression

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Natur als Heilmittel

Volkskrankheit Depression: Wege aus der Finsternis

Depression ist eine Volkskrankheit. Millionen Deutsche leiden daran. Doch diese Krankheit wird oft verdrängt, nicht ernst genommen oder von Ärzten nicht erkannt. Dabei überschattet das Dunkel der Depression das Leben der Patienten und ihrer Angehörigen, macht den Alltag unerträglich, zerstört Beziehungen, treibt die Betroffenen in die Isolation. Gleich mehrere neue Therapien sollen nun für die Leidgeprüften Linderung bringen.
An der Universität München wird ein Verfahren getestet, mit dem exakt bestimmt werden kann, welche Botenstoffe im Gehirn in welcher Konzentration beim jeweiligen Patienten nicht funktionieren und so die Depression hervorrufen. Damit ist eine gezielte individuelle Behandlung möglich.
An der Universität Regensburg ist eine weitere vielversprechende Therapie im Einsatz: die Transkranielle Magnetstimulation (TMS). Mit Hilfe einer Spule wird am Kopf des Patienten ein Magnetfeld erzeugt. Dadurch lässt sich messen, wo genau Gehirnaktivitäten krankhaft verändert sind. Gedacht ist TMS vor allem für Menschen, bei denen antidepressive Medikamente nicht mehr wirken. Die Erfolgsquote liegt zwischen 60 und 70 Prozent.
Einen dritten Weg geht man an der Uniklinik Bonn. Hier implantieren Neurochirurgen einen Schrittmacher für die Seele. Er sendet Impulse, die über den Vagus-Nerv ins Gehirn weiter geleitet werden. So lassen sich gezielt die Hirnregionen beeinflussen, die an der Entstehung von Depressionen beteiligt sind.
Alle diese Methoden sind keine Wundermittel, bieten aber vielen Verzweifelten einen Weg aus der Finsternis.

Adressen:

  • Psychiatrische Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München
    Dr. Georg Juckel
    Prof. Dr. Ulrich Hegerl
    Nußbaumstr. 7
    Tel. 089/5160-5553 bzw. -5554


  • Bezirksklinikum Regensburg
    Dr. Peter Eichhammer
    Universitätsstr. 84
    93047 Regensburg
    Tel. 0941/941-0


  • Klinik für Psychiatrie der Uni Bonn
    Dr. Astrid Zobel
    Tel.: 0228/287-0

Rat und Hilfe im Internet:

Literatur:
  • Volker Faust:
    Schwermut, Depressionen erkennen und verstehen, behandeln und verhindern.
    Stuttgart/Leipzig 1999, (Hirzel-Verlag)


  • Günter Niklewski, Rose Riecke-Niklewski:
    Depressionen überwinden. Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Helfer.
    Stiftung Warentest 1998.


  • Andrew Solomon:
    Saturns Schatten. Die dunklen Welten der Depression.
    Frankfurt am Main 2001, (Fischer-Verlag)

 

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Gebären auf dem OP-Tisch?

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Sind Kaiserschnitt-Kinder glücklicher?

Schneiden statt Leiden: Bald nur noch Kaiserschnitt-Babies?

Keine Wehen, kein Geburtstress, keine Schmerzen: Immer seltener wird ein Kaiserschnitt nur bei einer Komplikation vorgenommen. In den USA legt sich bereits jede fünfte schwangere Frau freiwillig unters Messer, in Deutschland immerhin schon jede zwölfte. Schneiden statt leiden? Über diese Frage ist ein heftiger Gynäkologen-Streit entbrannt. Für die einen gehört die vaginale Geburt bald der Vergangenheit an, die anderen halten solche Prognosen für eine Horrorvision, die der Evolution zuwiderläuft, ein menschliches Urerlebnis ignoriert und die Mutter-Kind-Beziehung nachhaltig stört. Fakt ist in jedem Fall: Ein Kaiserschnitt kostet das vierfache einer natürlichen Geburt.

Adressen:

  • Neueste Forschungsergebnisse über die Folgen der natürlichen Geburt:
    Frauenklinik Starnberg
    Dr. Christoph Anthuber
    Oswaldstraße 1
    82319 Starnberg
    Tel.: 08151- 180
    Fax: 08151-18 22 22


  • Klinik für natürliche Geburt:
    Krankenhaus Dritter Orden
    Dr. Wolf Lütje-Heimrath
    Menzingerstraße 44
    80638 München
    Tel.: 089- 17950
    Fax: 089-17 95 17 73


  • Klinik für "Wunsch-Kaiserschnitte":
    Universitätsklinik Wien
    Prof. Peter Husslein
    Währinger Gürtel 18-20
    1090 Wien
    Tel.: 0043-1-40 400 28 21
    Fax: 0043-1-40 400 28 00
    www.akh-wien.ac.at


  • Bund Deutscher Hebammen e.V.
    Gartenstraße 26
    76133 Karlsruhe
    Tel.: 0721-9 81 89-0
    Fax: 0721-981 89 20
    www.bdh.de

 

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Pfusch am Bau?

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Schimmel an den Wänden

Zwang zum Energiesparen: Pfusch am Bau?

Seit Februar verlangt das neue Energie-Einspeisungsgesetz eine zusätzliche Dämmung bei Umbauten oder Neubauten. Doch das kann zu Problemen führen: Ohnehin nimmt die Schimmelbelastung in Innenräumen drastisch zu. Die Ursache sind häufig zu dichte Fenster und Feuchtigkeit in den Wohnungen. Umweltmediziner wie Dr. Frank Bartram warnen vor schimmelpilzbedingten Gesundheitsstörungen und davor, "dass wir heutzutage Häuser abdichten in der guten Absicht, Wärme und damit Energie zu sparen". Professor Karl Gertis vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik bestreitet das: "Die Dämmung der Wand kann niemals Schimmelpilz hervorrufen." Er räumt aber ein, dass es an zu dichten Fenstern liegen könne. Gegen diese Ansicht wenden sich Bausachverständige und Architekten, für die zu viel Dämmung die Ursache für vernässte Hauswände ist. Sie machen den sogenannten Wärmedurchgangskoeffizienten, den K-Wert, dafür verantwortlich. Der unterstütze bei Häuslebauern die Einstellung "viel hilft viel" und propagiere statt altbewährter Baustoffe wie Vollziegel oder Massivholz den Einsatz von leichten Dämmstoffen wie Hartschaum oder Fasermatten.. Darüber kann Karl Gertis nur den Kopf schütteln. Für ihn reduziert der Einsatz von solchen Materialien den Energieverbrauch, erhöht die Behaglichkeit und löst Umweltprobleme. Der Expertenstreit offenbart ein Dilemma: Geht sinnvoller Umweltschutz auf Kosten der Gesundheit vieler Bürger?

Adressen:


 

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Riesenkrake

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Riesenkrake

Das Geheimnis der Riesenkraken

Steve O´Shea vom National Institute for Water and Atmospheric Research in Neuseeland ist einer der weltweit führenden Spezialisten für Riesenkraken. Er sammelt Tintenfische wie andere Leute Briefmarken. Tausende von Einmachgläsern mit konservierten Tieren stehen in den Regalen seines Labors. Er selbst bezeichnet sich als "besessen von seinem Forschungsobjekt". Mit zwei sensationellen Entdeckungen hat er jüngst in der Fachwelt für Aufsehen gesorgt: Zum einen wurden von Tauchern zwei Meter große, gelatineartige Ei-Massen fotografiert - ungeheuer seltene Aufnahmen, die dazu beitragen können, den Mythos der Tiefsee-Giganten zu entzaubern. Und noch bedeutender: Steve O`Shea fischt vor kurzem aus dem Meer frisch geschlüpfte Baby-Riesenkraken. Leider konnte er sie nur einige Stunden am Leben erhalten. Er ist aber guter Dinge, demnächst die Monster-Kalmare selbst nachzüchten zu können.

Adressen:

  • NIWA
    National Institute for Water and Atmospheric Research
    P O Box 14901, Wellington
    301 Evans Bay Parade, Greta Point, Wellington
    Tel.: +64 4 386 0300
    Fax: +64 4 386 2153
    www.niwa.co.nz/


  • NIWA Biodiversity Update online:
    www.niwa.co.nz/pubs/bu/05/


  • NIWA Publikation
    "Cephalopoda: Oegopsida: Architeuthidae (Giant Squid)"
    Zu bestellen bei:
    Dennis Gordon, NIWA, P O Box 14901, Wellington, New Zealand
    Tel.: +64 4 386 0300
    Fax: +64 4 386 2153
    d.gordon@niwa.co.nz
    www.niwa.co.nz/pubs/bm/



Weitere Webseiten:

Bücher:
  • Richard Ellis:
    The Search for the Giant Squid
    October 1998 (Lyons Press)


  • Lothar Frenz:
    Riesenkraken und Tigerwölfe. Auf der Spur mysteriöser Tiere
    Berlin 2000 (Rowohlt)


  • Jules Verne:
    Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer
    Frankfurt 1997 (Fischer-Verlag)

 

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Umweltbeobachtung aus dem All

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ENVISAT

Mission Envisat:
Der Öko-Sheriff aus dem All


14 mal am Tag umkreist der Satellit die Erde, alle 35 Tage überfliegt er dieselbe Stelle - seit dem 1. März ist der europäische Späher ENVISAT im Universum unterwegs. 2,3 Milliarden Euro hat das Prestige-Objekt gekostet, Hunderte von Wissenschaftlern waren an seiner Entstehung beteiligt. Zehn Instrumente - vollgepackt mit modernster Technik - hat der Öko-Detektiv an Bord, um Messungen über die Umwelt in bislang unbekannter Qualität und Menge zu liefern. Sie helfen, um Klima, Erdbeben oder Riesenwellen präziser vorhersagen zu können. Ostern hat ENVISAT seine ersten Bilder zur Erde gefunkt. Mindestens fünf Jahre soll der Umweltsatellit im All bleiben. Reparieren kann ihn kein Astronaut, denn in 800 Kilometer Höhe ist die Strahlung für den Menschen tödlich.

Adressen:

    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
    Linder Höhe
    51147 Köln
    Tel: 02203-601-0
    Fax: 02203-673 10
    www.dlr.de