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Band VIII (1994)Spalten 226-235 Autor: Klaus-Gunther Wesseling

RICHELIEU (lat.: Richelius), Armand Jean du Plessis Duc de, französischer Kardinal und Staatsmann, Generalabt von Cluny und Citeaux, * 9.9. 1585 auf Schloß Richelieu (Dépt. Indre-et-Loire), † 4.12. 1642 in Paris. - R. entstammt aus altem, mittlerweile aber verarmten Adel im Poitou; seine Eltern sind François de Richelieu (+ 19.7. 1590) und die bürgerliche Anwaltstochter Suzanne de la Porte (+ 14.11. 1616). Der Schulzeit auf dem Collège de Navarre folgt die Absolvierung der Militärakademie. Um das Bettelbistum Luçon (Vendée, Dépt. Deux-Sèvres) in der Familie zu halten wird R. Geistlicher; 1607 kommt R. um päpstlichen Dispens ein, da er für das Amt noch nicht das kanonische Alter hat: er reist nach Rom, um die Angelegenheit bei Paul V. (s.d.) selber zu betreiben, und wird zu Ostern zum Bischof geweiht. »Ce jeune homme sera un grand fourbe«, prognostiziert der Papst; den Dispens gebründet er mit den Worten: »Aequum est ut qui supra aetatem sapis infra aetatem ordinerit«. Kurze Zeit später wird R. in Paris promoviert. Zum Jahresende bricht R. in sein Bistum auf; zu den organisatorischen Aufgaben in der Diözese kommen seine Bestrebungen, ein Seminar einzurichten; (s.d.) Pierre de Bérulle, der Jansenist Jean Duvergier de Hauranne (Abbé de Saint-Cyran, s.d.) und der Kapuzinerprovinzial François Joseph Leclerc du Tremblay (Père Joseph, Joseph von Paris [s.d.]) werden in dieser Zeit die engsten Wegbegleiter R.s, doch soll sich im Einzelfall das spätere Verhältnis trüben; nach Père Josephs Tod (18.12. 1638) tritt der Karmeliter Léon de Saint-Jean (1600-1671) eher widerwillig R. zur Seite und forciert dessen Kirchenpolitik der Wiedervereinigung der Konfessionen. Als Almosenier der soeben mit Ludwig XIII. (s.d.) verheirateten spanischen Infantin Anna von Österreich, Tochter Philipps III. von Spanien, tritt R. 1616 in höfische Dienste; sein diplomatisches Geschick verhilft ihm schon bald zum Posten des Staatssekretärs (25.11.), den er aber nicht lange innehaben soll: am Ende der Regentschaft Marias von Medici (+ 1642), Witwe Heinrichs IV. (s.d.), für den unmündigen Ludwig XIII., dem politischen Sturz des Kabinetts nach der Ermordung des Günstlings Marquis de Concini (24.4. 1617) entgeht R. durch freiwillige Demission. Im Mai folgt R. der Königin-Mutter in die Verbannung nach Blois. Von Intrigen zermürbt und ohnehin ständig gesundheitlich angegriffen zieht sich R. bereits im Juni in seine Diözese zurück, von wo aus er am 27.3. 1618 des Landes verwiesen wird. Verbittert und enttäuscht übersiedelt R. nach Avignon, als er am 7.3. 1619 vom innenpolitisch bedrängten Ludwig XIII., zugleich der Verbannung entsetzt, nach Angoulême bestellt wird. R. setzt nun alles an die Erringung des Kardinalats, taktiert geschickt zwischen den innenpolitisch verhärteten Fronten, weiß von langer Hand seine Rückkehr an den Pariser Hof durch Ausmanövrierung seiner Gegner vorzubereiten. Am 5.9.1622 erhält R. das ersehnte Purpur. 1624 gelingt R. dann der vorbereitete Griff zur Staatsmacht: am 28. (29.) 4. ernennt ihn Ludwig XIII. zum Minister; R. setzt nun Zug um Zug nach eigenen Wünschen personellen Veränderungen im Kabinett durch, und 1625 verdrängt er den sich immer mehr zurückziehenden und kränkelnden Großalmosenier (Grand-Aumônier) und Kardinal François de la Rouchefoucald (8.12.1558 - 14.2.1645) vom Vorsitz des Königlichen Rates. R. strafft die Regierungsorgane, schafft nacheinander staatstragende Adelsämter ab und führt zur Förderung der Wirtschaft das Amt eines Generalsuperintenden des Handels und der Schiffahrt ein, das er auch gleich übernimmt. Die Zurückdrängung der Hugenotten seit 1625, die Belagerung und Einnahme von La Rochelle (28.10. 1628) sowie der mantuanische Erfolgekrieg (1629), der Frankreichs Stellung in Norditalien festigte, beanspruchen in den nächsten Jahren die ganze Kraft R.s, der zudem in die Rivalität zwischen Ludwig XIII. einerseits und dessen Bruder Gaston von Orléans sowie seiner Mutter Maria von Medici andererseits verwickelt ist und in ihr beinahe scheitert; im November 1630 (»Das große Gewitter« [Le grand orage]) deuten alle Anzeichen auf den unmittelbar bevorstehenden Sturz R.s hin, und Michel de Marillac wird schon als Nachfolger gehandelt, doch bald verhaftet und am 10.5.1631 in Paris hingerichtet. R. kann das Blatt erneut wenden und nach tiefem Zerwürfnis mit dem König die Annäherung bewirken. Mit der journée dés dupés (Tag der Geprellten, 1630/1631), der Verbannung der Königinmutter ins Brüsseler Exil, festigt R. seine absolutistische Politik. 1633/1634 veranlaßt R. die Besetzung Elsaß-Lothringens und der Grafschaft Mömpelgard, und am 28.4. 1635 kommt es mit dem Vertrag von Compiègne zur Allianz zwischen Schweden und Frankreich. Mit der am 19.5. in Brüssel erfolgenden Überreichung der Kriegserklärung an das Spanien Philipps IV. (s.d.) tritt Frankreich in den Dreißigjährigen Krieg ein, nachdem Kurtrier infolge der spanischen Einnahme Philippsburg französischem Einfluß entzogen wurde; dennoch versucht R. in Geheimverhandlungen mit Olivares die direkte Konfrontation mit dem Kaiser Ferdinand II. zu vermeiden. Volksaufstände infolge gravierender sozialer Mißstände, die sowohl die Minderung der Kopf- (taille) wie auch die Abschaffung der Salzsteuer (gabelle) kaum zu lindern vermochten, und wechselndes Kriegsglück an den verschiedenen Fronten, aber auch die nicht endenden Hofintrigen der Opposition (Fronde) isolieren R. zunehmend. 1640/1641 verschärft sich die innenpolitische Lage R.s im Zusammenhang mit der spanienfreundlichen Verschwörung um Louis von Bourbon, dem Comte de Soissons (»Monsieur le Comte«), die aber nach dem Gefecht von La Marfée (6.7.), in dem R.s Marschall Châtillon zwar geschlagen wurde, wegen des rätselhaften Todes Louis' zusammenbricht. 1641 gestaltet sich zudem R.s Verhältnis zu Ludwig XIII. immer spannungsvoller, bedingt durch die Bemühungen des Ersten Stallmeisters (Grand Écuyer) Henri d'Effiat, des Marquis de Cinq-Mars und früheren Günstlings R.s, den König gegen seinen Premier aufzubringen; tatsächlich aber betrieb Cinq-Mars die spanische Sache des Herzogs von Bouillon und plante allem Anschein mit Gleichgesinnten einen Anschlag auf R. Cinq-Mars wird verhaftet; R. strengt in Montpellier den dann in Lyon geführten Prozeß an, an dessen Ende (12.9.1642) Todesurteile gefällt werden. Am 17.10. erreicht R. von Lyon kommend Paris; fiebrig liegt er seit dem 18.11. auf dem Sterbelager. Am 3.12. empfängt er das Sterbesakrament, nachdem er tags zuvor letztmals mit Ludwig XIII. gesprochen hatte, ihm zuletzt Jules Mazarin (s.d.) als Amtsnachfolger empfehlend. Am Vormittag des Donnerstags (4.12.) verstirbt R. Die Kapelle der Sorbonne, deren baulichen und wissenschaftlichen Ausbau R. nach Kräften förderte, wählte er zu seiner Grablege. - R. politisches Lebenswerk verhinderte die nationale Zersplitterung Frankreichs; der Autorität des Königs opferte R. die Souvernität der Kirche, aus Furcht vor dem état athée setzte er die Idee des absoluten Kirchenherrschers entgegen. R.s Friedensinitiativen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ringen um eine völkerrechtlich stabile Neuordnung Europas mit einem an seinen Grenzen gesicherten starken Frankreich gegenüber dem Hause Habsburg. Pragmatismus, Ehrgeiz und Machtstreben kennzeichnen R.s Denken; eine unerbittliche Härte kennzeichnet seinen Umgang mit zahlreichen Gegnern der Krone. Unter dem dominanten Einfluß seiner Persönlichkeit verlieren die Parlamente seit 1635 spürbar an Einfluß. - R. plante, Cluniazenser und Mauriner zusammenzufassen und Benediktiner, Prämonstratenser und Zisterzienser zu einer Kongregation zu fusionieren, doch 1636 verweigert der Papst die Anerkennung der Wahl R.s zum Generalabt von Cîteaux und Prémontré. R. drängte mit Entschiedenheit den politischen und militärischen Einfluß der Hugenotten zurück, in denen er bereits 1625 das Haupthindernis für die innere Stabilität Frankreichs erblickt, sicherte ihnen allerdings im Gnadenedikt von Nîmes (Juli 1629) weiterhin Religionsfreiheit zu: mit dem vorausgegangenen Frieden von Alais (28.6.) ist nach der Eroberung von La Rochelle der Protestantismus militärisch und politisch besiegt, ohne daß das Edikt von Nantes von R. material angetastet worden wäre. R.s Allianzpolitik mit den protestantischen Niederlanden, Schweden oder Bernhard von Weimar stellt konfessionelle Aspekte zugunsten des Gedankens der Staatsräson in den Hintergrund. Den Pariser Theologieprofessor Edmond Richer (1560-1631, s.d.) zwang er 1627 zum Widerruf seiner gallikanischen Thesen. In Bérulle fand R. einen ernsten religionspolitischen Gegner, der nach der Herstellung der Einheit der Christenheit trachtete, und Saint-Cyran läßt R. am 14.3.1638 nach verschiedenen Differenzen verhaften - erst nach dem Tod des Kardinals wird er wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Italiener Jules Mazarin, dem R. erstmals im Januar 1630 in Lyon begegnet war, gehört zu R.s Begünstigten. Hatte R. noch vergeblich vesucht, Mazarin zum Nuntius in Frankreich ernannt zu sehen, so gelang ihm mit diplomatischem Geschick dessen Erhebung zum Kardinal. R.s politisches Testament, 1632 begonnen und 1642 fertiggestellt, wird heute, nachdem erstmals Voltaire (s.d.) vehement dessen Authentizität bestritten hatte, für echt angesehen. Es dürfte vom Père Joseph redigiert worden sein und gibt keinen Anhalt für eine expansive französische Außenpolitik; die lange tradierte Theorie der natürlichen Grenzen Frankreichs ist ein Eintrag aus dem Testamentum Christianum von Labbé (s.d.). Vielmehr geht es R. um die Konsolidierung Frankreichs, das R. durch die Einkreisung habsburgischer Staaten bedroht sieht. Unter den kulturpolitischen Leistungen ragen R.s auf 1634 zu datierender Versuch hervor, eine Französische Akademie zu gründen, wie auch - trotz der politischen Gegnerschaft - die Förderung Peter Paul Rubens' (s.d.) und der schönen Künste. Als Literaturförderer ist R. in Zusammenhang mit dem Dramatiker Pierre Corneille zu erwähnen. Alexandre Dumas hat in seiner in den historischen Details frei gestalteten Romantrilogie der Drei Musketiere, vielfach verfilmt und als Sujet oft variiert, R. und seine Zeit, hierbei die Figur R.s verzeichnend, porträtiert.

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Klaus-Gunther Wesseling

Literaturergänzung:

Richelieu (1585-1642). Kunst, Macht und Politik. Hrsg. von Hilliard T. Goldfarb. Ghent 2002; - David J. Sturdy. Richelieu and Mazarin. A study in statesmanship. Basingstoke [u.a.] 2004.

Letzte Änderung: 06.01.2006