Das Institut

Das Institut

Die Probleme im Gesundheits- und Sozialwesen spitzen sich zu. Die demographische Entwicklung, Veränderungen im Krankheitsspektrum sowie steigende Anforderungen bei weiter sich verknappenden Ressourcen sind wesentliche Herausforderungen. Darüber hinaus erfordert die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine tragfähige Lösungsstrategie. Die Einschätzung, dass Dienste und Einrichtungen dabei Beratung und Unterstützung benötigen und dass trotz zunehmender Forschungsaktivitäten weiterhin Defizite im Bereich angewandter Wissenschaftsentwicklung und Forschung insbesondere auf dem Gebiet der Pflegewissenschaft bestehen, führten im Jahr 2002 zur Gründung des Friederike-Fliedner-Instituts.

Mit der Namensgebung wird die Arbeit von Friederike Fliedner (1800 - 1842), der ersten Ehefrau Theodor Fliedners, gewürdigt. Sie unterstützte ihren Mann bei der Begründung der neuzeitlichen Krankenpflege, die unter ihrer Regie ein anerkannter Beruf wurde. Mit der praktischen Versorgung von Kindern sowie kranken und alten Menschen errichteten Friederike und Theodor Fliedner in Kaiserswerth eine Ausbildungsstätte für Krankenschwestern und Kinderpflegerinnen. Im Hinblick auf die Verberuflichung des pflegerischen Dienstes ist Kaiserswerth als Standort eines wissenschaftlichen Instituts zur Unterstützung der Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen besonders geeignet.

Arbeitsprofil

Die Arbeit des Friederike-Fliedner-Instituts wird vom Leitbild einer aus dem christlichen Verständnis erwachsenden Solidarität und Verpflichtung zur Mitmenschlichkeit sowie zur Bewahrung der Menschenwürde geprägt. Damit soll Tendenzen entgegengetreten werden, sich bei der Gestaltung des Gesundheits- und Sozialwesens - auch in Forschung und Praxisberatung - auf das ökonomisch Machbare unter Vernachlässigung grundsätzlicher ethischer Fragestellungen zu beschränken.

Im Vordergrund steht die Entwicklung und wissenschaftliche Begleitung innovativer Arbeitsansätze zur Verbesserung der Situation in der Pflege sowie im Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt durch

  • Durchführung praxisorientierter Forschungsvorhaben
  • Wissenschaftliche Beratung von Trägern und Einrichtungen
  • Wissenschaftliche Begleitung von Modellvorhaben
  • Generierung und Bereitstellung einer Wissensbasis.

Bei der Durchführung dieser Aufgaben sieht sich das Friederike-Fliedner-Institut folgenden Leitlinien verpflichtet:

  • Durchführung anwendungsbezogener Forschung
  • Präferenz für multidisziplinäre und interdisziplinäre Forschungsansätze
  • Forschung in Kooperation mit Hochschulen und Trägerorganisationen
  • Einrichtungs- und personenbezogene Versorgungsforschung als Hauptanliegen
  • Sozialwissenschaftlich ausgerichtetes Forschungsverständnis
  • Neutralität, Unabhängigkeit und bestehende Verankerung im diakonischen Leitbild
  • Thematische Ausrichtung an aktuellen Problemlagen.

Thematische Schwerpunkte

Die wissenschaftliche Arbeit des Friederike-Fliedner-Instituts beinhaltet vorrangig folgende Schwerpunkte:

  • Entwicklung und Evaluation von Qualifizierungskonzepten in der Pflege und anderen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens
  • Forschung und Beratung im Bereich von Pflege und Pflegeprozessgestaltung
  • Forschung zu Transferproblemen im Verhältnis zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Versorgungspraxis
  • Forschung zu Beteiligungsmöglichkeiten von Betroffenen und anderen Helfergruppen an der Versorgung.

Methodisch umgesetzt werden diese Ziele vor allem mittels wissenschaftlicher Beratung von Trägerorganisationen, Diensten und Einrichtungen zu konkreten Fragen der Gestaltung von Qualifizierungs- und Versorgungsangeboten. Mit Veröffentlichungen von Forschungsergebnissen und Veranstaltungen in Form von Werkstattgesprächen und Fachtagungen zu aktuellen Themen soll die Qualifizierung und Information der Praxiseinrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen verbessert werden.


Bildmarke des Institutes