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Band I (1990)Spalten 365-366 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

BARBARIGO, Gregorio, Kardinal, Heiliger, * 16.9. 1625 in Venedig als Sohn eines späteren Senators, † 18.6. 1697 in Padua. - B. studierte an der Universität in Padua Philosophie und Jura, auch Griechisch, Mathematik und Geschichte, bis der Vater ihn 1644 nach Hause zurückrief. Die Republik Venedig entsandte Aloise Contarini nach Münster (Westfalen) zu den Friedensverhandlungen; er nahm B. und noch einen anderen jungen Patrizier als Begleiter mit. B. lernte in Münster Bischof Fabio Chigi kennen, den päpstlichen Nuntius in Köln, der zugleich das Amt eines päpstlichen Legaten für die Friedensverhandlungen innehatte und 1655 als Alexander VII. Papst wurde. Nachdem inzwischen drei Jahre vergangen waren und da keine Aussicht auf einen baldigen Frieden zu bestehen schien, riet Contarini seinen beiden jugendlichen Begleitern, die Heimreise nach Venedig anzutreten. Nach Abschluß des Westfälischen Friedens (1648) kehrte Chigi nach Rom zurück und wurde zum Kardinal ernannt. Er lud B. nach Rom ein und veranlaßte ihn, seine Studien in Padua fortzusetzen und die akademischen Grade in Theologie und Jurisprudenz zu erwerben. B. widmete sich auch eifrig dem Studium der Geschichte und Mathematik, der klassischen und orientalischen Sprachen. Nach drei Jahren kehrte er nach Venedig zurück und empfing im Dezember 1655 die Weihen. Alexander VII. rief ihn 1656 nach Rom und verlieh ihm die Würde eines Prälaten und das Amt eines Referendars beim obersten päpstlichen Gericht. B. wurde 1657 Bischof von Bergamo und 1664 von Padua. Alexander VII. ernannte ihn 1660 zum Kardinal. B. war fünfmal an der Wahl eines neuen Papstes mitbestimmend beteiligt und galt bei den Konklaven 1676-91 als aussichtsreicher Kandidat. In beiden Diözesen führte er zahlreiche Reformen durch und war um die Erneuerung des christlichen Lebens eifrig bemüht. In Bergamo gründete B. ein Seminar nach den Richtlinien des Trienter Konzils und gemäß den Regeln, die Karl Borromeo dem Mailänder Seminar gegeben hatte, und übernahm selbst die Leitung des Seminars. Auch in der Diözese Padua galt seine Sorge und Mühe der Erneuerung der Katechese und der Predigt und darum auch der Hebung und Heranbildung eines neuen Klerus. So gab er dem Seminar neue Satzungen; seine »Regulae studiorum« von 1690 sind von der »Ratio studiorum« der Jesuiten abhängig. Auch förderte er das Studium der orientalischen Sprachen, der Geschichte und Philosophie. Der 1676 gewählte Papst Innozenz XIII. hielt B. drei Jahre in Rom zurück als Berater in schwierigen Fragen und übertrug ihm die Oberaufsicht der Christenlehre in Rom. B. war auch um die Wiedervereinigung mit den Orientalen bemüht. Er wurde am 6.7. 1761 selig und am 26.5. 1960 heiliggesprochen.

Lit.: S. Serans, Il b. G. B. e Cosimo III de' Medici, Padua 1932; - Ders., Il card. G. B. e le scienze matematiche, ebd. 1935; - Ders., Il card. G. B. e l'oriente, ebd. 1938; - Ders., Lettere del card. G. B. al rettore del suo seminario S. de Grandis (1674-97), ebd. 1940; - Cl. Bellinati, S. G. B., un vescovo eroico, ebd. 1960; - Ferdinand Baumann, Der hl. Kard. G. B., in: Klerusbl. Organ der Diözesanpriestervereine Bayerns 40, 1960, 347 ff.; - Ders., Kard. G. B., in: Sein u. Sendung. Mschr. des kath. Klerus 26, 1960, 409 ff.; - Ders., Die Welt braucht hl. Vorbilder. Heilig- u. Seligsprechungen Johannes' XXIII., 1964, 27 ff.; - CC II, 817 f.; - LThK I, 1236.

Letzte Änderung: 08.02.2001