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Lesezeit | MDR FIGARO | 07.-18.04.2008 | 09:05 & 19:05 Uhr
Herwart Grosse liest Mann, Roth und Dickens
Zum 100. Geburtstag von Herwart Grosse am 17. April
Der Schauspieler Herwart Grosse war ein Meister in der Kunst des Vortrages. Am 17. April wäre er 100 Jahre alt geworden. MDR FIGARO sendet aus diesem Anlass eine Auswahl seiner Rezitationen.
Herwart Grosse (1908-1982); Rechte: dpa
Herwart Grosse (1908-1982)
In einer unverwechselbaren, Grazilität verströmenden Mischung von bisweilen überscharfer Prägnanz, Ironie und Pedantischem hat er seine Zuhörer und Zuschauer fasziniert. Dies geschah sehr oft mit Werken Thomas Manns, seine selbst inszenierten Thomas Mann-Abende wie "Fülle des Wohllauts" sind legendär und auch auf Schallplatte erschienen. Die Lesung aus dem "Radetzkymarsch" von Joseph Roth eröffnet eine zehnteilige "Lesereise" mit Werken von Gottfried August Bürger, Thomas Mann, Charles Dickens, Lion Feuchtwanger und Anton Tschechow.
 
Herwart Grosse, am 17. April 1908 in Berlin geboren, absolvierte eine kaufmännische Lehre, arbeitete kurzzeitig als Vertreter, Knopffärber, Gelegenheitsarbeiter. In Kontakt mit der Schauspielerei kam er als Laiendarsteller an der Jungen Volksbühne. Nach Schauspielunterricht bei Paul Bildt kam er auf Vermittlung seines Lehrers ans Preußische Staatstheater. Ab 1938 übernahm er am Schillertheater unter Heinrich George meist kleinere Rollen. Nach Schließung des Theaters wurde Grosse 1944 als Panzergrenadier eingezogen und gerät in sowjetische Kriegsgefangenschaft. 1946 holte ihn sein Lehrer Paul Bildt für die Rolle des Pomaret in dem Stück "Beaumarchais" von Friedrich Wolf ans Deutsche Theater, dem Grosse bis zu seinem Tode angehörte. Er spielte u.a. den Wurm in "Kabale und Liebe" von Schiller, den Derwisch in "Nathan der Weise" von Lessing, die Titelrolle in "Somow und andere" von Maxim Gorki und den George Bernhard Shaw in "Geliebter Lügner" von Jerome Kilty. Später war er u.a. unter der Regie von Friedo Solter als Narr in "König Lear" von William Shakespeare und in "Wallensteins Tod" zu sehen. Ab Mitte der 1950er-Jahre realisierte er auch eigene Inszenierungen als Theaterregisseur.
 
Ab 1947 wirkte Grosse in zahlreichen DEFA-Filmen mit, wo er zumeist Schurkencharaktere mimt, z.B. als Kriegsverbrecher und IG Farben-Direktor von Decken in "Rat Der Götter" (1950) von Kurt Maetzig, als Gestapo-Chef Müller in "Der Fall Gleiwitz" (1961) unter der Regie von Gerhard Klein. In einigen der satirischen "Stacheltier"-Kurzfilme Anfang der 1960er-Jahre trat er auch als Regisseur und Drehbuchautor in Erscheinung. Neben seiner Arbeit für das Kino übernahm er auch zahlreiche Rollen im Fernsehen der DDR. Eine seiner letzten Fernsehrollen war jene des Generalvikars Johann von Staupitz in dem Fünfteiler "Martin Luther" von 1983.

Grosse, der 1932 in die KPD eingetreten war, trat in den 1950er-Jahren aus der SED aus. Er wurde mit dem Kunstpreis, dem Nationalpreis und dem Goethepreis ausgezeichnet. Herwart Grosse starb am 27. Oktober 1982 in Berlin.

 
Sendungsüberblick

  • 07.04.2008 - Herwart Grosse liest "Radetzkymarsch" von Jospeh Roth, Produktion: Rundfunk der DDR 1977

  • 08./09.04.2008 - Herwart Grosse liest "Münchhausen" von Gottfried August Bürger, Produktion: Rundfunk der DDR 1969

  • 10./11.04.2008 - Herwart Grosse liest "Der Zauberberg" von Thomas Mann, Produktion: Rundfunk der DDR 1967

  • 14./15.04.2008 - Herwart Grosse liest Detektivgeschichten von Von Charles Dickens, Produktion: Rundfunk der DDR 1970

  • 16./17.04.2008 - Herwart Grosse liest "Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis" von Lion Feuchtwanger, Produktion: Rundfunk der DDR 1972

  • 18.04.2008 - Herwart Grosse liest "Die Austern / Der Rächer der Ehre" von Anton Tschechow, Produktion: Rundfunk der DDR 1965
 
zuletzt aktualisiert: 04. April 2008 | 18:55
 
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