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Nach Regensburg muss auch Essen Insolvenz anmelden

Schwarzer Tag für das deutsche Eishockey: Am Dienstag mussten mit den Eisbären Regensburg und den Moskitos Essen gleich zwei Clubs Insolvenz anmelden. Zunächst gaben die Regensburger am Mittag die Hiobsbotschaft bekannt, am Abend machten dies dann auch noch die Moskitos, die ihren Fans eigentlich angekündigt hatten, einen neuen Trainer vorstellen zu wollen.

Beide Vereine dürfen damit in der kommenden Saison nicht in der 2. Bundesliga antreten. Erster Nachrücker sind die Lausitzer Füchse, dann folgt der EV Landsberg. Dort ist aber die Zukunft ebenfalls noch nicht geklärt. Danach folgen die beiden Verlierer der Oberliga-Halbfinals, die Wölfe Freiburg und der EV Füssen. Sollte es einen DEL-Aufsteiger aus der 2. Liga geben und Landsberg auf einen Verbleib in der zweiten Liga verzichten, dürften sogar beide Oberligisten nachrücken. Dies bestätigte ESBG-Geschäftsführer Oliver Seeliger am Dienstagabend. „Zwei Insolvenzen an einem Tag – das ist erschreckend!“

Die Essener Spielbetriebs GmbH, die zu Beginn der Saison 2006/2007 für den Spielbetrieb der 1. Mannschaft aus dem Verein ausgegliedert worden war, hatte wegen Zahlungsunfähigkeit Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen müssen.

Rolf Weidmann wurde vom Amtsgericht Essen zum neuen Insolvenzverwalter bestimmt. „Offensichtlich haben sicher geglaubte Sponsoren dem Verein dann doch kein zusätzliches Geld mehr zur Verfügung gestellt, so dass die Geschäftsführung derzeit keine Chance sieht, Anfang September 2008 weiterhin am Spielbetrieb der zweiten Eishockey Liga teilnehmen zu können“, sagte Weidmann. Gespräche mit dem Verband, den Sponsoren und potenziellen Geldgebern sollen nun unverzüglich geführt werden.

Laut ev-regensburg.de beträgt der aktuelle Fehlbestand bei den Eisbären Regensburg knapp 1,1 Millionen Euro, dabei sind die durch den Vergleich erzielten Minderzahlungen schon mit eingerechnet. Der ausstehende Betrag für Umsatzsteuer und Lohnsteuer beim Finanzamt beträgt ca. 350.000 Euro, hier könnten maximal 50 Prozent verglichen werden, was aber laut Bernhard Schmeilzl auch unwahrscheinlich ist.

Dabei gab es in den letzten Wochen durchaus positive Anzeichen: die nächste Saison war mit festen Sponsoren-Zusagen von 650.000 bis 750.000 Euro so gut wie finanziert, weitere Sponsoren wären bereit gewesen, diesen Betrag noch aufzustocken. Oberbürgermeister Hans Schaidinger hatte bei der Sponsorengewinnung viel politisches Gewicht in die Waagschale geworfen.

Erschreckend die Entwicklung bei den Außenständen: allein in der Saison 2006/2007 stieg die Schuldenlast um rund 850.000 Euro. Eine Explosion bei den Spielergehältern von 1,3 Millionen Euro auf 2,0 Millionen Euro sowie eine Zunahme der sonstigen Kosten um 250.000 Euro bei insgesamt nur leicht rückläufigen Einnahmen brachten das ohnehin wackelige wirtschaftliche Fundament der Eisbären zum Bersten.

Auch ein Spielbetrieb in der Oberliga in der kommenden Spielzeit ist höchst fraglich. Dazu ESBG-Geschäftsführer Oliver Seeliger: "Ich habe bisher auch nur den Kenntnisstand aus der Pressekonferenz, mit mir hat noch niemand aus Regensburg Kontakt aufgenommen. Klar ist: Weißwasser ist der erste Nachrücker und würde dann in der Liga verbleiben. Ob Regensburg in der Oberliga weiterspielen kann, muss man erst noch sehen." Sollte nämlich die GmbH mangels Masse liquidiert werden oder das Insolvenz-Verfahren noch laufen, müsste der EVR wohl zurück in die Landesliga Bayern, wo derzeit die 1b-Mannschaft spielt.

Martin Hinterstocker neuer Nachwuchs-Trainer in München

Der EHC München hat zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte einen Nachwuchs-Cheftrainer eingestellt. Der ehemalige Nationalspieler Martin Hinterstocker senior wird ab sofort die Geschicke des EHC Nachwuchses leiten. Hinterstocker, der schon bei anderen bayerischen Vereinen erfolgreich im Nachwuchsbereich gearbeitet hat und die höchste Trainerausbildung in Deutschland besitzt, soll den EHC Nachwuchs weiter voran bringen. Der 53jährige gebürtige Holzkirchner wird ab 1. Mai die sportlichen Geschicke des e.V. leiten.

„Wir sind froh, so einen kompetenten Mann für unseren Nachwuchs gewonnen zu haben und wollen unsere Nachwuchsspieler in Zukunft noch besser ausbilden", so EHC Präsident Jürgen Bochanski.

Erleichterung in Bad Nauheim: Kevin Lavallee hat verlängert

Die Roten Teufel haben ihre zweite Kontingentstelle besetzt. Nachdem mit Lanny Gare ein Neuzugang aus Crimmitschau verpflichtet wurde, ist der zweite Ausländer eine bewährte Kraft: Kevin Lavallee wird eine weitere Spielzeit in Bad Nauheim stürmen. Der 23 Jahre alte Kanadier konnte in 22 Spielen 14 Tore und 19 Assists für sich verbuchen und durch seine Schnelligkeit und seinen Torinstinkt überzeugen. „Ich freue mich, dass Kevin weiterhin für uns stürmen wird. Mit ihm und Lanny Gare haben wir zwei torgefährliche Spieler unter Vertrag, die für viel Druck nach vorne sorgen werden“, sagt Trainer Fred Carroll zum bisher verpflichteten Sturm-Duo und schließt nicht aus, dass es schon bald weitere Neuzugänge zu vermelden gibt.

Doyle bleibt bei den Indians - Kein Vertrag für Dahms

Wie die Hannover Indians in einer Presseerklärung mitteilen, wird Kyle Doyle auch in der kommenden Saison für die Indians auflaufen. Der in diesem Monat 27 Jahre alt werdende Kanadier verlängerte seinen Vertrag für die Spielzeit 2008/2009. Doyle war mit insgesamt 95 Punkten (41 Tore, 54 Assists in 56 Spielen) bester Scorer der Indians in der abgelaufenen Saison. Die Indians verlassen werden indes die Verteidiger Thomas Morrow, Alexander Engel und Nils Sondermann sowie die Stürmer Ryan Huddy, Kevin Du, Sebastian Deml und Dennis Meyer. Gemäß der Pressemitteilung führte Indians Trainer Joe West in den letzten Tagen die entscheidenden Gespräche mit den Spielern. West: „Wir haben uns die Entscheidungen wahrlich nicht leicht gemacht, da die meisten Spieler gerne hiergeblieben wären. In der nächsten Saison dürfen wir aber z.B. nur noch vier Ausländer verpflichten – dies bedeutet, dass wir auf diesen Positionen ganz genau überlegen müssen, was wir machen."
Ebenfalls verlassen wird die Indians das Urgestein Michael Dahms. Seit 1999 war der gebürtige Berliner am Pferdeturm. Dahms Trikotnummer 2 wird am Pferdeturm nicht mehr vergeben. Nach Beendigung seiner aktiven Karriere sollen Name und Nummer des im Juni 29 Jahre alt werdenden Verteidigers unter dem Hallendach verewigt werden.