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14.12.2007    14:44 Uhr Drucken  |  Versenden  |  Kontakt
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Foto: Bloomberg

Lufthansa

�berraschung in Amerika

Deutschlands gr��te Fluggesellschaft steigt bei Jet-Blue Airways ein. Das kommt einem Affront gegen�ber den US-Allianzpartnern US Airways und United Airlines gleich.
Von Jens Flottau

Die Lufthansa beteiligt sich mit 19 Prozent an der amerikanischen Billigfluggesellschaft Jet-Blue Airways.

Sie steigt im Zuge einer am Donnerstag vom Board of Directors beschlossenen Kapitalerh�hung ein und investiert etwa 300 Millionen US-Dollar. Lufthansa wird im kommenden Jahr mit einem Mitglied im Jet-Blue-Board vertreten sein. Die Einigung bedarf noch der Zustimmung der US-Wettbewerbsbeh�rden.


17,50 €   -0,07   -0,39%  

"Unsere Investition ist Ausdruck unseres Vertrauens in die Qualit�t von Jet-Blue, die Wachstumsm�glichkeiten und sein Management", so Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber in einer Stellungnahme. "Die Beteiligung gibt Lufthansa die M�glichkeit, in den dynamischen US-amerikanischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr zu investieren.

"Eine der profitabelsten Airlines"

Die Transaktion verbindet zwei Airlines, die hinsichtlich Qualit�t, Innovation und Service-Kultur weltweit einen exzellenten Ruf genie�en." Lufthansa-Finanzchef Stephan Gemkow sagte am Freitag, er erwarte erhebliche Ertragssynergien. Jet-Blue sei "eine der profitabelsten Airlines" in den Vereinigten Staaten. Lufthansa habe auch die Dollarschw�che nutzen k�nnen.


Der Schritt gilt in der Branche als gro�e �berraschung, deutet aber auf eine ge�nderte Strategie des Unternehmens im Konsolidierungsbereich hin. Lufthansa hatte sich j�ngst dagegen entschieden, f�r die staatliche italienische Fluggesellschaft Alitalia zu bieten, obwohl Konzernchef Mayrhuber lange Zeit mit der Idee sympathisiert hatte. Gleichzeitig wurden im Top-Management andere Beteiligungsszenarien durchgespielt. Mayrhuber sagte am Freitag, er sehe den Schwerpunkt der Konsolidierung weiter in Europa. Alitalia sei aber zu riskant.


3,040 €   -0,05   -1,61%  

Mit ihrer Beteiligung an Jet-Blue positioniert sich die Lufthansa auch f�r den Fall, dass der Luftverkehrsmarkt zwischen Europa und den USA weiter liberalisiert wird. Im M�rz 2008 werden alle Restriktionen auf den Transatlantikstrecken verschwinden.

Hingegen d�rfen ausl�ndische Unternehmen nur h�chstens 25 Prozent der Stimmrechte an US-Fluggesellschaften halten. Die Europ�ische Kommission versucht seit Jahren, ihr Konzept eines komplett liberalisierten EU/US-Binnenmarktes durchzusetzen. Die US-Seite hat nach langem Z�gern nun immerhin Verhandlungen zugestimmt, mit einer weiteren Freigabe wird aber nicht vor 2010 gerechnet.


Lufthansa ist dennoch nicht die erste europ�ische Fluggesellschaft, die in einen US-Partner investiert. British Airways hielt zeitweise eine Minderheitsbeteiligung an der damaligen US Air (heute US Airways), wie KLM an Northwest Airlines. Beide haben sich aber schon l�ngst wieder zur�ckgezogen. Lufthansa selbst stand in den neunziger Jahren kurz vor einem Einstieg bei Continental.


Der Einstieg bei Jet-Blue kommt einem Affront gegen�ber den US-Allianzpartnern US Airways und United Airlines gleich. Jet-Blue steht mit den beiden in direkter Konkurrenz auf wichtigen Strecken an der Ostk�ste. Zudem kann Lufthansa wohl bald Zubringerverkehr �ber die Jet-Blue-Basis in New York abwickeln, und nicht mehr nur �ber die United-Drehkreuze in Chicago und Washington sowie die US-Airways-Basis in Philadelphia.


F�r Jet-Blue ist die Kapitalspritze nahezu �berlebensnotwendig. Das Unternehmen hat zwar im dritten Quartal einen operativen Gewinn von 79 MillionenDollar gemacht und damit eine Marge von 10,6 Prozent erreicht. Allerdings hat Jet-Blue 2005 und 2006 mit einem Verlust abgeschlossen und erwartet f�r 2007 nur eine Netto-Rendite zwischen einem und drei Prozent.

ie Jet-Blue-Aktie hat im laufenden Jahr 56 Prozent verloren. Bei der Fluggesellschaft werden bald Verbindlichkeiten von 433Millionen Dollar f�llig, die sie nicht aus dem Cash-Flow bezahlen kann.


"Jet-Blue hat jetzt Zugang zu liquiden Mitteln, aber der Deal l�st nicht die gro�en Probleme auf den Inlandsstrecken", sagt Douglas Runte, Gesch�ftsf�hrer von RBS Greenwich Capital Markets. "Dies ist eine sehr positive Wende f�r uns, die unsere Bilanz st�rkt und die Liquidit�t verbessert."

Jet-Blue war im vergangenen Winter wegen zahlreicher Versp�tungen, Flugabsagen und schlechtem Kundenservice in die Kritik geraten.

Eigentlich gilt die Fluggesellschaft, die eine Flotte von 103 Airbus A320 betreibt, als sehr innovativ. Unter anderem bietet sie den Kunden 36 Fernsehkan�le live an jedem Sitz an. Nach dem Einstieg bei Jet-Blue will die Lufthansa ihr Flugangebot in die USA weiter ausbauen. Im kommenden Jahr seien bereits zus�tzliche Fl�ge nach Seattle und Orlando geplant, hie� es.


Lufthansa

17,50 €    -0,07   -0,40%   17.04.08  

WKN: ISIN: Typ: Branche:
823212 DE0008232125 Aktie Verkehr

(SZ vom 15.12.2007/hgn)

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Kommentare


14.12.2007 16:57:47

Gegen jeden Krieg: @Mango!!!

@Mango!!!

Man muss nur zu Ende lesen.

Mein letzter Satz ist: 'Umso unverständlicher ist mir, dass Lufthansa da einen grösseren Markt sieht und expandieren will.' Es macht keinen Sinn, es sei denn, das LHs 'business model' ist, deutsche/europäische Heimkehrer einzusammeln.

Machen wir uns doch nichts vor! Dies sind nicht mehr die gleichen USA wie am Ausgang des letzten Jahrhunderts -- zumindest galt damals noch die US-Verfassung, auch wenn die Aussenpolitik, wenngleich eleganter, so ziemlich die gleiche war.

Ich bin an den Wegzug aus Deutschland vor 1932 erinnert -- man merkte damals auch, wo es lang ging.

Googeln Sie doch mal: NSPD 51 (National Security Presidential Directive 51) -- da haben Sie die Blaupause für die Machtübernahme.


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14.12.2007 16:56:19

Gegen jeden Krieg: @Mango!!!

@Mango!!!

Man muss nur zu Ende lesen.

Mein letzter Satz ist: 'Umso unverständlicher ist mir, dass Lufthansa da einen grösseren Markt sieht und expandieren will.' Es macht keinen Sinn, es sei denn, das LHs 'business model' ist, deutsche/europäische Heimkehrer einzusammeln.

Machen wir uns doch nichts vor! Dies sind nicht mehr die gleichen USA wie am Ausgang des letzten Jahrhunderts -- zumindest galt damals noch die US-Verfassung, auch wenn die Aussenpolitik, wenngleich eleganter, so ziemlich die gleiche war.

Ich bin an den Exodus der deutschen Juden vor 1932 erinnert -- m,an merkte damals auch, wo es lang ging.

Googeln Sie doch mal: NSPD 51 (National Security Presidential Directive 51) -- da haben Sie die Blaupause für die Machtübernahme.


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14.12.2007 16:55:34

Gegen jeden Krieg: @fernau

@fernau

ich bin 2004 mit LH aus San Francisco nach zwei Jahrzehnten abgehauen, weil das Fähnchenschwingen und die Kaltblütigkeit/Herzlosigkeit nicht mehr zu ertragen waren. Inzwischen ist dort der Proto-Faschismus angewachsen -- keine Frage.

Wenn Sie mal Informationen haben wollen, die in den USA nicht leicht zugänglich sind, schreiben Sie sich ein per E-Mail zum Empfang des InformationClearingHouse Newsletters (News You Won't Find On CNN): Information Clearing House (emailtom [at] cox.net). Es kostet nichts, aber von Zeit zu Zeit muss man auch mal an eine Spende denken.

Ich kenne einige, die in der Zwischenzeit den USA auch den Rücken gekehrt haben.


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14.12.2007 16:50:48

Gegen jeden Krieg: @fernau

@fernau

ich bin 2004 mit LH aus San Francisco nach zwei Jahrzehnten abgehauen, weil das Fähnchenschwingen und die Kaltblütigkeit/Herzlosigkeit nicht mehr zu ertragen waren. Inzwischen ist dort der Proto-Faschismus angewachsen -- keine Frage.

Wenn Sie mal Informationen haben wollen, die in den USA nicht leicht zugänglich sind, schreiben Sie sich ein per E-Mail zum Empfang des InformationClearingHouse Newsletters (News You Won't Find On CNN): Information Clearing House . Es kostet nichts, aber von Zeit zu Zeit muss man auch mal an eine Spende denken.

Ich kenne einige, die in der Zwischenzeit den USA auch den Rücken gekehrt haben.

@Mango!!!

Man muss nur zu Ende lesen.

Mein letzter Satz ist: 'Umso unverständlicher ist mir, dass Lufthansa da einen grösseren Markt sieht und expandieren will.' Es macht keinen Sinn, es sei denn, das LHs 'business model' ist, deutsche/europäische Heimkehrer einzusammeln.

Machen wir uns doch nichts vor! Dies sind nicht mehr die gleichen USA wie am Ausgang des letzten Jahrhunderts -- zumindest galt damals noch die US-Verfassung, auch wenn die Aussenpolitik, wenngleich eleganter, so ziemlich die gleiche war.

Ich bin an den Exodus der deutschen Juden vor 1932 erinnert -- m,an merkte damals auch, wo es lang ging.

Googeln Sie doch mal: NSPD 51 (National Security Presidential Directive 51) -- da haben Sie die Blaupause für die Machtübernahme.


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14.12.2007 16:21:16

fernau: na umgekehrt,..

...@gegenjedenkrieg: alle wollen raus, und die lufthansa uebernimmt das.

wo hammse denn ihre erfahrungen ueber USA her? das will ich nachlesen, denn wenn zutraefe was sie hier annehmen, wuerde ich sofort hier abhauen


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