Zur nächsten Seite

 Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 23.1.2002

  Zum Archivindex

 

Ludwig Knoop

Ludwig Knoop
Baron Ludwig Knoop

 

"St. Magnus ist ein verrücktes Dorf" schrieb einmal der Lesumer Pastor Kobus. Verrückt nicht etwa, weil ihm die Einwohner verrückt erschienen, sondern weil das Dorf St. Magnus mit seinen alten Bauernhöfen, Scheunen und Ställen von einer Flur zur anderen verrückt, also versetzt wurde. Der Grund hierfür war der Brand des Mahlstedtschen Hofes, der am 30. September 1878 durch einen Blitz getroffen, völlig niederbrannte. Der Bremer Baumwollkaufmann Ludwig Knoop (1821-1894) -seit 1859 in St. Magnus ansässig- nutzte die Gelegenheit und erwarb den Besitz von dem Bauern Hermann Mahlstedt. An den Kauf des Besitzes knüpfte Knoop die Bedingung, auch die Höfe der umliegenden Bauern zu übernehmen. Hermann Mahlstedt, der seit 1867 Ortsvorsteher war, übernahm die Vermittlung zu diesen Verkäufen. 1878 wurden die Höfe abgebrochen und teilweise an anderer Stelle wieder aufgebaut. Alle Bauern bekamen eine großzügige Entschädigung.

Auf einer Insel namens "Kreenholm", im estländischen Narva an der Narva errichtete Knoop eine Baumwollspinnerei, die ihn sehr bald zu einem reichen Mann machte. Knoop, den man später wegen seines Reichtums gerne auch mit Rockefeller verglich, kaufte große Landflächen in St. Magnus, wodurch sich das einst so verträumte Bauerndorf grundlegend veränderte. Im Jahre 1868 beauftragte er den bekannten Bremer Architekten Gustav Runge mit dem Bau eines Schlosses im englischen Tudorstil, das die Größe eines Fürstenhauses hatte und seinen 6 Kindern und Schwiegersöhnen samt Personal genügend Platz bot. Der Bremer Gartenbauarchitekt und Schöpfer des Bürgerparks Wilhelm Benque gestaltete den ca 40 ha großen Park. Viele Berühmtheiten besuchten Schloß Mühlenthal.

"Der Kaiser und sein Generalstabschef, Graf Moltke, kamen nach dem Krieg im Jahre 1870/71 nach St. Magnus. Bei einem Manöver ist Schloß Mühlentahl "kaiserliches Hauptquartier". Am denkwürdigsten aber blieb der Besuch Graf Moltkes zwei Jahre nach dem siebziger Krieg auf Mühlentahl, das er damals in einem Brief an seine Schwester als den reichsten Landsitz bezeichnete, den er je gesehen. Der Baumfreund Moltke musterte eingehend die prächtigen Bäume des Parks, und der Feldherr meinte scherzend, als er auf den schönsten Aussichtspunkt an der Lesum kam: "Von hier aus würde ich Bremen beschießen lassen" (13).

Die kleine Gemeinde St. Magnus wurde durch den neuen Einwohner zu einem wohlhabenen Ort. Knoop schenkte ihr das Gründstück für den Bau der Schule in der Richthofenstraße. Durch den Verkauf der alten Schule am Kapellenberg erhielt die Gemeinde einen großzügigen Betrag von über 30.000 Mark, mit dem sie dann den Bau der Schule finanzierte und einen gut bezahlten Lehrer einstellten konnte. Der Lehrer aus der 100 Meter entfernten Schule in Friedrichsdorf (heute St. Magnus), verdiente jährlich 200 Mark weniger als sein St. Magnuser Kollege.

Als 1862 die Bahnlinie Wunstorf-Bremerhaven und Burg-Vegesack in Betrieb genommen wurde, ließ Knoop den damals sehr kleinen Bahnhof St. Magnus bauen, den die Bevölkerung als "Datt lütte hollten Hüseken" bezeichnete."Dat Hüschen weer von buten grau, un binnen rot anstreken, un boben up den Dakke hätt Teerpapp un Schiefer seten. In de Goaten häbt de Spatz´n Neest und unnern Dack de Spreen. De jungs har´n ehr´n Spoass dor an, de smeten de Spatz´n mit Steen. Twee Wartesäle woern dor in, up jede Siet´wor en, un mitten mang en Amtskabinett mit de Telegrofir- maschin´. Dor set de Mann mit de rote Mütz´un mit den blauen Rock (Aus einer Übertragung von J.Fuhrhoff)". Vermutlich empfing Ludwig Knoop hier auch seine hohen Gäste, wie Prinz Albrecht von Preußen, Graf Moltke uvm. Eine Erzählung besagt, das ein Kutscher von Mühlentahl den berühmten Lyriker Rainer-Maria Rilke und seine spätere Frau Clara vom Bahnhof abholen sollte. Der Kutscher berichtete, daß er am Bahnhof zwei merkwürdige Gestalten auf sich zukommen sah -ein Mann und eine Frau. Er war schmal und blaß mit einem Bartgestrüpp um den Mund, offenem Hemd, schlichtem Kittel, zerknautschten Hosen und Sandalen; sie hatte verwuscheltes Haar, ein graues Kleid ohne erkennbaren Schnitt und ebenfalls Sandalen. Es waren Rainer Maria Rilke und Clara Westhoff. Der Kutscher dachte an seine markelose, mit feiner Seide ausgeschlagene Kutsche. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als die beiden "Landstreicher" nach Mühlentahl zu fahren.

St. Magnus war wegen seiner schönen und ruhigen Lage zu einem beliebten Ausflugsziel geworden, wohin viele Bremer kamen, um hier Ruhe und Entspannung zu finden. Vermutlich wurde daher im Jahre 1908 das kleine Bahnhofsgebäude abgerissen und durch einen größeren Bahnhof ersetzt. "Dat schöne lüüe hollten Hus, se häbt et affereten der Murlüe mussten an de Stäe n´Neemodsch Hus hensetten. En Hus mit sin veerkannt´gen Torm ganz boet ut Kalk un Steen. Un von dat lütte Hüseken dar is nicks mehr to seh´n. Wenn ick mal na St. Magnus kom, denn mut ick mi erst besinnen wenn ick ut´n Zug rutklattern do, kann ick nich den Utgang finn´. So manche schöne Erinnerung is mit de Bud affreten drum kann ich dat lütte Hüseken noch immer nich vergeten (J.Fuhrhoff)." Der neue Bahnhof wurde im Jahre 1975 abgerissen.

Bahnhof St. Magnus bis 1908
Der alte Bahnhof St. Magnus bis 1908

 

Knoops Schloss war schon damals mit der neuesten Technik ausgestattet. Einer Erzählung nach wollte Knoop für die Beheizung seines Schlosses und der Gewächshäuser ein Gaswerk bauen lassen. Der Lesumer Gemeindevorstand lehnte dieses Vorhaben mit der Begründung ab, daß es zu gefährlich sei. Man hatte gehört, daß es bei einigen Gaswerken schon oft zu Explosionen gekommen sei. Da man es sich mit dem Steuerzahler Knoop aber nicht verscherzen wollte, genehmigten sie 1871 doch den Bau des Werkes an der heutigen Straße "An Knoops Park" früher auch "Siedenburg´scher Weg" genannt, -allerdings nur unter der Auflage, daß Knoop an der Kastanienalle (heute Raschenkamps Weg) eine Gaslaterne aufstelle. Diesen Erpressungsversuch nahm der verärgerte Knoop wörtlich und kam der Aufforderung nach, -allerdings ohne die Laterne auch an eine Gasleitung anzuschließen, -davon war ja nicht die Rede gewesen. So kam es, daß die Laterne vorsichhin rostete, ohne jemals ein Lichtlein von sich gegeben zu haben. Im Jahre 1901 -die Lesumer Gemeinde hatte nun selbst ein Gaswerk gebaut- wurde Knoops erster Gasmeister der Direktor des Lesumer Gaswerkes. Um ständigen Kontakt zu seinem "Imperium" zu haben, ließ Knoop auf dem Turm seines Schlosses eine Telegraphenstation errichten.

Der Besitz Knoops wurde durch die heutigen Straßen "Kastanienallee" im Norden, "An Knoops Park" im Osten, und "Raschenkamps Weg" im Westen umrahmt. An der Südseite der Straße "Auf dem Hohen Ufer" reichte sein Besitz bis zum "St Magnuser Brink." Einige Weideflächen an der Lesum, wie die kleine Weide zwischen St. Magnuser Hafen und Admiral-Brommy-Weg, gehörten ebenfalls dazu. Für seine Töchter und Schwiegersöhne ließ er die Albrechtsburg (1950 abgerissen), Haus Kränholm und Haus Schotteck errichten.

Ludwig Knoop wurde 1821 in Bremen geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen unter 8 Geschwistern auf. Sein Vater besaß ein Tabakgeschäft, das schon sehr bald Pleite machte. Seine Mutter konnte wegen einer Gemütskrankheit die Kinder nicht versorgen, sodaß sich ihre Schwester mütterlich um die Kinder kümmerte.

Als in Bremen der Giftmischerin Gesche Gottfried 1831 der Prozeß gemacht wurde, stand der noch junge Ludwig Knoop unter den anwesenden Zuschauern, die sich auf dem Marktplatz zu Gottfrieds Hinrichtung versammelt hatten. Er war auf einen Zaun geklettert um eine bessere Sicht über das geschehen zu haben. Die Giftmischerin wurde in einem Karren und im Büßerhemd auf den Markplatz gefahren. Als der Henker das Beil hob, fiel der kleine Ludwig, vor Aufregung, ohnmächtig zu Boden.

Knoop ging nach einer kaufmännischen Lehre in seiner Vaterstadt Bremen, nach Manchester und als Vertreter des dortigen Handelshauses De Jersey & Co. bald darauf nach Moskau, wo er zunächst im Auftrag russischer Großherren eine Spinnereifabrik baute und trotz Ausfuhrverbots Spinnereimaschinen aus England importierte. Der große Aufstieg des Ludwig Knoop begann im Jahre 1847, als er dem Moskauer Unternehmer Savva Morozov eine vollständig ausgestattete Textilfabrik errichtete (9). Mit seiner Hilfe wurden bis 154 Fabriken errichtet (6). Mit Maschinen bestückt wurden von ihm insgesamt 187 Fabriken (7). Zugleich war Knoop auch der Baumwollieferant der Mehrzahl dieser Fabriken (8).

 

"Wer seinen eigenen Weg geht, begegnet immer Widerspruch;

die Schablone gilt. Aber man muß es eben riskieren. Wer nicht wagt, gewinnt nicht"

(Theodor Fontane)

 


1857 (30. April) gründete Knoop auf der estnischen Insel Krenholm an der Narowa bei Narva eine eigene Firma und besaß wenig später mit 400.000 Spindeln und 2000 Webstühlen die größte Baumwollspinnerei Europas, in der 4.500 Arbeitnehmer beschäftigt waren.

Das Werk "Kränholm"
Das Werk "Krenholm" auf der estländischen Insel umgeben von den Fällen der
Narova bei Narva. Rechts: die Brücke von Narva zur Insel Kränholm (links). Der Name Kreenholm (auf schwedisch Krähneholm und estnisch Kreenholmi) heißt übersetzt Kräheninsel.

Die tägliche Arbeitszeit betrug 14 Stunden und 45 Minuten abzüglich der 1 1/4 stündigen Mittagspause. Der Arbeitstag begann je nach Produktionszweig zwischen 5.05 Uhr und 5.20 Uhr und endete zwischen 19.50 und 20.20 (11). Der Höhepunkt seines Importes von Baumwolle lag im Jahre 1865. In diesem Jahr wurden von Knoop mehr als 8,99 Mio. Kilogramm oder 49,1 % der gesamten ins Russische Reich eingeführten Baumwolle importiert. Beim Maschinenimport geben die offiziellen Statistiken gar keine Verleichszahlen mehr, da Knoop darauf geradezu ein Monopol besaß. Zu seinem Imperium gehörten außerdem zwei Banken, diverse Versicherungsgesellschaften und 122 weitere Textilbetriebe (10).

Der Sender "Deutschland Radio" sendete am So. 2. Januar 2000 in der Reihe "Menschen und Landschaften, Narva eine russische Stadt in Estland", einen Bericht über das Werk Kränholm und seiner Geschichte. Der Bericht wurde hier bereitgestellt und kann abgehört werden.
Bitte klicken Sie auf "hier" und gehen auf der Seite von "Deutschland Radio" unter "Related Links:" auf "Real Audio".

"Keine Kirche ohne Pop`, keine Fabrik ohne Knoop"

Über Knoop ging im russischen Reich das geflügelte Wort um:,, Keine Kirche ohne Pop´, keine Kaserne ohne Wanze, keine Fabrik ohne Knoop" -im russischen reimt sich dies.(4) Der Engländer William Blackwell bezeichnete Knoop in einer Studie als "Finanzmagier".(5)

Die Arbeiter seiner Baumwollspinnerei wohnten in fabrikeigenen Wohnhäusern. Knoop ließ sogar Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten errichten, was für damalige Verhältnisse ungewöhnlich war. Im wesentlichen auf Kosten des Unternehmens wurden wegen der abseitigen Lage der Fabrik sogar eine orthodoxe und eine evangelisch-lutherische Kirche für die Arbeiterschaft errichtet (12). Mit diesen Wohlfahrtseinrichtungen betrat er Neuland. Erst 1861 wurde die Leibeigenschaft durch den Zaren Alexander II. aufgehoben, und die Lebens- und Arbeitsverhältnisse waren noch äußerst primitiv. Ein Bild über den Umgang mit den Leibeigenen des damaligen Rußlands zeigt eine Anekdote, die besagt, daß es den Kutschern im damaligen Rußland verboten war, sich nach ihrem Herren umzusehen. Knoop, der auf einem Besuch bei seinem Geschäftsfreund war, wollte den Heimweg antreten und ließ seinen Mantel durch den Hausdiener in die vorgefahrene Kutsche bringen. Dieser tat wie ihm befohlen wurde, brachte den Mantel in die Kutsche und verschloss die Kutschentür von Außen. Als der Kutscher hörte, wie die Tür zugeschlagen wurde, dachte er, daß sein Herr den Wagen bestiegen hätte und fuhr ohne Ludwig Knoop davon.

Kurze Zeit lang war Ludwig Knoop Aufsichtsratsmitglied des Norddeutschen Lloyds (1). Als 1870/71 im Deutsch/Französischen Krieg die Gefahr bestand, daß Frankreich deutsche Schiffe beschlagnahmen könnte, kaufte er "pro forma" die gesamte Tonnage auf und ließ die Schiffe unter russischer Flagge fahren -was die Flotte vor der Enteignung durch die Franzosen schützte.

Mit der Hilfe seines Freundes, dem Kapitän Eduard Dallmann 2 versuchte Knoop einen Schiffahrtsweg durch das Eismeer von Sibirien nach Europa zu finden. Im Sommer 1877 fuhr der erste Dampfer "Louise" -benannt nach seiner Frau- unter der Leitung Eduard Dallmanns von der Weser nach dem Jenessei.

 

"Geh Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterlässt"

(Antoine de Saint-Exupéry)

 

Schon im Jahre 1878 gab Knoop die Sibirienfahrt aus wirtschaftlichen Gründen wieder auf.

Am 6. Mai 1877 wurde Ludwig Knoop -dem Begründer der russischen Textilindustrie- vom russischen Zaren Alexander II., der Titel des "Baron" ohne das in Deutschland übliche "von" verliehen. Knoops Bruder Julius, der einen großen Teil zum Erfolg des Knoopschen Imperiums beigetragen hatte, wurde am 3. Februar 1888 durch den deutschen Kaiser in den "preußischen persönlichen Freiherrnstand" erhoben.

Die Goldene Hochzeit von Ludwig und Louise Knoop am 10. Juni 1893 wurde groß gefeiert. Am Morgen des Tages erschienen Schiffe des Norddeutschen Lloyds auf der Lesum und schossen zu Ehren des Hochzeitspaares Kanonenschüsse ab. Der Norddeutsche Lloyd hatte nicht vergessen, daß Knoop in den Kriegsjahren 1870/71 ihre Flotte vor dem Verkauf rettete, indem er sie "pro forma" aufkaufte und unter russischer Flagge fahren ließ. Eine große Zahl geladener Gäste versammelten sich in Schloß Mühlenthal um diesen Tag ausgiebig zu feiern. Am Abend war der Park im Licht der bunten Lampions getaucht und von den Schiffen auf der Lesum wurde Feuerwerk abgebrannt. Übrigens hat Louise Knoop ihren Mann nur geheiratet, weil sie sich damals -von einem weiteren Verehrer umworben- die Frage gestellt hatte, welcher von den beiden Hauptverehrern ihr am meisten leid täte, wenn sie ihn ablehnte.


Louise Knoop geb. Hoyer

Schon ein Jahr nach ihrer goldenen Hochzeit, am 26. Januar 1894, starb Knoops Frau Louise an Schwindsucht. Der Tod seiner über alles geliebten Frau hatte Knoop so schwer getroffen, daß er zu kränkeln begann. Einige Monate später verstarb auch er. Sein Tod ersparte es ihm, den Untergang seines Wirtschaftsimperiums mitzuerleben.

Während der Oktoberrevolution 1917 und der Besetzung Estlands durch die russischen Truppen ging das Werk in staatliche Hände über. Daß Knoop seine Arbeiter menschlicher behandelt hatte, als es allgemein üblich war, trugen seine Arbeiter ihm während der russischen Revolution positiv nach. Als die Bolschewisten versuchten Knoops Baumwollfabrik in die Luft zu sprengen, hatten einer Erzählung nach, die Arbeiter selbst die Sprengung verhütet, -wohl auch um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Es wird außerdem erzählt, daß die Kränholm-Arbeiter das am Eingang des Werkes stehende Standbild des alten Knoop mit einem Tuch verdeckt hätten, damit er nicht sehen konnte, wie die Revolutionäre zusammen mit seinen eigenen Arbeitern die Weinvorräte der Direktoren- und Angestellten-Kasinos plünderten. 1918 wurde Knoops Besitz in Rußland verstaatlicht. Sein Denkmal verschwand 1940 als die russischen Truppen nach Estland kamen.

Seit 1910 verfiel das Schloß Mühlental und wurde schließlich 1933 abgerissen. Auch die Orangerie mit ihren exotischen Gewächsen, das eigene Gaswerk, die prachtvollen Renaissance-Terrassen zum Mühlental und die Wirtschaftsgebäude von "Knoops Hof", verschwanden im Wandel der Zeit. Der Abbruch kostete mehr als er gebracht hatte. Was geblieben ist, sind wenige Häuser und der Park mit den Erinnerungen an vergangene Tage, als Prinz Albrecht von Preußen, Graf Moltke, Heinrich Vogeler und der Sohn und Neffe der Gebrüder Grimm, Hauptmann Grimm den Park durchstreiften.

 

"Daß es so kam, ist nicht Schuld der Erben.

Völker-, Menschenschicksaal, Kismet - wer kann´s wissen?

Ein schönes großes Schloß stirbt, und dennoch ---

vielleicht ist´s ein Baustein, der abbröckelt im großen Sterben des Abendlandes."

 

Nach langem Dornröschenschlaf hatte 1932 ein Konsortium zwanzig bremischer Firmen versucht den Park zu parzellieren und zu verkaufen. Glücklicherweise fand man derzeit keine Interessenten für die Grundstücke und somit kaufte 1938 die Gemeinde Lesum den Park für günstige 280.000 Mark. Der repräsentative Bahnhof St. Magnus bestand noch bis 1975, bis er aus kostengründen abgebrochen wurde.

Ludwig Knoops Töchter heirateten in bekannte Bremer Familien ein. Auch unter den Nachkommen sind heute teilweise bekannte Persönlichkeiten, wie der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachsen, Ernst Albrecht -ein Ur-Urenkel Ludwig Knoops und der Schowmaster und Schauspieler Hans-Joachim Kulenkampff -ein Urenkel Knoops.

Der Showmaster Hans-Joachim Kulenkampff
1992

Im Jahre 1986 wurde der Förderverein Knoops Park gegründet, der es sich zur Aufgabe macht, den Park in seiner alten Schönheit zu bewahren. Durch seine Hilfe wurde das Knoop-Denkmal, die Kennzeichnung des Schloß-Grundrisses und die Renovierung des alten Pförtnerhauses am östlichen Eingang mitfinanziert; -um nur einige Dinge zu nennen.


Das Knoop-Denkmal
(Zur Vergrößerung bitte Bild anklicken)

Ludwig Knoops Baumwollmanufaktur auf der Insel Kränholm, steht heute noch. Das ehemalige Textilkombinat ist heute eine Holdinggesellschaft die unter dem Namen "Krenholm" Textilien herstellt. Sogar seine Villa in Narva blieb bis heute unberührt.

 

"Koopmanns Good is as Ebb un Flood"

 

Bücherlinks zu diesen Themen:

Ludwig Knoop

An der Lesum

 "...das einzige Land in Europa

weitere Bücher:
Knoops Park Bildband

Diese Bücher und genaue Beschreibungen dazu erhalten Sie im

Links:

Förderverein Knoops Park

Tachauch.de

Radiobericht "Narva eine russische Stadt in Estland" (Über Ludwig Knoop und seine Textilmanufaktur)

Radiobericht "Hoch und runter durch die Bremer Schweiz"

Startseite

Navigation

Nächste Seite
Historischer Rundgang Ludwig Knoop Denkmal-Einweih. St.Magnus Ursprung
Zeittafel Galerie Lesmona Heimat-Shop
Schotteck Kränholm Rothfos Schule Friedrichsdorf
Gut Weilen Gut Weilen 1919 Villa Ruhe Admiral Brommy

Gesamter Namensindex
Namens-Index St. M. überall Bremen/Ansichten
Familie Voigt Magnus-Glocke
Gästebuch Schreiben Gästebuch Lesen Links Gedicht/ Schröder

Literaturnachweis:

Der Inhalt dieser Seite wurde u.a. aus folgenden Büchern entnommen:
"Altes und Neues aus dem alten St. Magnus", Friedrich Spengemann, St. Magnus 1957.
"Burg-Lesumer Heimatbuch", Heimat- und Verschönerungsverein Burg-Lesum, Druck- und Verlagshaus Friedrich Pörtner, Bremen-Blumenthal. (1) Adele Wolde, "Ludwig Knoop, Erinnerungsbilder aus seinem Leben", 1928.
(4) K.A. Pazitnikov, Ocerki istorii tekstil´noj promyslennosti dorevoljucionnoj Rossii. Serstjannaja promyslennost´, Moskau 1955, S. 103.
(5) William Blackwell, "The Beginning of Russian Industrialization 1800-1860, Princeton 1968, S. 47 und S. 241f.
(6) Svedenija o fabrikach postroennych v Rossii pri posredstve L.G. Knop: RGIA, f.560, op.16, d.509, 1. 12ob.ff.
(7) Ebd., S.22R: Verzeichnis vom 1. Januar 1877; Hildermeyer, Bürgertum, S. 530.
(8) Schulze-Gävernitz, Volkswirtschaftliche Studien, S.95 f.
(9) Schulze-Gävernitz, Volkswirtschaftliche Studien, S.92 u. 95.
(10) RGIA, ebd., 1. 19ob. und 20.
(11) Opisani Krengol´mskoj Manufaktury, Narva 1896, S.12.
(12) Opisani Krengol´mskoj Manufaktury, Narva 1896, S.44 ff.
(13) Gustav Brandes, Aus den Gärten einer alten Hansestadt.Bremen 1939.
Helmut von Moltke, Gesammelte Schriften und Denkwürdigkeiten. Band VI. Berlin 1893, S. 498.

 

Hinweis:

In der Geschichte gibt es auch unter Experten immer wieder unterschiedliche Meinungen oder Auslegungen. Auf diesen Seiten wird ausschließlich meine private Meinung wiedergegeben. Ich übernehme keine Haftung für
Vollständigkeit, Richtigkeit, Inhalt usw. Sämtliche Texte dieser Seiten wurden vom Verfasser neu erzählt.
Alle Informationen auf diesen Seiten sind von mir mit größer Sorgfalt
recherchiert und gewissenhaft bearbeitet worden. Da inhaltliche und sachliche Fehler nicht ausgeschlossen werden
und neue Erkenntnisse der Geschichtsforschung die Angaben dementieren oder ergänzen können, erkläre ich, daß alle Angaben im Sinne der Produkthaftung ohne Garantie erfolgen und daß ich keinerlei
Verantwortung und Haftung für inhaltliche und sachliche Fehler übernehmen kann.. Ich bitte dafür um Verständnis
und werde Korrekturhinweise gerne aufgreifen.

SchoenerHistory@gmx.de

© SchoenerHistory, 2000