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Stand: 12.08.2008

 


Auch ohne Atomkraft bleibt es hell

Eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigt: wir brauchen keine Atomkraftwerke, damit es im Winter hell bleibt. Auch beim Höchstverbrauch, meist im kalten und dunklen Dezember, reicht der Strom jetzt und in Zukunft aus.

Das Wirtschaftsministerium hat am 11. August 2008 seinen Monitoringbericht zur Versorgungssicherheit im Strombereich nach § 51 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vorgestellt. Auch das bereits seit Mai vorliegende, zugrunde liegende Gutachten wurde nun veröffentlicht.

Der Bericht bestätigt voll die Auffassung des Bundesumweltministeriums, dass die Versorgung sicher gestellt ist und der Atomausstieg hier keinerlei Problem darstellt. Das Gutachten geht von einem leicht sinkenden Stromverbrauch durch Steigerung der Effizienz aus. Es sieht aber auch bei einer expansiveren Entwicklung keine Engpässe in der Versorgung.

Um abzuschaltende Atomkraftwerke und alte Kohlekraftwerke zu ersetzen müssen laut Gutachten 15 Gigawatt (GW) Kraftwerkskapazität bis 2015 und weitere 5 GW bis 2020 zugebaut werden. Bei sehr konservativer Rechnung halten die Gutachter 11 GW schon für sicher. Für das verbleibende knappe Drittel bis 2015 und den Zubau bis 2020 sehen sie keine Probleme. Sie weisen lediglich darauf hin, dass dieses Szenario nicht von anhaltenden Akzeptanzproblemen ausgeht, die den Bau von Kohlekraftwerken verhindern. Andererseits wird aber auch beim Stocken von Projekten keine Gefährdung der Versorgungssicherheit gesehen. In diesem Falle müssten lediglich ältere Kraftwerke länger laufen - was zu höheren Kosten und höheren Treibhausgasemissionen führen würde, nicht aber zu einer Gefährdung der Versorgung. Lediglich bei dauerhaften Akzeptanzproblemen, die zur Verhinderung von Projekten führen gibt es langfristig ein mögliches Versorgungsproblem.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die erneuerbaren Energien auf 30 Prozent der Stromerzeugung zu steigern. Das Gutachten rechnet konservativ mit 23 Prozent.

Auch damit wird jedoch eine gesicherte Leistung erreicht, die auch zu Höchstverbrauchszeiten noch um 5 Prozent oder mehr über dem Verbrauch liegt. Diese 5 Prozent gelten als gut ausreichend für eine sichere Versorgung. Noch mehr gesicherte Leistung könnte man gerade durch erneuerbare Energien zur Verfügung stellen, wenn es Fortschritte bei der Speichertechnik gibt.