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26.10.2008
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Ausland
Internet-Kontrolle in China

Skype zensiert Chat-Nachrichten

Screenshot der chinesischenTOM-Skype-Website Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Freundliches Lächeln auf der chinesischenTOM-Skype-Website ]
Die chinesische Version der populären Telefon- und Chat-Software Skype hat Nachrichten seiner 70 Millionen Nutzer auf politische Begriffe hin gefiltert. Skype-Präsident Josh Silvermann räumte die Zensur bei dem gemeinsam mit dem Unternehmen TOM Online aus Hongkong betriebenen Dienst ein. Skype habe davon jedoch vor der Aufdeckung durch die Forschergruppe Citizen Lab aus Toronto nichts gewusst und sei "sehr besorgt" über die Verletzung der Privatsphäre seiner Nutzer.

"Demokratie" und "Tibet" führten zu Sperrung

Die kanadischen Forscher hatten nachgewiesen, dass die TOM-Skype-Software Chat-Mitteilungen nach Wörtern wie "Demokratie", "Tibet", "Kommunistische Partei" oder "Falun Gong" filtert und dann jeweils sperrt. Die Forscher waren in der Lage, zensierte Nachrichten sowie Millionen persönlicher Daten wie Benutzernamen, IP-Adressen, Telefonnummern und die nötigen Entschlüsselungscodes von acht öffentlich zugänglichen Servern herunterzuladen.

Auch Kommunikation ins Ausland betroffen

Auch Skype-Nutzer aus anderen Ländern fallen der Kontrolle zum Opfer, wenn sie mit einem TOM-Skype-Nutzer in China kommunizieren. "Unsere Enthüllungen zeigen beunruhigende Verstöße gegen die Sicherheit und Privatsphäre", heißt es in dem Bericht der Forscher. Der Dienst Skype, der besonders für Voice-over-IP-Gespräche genutzt wird, galt bisher als besonders sicher. Citzen Lab warnt: "Vertrauen in eine bekannte Marke wie Skype ist eine unzureichende Garantie, wenn es um Zensur und Überwachung geht." Skype ist eine Tochter des Internetauktionshauses eBay. Chinesische Nutzer waren nach Angaben von Dissidenten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bereits misstrauisch, was die Nutzung von TOM-Skype anging, weil manche Nachrichten nicht beim Empfänger ankamen.

Reporter ohne Grenzen: Link Zensur umgehen Handbuch für Blogger und Internet-Dissidenten (engl.)

Skype: "Dass in China Zensur herrscht, ist bekannt"

Skype-Präsident Silverman sagte, sein Partner TOM sei wie jeder andere Kommunikationsdienstleister in China verpflichtet, sich an die Vorschriften zu halten. "Diese Regeln beinhalten die Anforderung, Nachrichten mit Wörtern, die Chinas Behörden als anstößig betrachten, zu überwachen und zu blocken", erklärte Silvermann. Schon 2006 habe Skype öffentlich gemacht, mit einem Textfilter zu arbeiten. Damals sei aber versichert worden, dass solche Mitteilungen "einfach gelöscht" und nicht mehr gespeichert würden.

Stand: 03.10.2008 14:40 Uhr
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