erfurt-web.de die erfurt enzyklopädie
LeonhardsKirche
anzeigenuploads (2)diff
 
suchen
Aktuelles
Neue Benutzer
FAQ und Hilfe für Neulinge.
Da Du nicht eingeloggt bist, denke ich Du bist neu hier. Hier findest Du Infos wie Du in diesem Wiki mitwirken kannst und wie alles funktioniert.
was ist ein wiki
formatierungs-hilfe
spielwiese
diese seite...
Online Benutzer
keine user
und 1 gast
Besucher
702123 Besucher
seit 13 Februar 2006
Die Leonhardskirche

LeonhardsKirche>img>Leonhardskapelle1.JPGUnweit des ehemaligen Petersklosters lag einst am Rand des südlichen Petersberges die kleine, 12 m breite und 25 m lange Leonhardikirche.

Obwohl sie bis etwa zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts gestanden hat, ist nichts mehr von ihr erhalten. Baureste sind jedoch zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege (Petersberg 12) und dem neuen Informatiosngebäude sichtbar,

Nach Hartungs Häuserchronik wurde unter dem Abt Pilgrim 1172 eine Pfarrkirche auf dem Petersberg erbaut, die vom Bischof Hubert von Ravelsburg am 3. November 1185 zum heiligen Leonhard und Michael geweiht wurde.

Vom Luisental her führten Stufen zum Kirchenplatz hinauf. Warscheinlich diente diese Kirche der Peterskirche, welche schon 1148 pfarramtliche Rechte besaß, als Pfarrkirche. Ihre Erbauung fällt demnach in die romanische Zeit.

1290 fand, vielleicht durch die Herstellung des gotischen Fensters in der Ostfront veranlasst, die Weihe eines Altars St. Leonhard statt.

Eine Chronik berichtet: "... 1297 erhob sich ein Feuer in der Leonhardikirche, und der Wind wehte so heftig, dass die Häuser bis an die Schillern abbrannten..."

LeonhardsKirche>img>Leonhardskapelle2.JPGMit diesen "Schillern" kann sowohl das sagenhafte Dorf Schilderode, als auch der Teil des Domplatzes gemeint sein, der in der Vergangenheit "Unter den Schüllern" genannt wurde. Dieser Stadtteil ist bei der Beschießung 1813 abgebrannt und beherbergte ehemals zahlreiche Handwerker. Ursprünglich hieß dieses "Schüllern" "Unter den Schilderern". Das waren Handwerker, die alles herstellten, "... damit man einen Mann verwappne...". Vor allem waren es Schilde, die hier produziert wurden. Sie bestanden aus einem eckigen, später aus einem runden Holzgestell, welches mit starkem Leder überzogen, mit Metallbeschlägen und bunter Bemalung versehen, im Kampf genügend Deckung und Schutz bieten sollte.

Auf jeden Fall kann man aus der Bemerkung in der Chronik ableiten, dass in dieser Zeit die Abhänge des Petersberges mit Häusern besetzt waren, welche zweifellos zum Pfarrsprengel der Kirche gehörten.

Ob die Leonhardikirche bei dem großen Brand von 1472, der viele Häuser der Gemeinde zerstörte, Schaden erlitt, ist nicht bekannt.

Bei der Umwandlung des Petersberges in eine Zitadelle diente diese Kirche zunächst als Zeughaus, dann als Garnisonkirche für die katholischen kaiserlichen und kurfürstlichen Soldaten.

Sinnhold bemerkt in seiner Chronik "Encom Erfurdin" zu dem Jahre 1677: "... die großen Fenster an der S. Leonhardskirche wurden zugemauert, und ließ der Kurfürst aus der Kirche ein Zeughaus machen ..."

Wenn auch diese Jahreszahl, wie verschiedene Geschichtsforscher behaupten, möglicherweise nicht stimmt, steht doch fest, dass das Gotteshaus 1790 seine Pforten für die Gläubigen schloss.

Am Ende des es 18. Jahrhunderts trug man sich mit dem Gedanken, neben der Leonhardikirche, ein Pfarr- und Schulhaus zu erbauen, diese Absicht ließ man aber fallen.

Bis zum Ende seiner Zeit fand es dann als "militärisches Objekt" Verwendung. Die Kirche fiel einem Bombenangriff im II. Weltkrieg zum Opfer.


Siehe auch: Überblick Verschwundene Kirchen und Klöster