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AZ-Profil


Allgemeine Zeitung – ein Kurzprofil
 
Die Allgemeine Zeitung (AZ) besteht seit 1916 und ist die älteste Tageszeitung Namibias. Seit Anfang der 30er Jahre erscheint sie täglich, außer samstags und sonntags. Die Mediensprache der AZ ist Deutsch, derweil einige Anzeigen und Leserbriefe auch auf Englisch oder Afrikaans erscheinen. Übrigens ist Deutsch eine von neun Landessprachen, in denen auch Hörfunkprogramme gestaltet werden. Unter der Gesamtbevölkerung von 1,8 Millionen Menschen spricht man 14 Nationalsprachen, davon werden elf an bestimmten Schulen gelehrt.
Heute firmiert die AZ in einem 1990 unabhängig gewordenen Land - in dem die Pressefreiheit in der Verfassung verankert ist - unter dem Dach der Democratic Media Holdings (DMH). Zu dieser Gruppe gehören auch die afrikaanssprachige Tageszeitung „Die Republikein”, die Druckerei Newsprint Namibia sowie der Radiosender Radio 99.
Wöchentlich gehen über einhundert AZ-Ausgaben - darunter das einmal monatlich erscheinende Journal „Tourismus Namibia“ - nach Südafrika und nach Europa (vor allem Deutschland) an Ex-Namibier und Freunde dieses Landes. Es gibt laut offizieller Regierungsstatistik rund 22000 deutschsprachige Namibier. In dieser Gruppe befindet sich der Leserstamm der AZ, ohne den die Zeitung nicht existieren kann. In der multikulturellen Gesellschaft dient die Zeitung auch als Informationsquelle einiger Namibier und hier ansässiger Diplomaten, für die Deutsch eine Zweit- oder Fremdsprache ist.
Die Zeitung finanziert sich aus Anzeigen sowie aus dem Verkauf auf der Straße, im Buchhandel und anderen Geschäften sowie aus Abonnements. Die Tagesauflage wechselt zwischen jeweils ca. 5300 (Montag bis Donnerstag) bis ca. 6200 (Freitag). Gelesen wird das Blatt landesweit, wo man Deutsch versteht. Die Seitenzahl richtet sich nach dem Anzeigenaufkommen und beträgt zwischen zwölf und 32 Seiten. Mit dem monatlichen Tourismus-Journal (Auflage ca. 12000 Exemplare) sowie zusätzlichen Beilagen zu besonderen Anlässen des Jahreskalenders, z.B. Ostern, Weihnachten, Unabhängigkeitstag, Messen und Sportereignisse, steigt die Seitenzahl zuweilen auf über 50 an.
Die Zeitung bietet hauptsächlich lokal sowie national relevante Berichterstattung und Kommentare an. Sie hat als Sammel- und Bezugspunkt der deutschsprachigen Gemeinschaft einen traditionellen und vor allem einen zukunftsorientierten namibischen Auftrag. Politik und Zeitgeschehen Namibias und der Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC), Lokalnachrichten, Wirtschaft, Kultur und Sport aus eigener Recherche sowie internationale Nachrichten aus dem Agenturangebot (z.B. dpa, AP, Reuters) gehören zur ständigen Gliederung. Von großer Bedeutung ist die Familierubrik im Anzeigenteil, wo die Mitteilungen über Geburt, Heirat und Tod täglich beachtet werden.
Die Zeitung ist auch Brückenschlag zu Namibia-Freunden außerhalb der Landesgrenzen. Über das Internet (www.az.com.na) haben zunehmend mehr Leser aus Europa zu den täglich selektierten Namibia- und Lokalnachrichten Zugriff. Die Homepage wird derzeit etwa 1500 Mal pro Tag aufgerufen.
Die vielseitigen Anforderungen legen der Redaktion eine deutliche Verpflichtung auf, die Lebensqualität und die Rechtstaatlichkeit im multikulturellen Namibia zu gestalten und zu stärken.

Allgemeine Zeitung – Namibias älteste Tageszeitung im Wandel
 
„Zeitungsarbeit ist Knochenarbeit, aber es darf auch Spaß machen.“ So begrüßte Kurt Dahlmann, Chefredakteur der Windhoeker Allgemeinen Zeitung, in den 60er und 70er neue Mitarbeiter.
Eine Selbstverständlichkeit ist eine Zeitung auch in Namibia nicht, aber sie ist imstande, mit ihrer Leserschaft eine Eigendynamik und Kontinuität zu entwickeln, die man durch die Macht der Gewohnheit als selbstverständlich hinnehmen könnte. Die älteste Tageszeitung Namibias und die einzige deutschsprachige auf dem afrikanischen Kontinent feierte im Juli 2006 ihr 90-jähriges Bestehen. Die AZ hat seit ihrer Gründung 1916 unter dem Namen „Der Kriegsbote“ im dritten Jahr des Ersten Weltkrieges viele „Nachgeborene“ überlebt, darunter auch die älteste afrikaanse Zeitung, „Die Suidwes-Afrikaner“, die ihr 50-jähriges Jubiläum erreichte und dann einging. Jahrzehntelang war sie eine Nachbarin der AZ in der Stübelstraße in Windhoek, wo seinerzeit drei Zeitungen erschienen. 1998, nach 80 Jahren, hat auch die älteste englischsprachige Zeitung - „Windhoek Advertiser“ - ihr Erscheinen eingestellt.

Um die Stellung der Allgemeinen Zeitung in der namibischen Gesellschaft zu schildern, muss man auch auf die Medienlandschaft insgesamt hinweisen. Die AZ erscheint wöchentlich fünfmal (Montag bis Freitag) und teilt sich damit die Leserschaft der Wochentage mit drei weiteren Tageszeitungen: Eine davon erscheint auf Afrikaans („Die Republikein“) und zwei in Englisch („The Namibian“ und „New Era“, letztere ist eine staatliche Zeitung). Außerdem erscheinen in Windhoek noch Wochenzeitungen, darunter die Anzeigenblätter „Informanté“ und „Plus“ sowie der englischsprachige „Windhoek Observer“. In Walvis Bay wird jede Woche an zwei Tagen noch das traditionelle Regionalblatt „Namib Times“ herausgegeben. Die Beiträge in diesen Zeitungen erscheinen mitunter mehrsprachig. So vollzieht sich die Verständigung in der Presse neben der Amtssprache Englisch über mindestens sechs namibische Nationalsprachen, darunter Deutsch - einer Sprache, der sich die AZ ganz und zwei weitere Zeitungen teilweise bedienen.

Die Allgemeine Zeitung versteht sich bewusst als namibische Zeitung. Ihre Mitarbeiter sind in der Mehrzahl gebürtige Namibier bzw. naturalisierte Staatsbürger. Mit einer ziemlich konstanten Auflage zwischen 5300 und 6200 Exemplaren täglich wird die AZ in fast allen deutschsprachigen Haushalten Namibias zwischen Tsumeb und Lüderitzbucht sowie Gobabis und Swakopmund gelesen. Einige hundert Zeitungen gehen auch nach Südafrika und - vor allem die größere Freitagausgabe und das einmal im Monat erscheinende Journal „Tourismus Namibia“ - an Ex-Namibier und Freunde in Deutschland.

Im Wandel der Zeiten
 
Wie jede Zeitung stand auch die AZ im Wandel der Zeiten jeweils in einem zeitgeschichtlichen Rahmen, den sie entweder schlicht reflektierte und kommentierte, dem sie mitunter vorauseilte, zeitweise aber auch hinterherhinkte.
Die Gründung der AZ im Juli 1916 fiel in eine unsichere Zeit: In Europa wütete der Erste Weltkrieg. In Abwartung des Kriegsausgangs stand Deutsch-Südwestafrika vorübergehend unter südafrikanischer Militärverwaltung. Die siegreichen südafrikanischen Militärs hatten Mitte 1915 alle Zeitungen verboten, die in mehreren Ortschaften des deutschen Schutzgebietes herausgegeben wurden. Die Notwendigkeit, wieder ein Nachrichtenmedium einzurichten, führte zur Gründung von „Der Kriegsbote“ am 22. Juli 1916, der von den Südafrikanern zensierte Agenturmeldungen und Lokalnachrichten herausgeben konnte. Nach dem Waffenstillstand in Europa im November 1918 deportierte die Militärverwaltung sofort 4000 Deutsche aus Südwestafrika, hauptsächlich Beamte, Soldaten und ihre Angehörigen. Die deutsche Zivilbevölkerung durfte bleiben, und damit war auch der Weiterbestand des „Kriegsboten“ gesichert, der sich am 1. August 1919 den bis heute erhaltenen Namen „Allgemeine Zeitung“ zulegte. Der Untertitel lautete: „Für die Interessen aller Berufsstände in S.W.Afrika“. Damit wollte man sagen, dass auch in Südwestafrika nach der in Stände gegliederten Gesellschaft der Kaiserzeit eine neue Gesellschaftsordnung gelten sollte.

In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen betrieb Südafrika eine gezielte weiße Neusiedlerpolitik, wodurch die deutschsprachigen Siedler auch unter den Weißen zur Minderheit wurden. Ihre Politik, generelle Ablehnung südafrikanischer Bestrebungen, das Territorium als Provinz Südafrikas einzuverleiben, verband sich dann zum Teil mit der Hoffnung, dass ein wiedererstarkendes Deutschland der dreißiger Jahre die deutsche Herrschaft im Territorium wieder herstellen würde. Einmischung von der NS-Regierung aus Deutschland führte schließlich dazu, dass sich die Allgemeine Zeitung mit anderen Zeitungen am 1. Juli 1939 zum „Deutschen Beobachter“ zusammenschloss. Diesen Namen legte sie am 19. Juni 1943 auf Wunsch der südafrikanischen Administration wieder ab. Seither hat sich der Name, abgesehen vom Schriftzug, nie wieder geändert.
In den 50er Jahren setzte sich die AZ mit dem aufkommenden schwarzen Nationalismus auseinander, aber bedingt durch Personalwandel und Verlagspolitik unterstützte die Zeitung später die südafrikanische Rassenpolitik – eine Stellung, von der sie Mitte der 70er Jahre wieder abrückte. In der Folgezeit versuchte sie mäßig, ihre Leserschaft auf die sich anbahnende politische und gesellschaftliche Umwälzung durch die Unabhängigkeit vorzubereiten.

Der Blick nach vorn
 
Ohne Elternhäuser, aber auch Institutionen, Instanzen und Körperschaften, die die deutsche Sprache in Namibia im Alltag gebrauchen, lehren und fördern, hat die AZ weder Bedeutung noch Zukunft. Darüber hinaus überschneidet sich ihr Aufgabenkreis heute bewusst dort mit anderssprachigen Medien, wo es um die Stärkung der jungen demokratischen Kultur Namibias und der Pressefreiheit geht. Das soll stets im Rahmen und auch unter Hinweis auf die namibische Verfassung geschehen. Der Humor darf dabei nicht abhanden kommen.
Zur Einschätzung der Stellung der AZ gehört auch der Umstand, dass alle Tageszeitungen nur kleine Redaktionen unterhalten können. Die AZ gehört zur Medienverlagsgruppe Democratic Media Holdings und firmiert unter deren Dach ebenso wie die afrikaanssprachige Tageszeitung „Die Republikein“, der Radiosender Radio 99 und die Druckerei Newsprint Namibia. Die AZ-Redaktion arbeitet jedoch unabhängig, auch die Finanzen der Zeitung werden getrennt abgerechnet. Die Zeitung bestreitet ihre Unabhängigkeit aus Verkauf und Anzeigen und erhält zu ihrer Existenz keinerlei Zuschüsse aus weiteren Quellen. Seit Juli 2000 erscheint der namibische und regionale Teil der AZ täglich im Internet (www.az.com.na). Eine steigende Zahl von Website-Lesern - etwa 1500 Aufrufe pro Tag, davon ca. zwei Drittel aus Deutschland - verschafft sich auf dem elektronischen Weg einen täglichen kurzen Überblick über namibische Verhältnisse.

Aus gesundem Informations- und Aufklärungsbedarf greifen etliche AZ-Leser auch nach anderen Zeitungen. Umgekehrt ist das bei den Lesern der afrikaans- und englischsprachigen Zeitungen in der Regel nicht der Fall, weil ihnen die Sprachkenntnisse fehlen, sich der AZ zu bedienen. Daraus ergeben sich Konsequenzen für ihre namibische Trag- und Reichweite. Bei einer realistischen Einschätzung des Stellenwertes der Zeitung darf man diese und andere Einschränkungen, z.B. die Zahl der Mitarbeiter und die Höhe der Auflage, nicht außer Acht lassen. Die AZ überschreitet ihre Sprachgrenze in den Anzeigen, im monatlichen Tourismus-Journal, in diversen Werbebeiträgen und auch bei den Leserbriefen, die teils auf Englisch und mitunter auch auf Afrikaans erscheinen können. Derweil jede namibische Zeitung an ihrem Sprachmedium erkannt wird, berücksichtigt jede Redaktion nach unterschiedlichen Gesichtspunkten und Möglichkeiten auch den unverwechselbaren multikulturellen Rahmen Namibias.
Demgegenüber sind einige Funktionen und Möglichkeiten unbedingt ausbaufähig. Einmal geht es um die Zeitung als kritische Stimme in der pluralistischen, aber doch recht überschaubaren Medienlandschaft Namibias. Brisante, vitale, lokal relevante Berichterstattung und Kommentare dürfen nicht fehlen. Die AZ hat als Sammel- und Bezugspunkt der deutschsprachigen Gemeinschaft einen traditionellen und vor allem einen zukunftsorientierten namibischen Auftrag.
Rundherum soll es eine Zeitung sein, die in die engere Auswahl des deutsch- bzw. mehrsprachigen Namibiers gehört und dort bleibt. Dabei bewerkstelligt sie auch einen Brückenschlag zu Namibia-Freunden außerhalb der Landesgrenzen. All diese Ziele legen der Redaktion eine deutliche Verpflichtung auf.
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